Tests

O Sonos mio: Die neue Playbar Sonos Beam im Soundcheck



Zugeordnete Tags Lautsprecher | Produkttest | Test
Bereiche

Bewertung
Top-Sound fürs TV-Programm
4

 Pro

  • Schickes Design
  • Einfache Einrichtung
  • Toller Sound fürs TV-Programm
  • Weitestgehend Top-Sound bei Musik
  • Zahlreiche smarte Funktionen
  • Umfangreiches Zubehör im Karton

 Contra

  • Mehrere Sekunden Versatz beim Einschalten des Fernsehers
  • Sound kippt bei hohen Lautstärken zugunsten der Mitten
  • Sprachsteuerung mit Defiziten
  • Ein- & Ausschalten des TVs unzuverlässig

Der Subwoofer heißt Sub, der WLAN-Verstärker Boost und den ersten Smart-Speaker mit Sprachsteuerung im Sortiment nannten die Kalifornier von Sonos natürlich One. Und auch der Missing Link, der eine klassische Anlage mit dem Multiroom-System verbindet, kann logischerweise nur wie heißen? Richtig, Connect. Stellt sich die Frage: Wie nennt man eine kompakte Soundbar für Jedermann, die noch dazu per Sprachsteuerung bedient werden kann? Bar? Talk? Compact?

Sonos hat sich für den Namen Beam entschieden und ehrlich gesagt: Ich verstehe ihn nicht. Aber vielleicht wird der Name ja klarer, wenn ich die Soundbar einfach mal auf Herz und Nieren teste. Gutes liest man über die klangliche TV-Erweiterung ja an allen Ecken und ich war ja seinerzeit vom Sonos One schon ziemlich angetan. Guter Klang meets Alexa meets coole Features für den Fernseh-Alltag. Gehen wir es an.

Lieferumfang

Auspacken & loslegen: Unboxing à la Sonos

Besser als der Gitarrenkoffer von "El Mariachi"
Ein bisschen drücken, ein bisschen schieben - Edel-Wellpappe olé
Der Sonos Beam im Schutz-Vlies
Unter der Beam kommt die Lektüre zum Vorschein.
Das Zubehör fällt ansehnlich aus.
Die Kabelsammlung im Überblick
HDMI-Kabel
Adapter von HDMI auf optisch
Besser als der Gitarrenkoffer von "El Mariachi"

„Zeigt her eure Soundbars.“ Gemäß dem Motto geht man mit der Sonos Beam nicht etwa in einem unauffälligen Beutel aus dem Geschäft. Vielmehr nimmt man den eleganten weißen Karton einfach am Plastikhenkel und schlendert durch die Reihen der Neider. Na ja, ganz so übertrieben ist es nun nicht, aber dennoch hat mir der stylische weiße Sonos-Karton mit dem schwarzen Tragehenkel gut gefallen. Löse ich links und recht oben einen kleinen Verschlussklebepad und drücke den Henkel nach unten, kann ich die Innenbox bequem aus dem Schuber drücken.

In dem eher gewöhnlichen Innenkarton finde ich zunächst natürlich die Beam, eingeschlagen in weißes Vliespapier. Hier ist noch einmal ein Kleber zu lösen und schon pelle ich die hübsche weiße Soundbar aus ihrer Verpackung. Jenseits davon liegt dem Karton noch ein Netzkabel, eine HDMI-Strippe und ein Audio-Adapter von optisch auf HDMI bei. Natürlich dürfen die obligatorischen Beileger nicht vergessen werden. Was ich allerdings vermisse, ist das Ethernet-Kabel, dass zum Beispiel auch dem Play:1 oder dem One beiliegt. Aber das werde ich nicht brauchen, wie ich bald überrascht feststelle.

Design

Ein Blick auf die Optik

Kompakt und dennoch stattlich
Die Sonos Beam misst 65 Zentimeter.
Elegantes Understatement
Die bekannten Touch-Steuerelemente
Alle nötigen Anschlüsse gibt's rückseitig mit Aussparung nach unten.
Schraubgewinde an der Unterseite für die Wandmontage
Kompakt und dennoch stattlich

65 Zentimeter lang, 10 Zentimeter tief, 7 Zentimeter hoch – so präsentiert sich die Soundbar recht kompakt und platziert sich mit ausreichend Luft zwischen den Standfüßen meines Fernsehers. Die Höhe der Beam lässt mich allerdings grübeln, denn sie verdeckt den Infrarot-Empfänger für die TV-Fernbedienung. Wie ich schnell noch merke, stellt das für die Bedienung durchaus eine Herausforderung dar.

