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Philips A5-PRO DJ-Kopfhörer im Test



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Zugeordnete Tags Philips | Kopfhörer | Produkttest
Bereiche

Bewertung
Referenz-Kopfhörer
5

 Pro

  • Top-Sound in fast allen Genres
  • Hochwertige, robuste Verarbeitung
  • Zahlreiche clevere Details
  • Kompaktes Transportmaß
  • Langes Audiokabel
  • Auswechselbare Polster

 Contra

  • Hohes Gewicht

Kopfhörer üben seit jeher eine eigen- und einzigartige Anziehungskraft auf mich aus. Wann immer ich ein schickes Paar im Angebot entdecke, sei es AKG, Bose oder Shure, fühle ich mich versucht, sofort zuzuschlagen. Irgendwann kurz vor dem „Bestellung abschließen“-Button klingelt dann meist mein Gewissen bei mir durch und sagt mir, dass ich 1. eigentlich schon ein Paar Kopfhörer besitze, die ich zu selten nutze, 2. Kopfhörer doch bitte nicht blind, oder in diesem Falle taub, kaufen sollte und ich 3. mit meinen fortgeschrittenen Klang-Anforderungen wohl ohnehin nur im hochpreisigen Bereich fündig werde.

Und eigentlich hat es ja Recht, mein Gewissen. Also breche ich die Bestellung ab und mache mich auf die Suche nach einem Kopfhörer der meine Ansprüche an den Sound erfüllen kann. Schließlich lande ich beim Philips A5-PRO, der zugegebenermaßen die Preis-Meßlatte mit derzeit 299,- Euro schon stattlich hoch anlegt. Dennoch entschließe ich mich, das Produkt der Kooperation von DJ Armin van Buuren und Philips auf Tiefen, Mitten und Höhen zu testen. Ultrarobuste Ausführung, hervorragende Geräuschisolierung und 50-Millimeter-Neodym-Treiber versprechen doch eigentlich nur Gutes.

Lieferumfang

Kopfhörer plus Klinkenadapter & Schutztasche

Bereits das Unboxing macht für meinen Geschmack ordentlich Eindruck: So ziehe ich den Gold-bedruckten schwarzen Karton aus der Umverpackung und finde darin gut gepolstert den äußerst stattlichen A5-PRO. Ein Blick aufs Datenblatt zeigt, dass der gewichtige Eindruck nicht täuscht, denn mit 476 Gramm ist der Philips-Kopfhörer schon ein wuchtiger Vertreter seiner Zunft.

Das Zubehör präsentiert sich zwar überschaubar, bietet aber durchaus mehr, als ich an der Stelle erwartet hätte. Denn neben dem Audiokabel mit goldener 3,5-Millimeter-Klinke entdecke ich auch noch einen 6,3-Millimeter-Klinkenadapter – ebenfalls in Gold, versteht sich – der bei Bedarf per Gewinde auf den 3,5er aufgeschraubt werden kann. Das macht ihn zwar einerseits bei Verlust schwerer ersetzbar und verhindert den Einsatz eines beliebigen Adapters am Kopfhörer. Andererseits kommt das dem hektischen DJ- und Studio-Einsatz entgegen, da der Adapter nicht so leicht verloren gehen kann, wenn er denn einmal aufgeschraubt ist.

Natürlich darf bei einem solchen High-End-Produkt der stylische Transportbeutel mit Branding-Aufschrift nicht fehlen und auch das übliche Begleitheft mit Infos zu Produkt und Zubehör liegt selbstverständlich bei.

Schon der Karton ...
... schindet Eindruck.
Kopfhörer & Zubehör im Überblick
Bis zu 4,7 Meter Kabel
Hochwertige & robuste Verarbeitung
Mit einem kleinen Dreh gegen den Uhrzeigersinn ...
... lassen sich sich die Polster einfach abnehmen.
Der Philip A5-PRO ...
... macht Eindruck auf ganzer Linie.
Schon der Karton ...
Design

Tadellos verarbeitet & hochfunktional

Bei näherer Betrachtung erweckt der A5-PRO den Eindruck, dass van Buuren und Philips sich wirklich bei jedem Detail Gedanken um die sinnvollste Umsetzung gemacht haben. Das beginnt schon bei der Verarbeitung, denn der Kopfhörerbügel aus Stahl und eloxiertem Aluminium wurde speziell für den ruppigeren Einsatz im Studio und auf der Bühne konzipiert. Auch die um 90 Grad drehbaren Ohrmuscheln tragen Ihrem Einsatzgebiet Rechnung, erlauben sie doch bequemes Monitoring beziehungsweise ein wachsames Ohr für die Umgebung on Stage.

