Tests

PDA vs. Moleskine



1
Bereiche

Oder: Wie man Äpfel mit Birnen vergleicht
image
Foto: Paul Watson

Ich habe mich schon oft über mein PDA geärgert: Die ganzen Multimedia-Features sind eine tolle Sache, aber zum wirklichen Schreiben taugen die Touch Screens der Dinger nur bedingt. Zum Glück hat die italienische Firma Modo & Modo eine analoge Alternative, quasi den „Personal Analog Assistant“, auf den Markt geworfen, nämlich ihre Moleskines, die es in verschiedenen Modellen gibt.
Mein Testgerät war die einfachste, kleine Ausführung, ganz ohne Software, „Plain“ im Fachjargon.

Lieferumfang

  • das eigentliche Gerät
  • Anleitung
  • neun Miniaufkleber

    Das war es auch schon, keine Treiber-CD, kein USB-Kabel zum automatisierten Datenabgleich und nicht mal ein Akkuladegerät liegen bei, fast schon Abzocke. Auch wird der benötigte Stylus Stift 1.0 nicht mitgeliefert.

    Installation
    Hier kann das Moleskine wieder toppen. Auspacken und fertig. – Damit punktet es ganz klar vor den digitalen Organizern.

    Ausstattung
    Das Gehäuse aus Kunstleder macht einen stabilen Eindruck. Das Display ist gestochen scharf, verzichtet jedoch auf eine Hintergrundbeleuchtung. WLAN und Bluetooth und Telefonfunktion fehlen ebenso. Und genau wie das iPhone wird auch beim Moleskine auf GPS und UMTS verzichtet, was ich persönlich aber nicht vermisse. Durch die Einsparung all dieser Gimmicks ist die Akkulaufzeit aber nicht zu toppen. Der Lesezugriff ist jederzeit möglich, einzig der Schreibzugriff wird durch das Vorhandensein eines geladenen Stiftes 1.0 limitiert.

    Die Software-Ausstattung meiner „Plain“-Version ist rudimentär. Den User begrüßt ein strahlend weißer Hintergrund, der einfach per Stift 1.0 beschrieben werden kann. Software kann folglich einfach hineingeschrieben und To-Do-Listen, Kalender oder Adressbuch können so vom Benutzer nach Wunsch gestaltet werden. Wer keine Lust hat, selber zu Coden, kann auch vorgefertigte Varianten für Kalender oder gar kreative Bild- bzw. Musik-Kunstwerke kaufen. Andere Multimedia-Funktionen können leider nicht implentiert werden, das Abspielen von Musik ist leider gar nicht möglich und Videos können nur als Daumenkino abgespielt werden.

    Speicherplatz & Datensicherheit
    Meine Minivariante wird mit 192 Pages geliefert, die tatsächliche Speichergröße richtet sich nach dem Schriftgrad des Anwenders. Auf der Rückseite bietet das Moleskine (anders als das iPhone) einen Massenspeicher-Slot, in dem jede Menge Zeug verstaut werden kann. Die Sicherheit der Daten wird durch einen mechanischen Verschluss des Datenträgers gewährleistet.

    Texteingabe
    Und was ist nun mit der Texteingabe? – Der Grund für einen analogen Organizer sollte doch die bessere Bedienbarkeit sein! Vollkommen richtig, die Handschrifterkennung funktioniert einwandfrei und wird auch mit der schlimmsten Sauklaue fertig. Darüber hinaus ist die Eingabe von Texten hier so einfach, dass schon Siebenjährige gute Erfolge damit erzielen können. Auf das mühselige Erlernen einer neuen Schrift kann genauso verzichtet werden wie das nervige Tippen auf einer Bildschirmtastatur.

    Fazit
    Leider ersetzt das Moleskine kein Telefon. Doch für alle, die auf zuviel Multimedia verzichten können, aber auf einfache und schnelle Texteingabe Wert legen, ist das Moleskine der perfekte Begleiter. Denn es glänzt mit einer absolut flexiblen Bedienoberfläche, langer Akkulaufzeit – und mit einem Preis ab 10 Euro ist es auch noch erschwinglich.

    RSS-Feed

    Werde Autor!

    Dieser Beitrag wurde von veröffentlicht.
    hat bereits 14 Artikel geschrieben.
    Sei auch dabei: Werde jetzt Autor und teile dein Wissen!

  • 1 Kommentar

    1. SODL schrieb am
      Bewertung:

      Herrlicher Test. Danke dafür. Bin mit meinem Moleskine-PDA auch sehr zufrieden. :-)

    Kommentieren

    Schreibe einen Kommentar zu SODL Antworten abbrechen

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    *

    *

    Ähnliche Beiträge

    Kann HUAWEI auch Notebooks? Das MateBook D 14 im Test

    Tests

    20.05.2020

     | André Nimtz

    Es ist noch gar nicht so lange her, da warf ein Notebook-Hersteller nach dem anderen das Handtuch. Am beachtlichsten war für mich das Verschwinden der VAIO-Notebooks, die eigentlich schon damals recht nah an den bis heute noch vorherrschenden... mehr +

    Ergonomische Tastatur im Test: Logitech Ergo K860

    Tests

    15.05.2020

     | Sarah Park

    Ausreichend Abstand zum Bildschirm, ein bequemer Bürostuhl, schnelles Internet, helles Tageslicht, der Kaffeevollautomat und so weiter – es gibt viele Faktoren, die ein optimal ausgestattetes stationäres Büro ausmachen. In aktuellen Zeiten sind... mehr +