Tests

Oppo Reno2 vs. Reno2 Z - Kräftemessen der Smartphone-Neulinge



Zugeordnete Tags Smartphone | Android | Produkttest
Bereiche

Bewertung
Zweimal Mittelklasse, einmal ziemlich gut
4

 Pro

  • Beide: tolles Design
  • Beide: gutes Display
  • Beide: ordentliche Alltagsleistung
  • Reno2: gute Kameraleistung
  • Reno2: lange Akku-Ausdauer

 Contra

  • Beide: kein aktuelles Android
  • Reno2 Z: schrecklich viel Bloatware
  • Reno2 Z: durchschnittliche Kameraleistung
  • Reno2 Z: höherer Akkuverbrauch

Vor sechs oder sieben Jahren habe ich noch geschmunzelt, als Huawei versuchte, sich in den Smartphone-Markt einzumischen. Apple und Samsung waren damals die Platzhirsche. Daneben gab es nichts. Oder zumindest nichts Relevantes. Die folgenden Jahre sollten zeigen, dass man nie die Außenseiter unterschätzen sollte. Huawei stürmte unter die Top-3-Hersteller und auch andere wie Xiaomi oder OnePlus hinterließen deutliche Duftmarken im Android-Markt.

Das hat mich vor allem eines gelehrt: Wenn ein „neuer“ Hersteller wie gerade jetzt Oppo mit durchaus respektablen Smartphones auf den europäischen Markt drängt, dann sollte man die Neulinge ernst nehmen. Sie bringen meist nicht nur viel Technik ins Mid-Price-Segment, sie mausern sich mit der Zeit zur ernsthaften Konkurrenz bis hoch in den Premium-Bereich. Ob Oppo das in Deutschland schaffen wird, muss die Zeit zeigen. Mit den beiden Mittelklasse-Smartphones Reno2 und Reno2 Z will Oppo aber schon einmal ein ordentliches Wörtchen mitreden. Ich lasse die beiden China-Androiden gegeneinander antreten und versuche zu klären, ob das gut 450 Euro teure Reno2 oder das 130 Euro günstigere Reno2 Z die bessere Wahl ist. Ein etwas unfairer Vergleich, zugegeben. Aber manchmal überraschen ja die Underdogs unter den Underdogs.

Design

Schickes Smartphone-Design in zeitgemäßen Farben

Oppo Reno2: Anschlüsse
Oppo Reno2: Lautstärkewippe
Oppo Reno2: Power-Button & SIM-Slot
Das Reno2 punktet mit sehr ansprechendem Design.
Außerdem liegt das Reno2 auch sehr gut in der Hand.
Oppo Reno2 Z: Anschlüsse
Oppo Reno2 Z: Lautstärkewippe
Oppo Reno2 Z: Power-Button & SIM-Slot
Oppo Reno2 Z: Hier verbirgt sich die Selfie-Cam.
Das Reno2 Z ist dem Reno2 im Design ziemlich ähnlich.
Oppo Reno2: Anschlüsse

Da ich beide Modelle als Hersteller-Samples erhalten habe, kann ich euch nicht viel zum Unboxing verraten. Die Reno-Smartphones von Oppo kamen ohne jedes Zubehörs zu mir. Stattdessen widme ich mich gleich dem Design der beiden Kontrahenten. Das Reno2 darf ich in der Ocean-Blue-Variante in Augenschein nehmen, das Reno2 Z kommt in puristischem Sky White. Beide Smartphones setzen auf eine Kombi aus Gorilla Glass für Vorder- und Rückseite sowie Aluminium für den Rahmen. Das hinterlässt einen durchweg hochwertigen Eindruck, wobei allerdings das teurere Reno2 den Übergang von Kante zum Display wesentlich flüssiger und ohne harte Kante hinbekommt.

Anschluss-technisch sind beide Smartphones auf Augenhöhe: Oben finde ich die ausfahrbare Frontkamera, die dem Display die Notch erspart. Rechts hat Oppo den SIM-Slot und den Power-Button verbaut, während die Lautstärketasten etwas oberhalb der Mitte auf der anderen Seite der Smartphones warten. Erreichbar sind die Buttons bei beiden Modellen gut, auch Mehrtastenkombis zum Beispiel bei Screenshots klappen sehr angenehm. An der Unterseite komplettieren dann noch Klinke, USB-C und der Lautsprecher das Bild.