Flexibel zeigt sich der Kopfhörer auch bei der Kabelreichweite. So punktet das 1,3 Meter lange Kabel mit einem aufgerollten Abschnitt, der die Kabellänge auf bis zu 4,7 Meter erweitert und dadurch jede Menge Bewegungsfreiheit an den Turntables garantiert. Das Audiokabel kann dabei wahlweise an der linken oder rechten Ohrmuschel angeschlossen werden, sodass das Kabel nie den Weg zu Mischpult, Notebook und Co. blockiert. Nur bei der Verbindung von Kabel und Ohrmuschel ist Aufmerksamkeit geboten: Die Klinke muss richtig einrasten, sonst hört man gar nichts. Dafür gibt es zwei Nasen am Klinkenstecker, die mit etwas Fingerspitzengefühl eingerastet werden, dann aber stabil und fest sitzen.

Für ansprechenden Tragekomfort bietet der A5-PRO drei verschiedene Polstertypen für die Ohrmuscheln. Die sind äußerst leicht mit einem Handdreh entgegen des Uhrzeigersinns zu lösen und somit spielend einfach ausgetauscht. Leider kommt der Philips-Kopfhörer ab Werk nur mit einem Paar Polster daher, sodass ich die Passform auch nur an diesem Paar testen konnte. Hierzu muss ich sagen: Beim ersten längeren Tragen spürte ich das Gewicht der Kopfhörer und den physischen Druck auf den Ohren schon deutlich. Nach zirka 30 Minuten hatte ich mich jedoch daran gewöhnt und die Kopfhörer waren kaum noch spürbar. Allerdings schmerzten meine Ohren beim Abnehmen des A5-PRO nach 2 Stunden etwas, ein gründliches Eintragen ist vor dem eigentlichen Dauereinsatz wohl unumgänglich.

Abschließend noch ein Wort zum Transport: Auch hier haben sich Philips und van Buuren ein paar Kniffe ausgeknobelt, um die Ohrmuscheln platzsparend in den Bügel hinein zu falten. Dazu wird jede Ohrmuschel einfach eingeklappt und um 90 Grad nach innen gedreht. Schon passen die Kopfhörer perfekt in den mitliegenden Transportbeutel und nehmen im DJ-Koffer oder auch Handgepäck angenehm wenig Platz weg.

Sound

Glasklarer Sound von 10 bis 24.000 Hertz

Kommen wir zum wichtigsten Aspekt eines Kopfhörers – dem Klang. Auf dem Papier liest sich der A5-PRO bereits sehr vielversprechend: 10 bis 24.000 Hertz, Impedanz von 20 Ohm, 50-Millimeter-Neodym-Treiber, 3.500 Milliwatt. Aber wie bewährt sich der Philips in verschiedenen Genres? Dazu wende ich mich auch den van-Buuren-untypischen Bereichen zu und führe mir Songs aus Jazz, Klassik, Soundtrack, Electronica, Pop und Metal in CD-Qualität zu Gemüte.

Jazz-Time mit Miles Davis und „Spanish Key“: Groovy, Miles macht mit dem A5-PRO richtig Laune. Dank hervorragender Abschirmung gegen Außengeräusche bin ich schon bei mittlerer Lautstärke mitten drin im Trompeten-, Sopransaxophon-, E-Piano- und Percussion-Mix. Trotz der Jahre, die die Aufnahme schon auf dem Buckel hat, klingt sie mit dem DJ-Kopfhörer wahrlich brillant, ausgewogen und mitreißend. Jeder Ton sitzt, jede Nuance ist deutlich wahrnehmbar – kurzum, der A5-PRO fühlt sich in diesem Genre unerwartet zuhause.

Klassik mit Mozarts „Dies Irae“: Wuchtige Chöre, schmetternde Blechbläser, treibende Streicherläufe, rastloser Pauken-Grund – all die Elemente der „Tage des Zorns“ aus Mozarts eigener Totenmesse gibt der Philips A5-PRO überraschend differenziert wieder. Vorrangig muss sich der Kopfhörer in diesem Genre im mittleren Frequenzbereich bewähren und das gelingt ihm ausnehmend gut.

Soundtrack mit Don Davis vs. Juno Reactor und „Burly Brawl“ („Matrix: Reloaded“): Hier kommt so Einiges auf den A5-PRO zu: Dissonantes Blech, hektische Streicher-Staccati, Orchester-Crescendi und aggressive Chor-Einwürfe liefern sich ein Duell mit der ganzen Drum-Palette von Bass bis Becken sowie Bass-lastigen Synthie-Sequenzen. Letztlich muss der Philips hier die gesamte Frequenz-Bandbreite stemmen und auch das gelingt ihm bestens. Der Mix gestaltet sich recht Bass-fokussiert, wodurch Schlagzeug und Synthies dominieren. Doch auch sämtliche Orchester-Elemente sind für sich und im Detail klar herauszuhören und sogar Effektspuren, die ich vorher noch nie in diesem Track wahrgenommen hatte, treten nun glasklar ans Tageslicht. Ich bin mehr als beeindruckt.

