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Notebooks bauen die auch? Samsung Galaxy Book Pro 13 LTE im Test



Zugeordnete Tags LTE | Ultrabook | Samsung
Bereiche

Bewertung
Das (fast) perfekte Notebook
4,5

 Pro

  • Hervorragende Bildqualität
  • Signifikant leichter als die Konkurrenz
  • Sehr schlank
  • Extrem dünnes Display
  • Ausreichend hohe Performance für viele Anwendungsfälle
  • Umfangreiche Port-Ausstattung
  • Integrierter microSD-Kartenleser
  • Optional mit LTE ausgestattet

 Contra

  • Bei Last laut
  • Touchpad lässt sich mit Druck von unten auslösen oder blockieren
  • Kartenleser ist sehr langsam
  • Webcam eher Notlösung

Wer hat noch nie ein Samsung-Gerät besessen? Schreibts uns in die Kommentare, hinterlasst ein Like und vergesst nicht, zu abonnieren. Ach Moment, anderer Kanal. Nochmal von vorne: Samsung ist uns allen sicherlich ein Begriff. Die meisten von uns haben auch schon Hardware des südkoreanischen Herstellers besessen. In meinem Fall ein DVD-Laufwerk für meinen PC, einen Röhrenfernseher (tolles Bild!), ein Google Nexus S (entwickelt mit und gebaut von Samsung) sowie zwei Tablets: Eins mit Windows, eins mit Android.

Auch Notebooks gehören seit 1990 zum Sortiment, wobei diese erst wenige Jahre in Deutschland erhältlich sind. Das aktuelle Line-up finde ich besonders interessant: Das Samsung Galaxy Book Go ist ein günstiges ARM-Gerät, das ich mir gut fürs Home-Schooling vorstellen kann. Die regulären Galaxy Books sind preiswerte Allrounder mit Intel Prozessor. Anspruchsvolle Nutzer freuen sich über die “Galaxy Book Pro”-Reihe, die ihr jeweils als klassisches Clamshell und als Convertible (zu erkennen am “360” im Namen) sowie mit 13,3 oder 15,6 Zoll Bildschirmdiagonale erhaltet. Alle Pro-Modelle besitzen ein OLED-Display mit Full-HD-Auflösung.

Nachdem ich beide 13-Zöller in Händen hatte, entscheide ich mich für die Notebook-Variante Galaxy Book Pro 13 mit LTE, denn während das Convertible mich an andere Premium-Convertibles erinnert, macht das Clamshell einiges anders als die Premium-Konkurrenz. Was das ist und warum ich überlege, es mir zu kaufen? Das erfahrt ihr im Test.

Unboxing & Lieferumfang

Schlank verpackt: Das Samsung Galaxy Book Pro 13

Schlanke Verpackung im typischen Samsung-Look.
Das Notebook steckt in einer Tüte, rechts davon das Netzteil.
Darunter befindet sich das Ladekabel sowie die Dokumentation.
Nochmal das Notebook ohne Hülle. Gerade die Farbe begeistert mich.
Verführerisch: So sieht das Notebook innen aus. Das Tuch schützt beim Transport vor Kratzern auf dem Display.
Ein kleiner Aufkleber zeigt dem Käufer, wo der Fingerprint-Sensor liegt.
Schlanke Verpackung im typischen Samsung-Look.

Als Erstes fällt mir auf, wie klein die Verpackung des Samsung Galaxy Book Pro 13 ist. In Zeiten von steigenden Container-Preisen sicherlich eine gute Idee. Das Design erinnert mich an andere Samsung-Geräte.

Nachdem ich den minimalistisch bedruckten Deckel abnehme, begrüßt mich bereits das sicher in eine Plastikschale eingebettete Notebook. Rechts davon das erstaunlich kleine 65-Watt-Netzteil. Unter dem Galaxy Book befindet sich noch die Dokumentation sowie ein USB-C-Ladekabel.

Design

Wie ein maßgeschneiderter Anzug

Bei der Entnahme aus der Verpackung merke ich, wie ich das Gerät fast in die Luft werfe: Da ich ein MacBook Pro gewöhnt bin, wende ich viel zu viel Kraft beim Hochheben an. Tatsächlich ist es in seiner Größenklasse eins der leichtesten Notebooks, denn ohne LTE wiegt es lediglich 0,87 Kilogramm.

Scheinbar hat sich ein Kragenbär daraufgestellt, denn das Notebook ist gerade einmal 11,2 Millimeter dünn und damit schlanker als viele Konkurrenten. Die Ränder laufen spitz zu, was den Eindruck verstärkt.

Das keilförmige Design lässt das Gerät noch dünner erscheinen als es ist.
Aufgrund eines extrem dünnen Displays bleibt dennoch genug Platz für zahlreiche Anschlüsse.
Trotz des schlanken Gehäuses ist ein USB-A-Port vorhanden.
Das spitz zulaufende Design hebt die Optik weiter hervor.
Das keilförmige Design lässt das Gerät noch dünner erscheinen als es ist.

Auch das Design an sich gefällt mir sehr gut, denn das Notebook ist gerade geschlossen äußerst schlicht und elegant. Eben wie die Anzüge eines bekannten Geheimagenten: Business-like schlicht, aber mit genug Pfiff und Eleganz, um auch auf dem Laufsteg eine tolle Figur zu machen. So passt es sowohl auf den Kanal eines Influencers als auch ins Büro.

In Sachen Farben habt ihr die Wahl zwischen einer hellen und einer dunklen Variante. So schimmert der Displaydeckel dann metallisch matt in silber oder dunkelblau, während die Basiseinheit vollständig mattweiß oder -schwarz ist. In jedem Fall umrahmt das Display eine schwarzglänzende Abdeckung aus Plastik.

Dieses Dunkelblau sieht sehr edel aus ...
... und schimmert je nach Lichteinstrahlung unterschiedlich.
Das Logo ist in den Deckel integriert ...
... und unterhalb des Displays aufgedruckt.
Dieses Dunkelblau sieht sehr edel aus ...

Ich habe beide Varianten gesehen und bin unentschlossen. Auf den ersten Blick gefällt mir die weiße Variante sehr. Das sieht freundlich, frisch und modern aus. Inzwischen habe ich mich aber sehr an die schwarze Version gewöhnt, die schön professionell wirkt und nochmals besser in den Business-Bereich passt. Auf jeden Fall profitiert die Lesbarkeit der bläulich weißen Tastatur-Hintergrundbeleuchtung von der dunklen Fassung.

Zwar hat sich Samsung an einigen Stellen von Apple inspirieren lassen, zahlreiche kleine Verbesserungen sorgen aber dafür, dass mir das Galaxy Book Pro besser gefällt. So ist beispielsweise der Öffnungswinkel des Displays etwas größer als bei meinem Firmenlaptop mit Apfel – gerade so, dass es mir fast immer reicht. Die Einkerbung zum einhändigen Öffnen des Displays ist größer, der Widerstand des Scharniers und der Magnete wunderbar ausbalanciert.

Falls ihr ein MacBook habt, kennt ihr das: Das Unibody-Gehäuse ist so scharf geschnitten, dass es sich bei den Handballen unangenehm anfühlen kann. Beim Samsung Galaxy Book Pro 13 sind alle Touchpoints (kaum sichtbar) abgerundet. Diese kleine Abwandlung macht in der Praxis einen deutlichen Unterschied, denn es tut beim Schreiben nicht mehr weh.

Bei der Nutzung auf dem Schoß, also als "lap top", ist der große Öffnungswinkel praktisch.
Eine gewisse Nähe zum Apple Design ist nicht von der Hand zu weisen.
Auch das Scharnier erinnert an Apple.
Leicht abgerundete Plastikkanten statt scharfem Metall erhöhen den Komfort verglichen zu den MacBook. Es sieht aus, als ob der Abstandshalter aus Plastik (statt wie sonst aus Gummi) für Abnutzungserscheinungen gesorgt hat.
Bei der Nutzung auf dem Schoß, also als "lap top", ist der große Öffnungswinkel praktisch.

