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Produkttest und Praxisbericht: Fujifilm Finepix Real 3D W3 – Teil 1



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Knipse im 3D-Format
Fotos in 3D? Nützt mir denn das etwas, ohne einen speziellen 3D-TV? Ein bisschen zumindest, denn nach einer kurzen, automatischen Umrechnung, kann man mit einer anaglyphen Brille (Rot/Cyan) etwas 3D-Gefühl bekommen. Ebenso einfach lassen sich die Fotos in eine 2D-Variante umwandeln und von da an wie ganz normale Fotos bearbeiten. Bereits im CyberBloc vorgestellt, gibt es in diesem Beitrag ein paar Worte zum praktischen Einsatz der Fujifilm Finepix Real 3D W3. Mit dem im Dezember 2010 angekündigten Brillenlosen 3D-Monitor von Eizo wird es sicher nicht mehr lange dauern bis diese Displays auch Einzug in die private TV-Welt halten. Durch den Wegfall der bisher notwendigen Brille wird 3D sicher einen großen Schritt in den Massenmarkt gehen und weitere 3D-Kameras auf dem Markt erscheinen. Doch zunächst zur Fujifilm Finepix Real 3D W3.
Bevor es losgehen konnte, musste die gelieferte Box natürlich erst einmal ausgepackt werden. Zum Lieferumfang der Fujifilm Finepix Real 3D W3 gehören neben der Kamera selbst ein Akku (NP-50), eine Ladegerät, ein USB-Kabel, eine Kurzanleitung, eine CD mit dem FinePix-Studio, ein Tragriemen und diverse Blätter mit Garantie- und Benutzungshinweisen. Während der Akku geladen wurde, wurde die Software auf dem Rechner installiert. Diese ist aktuell nur für Windows verfügbar, Mac OS X- und Linux-Anwender sind auf andere Anbieter angewiesen. Anschließend folgte ein Update (aktuell auf Version 2.0d / 4.1.1.2). Aber auch damit läuft die Software noch nicht ganz rund, mehr dazu später.

Das Fach für den Akku und die SD-Speicherkarte ist etwas knifflig zu öffnen, da die vorhandenen Plastiknoppen nicht griffig genug sind. Akku und Speicherkarte lassen sich dagegen nach erfolgreichem Öffnen problemlos einsetzten. Der Akku wird dabei durch eine kleine Plastiknase in Position gehalten, die Speicherkarte durch den üblichen Federmechanismus. Das Einschalten der Kamera erfolgt durch herunter schieben der Frontpartie und leider fällt der erste Nachteil direkt auf: Die Kamera braucht ihre Zeit um Einsatzbereit zu sein (nicht nur beim ersten Einschalten, auch später). Bis die erste Aufnahme gemacht werden kann, vergehen einige Sekunden. Damit ist die W3 leider nicht Schnappschusstauglich, weder im 2D- noch im 3D-Modus. Verwendet wurde eine 16GB-SDHC-Ultra2 von SanDisk (in der Kamera formatiert), mit der 2GB-Version dieser Karte verringerte sich die Einschaltzeit. Aber bei den Daten, welche bei HD-Videoaufnahmen anfallen, sollte man dann wohl mehrere 2GB-Karten dabei und Zeit zum wechseln haben ;-).

Nach dem Einlegen und Formatieren einer 16GB-SD-Karte gibt die Kamera folgende Werte aus: 2239 3D-Fotos (nur mpo), 1490 3D+2D-Fotos (mpo+jpg) – jeweils 16:9, Large (3648×2736) und Fine (geringe Komprimierung). Für Videos werden, egal ob 2D oder 3D, nur ca. 11 Minuten angegeben. Nach lesen des Handbuches, erklärt sich dies aber dadurch, das eine Datei maximal 4GB groß sein kann, auf eine 16GB-Karte würden damit circa 44 Minuten 3D-HD-Video (1280×720) passen, für 2D entsprechend das Doppelte.

Anschließend folgten die notwendigen Einstellungen für das neue Gerät: Bevorzugte Sprache und Uhrzeit wurden eingestellt. Nach den ersten Testaufnahmen wurden die verschiedenen Piep- und Klicktöne deaktiviert, denn diese wurden recht schnell nervig und man benötigt sie nicht wirklich. Zum Beispiel benötige ich keine Bestätigung das ein Foto gespeichert wurde – dies wird zum einen durch eine blinkende LED (während des Speichervorgang) signalisiert und außerdem zeigt das Display erst nach Ende des Speicherns wieder ein Live-Bild. Außerdem werden andere Personen nicht dadurch belästigt, denn nichts ist störender als diese Töne, wenn direkt nach einem Fotostop damit begonnen wird durch die Aufnahmen zu blättern (mit Sound natürlich) und Fotos zu löschen (noch ein Sound).

Lieferumfang
Ladegerät mit eingesetztem Akku
Real 3D W3 – Akku- und SD-Card-Schacht
Real 3D W3 – Akku- und SD-Card-Schacht
Fujifilm Finepix Real 3D W3 – Teil 1″

Für den Ladestand des Akkus wäre dagegen etwas mehr Information wünschenswert. Dieser wird nur grob mit drei Balken angegeben, wobei sich das Symbol bei Erreichen des Dritten Rot verfärbt. Ist der Akku leer ging die Real 3D W3 mehrfach ohne Vorwarnung aus. Auch konnte der Akku durch Aus- und Wiedereinschalten „geladen“ werden, zumindest waren anschließend wieder drei statt nur einem Balken zu sehen, was nicht gerade für die Genauigkeit der Anzeige spricht. Ein Zusatzakku sollte bei längeren Ausflügen also ins Handgepäck gehören. Laut Handbuch hält der Akku gerade einmal für 150 Aufnahmen, wenn man viel mit der Videofunktion experimentiert, sind es deutlich weniger. Mehrere Stromspareinstellungen sind verfügbar, so kann die 3D-Anzeige im Display deaktiviert werden, aber ohne 3D-Ansicht lassen sich die Aufnahmen schwerlich beurteilen.