Bleibt noch das eigentliche Design. Und hier muss man beiden Smartphones Sinn für Ästhetik zugestehen. Das Reno2 ist komplett in Blau gehalten und schimmert rückseitig je nach Lichteinfall. In der Mitte der Rückseite finde ich der Länge nach einen Kontraststreifen mit dem Schriftzug „Oppo“ und „Designed for Reno“. Darüber kommt ein kleiner, funktionsloser, türkis umrahmter Hubbel, an den das Kamera-Quartett anschließt. Die Kameras treten dabei nicht erhaben aus dem Smartphone hervor (Stichwort Herdplatte bzw. Kamerabuckel), wodurch der Hubbel wohl am ehesten die Funktion des Abstandshalters haben könnte, wenn das Smartphone auf dem Tisch liegt. Alles in allem sieht das Reno2 aber äußerst schick und ansprechend aus.

Und da geht das günstigere Reno2 Z wenig andere Wege. Hier hebt sich nur die Alukante in Silber noch einmal von der weißen Rückseite ab. Ansonsten ist alles sehr ähnlich. Allerdings tauscht eine der Kameras die Position mit dem Hubbel, sodass die Anordnung leicht variiert. Und ich kann erkennen, dass das Rückseiten-Design von zahlreichen Längsstreifen durchzogen ist. So weit, so ähnlich.

Im direkten Vergleich finde ich persönlich das Reno2 in dieser Kategorie ansprechender, dennoch sind beide Smartphones hier ihr Geld absolut wert. 1:1.

Display

AMOLED-Display mit integriertem Fingerabdrucksensor

Beide Oppo-Smartphones ...
... bieten ein überzeugendes Display.
Beide Oppo-Smartphones ...

Display-technisch präsentieren sich die beiden Oppo-Smartphones wieder auf Augenhöhe – zumindest, was die Datenblätter angeht. Beide Renos haben einen AMOLED-Screen mit 6,5 Zoll Diagonale im Gepäck, der mit 1.080 mal 2.400 (Reno2) beziehungsweise 1.080 mal 2.340 Pixeln (Reno2 Z) auflöst. Damit sind beide absolut vorzeigbar aufgestellt was die Bildschärfe und die Farben angeht. Die Schwarzwerte können durchaus als solche verzeichnet werden, was wiederum einem hohen maximalen Kontrast zugutekommt. Auch bei der Blickwinkelstabilität kann ich bei beiden nicht meckern. Dennoch gibt es deutliche Unterschiede.

Unterschied #1 – die maximale Display-Helligkeit: Liest man einmal quer durch andere Tests, so scheint das Oppo Reno2 das hellere und outdoor-tauglichere Panel zu haben. Das bestätigt sich auch in meinem Test, wenngleich das teurere Modell die Nase nur knapp vorn hat. Mit den gleichen Einstellungen und maximaler Display-Helligkeit bleibt das Display des Reno2 Z nur geringfügig dunkler als das des Reno2.

Unterschied #2 – die Position des Fingerabdrucksensors: Beide Oppos haben den Sensor im Display verbaut und bei beiden klappt sowohl die Einrichtung als auch der Log-in absolut reibungslos. Allerdings sitzen die Sensoren unterschiedlich tief. Beim Reno2 ist der Sensor ein kleines Müh näher am unteren Rand platziert und damit ziemlich schwer mit einer natürlichen Fingerhaltung zu erreichen. Der Sensor des Reno2 Z sitzt dagegen ein wenig höher und dadurch in angenehmerer Reichweite.

Summa summarum holen beide Smartphones hier einen Punkt. 2:2.