Das Display trägt deutlich zu den kompakten Dimensionen des Laptops bei, denn es ist unglaublich flach – deutlich flacher als bei allen anderen Notebooks. Scheinbar setzt Samsung auf eine etwas über einen Millimeter starke, komplett flache Metallplatte, auf die das hauchdünne OLED-Panel geklebt wurde. Zum Vergleich: Die Displaydeckel anderer Notebooks müssen ausreichend Platz für ein signifikant dickeres LCD-Panel lassen (typisch sind 2,5 bis 5 Millimeter). Um die Maße dennoch im Rahmen zu halten, verzichten die Hersteller gerne auf einen massiven und damit verwindungssteifen Deckel. Das trifft auch auf die meisten OLED-Notebooks anderer Hersteller zu: Da diese oftmals in einer Variante mit LCD-Panel erhältlich sind, können sie nicht von den Vorteilen eines OLED-exklusiven Designs profitieren.

Dünn, dünner, Samsung Galaxy Book Pro 13
Trotz superschlanker Dimensionen ...
... reicht es für zahlreiche Ports.
Der Einschnitt an der Front ermöglicht leichtes Öffnen.
Am Rand ist das Notebook nur wenige Millimeter schlank.
Dünn, dünner, Samsung Galaxy Book Pro 13

Damit das Display zusammengeklappt möglichst wenig Kontakt mit dem Gehäuse hat, wird der Displayrand von einer etwa einen Millimeter dicken Plastiklippe umrundet. Auch Apple nutzt ein ähnliches System, nur, dass dabei Gummi zum Einsatz kommt.

Beides funktioniert gut und sieht deutlich besser als die verstreut platzierten Gummi-Noppen aus, die es meiner Meinung nach schaffen, das elegante Design des HP Spectre x360 zu stören. Und mein Faible für Details freut sich, dass ein ganz kleiner Rand gelassen wird, wo der Metalldeckel auch aufgeklappt sichtbar ist.

Die dünne Plastiklippe, die das Display vor Schäden schützen soll.
Zwischen Tastatur und Display entsteht so ein kleiner Abstand.
Der Abstandshalter geht um das ganze Display ...
... und integriert sich somit hervorragend in das Design.
Die dünne Plastiklippe, die das Display vor Schäden schützen soll.

Die Seiten des Notebooks beweisen, dass es eine faule Ausrede ist, wenn andere Hersteller aus Platzmangel auf Anschlüsse verzichten. Schließlich sind links ein vollwertiger HDMI-Port sowie einen USB-C- und einen Thunderbolt 4-Anschluss. Außerdem eine kleine LED, die bei eingeschaltetem Gerät blau, beim Laden rot leuchtet.

Rechts entdecke ich eine Kopfhörerbuchse, den SIM-Slot sowie einen vollwertigen USB-A-Anschluss (!). Hinzu kommt noch ein microSD-Kartenleser, indem die Karte vollständig versinkt. So könnt ihr eine Speicherkarte als günstige Erweiterung dauerhaft im Notebook lassen – leider ist der verbaute Kartenleser aber ziemlich langsam. Um die microSD-Karte auszuwerfen, müsst ihr sie einfach mit dem Fingernagel noch etwas weiter reindrücken. Für USB-A- und HDMI-Port hat Samsung in das abgerundete Gehäuse schneiden müssen. Das sieht ein wenig komisch aus, aber in diesem Fall folgt die Form der Funktion.

Für mich ist das einzige Versäumnis das Fehlen eines weiteren USB-C-Ports auf der rechten Seite des Notebooks. Dass die meisten Anschlüsse auf der linken Seite sind, ist zwar sinnvoll, denn rechts stören sie möglicherweise beim Nutzen einer Maus, aber auf beiden Seiten laden zu können gäbe dem Notebook noch das gewisse Extra an Flexibilität.

Kein Platz für Anschlüsse? Samsung beweist, dass es geht.
SIM-Slot, microSD-Kartenleser, USB-3.2-Anschluss und Kopfhörerbuchse
Was nicht passt, wird passend gemacht. Gut zu sehen ist die separate Bodenplatte aus Metall.
Die Power-LED an der Seite stört beim Betrieb nicht.
Kein Platz für Anschlüsse? Samsung beweist, dass es geht.

Auch die Unterseite zeigt einige Eigenheiten. Da diese Seite am ehesten Kontakt mit dem Nutzer macht, ist sie sanft abgerundet. Das fühlt sich toll an und sorgt nebenbei für eine besonders schlanke, keilförmige Optik. Der Boden selbst ist ein separates Teil, das festgeschraubt ist. Die Gummifüße sorgen für guten Halt auf vielen Oberflächen und geben dem Lüfter, der auf der Unterseite frische Luft ansaugen soll, den nötigen Freiraum, um nicht von einem Tisch erstickt zu werden. Besonders die hinteren Füße erzeugen einen größeren Abstand.

An ein paar Stellen wird das Design unterbrochen: Das wären zum einen die vielen kleinen Löcher, durch die der Lüfter sich kühle Luft holt, ein paar weitere links und rechts für die Lautsprecher sowie zwei Ausschnitte, die vielleicht für Antennen genutzt werden. Hinzu kommen noch ein paar eingravierte Logos für CE und Co. sowie das Logo der österreichischen Audiospezialisten AKG, denn die sind für das Soundsystem verantwortlich.

Sorgt für guten Halt: Weiche Gummifüße.
Ich vermute, dass sich unter der Abdeckung links Antennen befinden. Rechts ist einer der Lautsprecher.
Dass es sich um unterschiedliches Material handelt, sieht man kaum.
Sorgt für guten Halt: Weiche Gummifüße.
Verarbeitung

Nicht perfekt, aber für das Gewicht toll

Ich habe ja bereits erwähnt, dass das Galaxy Book Pro 13 mit 0,87 Kilogramm erschreckend leicht ist. Zum Vergleich: Ein iPad Pro 12.9 liegt bereits bei 0,68 Kilogramm, mit Magic Keyboard sind es 1,35. Ein aktuelles MacBook Air bringt 1,29 Kilogramm auf die Waage, das MacBook Pro 13 sogar 1,4 Kilogramm. Im Windows-Lager findet sich zum Beispiel das Dell XPS 13 in der reinen Notebookvariante, das mit 1,23 Kilogramm deutlich mehr wiegt. Selbst die absoluten Fliegengewichte wie Lenovo Yoga Slim 7 Carbon und ThinkPad X1 Nano knacken nur mit Mühe und Not die ein-Kilo-Marke. Es ist daher wenig verwunderlich, dass das deutlich leichtere Samsung sich nicht wie aus Kruppstahl gefertigt anfühlt.

Aus Papier ist das Notebook dennoch nicht. Die untere Hälfte des Geräts kann meiner Meinung nach mit etlichen Premiumgeräten mithalten. Lediglich MacBook haben eine untere Hälfte, die aus den Vollen gefräst wurde und nicht nachgibt.

Alle Materialien, die man berührt, fühlen sich gut an – nicht so, wie manche ebenfalls eher leichte Plastebomber aus dem Budgetsegment. Mir scheint, als ob Samsung zwar die Innenseite aus wertigem Kunststoff gefertigt hat, bei der Unterseite des Notebooks hingegen auf Metall setzt. Das Material schimmert ein wenig anders als die darum liegenden Plastikteile. Das Notebook gibt auf Druck erstaunlich wenig nach.

Ähnlich geht es der Tastatur, die sich auch nur wenig durchbiegen lässt und mit anderen Premiumgeräten mithält. Hier hat Samsung gute Arbeit geleistet, um das Tippgefühl zu verbessern.

Dank der vergleichsweise dicken Metallplatte ist das Display trotz insgesamt beeindruckender Maßen erstaunlich solide. So kann es zwar nachgeben, aber welches Notebook tut das nicht? Mein ThinkPad T450 ist deutlich flexibler, mein wesentlich schwereres und dickeres MacBook Pro 15.4 nur ein wenig steifer. Budget-Notebooks und einige ultraleichte Modelle fühlen sich dagegen schon fast gebrechlich an.

