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Premium-Optik, günstiger Preis: Das Sony Xperia XA2 im Test



Zugeordnete Tags Sony | Smartphone | Produkttest
Bereiche

Bewertung
Ausdauernd & günstig
3,5

 Pro

  • Hochwertiges Design
  • Gutes Display
  • Aktuelles Android
  • Sehr ausdauernder Akku
  • Leichter Zugriff auf SIM & microSD
  • Gute Kameras bei Tageslicht

 Contra

  • Hardware nur Mittelmaß
  • Hohes Gewicht
  • Software altbacken
  • Viel Bloatware
  • Kameraschwäche bei Low Light
  • Selfie-Cam Mittelmaß
  • Kleinere Design-Unschönheiten
  • Kein Zubehör

Bei den Spielkonsolen sind sie nach wie vor die Referenz. Im Bereich der Kameras haben sie sich als Einziger vorzeigbar im Bereich DSLM aufgestellt. Und auch beim Audio-Equipment, insbesondere den Kopfhörern, mischen die Japaner noch fleißig mit. Nur beim klassischen Computing ist es still geworden – spätestens mit dem Versiegen der VAIO-Quelle.

Dass Sony aber zumindest noch mit beachtlicher Regelmäßigkeit stylische Hosentaschencomputer auf den Markt bringt, verdränge ich hin und wieder. Dabei sind die Xperia-Smartphones doch eine Größe in der Branche und zeichnen sich vor allem in den neuesten Generationen durch eine vorbildliche Aktualität in Sachen Betriebssystem aus. Gerade die letzten Monate haben gezeigt, dass Sony nicht faul auf der Android-Haut lag, sondern mit L2, XA2 Ultra, XZ2 und XZ2 Compact eine ganze Bandbreite an Telefonen für jeden Bedarf und Geldbeutel auf den Markt gebracht hat. In deren Mitte tummelt sich auch das XA2, das ich für meinen heutigen Test genauer unter die Lupe nehme.

Lieferumfang

Günstiges Smartphone, günstiger Lieferumfang

Kompakter Karton ohne großes Brimborium
Im Inneren bleibt es überschaubar.
Nur das nötigste Zubehör ist an Bord.
Ladekabel in USB-Typ-C-Bauweise
Kompakter Karton ohne großes Brimborium

Ein 5,2-Zöller für um die 330 Euro, der dennoch technisch auf der Höhe der Zeit spielt? Das war vor ein bis zwei Jahren den Compact-Ablegern der Xperia-Premium-Modelle vorbehalten – wenn überhaupt. Das XA2 hat mich in dieser Hinsicht überrascht, denn es sieht aus wie ein großes Xperia, pegelt sich aber bei einem humanen Preis ein. So gesehen bin ich also beim ersten Schritt des Unboxings schon ein wenig überrascht – im positiven Sinne – als ich das schicke Sony-Smartphone im Karton sehe.

Weniger überrascht hat mich das eher überschaubare Zubehör: Neben einem Ladegerät in zweiteiliger Bauweise finde ich in meinem Test-Sample lediglich noch Papier-Beileger. That’s it. Nicht einmal die sonst üblichen In-Ears in Günstig-Bauweise wurden dem Xperia mitgegeben. Klar, hier kann man auch den Preis als Argument anführen oder die Audio-Qualität der Beilage-Kopfhörer in Frage stellen. Für Konkurrenten wie Honor zum Beispiel wären das dennoch keine Argumente gegen In-Ears im Lieferumfang.

Design

Schönes Design mit vielen Pros & ein paar Cons

Die 8-Megapixel-Frontkamera
Rückkamera & Fingerprint-Sensor
Das recht wuchtige Gehäuse lässt Platz für einen Kopfhörerausgang.
Power-Button & Lautstärkewippe
USB-Port & Mono-Speaker an der Unterseite
Der SIM-Slot lässt sich ohne Tool öffnen.
Dahinter verbergen sich zwei separate ...
... Slots für SIM & microSD.
Die 8-Megapixel-Frontkamera

Zunächst einmal sei erwähnt, dass sich auch Sony dem Trend des zumindest nach links und rechts hin randlosem Display nicht widersetzen kann. Zudem liegt das Display hinter abgerundetem, leicht gewölbtem Glas, was dem 170 Gramm schweren Xperia XA2 – zusammen mit der ebenso gewölbten Rückseite – eine haptisch angenehm-organische Anmutung verleiht.