Optisch ist die Sonos Beam ziemlich ansprechend. Mein Test-Exemplar in Weiß zeigt sich rundum hochwertig verarbeitet und präsentiert auf der Oberseite die üblichen Touch-Steuer-Elemente. Auch senkt sich die Oberseite zur Mitte hin ein wenig ab, was designtechnisch ebenso ungewöhnlich wie un-störend ist. Die eigentlichen Sound-Komponenten verbergen sich anders als beim Sonos One nicht hinter einem Metallgitter, sondern hinter einer Stoffabdeckung. So weit, so schick. Vor dem Fernseher ist die Sonos Beam auf jeden Fall ein Blickfang.

Einrichtung

Hallo HDMI-ARC, hallo neuer Speaker in der Sonos-App

Am Fernseher muss die Beam als externer Speaker gewählt ...
... und per SimpleLink verbunden werden.
Die Einrichtung in der App ganz ohne Ethernet-Zwang
Zunächst wähle ich, ob ich noch einen Subwoofer ...
... oder Satelliten-Lautsprecher hinzufügen möchte.
Dann richte ich die Beam ein und aktualisiere sie.
Danach geht es an die Einrichtung ...
... der HDMI-Verbindung.
Zu guter Letzt muss ich noch Alexa einbinden ...
... und schon ist der Speaker smart.
Am Fernseher muss die Beam als externer Speaker gewählt ...

Aufgebaut ist die Sonos Beam schnell und auch die Kabelei präsentiert sich ziemlich unproblematisch. So platziere ich die smarte Soundbar einfach vor dem Fernseher, stelle die Stromversorgung her und checke, ob mein LG-TV einen HDMI-Eingang mit Audio Return Channel (ARC) hat. Den hat er, also ziehe ich schnell noch die HDMI-Strippe zwischen Sonos und LG und widme mich dann gleich der Einrichtung des neuen Speakers. Wer übrigens kein HDMI-ARC haben sollte, kann die Sonos Beam immer noch über den beiliegenden Adapter am optischen Audio-Eingang anklemmen.

Jetzt wird es Zeit für einen Blick in die Sonos App. Da ich schon einen Play:1 nutze, habe ich die App bereits auf meinem Smartphone. Und da ich eben diesen Play:1 zu Beginn groß und breit per Ethernet-Kabel mit dem Router verbinden musste, um den Speaker einzurichten, wundert es mich, dass das beim Sonos Beam anders sein soll. Aber die App beweist mir, dass es tatsächlich so ist – also anders.

In der App wähle ich den Beam als neuen Lautsprecher aus und folge einfach den Anweisungen. Hätte ich zwei Play:1, könnte ich sie an dieser Stelle auch schon als Surround-Speaker definieren. Mit einem klappt das leider nicht. Dann leitet mich die App weiter durch die Verbindung mit dem Fernseher. HDMI-Kabel anschließen, den neuen Audio-Ausgang in den TV-Optionen auswählen und SimpleLink aktivieren – das war’s schon. Na gut, die Alexa-App muss ich abschließend noch mit der Sonos Beam verknüpfen, sonst klappt’s nicht mit der Sprachsteuerung. Dennoch war das alles ziemlich einfach und schnell erledigt.

Sprachsteuerung

Und dann soll Alexa den Fernseher anmachen

Klang-Update für den Fernseher
Alexa ist auch an Bord ...
... und kann hin und wieder auch den TV anschalten.
Klang-Update für den Fernseher

Mit der Kopplung der Sonos Beam und der Alexa-App kommen auch all die Stärken und Schwächen der Amazon-Sprachsteuerung ins Spiel. „Alexa, spiele Muse auf Fernsehzimmer.“ „Alexa, Lautstärke 6.“ „Alexa, erzähle einen Witz.“ „Alexa, wie wird morgen das Wetter?“ Die Soundbar Beam kann alles, was mein Echo Dot auch kann, nur mit wesentlich besserem Klang. Allerdings musste ich meinen Dot, der bisher neben dem Fernseher stand, des Raumes verweisen, sonst konnte ich mir die absurdesten Szenen anhören. Zum Beispiel, wie Dot und Beam separat und gleichzeitig zwei verschiedene Gute-Nacht-Lieder sangen.