Der Verzicht auf die sonst bei Premium-Konkurrenten übliche, schützende Gorilla-Glass-Scheibe stört mich nicht. Kratzer bemerke ich selbst nach intensiven Putzvorgängen mit einem Mikrofasertuch keine – mit Ausnahme von Tastaturabdrücken. Es handelt sich dabei wohl um Mikrokratzer, die aber auch bei beiden meiner MacBook Pro mit Glasscheibe auftauchten. Dort hat es lediglich ein wenig länger gedauert. Wollt ihr das vermeiden, empfiehlt sich ein weiches, sauberes Tuch zwischen Tastatur und Display.

Die Tastaturabdrücke sind unschön ...
... fallen im regulären Betrieb aber selten auf.
Die Tastaturabdrücke sind unschön ...

Perfekt ist das Notebook nicht: Im Bereich um den USB-A-Port gibt das Material spürbar nach und knarzt. Man könnte meinen, das liegt an dem Ausschnitt, den Samsung für den Connector gelassen hat. Doch auf der linken Seite sitzt der HDMI-Anschluss. Dieser Bereich fühlt sich so solide an wie der Rest des Notebooks. Dafür gibt manchmal die linke Handballenauflage nach und knarzt ein wenig – und zwar wenn ich etwas Druck am unteren Rand des Notebooks in Nähe des Touchpads ausübe.

Apropos Touchpad, das “Highlight” habe ich mir für das Kapitelende aufgehoben. Auch wenn das Notebook relativ stabil ist, scheint mir das Touchpad extrem empfindlich zu sein. Je nachdem, wie man das Notebook hält, kann man das Klickverhalten verändern. So kann es passieren, dass es schwerer zu klicken ist oder nach dem Klicken einfach gedrückt bleibt, bis man das Notebook nicht mehr belastet. Mir passiert das meistens, wenn ich auf dem Sofa lümmle und die linke Hand nutze, um das auf dem linken Bein ruhende Notebook (das Knie ist unter dem Touchpad) in der Waagerechten zu halten.

Auf einem Tisch stehend ist der nötige Druck, um diese Fehlverhalten auszulösen, deutlich höher und damit kein Problem. Ähnliche Beschwerden habe ich aber auch über andere ultraschlanke Notebooks gehört.

Übrigens habe ich mir im Laden auch ein weißes Galaxy Book Pro 13 ohne LTE angesehen. Im Bereich Handballenauflage und Tastatur scheint mir das Gerät weicher, flexibler zu sein. Es ist vergleichsweise einfach, von unten aus das Touchpad klicken zu lassen, indem die Daumen links und rechts das Notebook runterziehen, während die restlichen Finger von der Unterseite aus auf Höhe des Touchpads nach oben drücken. Das erfordert bei meinem Testgerät deutlich mehr Kraft. Was hingegen nicht klappt: Das Touchpad zu blockieren. War das Ausstellungsstück eines der ersten Modelle und Samsung hat nachgebessert? Oder umgekehrt, habe ich ein frühes Modell erhalten? Sind die weißen Modelle anders aufgebaut als schwarze oder macht das LTE den Unterschied aus, schließlich wiegen die Modelle mit LTE offiziell ungefähr 10 Gramm mehr? Das kann ich leider nicht beantworten, aber wenn ihr das Gerät auch habt, freue ich mich über einen Kommentar.

Samsung Galaxy Book Pro 13 und das 2019er MacBook Pro 15.4
Das Display wird von einem Stück Plastik umrahmt.
Kleine blau gefärbte Spiegel sind in den Deckel eingelassen, um das Samsung-Logo zu ergeben.
Samsung Galaxy Book Pro 13 und das 2019er MacBook Pro 15.4
Tastatur

Der Testbericht ist zu lang? Sorry, das Tippen hat zu viel Spaß gemacht

Sowohl diesen, als auch den Testbericht zu den “Harman/Kardon”-Kopfhörern, habe ich auf dem Samsung Galaxy Book Pro 13 geschrieben. Die Länge ist Testament dafür, wie gut ich sie finde.

Zugegeben, viele Premium-Notebooks haben inzwischen gute Tastaturen. Manche gefallen mir auch besser als die des Samsung Galaxy Books. Aber diese gehören zu dickeren Geräten, die der Tastatur mehr Platz zur Verfügung stellen. Apple hatte zum Beispiel im Namen der Schlankheit den Weg, den die Taste zurücklegen darf, stark reduziert und sorgte damit für ein unangenehmes Gefühl und zahlreiche Vertipper. Samsung zeigt, dass das gar nicht nötig wäre (auch Apple hat seinen Fehler bei den neusten Modellen korrigiert). Auch die Stabilität gefällt mir, selbst, wenn das Notebook nicht flach auf dem Tisch steht, sondern zum Beispiel hinten angehoben wird.

Das Layout ähnelt dem eines MacBook, inklusive der kleinen LED in der Caps-Lock-Taste. Die Platzierung der Pfeiltasten ist identisch, allerdings besitzen sie nur die halbe Höhe. In der rechten oberen Ecke hat Samsung die etwas tiefer im Gehäuse versenkte Power-Taste verbaut. Sie dient gleichzeitig als zuverlässiger Fingerprint-Sensor. Der Verzicht auf Bild hoch, Bild runter, Pos 1, Ende und Co. rückt die wichtigen Tasten in die Mitte, was das Tippen ebenfalls angenehmer gestaltet. Und auch die Entscheidung, Strg ganz nach links zu setzen, gefällt mir.

Die komplette Beschriftung, also auch Shortcuts und Sonderzeichen, ist von einer dezenten, weißblauen Hintergrundbeleuchtung hinterlegt. Diese kann in drei Helligkeitsstufen gesteuert werden und erleichtert das Arbeiten im Dunkeln deutlich. Ein netter Touch ist zudem die dünne, leuchtende Linie, die jede Taste umrandet – inklusive der Leertaste. Da unter der Tastatur jede Menge LEDs untergebracht wurden, ist die Ausleuchtung relativ gleichmäßig.

Der Widerstand ist angenehm und “clicky”, mit einem guten, relativ straffen Druckpunkt. Am Ende des Weges wartet ein sattes “thud”. Dabei sind die Tasten gut im Notebook befestigt: Dieses hochfrequente klapprige Geräusch, das manche Notebooktastaturen bei der initialen Kontaktaufnahme machen, fällt größtenteils weg. Lediglich die Leertaste sowie die rechte Shift-Taste machen das Geräusch ein wenig. Auch die Pfeiltasten weichen vom Rest ab: Sie sind leiser und nicht so knackig.

Das Ergebnis: Auf meiner mechanischen Razer-Tastatur (grüne Switches) erreiche ich maximal 460 bis 470 Anschläge pro Minute. Ähnlich schnell, aber viel frustrierter, bin ich beim 2019er MacBook Pro. Beim Samsung Galaxy Book Pro 13 bin ich konstant schneller und erreiche meist 480 bis 505 Anschläge.

Der Fingerprint-Sensor in der Ecke rechts oben dient als Power-Taste.
Eine kleine LED in der Feststelltaste zeigt den Status an.
Zahlreiche LEDs sorgen für gleichmäßige Beleuchtung.
Im Gegensatz zu meiner Razer-Tastatur sind auch die Sonderzeichen und -funktionen beleuchtet – also die Infos, die ich mir normalerweise nicht merken kann.
Die Beschriftung ist sauber umgesetzt.
Der Fingerprint-Sensor in der Ecke rechts oben dient als Power-Taste.
Touchpad

Zuverlässiger Mausersatz

Das Touchpad erfüllt seinen Job unauffällig und reaktionsschnell. Ein großer Sprung gegenüber beispielsweise dem 2019er HP Spectre 13 x360, bei dem ich erst via Hack einen anderen Treiber installieren musste, bis das Touchpad mich nicht mehr in den Wahnsinn getrieben hat.

Auch die Größe ist völlig in Ordnung – den zur Verfügung stehenden Platz nutzt es fast vollständig. Es kann zwar manchmal passieren, dass ich aus Versehen mit meinen Handballen an die falsche Stelle klicke, aber dieser Fall tritt selten ein. Falls es dennoch nervt, kann ich das Touchpad mit einer auf der Tastatur vermerkten Kombination deaktivieren.