Neben dem Gorilla Glas setzt Sony auf Aluminium als Gehäusematerial, was wiederum für ansprechende Akzente sorgt. So sind die Kanten des XA2 oben und unten am Smartphone angeschrägt und wirken durch ihren metallischen Glanz modern und edel. Auch Kamera und Fingerabdruck-Sensor auf der Rückseite sind durch sehr ansehnliche, schwarz glänzende Kontrastkanten abgesetzt. Optisch und haptisch schindet das Xperia XA2 damit ordentlich Eindruck.

Bleibt der Blick auf Anschlüsse und Co.: Kamera und Fingerabdruck-Sensor auf der Rückseite habe ich ja bereits erwähnt. Letzterer ist übrigens sehr gut per Zeigefinger zu erreichen. Rechts am Xperia finde ich die Lautstärkewippe neben dem Sony-typischen Power-Button mit entsprechendem Symbol. Der Hardware-Kamera-Auslöser hat einen eigenen Button spendiert bekommen. Unten am XA2 hat Sony den Typ-C-Port und den Mono-Speaker verbaut, oben am Smartphone finde ich den Kopfhörerausgang. Der ist allerdings derart an den Rand geklatscht, dass er für meinen Geschmack richtig deplatziert wirkt.

Was ich hingegen positiv erwähnen muss: Links am Sony Xperia befindet sich der SIM- und microSD-Slot, der nicht – wie sonst üblich – nur mit einem SIM-Tool zu öffnen ist. Vielmehr reicht beim XA2 in klassischer Sony-Manier ein Fingernagel, um den Slot zu öffnen. SIM und microSD werden dahinter in zwei separate Slots eingeklinkt, was nicht so viel bringt, da das Öffnen der Slots immer den Geräte-Neustart zur Folge hat. Dennoch geht Sony hier immerhin angenehm eigene Wege.

Hardware

Was wenig kostet, kann auch wenig?

Die Leistung ist durchschnittlich, aber ausreichend.
Die Leistung ist durchschnittlich, aber ausreichend.

Für etwas mehr als 300 Euro erwarten wohl die wenigsten ein Technik-Feuerwerk. Und das vermag das Sony Xperia XA2 auch wahrlich nicht zu zünden. Beim Arbeitsspeicher steht das Smartphone mit drei Gigabyte noch recht stattlich da, als Prozessor kommt der nunmehr fast ein Jahr alte Mittelklasse-Rechner Qualcomm Snapdragon 630 zum Einsatz. Im AnTuTu-Benchmark landet das XA2 damit bei knapp 90.000 Punkten und schafft es nicht unter die Top 50. Selbst im Vergleich zum vor zwei Jahren nicht allzu prall ausgestatteten Huawei P9 verliert das Sony und von den aktuellen Höchstwerten um 220.000 Punkten ist das Xperia weit entfernt.

Dennoch reicht die Leistung für die meisten alltäglichen Anwendungen und das Smartphone kommt ohne nennenswerte Ruckler durch Gaming- und Produktiv-Apps. Leider ist vor allem für erstere auch gar nicht mehr so viel Platz auf dem Androiden. Ab Werk mit 32 Gigabyte Speicher ausgestattet, räumt das XA2 System und vorinstallierter Software schon gut 50 Prozent davon ein. Da bleibt nicht mehr allzu viel Platz für Bilder, Musik und Co. Um die Erweiterung per microSD kommt ihr also mehr über kurz als über lang nicht umhin.

Display

Mehr Pixel als der Vorgänger

Nach links & rechts bleibt wenig Platz zum Rand.
Farbenfrohes Full-HD-Display.
Das Xperia XA2 überzeugt bei Blickwinkelstabilität ...
... & bei der Detailschärfe.
Nach links & rechts bleibt wenig Platz zum Rand.