Hardware

Gute Leistung für den Alltag

Reno2 im PCMark for Android
Reno2 im AnTuTu & Geekbench
Reno2 Z im PCMark for Android
Reno2 Z im AnTuTu inklusive Grafikfehler
Im AnTuTu schneidet das Reno2 besser ab.
Das PCMark for Android gewinnt das Reno2 Z.
Im Geekbench hat das Reno2 erneut die Nase vorn.
Reno2 im PCMark for Android

Kommen wir zur Hardware der beiden China-Smartphones und werfen zunächst einen Blick auf die Kern-Komponenten. Das Oppo Reno2 kommt mit:

  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 730G
  • Grafik: Qualcomm Adreno 618
  • Arbeitsspeicher: 8 Gigabyte
  • Speicher: 256 Gigabyte

Das Reno2 Z bringt hingegen folgende Hardware mit:

  • Prozessor: MediaTek Helio P90
  • Grafik: PowerVR GM9446
  • Arbeitsspeicher: 8 Gigabyte
  • Speicher: 128 Gigabyte

Schon anhand der Daten könnte man annehmen, dass das Reno2 mehr Leistung in den Smartphone-Alltag bringt. Auch der Speicher fällt beim teureren Reno üppiger aus, wodurch sich der Preisunterschied ein stückweit erklärt. Aber was leisten die beiden Smartphones denn nun wirklich? Schauen wir zunächst auf die Benchmarks.

Ich habe beide wie gewohnt durch AnTuTu, PCMark for Android und GeekBench 5 gescheucht und eines kann ich vorwegnehmen: Sie schneiden beide teilweise deutlich besser ab als das zuletzt getestete Samsung Galaxy A51. Doch auch untereinander scheint sich ein klarer Sieger abzuzeichnen. Im AnTuTu kommt das Reno2 im Endergebnis ein ganzes Stück besser weg und das Reno2 Z kann Teile des Benchmarks noch nicht einmal korrekt darstellen. Beim PCMark for Android allerdings hat wieder das Reno2 Z deutlich die Nase vorn, um beim Geekbench wieder deutlich hinter dem teureren Bruder zu liegen beziehungsweise im Compute-Test gar nicht erst zu einem Wert zu kommen. Letzten Endes hat das Reno2 leicht die Nase vorn.

In der Praxis zeichnet sich ein ganz ähnliches Ergebnis ab. Keines der beiden Smartphones performt schlecht und keinem der beiden sind Ruckler oder Lags bei alltäglichen Anwendungen wie Browsing, Streaming oder Office anzumerken. Beim Gaming – mit dem üblichen Verdächtigen „Asphalt 9: Legends“ – vermeine ich aber, beim Reno2 Z einige Ruckler mehr und ein weniger flüssiges Gameplay zu verzeichnen. Unspielbar wird das Game dadurch zwar nicht, aber wer auf möglichst reibungsloses Zocken wert legt, der sollte wahrscheinlich doch eher zum Reno2 greifen. Alles in allem holt das hiermit einen Punkt und baut seinen Vorsprung auf 3:2 aus.

Software

Software-Grundausstattung: einmal gut, einmal Irrsinn

Reno2: Wenig Bloatware im Android
Reno2 Z: Die Bloatware-Fülle ist eine Zumutung.
Reno2: Wenig Bloatware im Android

Wer Hardware sagt, muss auch Software sagen. Beide Oppos setzen – wenig überraschend – auf das Android-Betriebssystem und bügeln – ebenso wenig überraschend – ein eigenes UI drüber. Sowohl das Reno2 als auch das Reno2 Z werkeln Stand Mitte April mit Android in Version 9 und das ColorOS in Version 6.1. Schade, dass die beiden Mittelklasse-Smartphones nicht gleich das aktuellste Google-OS verpasst bekommen haben. Immerhin sieht das Oppo-UI ganz annehmbar aus. Es ist nicht zu bunt und kindisch, dabei relativ modern und bringt die meisten gelernten Standards mit.

Beide Smartphones haben natürlich auch einen intelligenten Assistenten an Bord, den ich mit einem Wisch nach rechts vom Startscreen aus erreiche. Aber erst muss ich dem Assistenten ein halbes Dutzend Zugriffsrechte gewähren – inklusive Nägelschneiden bei Vollmond und PET-Scans der Hypothalamusregion. Aber im Ernst, es ist erschreckend, was man einer App erlauben muss, damit man sie nutzen kann. Und übermäßig intelligent erscheint mir die Sammlung aus Widgets für Schritte, Wetter, Kalender und Co. dabei auch noch nicht einmal.