Darüber hinaus soll die Sonos Beam dank Alexa-Kopplung und HDMI-Anschluss noch eine Menge mehr möglich machen. Angeblich kann sie Prime Video vom Fire Stick starten und stoppen. Ob sie das kann, konnte ich aus Mangel an einem Fire Stick leider nicht testen. Die auf meinem LG-Fernseher vorinstallierte Prime-Video-App ignoriert die Soundbar aber konsequent.

Auch soll die Beam-Alexa-Kombo meinen Fernseher an- und ausschalten können und einen Teil davon kann sie sogar: Das Einschalten klappt in 50 Prozent der Fälle und am zuverlässigsten, wenn der Fernseher vorher schon einmal eingeschaltet war. Das könnte daran liegen, dass ich zur Kippschalter-Fraktion gehöre und TV, Alexa und Co. erst dann mit Strom versorge, wenn ich die Geräte brauche. Aus der Kalten kommt die Beam mit dem Anschalten des Fernsehers also nicht klar, das Ausschalten hat den gesamten Test über nicht funktioniert, wenngleich die Sonos Soundbar immer ganz brav mit „Okay“ antwortete.

TV-Klang

Ui, die Nachrichten-Jingles haben ja Bass

An sich liefert mein LG schon einen ziemlich satten Klang.
Dennoch ist das kein Vergleich zur Soundleistung der Beam.
Und wer auf den HDMI-Kanal wechselt, bekommt einen Sonos-Bildschirmschoner.
An sich liefert mein LG schon einen ziemlich satten Klang.

Kommen wir zum Wichtigsten, dem Klang der Sonos Beam bei Film, TV und Co. Doch bevor ich den beurteilen kann, muss ich zuerst einmal auf ihn warten. Schalte ich gleich nach dem Umlegen des Kippschalters den Fernseher an, braucht die Sonos Beam eine ganze Weile, bis sie einen Mucks von sich gibt – genau genommen sind es bis zu 30 Sekunden. Doch auch, wenn der Strom vorher schon an war und Alexa mit dem Warm-up fertig ist, dauert es gut und gern noch einmal 6 bis 7 Sekunden, bis der Ton zum Bild ertönt. Das ist zwar nicht allzu schön, aber die meisten Smart-TVs benötigen ähnlich lange, bis sie überhaupt richtig bedienbar sind.

Wenn die Beam dann aber läuft, dann läuft sie meinem bisherigen TV-Sound deutlich davon. Das bewerkstelligen insgesamt fünf Verstärker, die dem Fernsehton vor allem in den Bässen auf die Sprünge helfen. Schon die einfachsten Jingles klingen auf einmal nahezu wuchtig, da steckt mehr Frequenz im Sound, als ich zuvor ahnen konnte. Auch beim TV-Signal gewinnt das Gesamtbild deutlich an Körper. Stimmwiedergabe und Geräuschkulisse schafft die Beam-Soundbar problemlos und immer dann, wenn Bass hinzu kommt, stellt sich ein klein wenig Kino-Feeling ein. Nur eine überbordende Klang-Räumlichkeit solltet ihr bei einer solch kompakten Soundbar nicht erwarten. Dazu bräuchte es noch mindestens zwei Play:1, die ich aber immerhin bequem mit der Sonos Beam koppeln könnte.

Übrigens bringt die Sonos-App auch einen Nachtmodus mit, mit dem ich die Beam um die heftigsten Bässe erleichtern kann. Und das tut bei so manchem Actioner nach Mitternacht auch durchaus Not.

Sound

Sonos & the Sound of Music

Die Beam wäre nicht die Beam, wenn sie nur im Bereich der Soundbars Wurzeln schlagen wollte. Denn wer Sprachsteuerung kann, muss auch bei der Musikwiedergabe überzeugen. Und das kann die Sonos Soundbar durchaus. Von Soundtracks über House bis hin zu Metal habe ich mehrere Genres durchprobiert und auch einmal die maximale Lautstärke in den heimischen vier Wänden ausgelotet. Das Ergebnis kann über weite Strecken durchaus überzeugen.