Im Vergleich zum XA1 hat das Xperia XA2 beim Display an einigen Stellen zugelegt. So bekommt ihr jetzt eine kleine Steigerung der Display-Diagonale um 0,2 Zoll und eine stattliche Steigerung der Auflösung hin zu Full HD. Um noch ein wenig näher an die Bildleistung der großen Xperias zu kommen, kann ich bei den Einstellungen noch an Sättigung, Kontrast und Farbwerten schrauben. Das Ergebnis ist ein sehr detailreiches Bild mit knackiger Schärfe, das sich nicht hinter den Full-HD-Panels der Konkurrenz verstecken muss.

Der Unterschied zu noch höheren Auflösungen ist nur bei sehr genauem Blick zu erkennen, das Bild wirkt auch in dieser Auflösung bereits sehr plastisch und farbenfroh. Ebenso wenig zu meckern habe ich bei der Blickwinkelstabilität, während das größte Manko meines Erachtens aber bei der maximalen Helligkeit liegt. Zunächst muss ich die adaptive Helligkeit deaktivieren, bevor ich wirklich sehen kann, wie hell das Display werden kann. Das reicht dann zwar grundlegend für den Außeneinsatz, aber auch bei dieser Stufe haftet dem Weiß ein Grauschleier an, das Schwarz ist kein sattes Schwarz mehr und das Sonnenlicht macht der Darstellung zu schaffen.

Software

Android 8.0 & ganz viel unnötige Software

Android 8 mit Bild-in-Bild & übersichtlichen Optionen
Zahlreiche Einstellungen & Optionen sind nur einen Touch entfernt.
Die Akku-Optionen sind stattlich, doch der System UI Tuner bleibt verwehrt.
Android 8 mit Bild-in-Bild & übersichtlichen Optionen

Eines muss man den aktuellen Generationen der Sony-Smartphones ja zugute halten: Sie kommen mit mindestens Android 8.0 daher und bringen damit auch alle Vorzüge der Software mit. Das Xperia XA2 macht da keine Ausnahme. Von intelligenter Benachrichtigungsverwaltung über das aufgebohrte Einstellungsmenü bis hin zum Bild-in-Bild-Modus – all das steht euch auf dem Sony Xperia XA2 zur Verfügung. Auch Funktionen wie der System UI Tuner sind aktivierbar, allerdings erlaubt Sony nicht besonders viele Individualisierungen.

Generell fehlt es dem UI nach wie vor an frischem Wind. So gesehen hat sich seit dem Xperia Z1 optisch wenig getan, was mir persönlich schon seit dem Ableben meines Z1 den Sony-Genuss verdirbt. Neue Hintergründe sind eben doch nur die halbe Miete und die andere Hälfte kommt zwangsläufig mit den Android-Updates. Und was noch erschwerend hinzu kommt: Auch bei der Bloatware bessert sich nicht viel und zahlreiche Apps, die ich schon damals nicht brauchte, sind wieder ab Werk dabei – von der Xperia Lounge über AVG Protection Pro bis hin zur PlayStation-App. Hier wäre in der Tat mal ein grundlegend frisches Konzept nötig.

Kamera

Generation Selfie-Phone

Bei guten Lichtverhältnissen ...
... schafft die Hauptkamera des Sony Xperia XA2 ...
... durchaus sehr ansehnliche Bilder ...
... mit hübscher Dynamik & Detailschärfe.
Das Sony Xperia XA2 fängt die Stimmung gut ein ...
... & kommt auch bei unauffälligen Farben gut klar.
Schneller Autofokus & geringe Auslöseverzögerung
Manchmal liegt das XA2 aber auch völlig daneben.
Bei guten Lichtverhältnissen ...

Das Xperia XA2 gehört laut Sony zu den Selfie-Profis, was mich persönlich die meiste Zeit des Tages eher kalt lässt. Mir reicht mein Gesicht morgens im Spiegel, es muss nicht noch auf jedem Foto prangen. Soll es aber doch einmal ein Urlaubs-Selfie mit der ganzen Familie sein, habe ich mit der 8-Megapixel-Cam und 120-Grad-Weitwinkel eine ziemlich brauchbare Lösung parat. Die Ergebnisse sind ansprechend und ordentlich detailreich, für Instagram und Co. reichen sie allemal. Per Software kann ich dem Phone auch sagen, ob ich eine Gruppe oder nur mich selbst ablichten möchte. Das zugehörige Umschalt-Icon macht aber nicht mehr, als den digitalen Zoom einzuschalten – mit entsprechend mangelhaften Ergebnissen.