Aber kommen wir zum wirklichen Unterscheidungsmerkmal: Eines der beiden Oppo-Smartphones ist eine wahre Bloatware-Seuche. And the winner is: Das Oppo Reno2 Z. Was ich hier an zusätzlichen Apps ab Werk reingedrückt bekomme, tut wirklich schon weh. Während das Reno2 mit der Google-Grundausstattung, ein paar Werkzeugen und eigenen Musik-, Gaming- und Party-Apps am Start ist, komme ich beim Reno2 Z gar nicht aus dem Zählen heraus. Das ist die Play-Store-Alternative App Market (in Chinesisch), iQIYI (die was auch immer macht), ein Hot-Apps-Folder (der nichts als Shortcuts zu empfohlenen Apps bietet), ein Hot-Games-Ordner (der wieder so eine Art chinesischer Play Store für Spiele ist), die Shopping-Schmette Vova und noch eine ganze Menge – sorry – Gerümpel mehr. Und das blödeste: Man kann noch nicht einmal alles davon deinstallieren. Vielleicht erkauft man sich das ja mit dem geringen Preis, aber aus meine Sicht ist das grauenhaft. Sorry, Reno2 Z, das war ’ne Luftnummer. 4:2 für das Reno2.

Kamera

Zu viele Linsen ergeben nur Brei?

Die Rückkameras der beiden Konkurrenten.
Die beiden Selfie-Cams
Beim Reno2 stecken mehr optische Brennweiten drin.
Der Ausfahrmechanismus des Reno2 ist futuristisch.
Nicht ganz so aufsehenerregend: Selfie-Cam beim Reno2 Z
4 Kameras beim Reno2 Z, aber zwei supporten nur.
Die Rückkameras der beiden Konkurrenten.

Bei den Kameras scheinen sich Reno2 und Reno2 Z ziemlich ähnlich zu sein. 4 Linsen prangen auf der Rückseite, eine Selfie-Cam wird bei Bedarf oben aus dem Smartphone ausgefahren. Die Bauweise der Ausfahr-Kamera erscheint beim Reno2 ein wenig futuristischer und für meinen Geschmack ansprechender, aber das Prinzip ist das Gleiche. Jetzt fragt sich aber: Sind die Kameras identisch? Schauen wir auf die technischen Daten.

Kameras des Oppo Reno2:

  • 48 Megapixel, f/1.7, 26mm, 1/2.0″ Sensor
  • 13 Megapixel, f/2.4, 53mm, 1/3.4″ Sensor
  • 8 Megapixel, f/2.2, 13mm, 1/3.2″ Sensor
  • 2 Megapixel B/W, f/2.4, 1/5.0″ Sensor
  • 16 Megapixel Frontkamera, f/2.0, 26mm, 1/3.1″ Sensor

Kameras des Oppo Reno2 Z:

  • 48 Megapixel, f/1.7, 26mm, 1/2.0″ Sensor
  • 8 Megapixel, f/2.2, 13mm, 1/4.0″ Sensor
  • 2 Megapixel B/W, f/2.4, 1/5.0″ Sensor
  • 2 Megapixel Tiefenkamera, f/2.4
  • 16 Megapixel Frontkamera, f/2.0, 26mm, 1/3.1″ Sensor

Selfie-Cam und die 48-Megapixel-Linse sind technisch (fast) identisch. Auch der Ultraweitwinkel ist ähnlich, trifft aber beim Reno2 auf einen größeren Sensor. Während das teurere Oppo aber noch eine eigenständige Tele-Linse mehr hat, beginnen beim Reno2 Z hier schon die Support-Linsen, die für Schwarz/Weiß und Tiefen zuständig sind. Software-seitig gibt es nur wenige Unterschiede, ein Raw-Modus fehlt. Welches Konzept überzeugt also mehr?