Das geräumige Touchpad ...
... ist sauber verarbeitet und fühlt sich angenehm an.
Das geräumige Touchpad ...
Display

Notebook mit OLED-Display? Ja, bitte!*

Bei Smartphones und Fernsehern sind OLED-Displays seit einigen Jahren Garant für hervorragende Bildqualität. Auch ein paar hochwertige Tablets, insbesondere Modelle von Samsung, setzen auf diese Technologie. Der Grund: Während bei klassischen Flachbildschirmen LEDs für einen hellen Hintergrund sorgen, der dann von einem LCD-Panel abgedunkelt wird, leuchten bei OLED-Screens die Pixel selbst. Der Vorteil liegt auf der Hand: Wenn nur die Bildpunkte, die benötigt werden, aufleuchten müssen, können schwarze Pixel ausgeschaltet bleiben. Auch Farben werden nicht mit einem Grauschleier, der durch die durchscheinende Hintergrundbeleuchtung entsteht, verwässert. Im Mobilbereich profitiert ihr zudem von der flachen Bauweise: Während herkömmliche LED-Panele aus mehreren Schichten bestehen, die zusammen bis zu 5 Millimeter dick sind, reicht bei OLED eine dünne, Licht emittierende Fläche. Außerdem ist der Stromverbrauch eng mit der Helligkeit jedes Pixels verbunden – viele helle Inhalte verbrauchen mehr als ein größtenteils dunkles Bild.

Ein Bereich, bei dem sich OLEDs noch nicht durchsetzen konnten, sind Notebooks und Computer-Monitore. Das hat mehrere Gründe: Die Herstellungskosten sind hoch und die leuchtende Schicht kann altern und somit an Leuchtkraft verlieren – besonders bei sehr hellen oder auf maximaler Farbintensität leuchtenden Pixeln. Bei meinem Smartphone hat sich zum Beispiel der Telefonhörer und das Kamerasymbol von WhatsApp stärker als der Rest abgenutzt, bei gleichmäßigen Flächen sind diese Bereiche daher dunkler.

Kein großes Problem bei Smartphones, die regelmäßig ausgewechselt werden und bei denen solche Bildfehler höchstens leicht irritieren. Bei Fernsehern, auf denen ständig etwas anderes angezeigt wird, sind meistens lediglich Senderlogos problematisch. Computer-Oberflächen hingegen sind viel statischer – das Windows-Logo ist zum Beispiel stets an derselben Stelle. Zudem werden viele Interface-Elemente für optimale Lesbarkeit möglichst hell angezeigt. Auch die Nutzungsdauer ist in der Regel länger, bevor die Geräte ausgetauscht werden.

Und das erklärt auch das * im Titel. Einerseits ist das von Samsung hergestellte Display des Galaxy Book Pro 13 großartig. Satte, auf Wunsch aber auch realistische Farben. Die möglichen Kontraste gehen gegen unendlich, da Schwarz eben vollständig schwarz ist und die maximale Helligkeit höher als bei normalen Notebooks ist. Gerade im Dunkeln fällt das auf, denn hat ein Film beispielsweise schwarze Balken, weiß man nicht, wo das Display endet. Selbst, wenn direkt daneben ein besonders heller Bereich ist. Aber es ist eben auch etwas empfindlicher als normale Bildschirme.

Nun weiß Samsung natürlich über die Burn-in-Problematik Bescheid. Daher versucht das Unternehmen vieles, um den Bildschirm möglichst lange im perfekten Zustand zu erhalten.

Die Hauptmaßnahme Samsungs ist, nach kurzer Zeit das Display zu dimmen. Und das macht es mit viel Eifer – die Dauer bis dahin lässt sich nur eingeschränkt einstellen. Immerhin erkennt das Notebook recht zuverlässig, ob gerade ein Video läuft. Bei Diashows hingegen klappt das nicht immer.

Im Namen der Langlebigkeit empfehlen sich auch weitere Maßnahmen, wie die Taskleiste nur bei Bedarf ausklappen zu lassen. Glücklicherweise hat Microsoft mit Windows 11 endlich auf einen maximal-weißen Startbutton verzichtet. Der ab Werk aktivierte Dark Mode von Windows schont das Display zusätzlich und verlängert die Akkulaufzeit. Ich denke auch, dass mit zunehmender Verbreitung von OLED-Displays Microsoft immer mehr Rücksicht nimmt. Probleme haben sich im Testzeitraum keine entwickelt.

Die OLED-Technologie ermöglicht einen flachen, extrem dünnen Displaydeckel.
Das Display unter dem Makroobjektiv. Interessanterweise sind die blauen Pixel fast doppelt so groß.
Die verschiedenen Farben liegen auf unterschiedlichen Ebenen.
Bei naher Betrachtung fällt das außergewöhnliche und leicht grobe Muster auf.
Dank HDMI-Port ist auch der Anschluss eines externen Monitors kein Problem.
Die OLED-Technologie ermöglicht einen flachen, extrem dünnen Displaydeckel.

Ich bin grundsätzlich ein wenig von guten Displays verwöhnt. So habe ich ein Samsung Galaxy Tab S5e (Android-Tablet, OLED-Display mit 10,5 Zoll und 2.560 x 1.600 Pixeln), ein Samsung Galaxy TabPro S (Windows-Tablet, OLED-Display mit 12 Zoll und 2.160 x 1.440 Pixeln) und ein Apple MacBook Pro 15,4 (IPS-Display mit 15,4 Zoll und 2.880 x 1.800 Pixeln), die alle auf eine schützende Glasscheibe setzen. Hinzu kommt daheim noch ein matter LG 32UD89 4K-Monitor mit IPS-Display.

Fangen wir mit der Helligkeit und Eignung für den Outdooreinsatz an: Aufgrund des Verzichts auf die Glasscheibe fällt im Vergleich zum Galaxy Book Pro 360 der Touchscreen weg und das Display ist potenziell empfindlicher. Ersteres ist mir egal (weniger Fingerabdrücke!), zweiteres habe ich trotz regelmäßiger Reinigung mit einem Brillenputztuch nicht bemerkt – das Display ist bis auf die üblichen Tastaturabdrücke wie neu.

Im Gegenzug profitiere ich von schwächeren Reflexionen. Scheinbar wird ein Teil des eintreffenden Lichtes ähnlich einem matt entspiegelten Display in die unterschiedlichsten Richtungen gestreut, während der andere Teil wie bei einer Glasscheibe scharf (aber leicht gewellt) zurückgeworfen wird. Das klappt richtig gut, weil eine der Hauptschwächen von matt entspiegelten Displays – bei starker Sonneneinstrahlung kann man gar nichts mehr erkennen, ganz gleich, wie man das Gerät ausrichtet – wegfällt. Das gleicht die etwas helleren Displays beim Galaxy Tab S5e (450 statt 350 nits) und MacBook Pro (500 nits) im Freien ganz gut aus.

MacBook Pro 15.4 2019, Samsung Galaxy Book Pro 13 und Samsung Galaxy Tab S5e im direkten Vergleich.
MacBook Pro 15.4 2019
Samsung Galaxy Book Pro 13
Samsung Galaxy Tab S5e, allerdings mit günstiger Displayschutzscheibe
Apple versus Samsung
Die Schutzscheibe verwandelt das Tablet leider in einen Spiegel.
MacBook Pro 15.4 2019, Samsung Galaxy Book Pro 13 und Samsung Galaxy Tab S5e im direkten Vergleich.

Übrigens: Wenn nötig, könnt ihr auch im Intel Graphics Command Center (gratis zu finden im Microsoft Store) unter “Display” die Helligkeit anheben. Schon ist das Display deutlich heller als mit dem regulären Helligkeitsregler möglich, allerdings kann das eine negative Auswirkung auf die Kalibration und Farbbalance haben. Und natürlich belastet ihr die leuchtenden Bildpunkte mehr als sonst.