Bei der Hauptkamera bleibt Sony im Mid-Price-Segment der Einzellinse und den fast übertriebenen Megapixeln treu. 23 sind es hier, die bei einer eher durchschnittlichen Blende von f/2.0 auf den Exmor-Sensor übertragen werden. Zu viele Pixel auf zu kleinem Sensor sind zwar nur bedingt sinnvoll, dennoch macht das Xperia XA2 durchaus gute Fotos. Vor allem bei Tageslicht können Farben und Kontraste in den meisten Fällen überzeugen, während besonders der flotte Autofokus und die geringe Auslöseverzögerung positiv überraschen. Bei schlechten Lichtverhältnissen hat das Sony aber schnell zu kämpfen und beginnt, tüchtig zu rauschen.

Und weil ich so gern über die Sony-Software meckere: Auch bei der Kamera-App darf Sony gern einmal Hand anlegen. Grundlegend sind zwar alle Einstellungen im Profi-Modus vorhanden, aber so richtig intuitiv und übersichtlich ist das alles nicht. Auch hier hat sich nicht viel in den letzten Jahren getan und der Zugriff auf Feature-Zusätze wie „Timeshift Burst“, „Sound Photo“ oder „AR-Effekt“ dürften den anspruchsvolleren Anwender nicht hinter dem Ofen hervorlocken.

Akku

Wie lange ein Smartphone doch durchhalten kann

Wahrscheinlich habe ich bei meinem aktuellen Huawei P9 ein Montagsmodell erwischt, führe ich mir vor Augen, wie schlampig das Smartphone mit seinen 3.000 Milliamperestunden umgeht. Das Sony Xperia XA2 hat so gesehen nur 300 Einheiten mehr, hält aber gefühlt eine Ewigkeit durch. Im Dauerbetrieb mit YouTube, Amazon Music, Browsing und Games habe ich es nicht geschafft, das Telefon am Tagesende auch an sein Ressourcenende zu bringen. Bei gelegentlicher Nutzung sind so locker zwei bis drei Tage ohne Aufladen drin.

Während des Tests lag das Xperia auch schon einmal eine Woche ungenutzt, aber eingeschaltet, auf dem Schreibtisch und hatte danach nur 20 Prozent Akkustand eingebüßt. Das hat mich gleichermaßen überrascht und beeindruckt. Ist der Strom dann doch einmal aus, lade ich das Smartphone mit dem beigelegten Ladegerät innerhalb von drei Stunden wieder komplett auf. Ein separat erhältliches Schnellladegerät kann diesen Prozess noch beschleunigen.

Fazit

Allrounder zum erschwinglichen Preis

Beim Xperia XA2 scheint Sony auf den ersten Blick alles, was moderne Smartphones auszeichnet, in ein Mid-Price-Telefon zu packen. Vom Full-HD-Display über eine stattliche Kamera-Ausstattung bis hin zum aktuellen Android 8.0 – das XA2 lässt kaum Wünsche offen. Beim Blick auf die Details werden dann aber doch Kompromisse deutlich. So ist das Betriebssystem zwar aktuell, aber vom Sony-UI eingeschränkt und mit Bloatware überfrachtet. Die Hardware schafft es nur auf ein gutes Mittelmaß und beim guten Display ist hinsichtlich der Helligkeit noch Luft nach oben. Auch die Kameras haben ihre Schattenseiten, denn die Hauptkamera kann mit Low Light nicht so gut umgehen und die Selfie-Cam leidet mitunter unter Detailarmut.

Auf der Habenseite steht dem eindeutig das sehr ansprechende und hochwertige Design sowie die überragende Akkuleistung entgegen. Angesichts des angemessenen Preises von aktuell 330 Euro kann ich auch Hardware, Kamera und Display Gutes abgewinnen. Das Sony Xperia XA2 kann und will sich nicht mit den Großen messen, vielmehr liefert es dem Otto Normalverbraucher das, was für einen angenehmen Smartphone-Alltag von Nöten ist.

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