Das Display der Kamera selbst ist sehr hoch aufgelöst, die 3D-Aufnahmen vermitteln ohne Brille einen guten Tiefeneffekt. Wechselt man jedoch ins Menü wirkt dieses recht pixelig, hier hätte Fujifilm besser arbeiten sollen.

Größenvergleich Real 3D W3 – Powershot A710
Displayvergleich Real 3D W3 – Powershot A710
Spracheinstellung
Spracheinstellung
Fujifilm Finepix Real 3D W3 – Teil 2″

Das Gehäuse ist aus Metall gefertigt und damit hat die Kamera ein angenehmes Gewicht. Der Deckel des Akku- und Speicherkarten-Schachtes dagegen wurde aus Plaste hergestellt und metallisch glänzend beschichtet. Die Knöpfe auf der Rückseite bestehen ebenfalls aus Plaste und wirken dadurch etwas billig. Bei den Drehknöpfen kommt hinzu, dass sie sich sehr leicht verstellen lassen und es teilweise schon reicht die Kamera in der Kameratasche zu verstauen um den Aufnahmemodus zu ändern. Ein Stativgewinde ist vorhanden, aber nicht mittig zwischen den beiden Linsen zu finden.

Für die ersten Fotos und Videos empfiehlt es sich im Automatikmodus zu arbeiten, bei dem die Kamera die Einstellungen vornimmt. Denn wie ich selber festgestellt habe, ist man mit der Suche eines passenden Motivs und der richtigen Aufnahmeposition dafür gut beschäftigt, wenn das Ergebnis einen brauchbaren 3D-Effekt haben soll. Gute Ergebnisse bekommt man am Anfang recht schnell, wenn man sich auf Objekte in einem Abstand zwischen 1,50 und 2 Meter beschränkt (Empfehlung von Fujifilm). Die Objekte die den 3D-Effekt hervorrufen sollen, sollten dabei nicht über das Bild hinausragen, denn dann wird der 3D-Effekt beschnitten. Durch das sehr gute 3D-Display lässt sich das Ergebnis sofort beurteilen und eventuell durch einen anderen Standort noch verbessern. Ganz wichtig ist die Kamerahaltung, denn es ist mir am Anfang sehr oft passiert, das ein Finger eine der Optiken verdeckt hat und damit die Aufnahme unbrauchbar war. Ein paar mehr oder weniger gute Beispiele sind in dieser Galerie zu finden. Die anaglypen Versionen wurden mit dem StereoSplicer (Mac) bzw. dem StereoPhoto Maker (Win) erstellt.

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Hat man so die ersten Erfolge erzielt, kann man sich weiter mit der Kamera selbst beschäftigen. Für spezielle Situationen stehen mehrere Motiv-Programme zur Verfügung, von denen zwei direkt über das Wählrad (SP1 und SP2) erreichbar sind. Vorhanden sind unter anderem folgende Programme: Eines gegen Verwacklung mit kurzen Belichtungszeiten (weil die Kamera selbst keine Bildstabilisierung bietet), eines mit einem Aufhellungsblitz bei Gegenlicht und die üblichen Verdächtigen, wie Landschaft, Portrait, Nacht usw. Interessant klingt das Programm „Tauchen“, womit allerdings nur Aquarium-Aufnahmen gemeint sind.

Mit einem Druck auf die (3D)-Taste kann jederzeit zwischen 3D- und 2D-Modus gewechselt werden. Eine zusätzliche 2D-Aufnahme zu einer 3D-Aufnahme muss nicht extra aufgenommen werden, da die 3D-Aufnahme aus zwei 2D-Aufnahmen besteht. Diese lassen sich mit der oben erwähnten Software aus der mpo-Datei extrahieren, ein einfaches Umbenennen in .jpg erfüllt diesen Zweck aber auch (nachdem das Original vorher gesichert wurde).

Weiter geht’s noch diese Woche mit Teil Zwei meines Berichts…

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3 Kommentare

  1. Andreas schrieb am
    Bewertung:

    Ich kann nur sagen, eine gute Kamera. Ich nutze sie selbst. Mir stellt sich die Frage, wie kann ich die gedrehten 3D Filme konvertieren, daß sie auf einem 3D Fernseher gezeigt werden können. Ich meine ich will die Filme an die Verwandschaft schicken, ohne den Fotoapparat mitzuschicken.

  2. Dirk Haase schrieb am
    Bewertung:

    Mal den StereoMovieMaker (http://stereo.jpn.org/ger/stvmkr/index.html) probieren. ;-)

  3. Steffen schrieb am
    Bewertung:

    Moin.

    Ich habe gestern mal diese Anleitung verfolgt: http://slakje.jvnet.nl/wp/?p=10

    Hat problemlos geklappt. Das Ergebnis ist eine AVCHD Disk, die sogar ein Menü. Die kannst du dann einfach an deine Verwandten senden. Oder du holst dir einfach aus dem generierten AVCHD/BDMV/STREAM Ordner die einzelnen, konvertierten Filme.

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