Ein Schwachpunkt beim Galaxy Book Pro 13 ist die Auflösung. Full HD finde ich bei dieser Größe noch gerade so akzeptabel, ein bisschen mehr wäre nett gewesen (4K hingegen ist völlig übertrieben und verbraucht nur unnötig Strom). Dass auch die 15,6-Zoll-Variante auf Full HD setzt, verwundert mich. Da kann man dann vermutlich die einzelnen Pixel zählen, was nochmals von dem bei OLED etwas größeren Abstand zwischen den Pixeln verstärkt wird – so sieht man ein Raster über dem Bild liegen.

Auch den Entschluss, auf das 16:9-Seitenverhältnis zu setzen, während viele Premium-Geräte bereits aus gutem Grund zu 16:10 oder 3:2 wechselten, finde ich fragwürdig. Anstatt eines dicken Randes unterhalb des Displays hätte ich mir mehr vertikale Auflösung für höhere Produktivität in Web- und Office-Anwendungen gewünscht.

Drei Beobachtungen noch am Rande: Betrachte ich das Display von der Seite beziehungsweise bewege meinen Kopf, taucht ein schimmernder Regenbogeneffekt auf. Zudem wirkt der ausgeschaltete Bildschirm bei viel Licht von der Seite aus etwas grünlich. Im Betrieb fällt das nicht auf. Hinzu kommt der Eindruck, dass besonders bei gedimmter Helligkeit das Panel ganz leicht flimmert. Auf einem Niveau, bei dem es mich nicht stört, aber eventuell ist es für besonders empfindliche Augen irritierend.

Die Entspiegelung trifft meiner Meinung nach einen guten Kompromiss ...
... zwischen glossy und matt.
Ob Textverarbeitung oder Urlaubsplanung, ...
... die Helligkeit des Displays und die Entspiegelung sind gut genug ...
... um das Notebook an einem hellen Tag im Freien unterwegs zu nutzen.
Besonders wenn etwas Dunkles hinter einem ist. Richtige Bildbearbeitung ist natürlich ausgeschlossen.
Die Entspiegelung trifft meiner Meinung nach einen guten Kompromiss ...
Filme & Co.

Der (fast) perfekte Entertainer für unterwegs

OLED-Panels sind besonders bei Fernsehern gerne gesehen. Wie schlägt sich das Samsung-Notebook also bei Film und Fernsehen? Nun, das Display hat die “VESA DisplayHDR 500 True Black”-Zertifizierung. Das bedeutet eine Helligkeit von mindestens 500 nits – laut Windows sind es sogar 617 nits, was schon in die Nähe aktueller OLED-TVs kommt.

Damit macht zum Beispiel der Anfang von “Ready Player One”, wo wir zum ersten Mal die virtuelle Realität sehen, viel Spaß. Die Chancen stehen gut, dass das Notebook in Sachen Bildqualität euren Fernseher schlägt.

Es kommt noch besser, denn im Gegensatz zu OLED-TVs bemerke ich keinen ABL (Auto Brightness Limiter). Fast alle Fernseher, die eine für HDR relevante Helligkeit erreichen, ganz gleich, ob LED, OLED oder QLED, kämpfen mit dieser technischen Einschränkung: Die maximale Menge Licht, die sie abgeben können, ist begrenzt. Die “VESA DisplayHDR 500 True Black”-Spezifikation verlangt mindestens 300 nits bei einem vollständig weißen Bildschirm – deutlich heller als alle OLED-Fernseher, die in der Regel etwas über 100 nits erreichen.

Wie gut das funktioniert sehe ich in “Herr der Ringe: Die zwei Türme”. Als es im Film kurz aufblitzt und komplett weiß wird, blendet es mich regelrecht. Auf einem normalen OLED-TV würde es auffallen, dass das Bild dunkler wird.

Aber Achtung: Das Galaxy Book Pro 13 ist ein Samsung-Gerät durch und durch. Dolby Vision wird nicht unterstützt. (Das mag auch an einer Limitation von Windows liegen.)

Leider ist das Display nicht perfekt für Filme geeignet, denn die Bildwiederholrate ist auf 60 Bilder pro Sekunde festgelegt. 24 oder 25 gibt es nicht. Bei den epischen Kameraflügen über die neuseeländische Landschaft bemerke ich, wie die Geschwindigkeit nicht ganz gleichmäßig ist, sondern immer wieder kurz beschleunigt und hängen bleibt. Der Effekt ist zwar ziemlich klein, aber vorhanden.

Was dem Notebook ebenfalls zum perfekten Entertainment-Glück fehlt, ist die “Black Frame Insertion”-Technologie – eine Technologie, um das störende Stottern bei Filmen zu reduzieren, ohne den Film in eine Seifenoper zu verwandeln. Zum Test sehe ich mir wieder “Herr der Ringe: Die zwei Türme” sowie die Anfangsszene von “Godzilla vs. Kong” an. Auch wenn ich es bemerke, irritiert es mich weniger als bei einem LG C6 mit 65 Zoll. Vielleicht liegt das ja an der Displaygröße. Gegen meinen Plasma haben beide Bildschirme keine Chance.

Sound

Klar verständlich & ausreichend laut

Der Klang aus den beiden Lautsprechern an der Unterseite geht in Ordnung, um mal ein YouTube-Video oder eine Folge von Serien wie “New Amsterdam” zu gucken. Dialoge sind klar verständlich und ausreichend laut. Auf tiefere Frequenzen muss ich allerdings fast vollständig verzichten, unter ungefähr 200 Hz passiert nicht viel. Für mich ist das guter Durchschnitt.

Für besseren Sound greift ihr daher zu externen Lautsprechern oder Kopfhörern. Die passende Kopfhörerbuchse ist bereits an Bord. Probiert habe ich sie mit meinen Beyerdynamic DT 990 Pro 250 Ohm, welche sich einen potenten Kopfhörerverstärker wünschen – auf maximaler Lautstärke reicht es beim Samsung für Zimmerlautstärke. Das ist normal für diese Hörer. Auch die Harman Kardon Fly ANC kriegen ihre Chance via Klinkenstecker Musik abzuspielen. Hier reicht die Power des im Notebook integrierten Verstärkers völlig aus. Wenn ich aufdrehe, nehmen sich die Bässe allerdings etwas zurück. Und insgesamt fehlt es ein kleines bisschen an Details, wenn ich es mit meinem großen Verstärker vergleiche.

Die Österreicher vom Kopfhörerspezialisten AKG haben den Sound optimiert.
Wunder erwarten darf man nicht, denn der Platz reichte nur für zwei Lautsprecher an der Unterseite.
Die Österreicher vom Kopfhörerspezialisten AKG haben den Sound optimiert.
Ausstattung

Eines Premium-Notebooks würdig

Mein Testgerät ist mit dem Intel Core i7-1160G7, einem Tiger Lake Prozessor der 11. Generation, ausgestattet. Er besitzt vier Kerne mit HyperThreading sowie die integrierte Iris Xe Grafikeinheit. Alternativ gibt es das Notebook mit einem Intel Core i5-1135G7 Prozessor.

16 Gigabyte RAM werkeln mit gemütlichen 2.133 Megahertz (MHz) vor sich hin. Positiv wirkt sich aus, dass scheinbar Dual Channel genutzt wird. Auch hier gibt es eine Einstiegsversion mit je nach Einsatzzweck ausreichenden 8 Gigabyte.

Einzig die SSD könnt ihr aufrüsten. Doch wenn ihr die Garantie behalten möchtet, rate ich euch dazu, zwischen den ab Werk erhältlichen 256, 512 und 1.024 Gigabyte zu wählen. In meinem Testgerät ist die Samsung MZ9LQ512HBLU-00B mit 512 Gigabyte verbaut. Es handelt sich dabei um ein OEM-Laufwerk, das von dem offiziellen Tool für Samsung-SSDs nicht unterstützt wird. Der Speicher schafft maximal 2.600 Megabyte pro Sekunde Lese- und 1.700 Megabyte pro Sekunde Schreibgeschwindigkeit. Typischerweise performen 256 Gigabyte schlechter, 1 Terabyte besser. Damit liegt die Leistung im für Notebooks üblichen Bereich, wobei es inzwischen auch schnellere Modelle gibt, wie die neuen Apple MacBook Pro.