Fotos #1: Standards

Standard-Fotos mit der Hauptkamera

Beim Reno2 gefallen mir die Farben und Kontraste ...
... ein wenig besser als beim Reno2 Z.
Auch hier stellt das Reno2 ...
... die Farben satter dar als das Reno2 Z.
In manchen Szenarien sind die Unterschiede ...
... zwischen den beiden Cams marginal.
Beim Reno2 gefallen mir die Farben und Kontraste ...

Gute Lichtverhältnisse garantieren ja meist gute Bilder. Daher habe ich zunächst Aufnahmen mit der Hauptkamera und ohne Zoom gemacht. Beim Reno2 Z kommen dabei gefällige Aufnahmen heraus, die farblich zuweilen ein wenig blass wirken. Die Schärfe geht im Großen und Ganzen in Ordnung, allerdings gibt es in den Details nicht mehr viel zu erkennen. Auch in den Ecken verwaschen die Bilder gern einmal und die Schärfe geht verloren. Noch eine Ecke Dramatischer wird’s bei Gegenlicht. Da fehlt es eindeutig an Sättigung und die Details verschwimmen zum Aquarell.

Das Reno2 schneidet hier besser ab. Alle Aufnahmen bei guten Lichtverhältnissen konnten mit einer höheren und gleichmäßigeren Detailschärfe überzeugen. Auch Farben und Kontraste kamen besser zur Geltung – selbst bei Gegenlicht. Hier hat das Reno2 die Nase deutlich vorn.

Fotos #2: Weitwinkel

Was kann der Ultraweitwinkel?

Reno2: sattere Farben, mehr Details
Reno2 Z: Im Detail wird's schneller unscharf.
Reno2: Hier hat die Automatik nicht richtig getroffen.
Reno2 Z: Das Ergebnis wirkt ausgewogener.
Reno2: sattere Farben, mehr Details

Ultraweitwinkel-Fotos sind nicht der Freund des Mittelklasse-Smartphones. Das beweisen auch die beiden Oppos, denn die Ergebnisse haben mich bei beiden nicht vom Hocker gehauen. Den Kürzeren zieht abermals das Oppo Reno2 Z. Noch mehr Bildinformation, noch mehr Dynamik, vielleicht noch Verzeichniskorrekturen – und das alles in ein Bild gepackt? Da kommt hier leider nichts Bildschirmtaugliches dabei raus. Die Farben und Kontraste fallen zwar angenehmer aus, aber von Bildschärfe ist keine Spur mehr. Schattige Bereiche werden zudem ziemlich zerrauscht.

Das Reno2 kommt ein Müh besser weg, denn im Detail wird noch etwas mehr Feinarbeit geleistet und es bleiben mehr Bildinhalte sichtbar. Richtig scharf oder rauschfrei wird es aber auch hier nicht. Daher die Devise: Nicht so weit ranzommen in die Bilddetails, dann geht’s.

Fotos #3: Zoom

Zoom or no Zoom?

Reno2: 2-facher Zoom bringt sattere Farben und bessere Details
Reno2 Z: Bei Sättigung und Schärfe hapert's.
Reno2: Auch bei 5-fach deutlich besser
Reno2 Z: Bei 5-fach okay, aber nicht auf Höhe des Reno2
Reno2: Hier merkt man die Schärfe der Tele-Linse
Reno2 Z: Die Software hingegen schneidet matschig ab.
Reno2: 2-facher Zoom bringt sattere Farben und bessere Details

Wie man an den technischen Daten bereits sieht, kann nur das Reno2 optisch näher ran ans Motiv. Schließlich gibt es hier eine eigene Linse dafür. Da verwundert es nicht, dass das Reno2 hier auch die besseren Ergebnisse abliefert. „Gezoomt“ habe ich auf beiden Smartphones in den Stufen 2x und 5x – also keine Zwischenwerte. Während das Reno2 Z schon auf dem Smartphone-Screen deutliche Defizite beim „Zoomen“ zeigte, liefert das Reno2 sogar Bilder, die auf den Notebook-Monitor noch mit sehr gelungener Detailschärfe über die Zoomstufen hinweg überzeugen kann. Die Bilder sind durchaus brauchbar, das hätte ich so nicht erwartet. Klarer Sieg für das teurere Oppo-Smartphone.

