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Notebookvergleich: HP 625 und Compaq Presario CQ56



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Zwei günstige Linux-Rechner mit AMD CPUs
Man kann ja schon froh sein wenn sich trotz des Wörtchen „Linux“ im Titel doch noch einige Leser für die Testberichte interessieren, denn noch immer werden die allermeisten Computer mit Windows-Betriebssystemen be- und vertrieben. Eben weil es häufig vorinstalliert ist, die Nutzer es kennen und ein vermeintlich aufwändiger Umstieg gut begründet sein will. Bedenkt man aber, dass – wie beispielsweise einer unserer Leser mit einem Acer-Notebook – man sein Windows-OS auch an den Hersteller zurückgeben und dafür knapp vierzig Euro erstattet bekommen könnte, ergäbe sich für die beiden günstigen Testrechner (HP 625-serie und HP Compaq CQ56-Serie) immerhin ein Anteil von mehr als 10 Prozent ihres Verkaufspreises, allein für das Betriebssystem. Wenn sie denn mit einem Redmonder OS ausgestattet wären, wozu Compaq/HP mit dem Suse 11 Enterprise Desktop-System aber dankenswerterweise eine Alternative bietet. Weitere Linux-Lobeshymnen spare ich mir aber, denn manche Dinge will Mensch einfach selbst rausfinden. Das zu unterstützen möchte ich dem Unvoreingenommenen mit meinen Videos die Möglichkeit geben, sich einmal vorurteilsfrei die Ersteinrichtung und die Möglichkeiten auf dem Desktop eines Suse Linux 11 anzusehen. Also Schulterblick links, Schulterblick rechts, und wenn keiner guckt…
Neben der Möglichkeit zur Auswahl eines Bootdevice kann vor dem eigentlichen Betriebssystemstart auch eine „HP-Diagnostics“-GUI aufgerufen werden, auch an Compaqs Presario. Hier kann man hauptsächlich einige Komponententests durchführen und das System ggf. reparieren. Im Suse-Bootmenu finden sich dann drei Einträge: Zu oberst steht der normale OS-Start, bzw. in diesem Fall die Ersteinrichtungsroutine. Darunter wird eine Art „abgesicherter Modus“ und darunter das Rücksetzen des Systems mit der Recovery-Funktion angeboten. Die Einrichtung dauert in etwa sieben bis 10 Minuten, je nachdem wie sehr man sich mit den „Experteneinstellungen“ auseinandersetzt und wie lange man für die Benutzereinrichtung braucht.

Der Ablauf ähnelt der Einrichtung eines Windows-Systems; es beginnt mit der Sprachauswahl, der Annahme von Lizenzvereinbarungen (ohne Lizenz-Key versteht sich), einer Hardware-Erkennung und der Einrichtung der eigenen Benutzerdaten. Ein Admin- bzw. Root-Kennwort wird zwischendurch auch noch vergeben, so dass mit der Sudo-Funktion voller Systemzugriff gewährleistet ist. Abgeschlossen wird der Vorgang mit einer etwa zweiminütigen Denkphase und einem darauf folgenden Neustart des Rechners.

Video: Compaq Presario CQ56 Erststart Suse 11

Hat man dann den Desktop einmal erreicht bietet sich ein aufgeräumtes Bild mit lediglich vier Icons (eig. Dateien, Mülleimer, Handbuch und Willkommens-Video), einigen Programmeinträgen in der Schnellstartleiste (Firefox, OpenOffice, etc.) und – ganz Windows-like – einigen Funktions-Icons (Netzwerk, Audio, ATI Calayst) in der rechten unteren Ecke. Ebenfalls etwas abgekupfert sieht das Startmenü aus, auch wenn die zu klickende Schaltfläche nicht mit „Start“ sondern „Desktop“ beschriftet ist. Hierauf geklickt zeigen sich einige Standardprogramme, eine Suchmaske, das Shutdown-Menü und eine Liste zuletzt genutzter Dateien. Ruft man die Oberfläche „weitere Programme“ auf, werden Tools für jedweden Anwendungszweck aufgelistet, die bei Bedarf auch noch durch heruntergeladene Software erweitert oder ergänzt werden kann, wozu jedoch vorab noch die Onlinequellen (Repositories) von Hand eingetragen werden müssen.

Video: HP625 Erstart Suse 11

Wie man sieht scheint erstmal alles ganz einfach, was sich aber wegen des von Suse verwendeten Paketmanagers noch ändern kann. Dieser ist wohl nicht ganz so einfach zu verwenden, wie die Apt-Get-Version unter Ubuntu, aber dazu dann im nächsten Teil mehr.

Fest steht bis hierher, dass der HP 625 für seine 30 Euro mehr deutlich besser ausgestattet ist. Den ExpressCard-Slot, den HDMI-Ausgang, den Card-Reader oder die Bluetooth-Funke hat man damit für zukünftige Bedürfnisse sozusagen in petto, so man diese Dinge nicht sowieso schon nutzt. Da die beiden Vergleichssysteme sich in einer ähnlichen Liga befinden, was die Gestaltung und Robustheit angeht, würde ich momentan eher das HP-Modell empfehlen. Der matte Bildschirm dürfte für viele Kunden eine zusätzliche Entscheidungshilfe sein.

Fazit Suse Linux auf Testrechner:

Pro:

  • keine Bulkware
  • aufgeräumt und übersichtlich
  • einfache Installation mit diversen „Expertenoptionen“

    Contra:

  • „Hauptmenü“ muss/sollte hinzugefügt werden, da die normale Programmübersicht sich nach jedem Programmaufruf selbstständig schließt und weniger Funktionen anzeigt.
  • kein erklärender Begrüßungsbildschirm für Einsteiger, Welcome-Video nur auf englisch
  • WinTV-DVB-T-Stick macht Probleme

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