Für den Alltag reicht die SSD völlig, Unterschiede sind kaum spürbar. Wo ich jedoch definitiv Unterschiede zu anderen Geräten merke, ist beim eingebauten Kartenleser. Während mein älterer USB-3.0-Leser bei einer neuen SanDisk Extreme 128 GB auf ungefähr 80 Megabyte pro Sekunde Lese- und Schreibgeschwindigkeit kommt, sind es beim integrierten Kartenleser lediglich 20 Megabyte pro Sekunde. Dadurch dauert der Import von Fotos unnötig lange. Auch der Nutzung als günstige Speichererweiterung steht die schlechte Performance im Wege.

Das Notebook erfüllt alle Anforderungen für die Evo-Spezifikation, wie schnelles Aufwachen aus dem Stand-by.
Die SSD ist flott, ...
... aber der microSD-Kartenleser arbeitet äußerst gemütlich.
Am oberen Displayrand sitzen eine 720p-Kamera sowie ...
... zwei Mikrofone, um Videokonferenzen zu ermöglichen.
Das Notebook erfüllt alle Anforderungen für die Evo-Spezifikation, wie schnelles Aufwachen aus dem Stand-by.

Nicht sehr lange dauern Übertragungen über das WLAN, vorausgesetzt ihr habt einen schnellen Wi-Fi-6-Router. Dann sind Übertragungen mit in meinem Fall bis zu 90 Megabyte pro Sekunde möglich, möglicherweise wäre mit einem anderen sogar mehr drin. Eine Kabelverbindung ist kaum schneller.

Und dann hat das Notebook auch noch einen Slot für eine Nano-SIM-Karte. Eine lohnenswerte Option, wenn ihr fast überall bequem und schnell im Netz sein wollt. In meinem Fall hat es im Spanien-Urlaub gut funktioniert, die Integration in Windows 11 ist wunderbar einfach. Auch bei der Geschwindigkeit habe ich wenig auszusetzen, trotz lediglich 4G sind Übertragungen angenehm schnell.

In Sachen Bloatware hält sich Samsung halbwegs zurück. McAfee LiveSafe ist in einer 28-tägigen Testversion vorinstalliert. Dazu kommt jede Menge Samsung-Software: ColorEngine, Galaxy Book Experience, Galaxy Book Smart Switch, Link Sharing, Live Message, Live Wallpaper, Quick Search, Quick Share, Bluetooth Sync, DeX, DPI Configuration, Flow, Gallery, Notes, PC Cleaner, Recovery, Security, Settings, Studio Plus, Update, Voice Note, Screen Recorder, SmartThings und Studio mode. Darunter sind nützliche Funktionen, wie die Möglichkeit, Ordner zu verstecken oder Fremde, die das falsche Passwort eingeben, aufzunehmen. Vieles basiert aber darauf, dass ihr auch ein Samsung-Smartphone beziehungsweise einen Samsung-Account benutzt. Dann seht ihr die Smartphone-Fotos, steuert das Telefon via Tastatur und Touchpad und vieles mehr.

Perfekt auf Reisen: Internet via LTE.
Mobile Datenverbindungen sind gut in Windows 11 integriert.
Einige Einstellungsmöglichkeiten, die man vom Smartphone kennt, warten hinter Mobilfunk.
Soll der Datentarif genutzt werden, wenn kein WLAN-Empfang vorhanden ist? Möchte man Traffic sparen, ...
... indem man Anwendungen, die ungefragt und unnötig Daten verbrauchen, keinen Internetzugang gewährt?
Das BIOS ist Notebook-typisch eher rudimentär gehalten.
BIOS-Updates werden über ein Updater-Tool gestartet.
Perfekt auf Reisen: Internet via LTE.
Kühlung

Atemlos, durch die Nacht... und den Alltag

Das Kühlsystem hinterlässt bei mir gemischte Gefühle. Grundsätzlich ähnelt der Aufbau dem der neusten MacBook Pro, mit Luftauslässen zwischen der obersten Tastenreihe und dem Display. Dieser Bereich wird frei gelassen, sodass die warme Luft sowohl offen als auch zugeklappt ideal entweichen kann.

Ganz leicht spüre ich, wie warme Luft entweicht. Aber wie kommt frische Luft in das Notebook? So gut wie gar nicht. Selbst bei Vollgas ist der Luftstrom, der in das Gerät gezogen wird, minimal. Dabei sorgen die hinteren Gummifüße für einen guten Abstand, sodass ein Tisch – sonst gerne Schwachpunkt bei der Kühlung von Notebooks – kaum im Wege ist. Das Galaxy Book Pro 13 scheitert dafür an den winzigen Löchern, durch die das Gerät atmen soll. Den einzigen Grund, den ich dafür erkennen kann, ist das Filtern von Staub – in der Tat konnte ich nach Einsatz auf einer staubigen Decke den ersten Ansatz eines kleinen Teppichs entdecken.

Während andere Notebooks also schnell zustauben und dann massiv an Leistung verlieren, bleibt das Galaxy Book Pro vermutlich sauber. Da ist fast ein wenig schade, dass die Reinigung für Bastler und Reparaturdienste relativ einfach sein sollte. Zur Öffnung müssen lediglich die Schrauben, die von den Gummifüßen verdeckt werden, gelöst und die festgeklippte Unterseite abgezogen werden. Schon sieht man die Innereien. Zum Beispiel die austauschbare M.2-2280-SSD. Gekühlt wird sie nicht.

Neben den kleinen Öffnungen, die die Luftzufuhr behindern, hat das Notebook auch mit seinen Dimensionen zu kämpfen. So war für dicke Lüfter, die die feinen Löcher mit schierer Gewalt überwindet sowie für umfangreiche Metall-Landschaften, über die frische Luft geblasen wird, kein Platz da.

Eine Heatpipe transportiert die Wärme vom Prozessor zum Kühlkörper, über den ein vergleichsweise großer Lüfter frische Luft pustet. Zum Vergleich: Im 2020er HP Spectre x360 sind drei Heatpipes sowie zwei kleinere Lüfter mit je einem Kühlkörper am Werk, um den Prozessor zu kühlen. Außerdem sind die Luftlöcher deutlich größer.

Das Ergebnis? Der Lüfter des Samsung Galaxy Book Pro 13 muss härter als üblich arbeiten, um gegen das Gehäusedesign anzukommen. Daher dreht er schneller und erzeugt ein hohes Geräusch, das einem Fiepen nahekommt. Zudem entstehen an den Kanten der Löcher Strömgeräusche in Form von Rauschen.

Ob auf- ...
... oder zugeklappt, hier entweicht warme Luft.
Suffocation, no breathing – warum sind die Löcher so klein?
Ob auf- ...
Performance

Da freut sich der Lüfter... Wheeeee!

Wie schnell ist nun das Notebook? Das hängt ganz davon ab. Als Erstes sollten wir über Thermal Design Power (TDP) reden. Grundsätzlich gilt: Je mehr Strom der Prozessor verbraucht (solange es sich um denselben Chip handelt), desto höher ist der Takt und damit die Geschwindigkeit, aber auch die Wärme, die entfernt werden muss, bevor der Laptop überhitzt.

Intel gibt für den im Testgerät verbauten Core i7-1160G7 eine TDP von 7 bis 15 Watt an – das Kühlsystem muss dauerhaft für diese Last ausgelegt sein. Außerdem erlaubt Intel für kurze Zeit eine Höchsttemperatur von 100 Grad Celsius, wird die überschritten, drosselt das Notebook. Ist das System innerhalb des thermalen Limits und sind die verbauten Spannungswandler dafür ausgelegt, darf es zudem für kurze Zeit Gas geben. Im Falle des Samsung habe ich 41,4 Watt gesehen. Lange hält der Boost nicht an, denn das Kühlsystem ist nicht in der Lage, den Prozessor ausreichend zu kühlen. Trotzdem ist es ein nützliches Feature, denn meistens soll der Computer zwar schnell auf eine Aktion reagieren, hat dann aber genug Zeit, um wieder abzukühlen, während der Anwender überlegt, was er als Nächstes machen möchte.