Eher dezent und detailverliebt abgemischte Alben wie Steven Wilsons „To the Bone“ bringt die Beam ziemlich differenziert mit klaren Bässen, sauberen Mitten und stimmigen Höhen zur Geltung. Das obligatorische Metal-Brett von Five Finger Death Punch rammt sich mit wummernden Bässen und einen schicken breiten Sound-Wand in die Gehörgänge. Und für den melancholischen Ausklang sorgen die Streicher aus Samuel Barbers „Adagio for Strings“, die sich Minute für Minute in der Tonhöhe steigern und von der Sonos Soundbar durchaus ergreifend wiedergegeben werden.

Hinsichtlich der Lautstärke sollte man ein großes Wohnzimmer und möglichst schmerzfreie Trommelfelle besitzen, möchte man bis auf Maximum aufdrehen. Denn die Beam kann laut, richtig laut. Allerdings muss man bei zu hoher Lautstärke auch vom ausgewogenen Klangbild Abschied nehmen. Bei zirka 75 Prozent kippen die Bässe weg und verschwinden hinter den Mitten und Höhen. Die gehen noch ein Stück mit, übertünchen aber zunehmend den satten Klang. So gesehen tut die maximale Lautstärke nicht nur weh, sie kann auch nicht mehr wirklich überzeugen. Im Alltag benötige ich sie zum Glück aber ohnehin nicht.

Fazit

Klein, laut & beim Smarten ein wenig kleinlaut

Nach all dem Testen stelle ich als Erstes fest: Ich verstehe den Namen Beam immer noch nicht. Aber das muss ich ja auch nicht, um die Sonos Soundbar zu mögen. Und ich mag sie durchaus, denn der kompakte Speaker macht einen überaus beachtlichen Klang. Das merke ich natürlich beim TV-Sound, aber da ist es auch kein Hexenwerk. Doch auch bei der Musikwiedergabe kann die Beam in nahezu jedem Genre punkten, vor allem in den geringen bis moderaten Lautstärken. Dass sie smart ist, kommt der Soundbar in meinem Home Cinema vor allem dann zugute, wenn ich sie als Speaker per Sprache steuere.

Und hier gehen wir auch schon zu den kleinen feinen Kritikpunkten über. So bringt die Sprachsteuerung keine Neuerungen ins Spiel und ohne einen Fire-TV-Stick kann die Alexa-Beam-Kombo eben nicht mehr als die Lautstärke steuern und den Fernseher einschalten. Das Ausschalten klappte bei mir leider nicht und die hohe Bauweise der Soundbar blockierte zudem die Infrarot-Bedienung des TVs. Was ich ebenso als unschön empfand, war die Tatsache, dass ich frühestens 6 bis 7 Sekunden nach dem Einschalten des Fernsehers mit Ton rechnen konnte.

Alles in allem macht die Sonos Beam aber eine dennoch gute Figur und kann vor allem als klangstarker Lautsprecher für jeden Zweck überzeugen. Sie kann Kino, Klassik, Metal und Hörbuch gleichermaßen und füllt einen überschaubaren Platz mit ordentlich viel Design. Und das alles für aktuell 449 Euro. Damit ist die Sonos Beam definitiv eine Überlegung wert.

RSS-Feed

Werde Autor!

Dieser Beitrag wurde von veröffentlicht.
hat bereits 83 Artikel geschrieben.
Sei auch dabei: Werde jetzt Autor und teile dein Wissen!

Kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

Ähnliche Beiträge

Sprachsteuerung meets Multiroom: Sonos One im Test

Tests

12.12.2017

 | André Nimtz

Der Router ist aktuell, ein NAS ist auch im Haus und Smartphone, Notebook sowie Fernseher sind auch bei weitem noch nicht veraltet. Selbst die Heizung steure ich inzwischen smart. Wenn ich mich so in der Wohnung umschaue, bin ich technisch recht... mehr +

B&O PLAY Beoplay P2 im Test

Tests

18.08.2017

 | Daniel Barantke

Es ist schon ein paar Jahre her, als man sich noch mit einem Ghettoblaster an den Strand gelegt hat oder das Verlängerungskabel mit auf den Balkon genommen hat, um seine Lieblingsmusik hören zu können. In Zeiten von Smartphone und Tablet habt ihr... mehr +