Armin_van_Buuren_on_stage_with_audience

Electronica mit Chicane und „Red Skies“: Ja, ich weiß, Chicane ist heute ein alter Hut. Dennoch war er für mich lange Zeit die Electronica- und Trance-Referenz, wenn es um klare und exakt getimte Synthie-Sequenzen und flächige Melodie-Arrangements ging, was ihn letztlich also zum perfekten Kandidaten für den Test eines DJ- und Studio-Kopfhörers macht. Und wie erwartet leistet sich der A5-PRO bei Chicanes „Red Skies“ keinerlei Patzer. Bass-Sequenz und Drums hämmern sich konsequent ihren Weg durch den Song, Effekt-Einwürfe, Synths und Hookline erhalten vom Philips-Klangprofi genügend Raum zur Entfaltung. Etwas mehr Wucht beim Bass hätte ich zwar bei solch einem Song erwartet, letztlich aber steht der ausgewogene Sound im Mittelpunkt.

Pop mit Silly und „Kopf an Kopf“: Was bei Trance funktioniert, muss auch beim radiotauglichen Pop gutgehen. So bewährt sich der Philips A5-PRO sowohl beim balladesken Anfangsteil des Silly-Songs als auch bei der E-Gitarren-lastigeren zweiten Hälfte. Je kraftvoller sich der Song präsentiert, desto mehr steigere ich die Lautstärke. Doch all das kratzt den Kopfhörer wenig. Selbst ganz nah an der Schmerzgrenze und kurz vor Maximallautstärke präsentiert sich mir ein ausgewogener Mix aus Bässen, Mitten und Höhen, die an keiner Stelle scheppern oder übersteuern – ein überragendes Ergebnis. Ich gebe zu, ich habe in dieser Lautstärke noch nie ein derart angenehmes Kopfhörer-Soundbild erlebt.

Metal mit Opeth, Karnivool & Co.: Endlich habe ich es gefunden, das Genre, mit dem der Philips-Kopfhörer nicht ganz so viel anfangen kann. Während der A5-PRO die aufwändiger produzierten Vertreter des Genres wie die jüngsten Scheiben von Opeth oder Eluveitie noch einigermaßen zurechtkommt, streicht er doch leicht die Segel, je dreckiger und garagenbandiger die Produktion daher kommt. So hat er zum Beispiel mit dem letzten Werk von Karnivool doch streckenweise seine liebe Not. Den Bass bringt er zwar ausdrucksstark rüber, aber die einzelnen Instrumente verschwimmen schnell ineinander und die Becken wirken im oberen Frequenzbereich deutlich abgeschnitten. Hier merkt man dem DJ-Liebling genau an, dass er nicht für diesen Bereich konzipiert wurde, denn er offenbart mehr, als dem Hörgenuss gut tut.

Armin van Buuren ...
... mit dem Philips A5-PRO ...
... live on Stage.
Armin van Buuren ...
Fazit

Eine wahre Kopfhörer-Referenz

Am A5-PRO gibt es äußerst wenig auszusetzen, denn Philips und Armin van Buuren haben bei diesem Kopfhörer alles richtig gemacht und liefern einen Sound-Profi für Bühne, Studio oder auch den (gehobenen) Heimgebrauch ab. Der Klang ist auf absolutem Top-Niveau und begeistert über das gesamte Frequenz- und Lautstärke-Spektrum hinweg. Dabei liegen dem A5-PRO Electro, Pop und Jazz am besten.

Dank hervorragender Geräuschisolierung bewährt sich der Philips-Klangkünstler dabei sowohl beim Chill-out zuhause als auch beim Einsatz auf dem Dancefloor. Angst um Verschleiß muss sich hier selbst bei intensiver Nutzung keiner machen, denn auch die Verarbeitung ist ausgenommen hochklassig. Allerdings muss ich zugeben, dass ich das stattliche Gewicht des DJ-Kopfhörers anfänglich als etwas gewöhnungsbedürftig und nicht uneingeschränkt angenehm empfand.

Sei’s drum, die Gewöhnung setzte dann doch recht schnell ein und so konnte ich einen Kopfhörer mit Referenz-Potenzial genießen. Wer in richtig guten Klang investieren möchte oder eben einen idealen Begleiter on Stage oder hinterm Mischpult braucht, findet im Philips A5-PRO genau sein Elixier. Der stattliche Preis von derzeit 299,- Euro schreckt mich ehrlich gesagt nach dem Test deutlich weniger ab als zuvor. Jetzt muss ich mein Gewissen nur noch davon überzeugen, dass der Trend ja ohnehin zum Zweitkopfhörer geht.

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1 Kommentar

  1. Rudi Rocker schrieb am
    Bewertung:

    Mag sein, dass Philips ganz gute Entwicklungen auf den Markt bringt. Leider ist vom Service bei Philips nichts positives zu berichten. Außerdem gibt es viele Berichte über eingebaute Fehler (Obsoleszenz) , die dafür sorgen, dass die Produkte schon kurz nach der Garantiezeit defekt sind. Mit dieser Strategie ist Philips nicht allein.
    Ich habe die Marke Philips rigoros von meinem Einkaufszettel gestrichen.

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