Das bringt uns zum entscheidenden Punkt: Was ist euch wichtiger? Performance oder Nervenheil? Seid ihr gewillt, Lärm zu ertragen? Dann habt ihr ein relativ zügiges Notebook.

Gesteuert wird das glücklicherweise in der “Samsung Settings”-App, was mir deutlich besser gefällt als die Performance-Profile in Windows. Außerdem gibt es ein Tastenkürzel (Fn + F11), was auch entsprechend beschriftet ist. Auf “Hohe Leistung” gestellt, fängt das Notebook realistischerweise mit 30 Watt an (die 40 Watt erreicht es nur für extrem kurze Zeit). Die Temperatur steigt schnell an und erreicht innerhalb Sekunden 100 Grad. Es folgt ein langsamer Abstieg, mit dem Ziel, 20 Watt zu halten. Zumindest, solange der Prozessor die 80 Grad kaum überschreitet. Ein Zeitlimit gibt es dabei nicht.

Die Geschwindigkeit liegt innerhalb der Spezifikationen des Prozessors und ist mit anderen Geräten vergleichbar, wobei manche im Performance-Modus noch ein wenig mehr geben können. Das schlanke Kühlsystem schafft es nur mit Ach und Krach, den Prozessor halbwegs im Zaum zu halten – er fällt immer wieder unter die 20-Watt-Marke. Das klappt erst, als ich das Notebook hinten noch etwas mehr anhebe. Zum deutlichen Rauschen der Luft gesellt sich ein sehr hohes Pfeifen, das mich an alte Festplatten erinnert. Zum Vergleich: Das HP Spectre x360 13t von 2019 hatte keine Probleme, 20 Watt herunterzukühlen.

Gerade die Unterseite des Notebooks kann bis zu 50 Grad heiß werden. Um Verbrennungen zu vermeiden, erkennt ein Sensor daher selbst minimale Bewegungen, die auf eine körpernahe Nutzung deuten. In dem Fall drosselt es den maximalen Stromverbrauch und senkt so die Temperaturen.

Auf “Optimiert” reduziert sich die Lüftergeschwindigkeit deutlich, ist allerdings dennoch gut hörbar. Das Rauschen geht stark zurück, während das Pfeifen nicht mehr ganz so hoch ist. Damit das bei erträglichen Temperaturen möglich ist, fällt der maximale Stromverbrauch bei Dauerlast auf 15 Watt.

Bei “Leise” verschwindet das Lüfterrauschen fast vollständig und es ist ziemlich still. Voraussetzung dafür ist, dass das Gerät direkt auf dem Tisch steht. Kann es freier atmen, wird das ebenfalls niedrigere “Fiepen” des Lüfters deutlich hörbar und, für mein Empfinden, unangenehmer. 10 Watt sind hier noch drin. Ich dachte schon, dass mein Tinnitus schlimmer geworden ist…

… bis ich “Kein Lüfter” aktivierte. Das Pfeifen, das an einen altmodischen Wasserkocher erinnert, ist weg, denn der Name tut, was er verspricht. Bei einer Prozessor-Zieltemperatur von ungefähr 60 Grad wird der Lüfter deaktiviert. Wärme muss auf natürlichem Wege entweichen.

Das ist natürlich katastrophal für die Performance, denn bei maximal 7 Watt ist bei Last eine Drosselung bis runter zu 400 MHz möglich. Und selbst dann kann es passieren, dass das System immer wieder kurze Ruhepausen einlegt und die 400 MHz nur zu 15 Prozent nutzbar sind. Selbst Alt + Tab wird somit mit deutlichen Wartezeiten quittiert. Das System muss nach jeder Aktion erst einmal etwas abkühlen dürfen, damit es sich noch halbwegs flüssig anfühlt. Dafür hält sich natürlich auch der Akku besonders lange. Und zum Schreiben eines Drehbuchs (oder Testberichts) reicht die Leistung.

Was bedeutet das in der Praxis?

In meinem regulären PC ist ein AMD Ryzen 9 3900X (12 Kerne) mit 48 GB RAM und einer GeForce RTX 3060 Ti verbaut. Der Prozessor ist undervoltet und auf 3.8 Gigahertz (GHz) festgesetzt – die 300 MHz, die er sonst schneller laufen könnte, erkaufe ich mir mit fast dem doppelten Stromverbrauch.

Im Alltag, also beim Browsen, Öffnen von normalen Dokumenten et cetera. fühlt sich das Galaxy Book Pro 13 nicht wesentlich langsamer an. Teilweise sogar schneller, da er auf einen höheren Takt boostet. Anwendungen, die von den 12 Kernen profitieren, sind leider rar gesät.

Selbst Lightroom Classic tut sich schwer daran, den Ryzen auszulasten und läuft auf dem Notebook im Performance-Modus ähnlich gut – auch mit angeschlossenem 4K-Display. Die Bilder für den Harman-Kardon-Test sowie partiell für diesen Test habe ich auf dem Samsung Galaxy Book importiert, gesichtet, bearbeitet und exportiert. Dabei musste ich jede Menge Staub wegretuschieren, habe an den Reglern gedreht und einiges mehr. Lediglich bei der Retusche hinkte der Intel Prozessor manchmal hinterher, wenn ich im Sekundentakt Staubkörner markiert habe. Manchmal habe ich nebenbei auf dem OLED-Display eine Serie geschaut, ohne, dass ich Performanceeinbußen bemerkt habe. Das Berechnen von 100 Vorschaubildern (Raw-Dateien mit 16 Megapixeln) erfolgte innerhalb von 2 Minuten, wobei das Notebook am Anfang spürbar schneller ist.

Für den Einsatz als Videoschnitt-Workstation ist das Galaxy Book Pro natürlich nicht ideal, hier wünsche ich mir von Samsung eine Variante mit größerem Display samt höherer Auflösung und besserer Kühlung. Aber als mobiler Begleiter eines Fotografen, besonders, wenn er Zuhause noch etwas Stärkeres hat, macht es eine tolle Figur. Auf dem brillanten Display kann man super seine Bilder präsentieren und bei Wartezeiten auch gleich bearbeitet, ohne allzu große Abstriche bei der Performance zu machen.

Zwei Probleme gibt es aber: Obwohl ich Windows gesagt habe, dass es 20 Minuten warten soll, bis das Display ausgeschaltet wird, geschieht dies nach 5 Minuten. Das konnte ich lösen, indem ich das Power-Profil von Windows auf “SAMSUNG-MODE” stellte.

Keine Lösung hingegen fand ich für Problem zwei: Hat sich das Display ausgeschaltet, geht das Notebook in den “Leise”-Modus. Ganz gleich, was eingestellt ist, ob “Hochleistung” oder “Kein Lüfter”. Das bedeutet maximal 10 Watt TDP. Das finde ich ärgerlich, denn hin und wieder möchte ich, dass das Notebook unbeaufsichtigt weiter arbeitet. Beispielsweise beim Lightroom-Export oder dem Encodieren eines Videos. Zwei Workarounds gibt es: Entweder, ihr verwendet ein externes Display und klappt das Gerät zu, damit es sein Bild nur an den Monitor ausgibt, oder ihr zwingt das integrierte Display dazu, an zu bleiben. Das wiederum macht Samsung aus gutem Grund schwer, denn damit riskiert ihr langfristig einen Burn-in. Ergo müsst ihr in dem Fall Tools nutzen, die ständig Mausbewegungen simulieren.

Zum Spaß installierte ich Forza Motorsport 7, ein zwar nicht mehr taufrisches, aber dennoch sehr schön anzusehendes Rennspiel. Mir war klar, dass es ganz schön ruckeln würde. Tatsächlich sind die Ladezeiten etwas länger als ich gewohnt bin. Als das Rennen dann aber lief, war der Framerate-Counter bei 60 fps festgenagelt. Passend zum Display hatte ich die Auflösung auf Full HD gestellt und dynamische Qualitätsanpassung aktiviert. Sicherlich konnte ich nicht die volle Grafikpracht genießen, aber ohne den direkten Vergleich fehlt mir nichts.