Fotos #4: Makros

Makro-Knipserei

Bei den Makroaufnahmen ...
... können beide Smartphones punkten.
Machmal kommt das Reno2 bei der Schärfe ...
... sichtbar besser weg als das Reno2 Z.
Allerdings hat das Reno2 dieses Motiv partout nicht geschafft.
Das Reno2 Z hatte damit keinerlei Probleme.
Bei den Makroaufnahmen ...

Um Makros aufzunehmen, muss ich mit dem Smartphone nur nah genug an das Motiv ran und dann fokussieren. Dann switcht die Software in den Makromodus um und erledigt den Rest. Im Hinblick auf Schärfe und Details kommen beide Oppo-Smartphones hier sehr gut zurecht, wenngleich ich dem Reno2 einen leichten Vorsprung bei Kontrasten und Schärfe zurechnen würde. Doch dann ist da noch der Totalausfall beim großen Reno, verursacht durch ein Buschwindröschen in der Sonne. Die Software hat Makro erkannt, stellt sich scharf, justiert die Verschlusszeit und scheitert dann trotz guter Vorschau auf dem Display am Auslöser. Sobald ich abdrücke „pumpt“ der Autofokus, verliert das Motiv und stellt unscharf. Klack. Foto. Müll. Hier hat sich das Reno2 einen echt hässlichen Patzer geleistet, der auch nach 20 Versuchen nicht wegging. Damit Makro-Vorteil für das Reno2 Z.

Fotos #5: Diverses

Vom Nachtmodus über Videos bis Selfies

Nachtmodus im Reno2: Nicht perfekt, aber okay.
Nachtmodus Reno2 Z: Lieber nicht.
Reno2: Nachtmodus mit 5-fach-Zoom nimmt man nicht mal zum Spielen.
Reno2 Z: Nachtmodus 5-fach ist ein Witz.
Nachtmodus im Reno2: Nicht perfekt, aber okay.

Im reinen Low-Light-Betrieb finde ich beide Smartphones noch nicht einmal schlecht. Sie bügeln das gröbste Rauschen gut weg und liefern immerhin passable Bilder. Der in letzter Zeit aber immer populärer werdende Nachtmodus ist für meinen Geschmack eine Katastrophe. Schon mit der Hauptknipse schaffen weder Reno2 noch Reno2 Z annähernd brauchbare Bilder, wie sie mein Huawei P20 Pro hinbekommt. Bei zweifachem und fünffachem Zoom geht das alles dann in selbst auf dem Smartphone-Screen indiskutablen Matsch über. Immerhin kommt auch hier das Reno2 besser weg als das Reno2 Z.

Daneben können beide Smartphones ganz annehmbare Videos bis 4K und 60fps, wobei auch hier das Reno2 wieder mit den besseren Einstellungen daher kommt. Und dann ist da ja auch noch die Selfie-Cam, die für mich eigentlich nur deshalb erwähnenswert ist, weil das Ausfahren der Kamera immer wieder ein neckisches Feature darstellt. Optisch gehen die Selfies bei gutem Licht absolut in Ordnung, bei schlechteren Verhältnissen sind sie immerhin noch okay. Summa summarum kann das Oppo Reno2 Z aber nicht gegen das Reno2 anstinken, wenn es um die Kamera-Qualität geht. Damit geht auch der Punkt ans Reno2 und es steht 5:2.

Akku

Unterschiedliche Ausdauer trotz gleicher Akkus

Die Akku-Ausdauer im Vergleich
Die Akku-Ausdauer im Vergleich

Im letzten Vergleich soll es um die Akkulaufzeit gehen. Beide Oppo-Smartphones haben einen 4.000-Milliamperestunden-Akku im Gepäck, dennoch arbeiten beide unterschiedlich effizient mit ihren Ressourcen. Das PCMark-Benchmark bescheinigt dem Oppo Reno2 Z eine Laufzeit von 11 Stunden und 23 Minuten. Einen ähnlichen Wert erreiche ich tatsächlich bei der alltäglichen Nutzung mit YouTube, Chrome, Gaming und Co. Hingegen schafft es das Reno2 laut PCMark auf 14 Stunden und 53 Minuten, im Alltagstest konnte ich sogar noch eine Stunde drauf packen. Knapp 16 Stunden sind schon eine klare Ansage.

Und wie schnell laden die Kontrahenten? Hier muss ich zunächst dazusagen, dass ich kein Ladegerät im Zubehör hatte und damit auch keine Schnelllade-Optionen etc. beurteilen kann. Ich habe mein Huawei-Ladegerät angeschlossen und kam zu diesem Ergebnis: Das Reno2 Z ist nach gut 2 Stunden und 20 Minuten wieder auf 100 Prozent, das Reno2 brauchte ca. 30 Minuten länger. So gesehen stellt sich dann hier die Frage, ob ihr mehr auf Ausdauer oder schnelleres Komplettladen Wert legt. Für mich zählt Ersteres, demnach bekommt das Reno2 den letzten Punkt und erhöht auf 6:2.

Fazit

Reno2 als klarer Sieger

Die schicken beiden Smartphones im Vergleich
Die Ecken und Kanten geben sich handschmeichelnd.
Ein Blick auf die beiden Selfie-Cams
Anschluss-technisch ziemlich gleich
Auch die Lautstärkewippe ist gleich.
Ähnliches Kamerafeld mit unterschiedlicher Linsen-Anordnung
Ein Design, das man wiedererkennt
Die schicken beiden Smartphones im Vergleich

Kommen wir zum Fazit. Oppo hat mit dem Reno2 und dem Reno2 Z zwei interessante Smartphones auf den europäischen Markt geschickt, die versuchen State-of-the-Art-Technik ins Budget-Segment zu drücken. Zwischen den beiden Modellen liegen nur gut 130 Euro, aber die machen wirklich den Unterschied. Ich will jetzt auch das Oppo Reno2 Z nicht als schlechtes Smartphone dastehen lassen, aber es kann sich gegen den etwas teureren Bruder nur schwer behaupten. Bei Design und Verarbeitung können beide punkten, auch das Display überzeugt bei den beiden Oppos. Bei der Leistung zieht das Reno2 allerdings davon, wenngleich auch das Reno2 Z noch besser dasteht als zum Beispiel das Samsung Galaxy A51.

Bei Software, Kameras und Akku kann das Reno2 Z dann absolut nicht mehr mithalten und verliert damit das Duell gegen das Reno2. So muss ich dann doch sagen: Wenn Oppo für euch eine Option ist, legt lieber die 130 Euro mehr auf den Tisch. Ihr erhaltet die bessere Kameraleistung und das ausdauerndere Smartphone. Das Oppo Reno2 Z bleibt die Budget-Variante, bei der die technischen Kompromisse leider doch hier und da deutlich zu spüren oder auch zu sehen sind. Ergänzend zu Samsung, Xiaomi und Co. sind die beiden aber dennoch einen Blick wert.

RSS-Feed

Werde Autor!

Dieser Beitrag wurde von veröffentlicht.
hat bereits 97 Artikel geschrieben.
Sei auch dabei: Werde jetzt Autor und teile dein Wissen!

Kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

Ähnliche Beiträge

Richtig teuer = richtig gut? Das Oppo Find X2 Pro im Test

Tests

24.07.2020

 | André Nimtz

 | 3

Wer sich Smartphones auch (oder vielleicht sogar wegen) der Kamera-Ausstattung kauft, dem dürfte DXOMark ein Begriff sein. Der Hersteller, der es hier auf eine der ersten Positionen im Ranking schafft, kann mit Fug und Recht behaupten, eine... mehr +

Nokia-Smartphones mit Android One im Test: Nokia 3.2 (2019) & Nokia 4.2 (2019)

Tests

22.07.2019

 | Mario Petzold

 | 1

Nokia besinnt sich mit seinen neuen Smartphones auf alte Tugenden der finnischen Marke: Raffiniertes skandinavisches Design, Leistung und Sicherheit – und das für jedermann. Deswegen sind 2019 auch viele neue Smartphones in verschiedenen... mehr +