Die integrierte Xe-Grafik reicht tatsächlich, um hier und da mal mit reduzierten Einstellungen zu zocken. Allerdings wird das Notebook dabei auch etwas wärmer… an der Unterseite messe ich 52 Grad, über den Funktionstasten 46 Grad. Der Prozessor kratzt dabei an den 80 Grad und 15 Watt Stromverbrauch, die sich die Iris-Xe-Grafikeinheit mit den Prozessorkernen teilt.

Benchmarks

Ich bin zwar kein großer Freund von Benchmarks, da die Ergebnisse immer von den Einstellungen, den installierten Anwendungen und mehr abhängt. Aber mit Hilfe von Cinebench R23 kann ich mir die Auswirkung der Lüftereinstellungen ansehen. Dieser Test basiert auf der 3D-Software Cinema 4D, die zur Erstellung und Animation von 3D-Szenen genutzt wird. Ich weiß: kein typischer Anwendungsfall für dieses Notebook. Aber der Test ist gut wiederholbar, kostenlos (ihr könnt es also auch ausprobieren und euer System mit dem Samsung Galaxy Book vergleichen), läuft auch auf dem Mac und kann schön darstellen, wie sich das Gerät je nach Profil verhält. Zwei Tests stehen zur Verfügung: Entweder werden alle Kerne und Threads genutzt, oder lediglich ein Kern wird belastet.

Bei “Hochleistung” erreicht das Notebook in Cinebench R23 auf einem Tisch stehend 4.092 Punkte bei einer CPU-Temperatur von 82 Grad. Anfangs sind es 30 Watt, gegen Ende des Tests immerhin noch 17 Watt, was für 2,4 Gigahertz reicht. Darf das Notebook frei atmen, kommen sogar 4.319 Punkte heraus, denn dann reicht die Kühlung für 20 Watt und durchgängig 2.6 bis 2.7 Gigahertz. Das bedeutet, dass das Notebook als Grenze etwas über 80 Grad setzt – solange es die nicht überschreibt, gibt es Vollgas. An der Oberseite sind es angenehme 41 Grad, die Unterseite erreicht maximal 50 Grad.

Auf “Optimiert” schafft das Notebook noch 3.487 beziehungsweise 3.505 Punkte bei 2,2 Gigahertz, das Ziel sind hier eher ungefähr 15 Watt und 70 Grad. Dabei ist die Geräuschkulisse deutlich angenehmer – vermutlich der ideale Kompromiss zwischen Nerven und Performance.

“Leise” drosselt das System weiter, bei 2.457 beziehungsweise 2.454 Punkten ist das Ziel 10 Watt – der doppelte Stromverbrauch resultiert also nicht in der doppelten Leistung, kommt dem aber schon relativ nahe. Hat das Notebook freien Zugang zu Luft, bleibt der Prozessor bei angenehmen 54 Grad. Auf dem Tisch sind es 60 Grad. Es erreicht nur noch 1,6 Gigahertz.

Richtig spannend wird es bei “Kein Lüfter”, denn hier bleibt er gnadenlos aus. 1.565 beziehungsweise 1.616 Punkte bleiben übrig, wenn lediglich das Gehäuse ohne fremde Hilfe die Wärme abgeben muss. 1,2 Gigahertz, 60 Grad (auf dem Tisch Tendenz steigend) sowie 6–7 Watt TDP. Die Oberseite misst 35 Grad, die Unterseite 40 Grad. Interessanterweise bricht das System im Alltag aber gerne noch mehr ein, auf 5 Watt und ganze 400 Megahertz.

Im Single-Core-Test tut sich hingegen wenig. Ob “Hohe Leistung” oder “Optimiert”, bei 15 Watt und 93 Grad kommt das Notebook auf satte 3,9 bis 4 Gigahertz und 1.340 Punkte. Bei “Leise” sinkt die Temperatur auf 65 Grad und der Verbrauch auf 10 Watt, der Takt reduziert sich auf 3.500 Megahertz. Trotz größerer Unterschiede bei Verbrauch und Temperatur sinkt die Performance dabei lediglich auf 1.140 Punkte. Ohne Lüfter bleiben in diesem Benchmark noch 3 Gigahertz und 959 Punkte übrig, und das bei kühlen 50 Grad und 7 Watt.

Ihr braucht mehr Power? Einfach hier drücken.
Multi-Core-Performance, "Hohe Leistung", auf Notebookständer: 4.319 Punkte bei 20 Watt
"Hohe Leistung", auf dem Tisch: 4.092 Punkte bei 17 Watt
"Optimiert", auf Notebookständer: 3.505 Punkte bei 15 Watt
"Optimiert", auf dem Tisch: 3.487 Punkte bei 15 Watt
"Leise", Aufstellung weniger wichtig: 2.454 Punkte bei 10 Watt
"Kein Lüfter", Aufstellung weniger wichtig: 1.565 Punkte bei 7 Watt
Single-Core-Performance, "Hohe Leistung" und "Optimiert": 1.340 Punkte bei 15 Watt
"Leise": 1.203 Punkte bei 10 Watt
"Kein Lüfter": 959 Punkte bei 7 Watt
Ihr braucht mehr Power? Einfach hier drücken.
Akku

Kann lange durchhalten

Der eingebaute 60-Wattstunden-Akku reicht für zirka zweieinhalb bis drei Stunden – während das Notebook durchgehend auf Volllast arbeitet und auch das Display auf etwas über mittlerer Helligkeit an ist. Im normalen Alltag hält es deutlich länger durch, wobei es immer auf die gewählten Einstellungen oder im Hintergrund laufende Anwendungen ankommt. Da sich Windows damit schwer tut zu differenzieren, welche Aufgaben tatsächlich dringend sind und welche keine Priorität besitzen, empfiehlt es sich, möglichst wenige Tools, Virenscanner und Browserfenster im Hintergrund laufen zu lassen. Das wirkt sich deutlich auf die Akkulaufzeit aus.

Bei so einem tollen Display bietet es sich an, das Notebook als Fernseher zu nutzen. Dafür stelle ich das Notebook auf “Leise”, das Display auf 80 Prozent Helligkeit und öffne in Chrome Waipu. Das Ergebnis: Nach 4 Stunden und 45 Minuten geht das Notebook aus. Keine Traumwerte, aber wie ich finde in Ordnung.

Die Ladegeschwindigkeit hängt stark von der Akkutemperatur ab, denn je wärmer der Akku, desto schädlicher ist es, ihn schnell aufzuladen. Daher klappt es ausgeschaltet oder im Ruhezustand meist mit 60 Watt. Das bedeutet dann, dass der Akku alle 15 Minuten um 20 Prozent aufgeladen wird. Bei 76 Prozent fängt das Notebook an, weniger Strom aus der Steckdose zu ziehen. Bei 80 Prozent sind es 50 Watt, bei 84 Prozent 40 Watt und bei 90 Prozent (nach 75 Minuten) nur noch 21 Watt. Die letzten paar Prozent werden sehr gemächlich aufgefüllt, sodass die 100 Prozent nach 95 Minuten erreicht sind.

Nutzt ihr allerdings beim Laden das Notebook, heizt der Prozessor das Gerät zu sehr auf. Unter diesen Bedingungen sind es zwischen 20 und 45 Watt, die mein Messgerät anzeigt. Da hierbei auch noch etwas Strom zum Betrieb des Computers benötigt wird, dauert das Laden entsprechend lange.

Übrigens: ob USB-C- oder Thunderbolt-4-Port, beide Anschlüsse funktionieren einwandfrei zum Laden. Auch mit einem USB-C-Adapter mit Pass-Through-Ladefunktion sowie mit meinem Monitor habe ich keine Schwierigkeiten. Letzterer wird vom Notebook via USB-C mit einem 4K-Bild mit 60 Hertz sowie Stereo-Sound versorgt und gibt dem Galaxy Book Pro 13 zum Dank bis zu 45 Watt. Das reicht auch für den Dauerbetrieb.

Ein besonderes Wort der Erwähnung sollte auch das Netzteil erhalten, denn es ist ausgesprochen kompakt. Ich messe 5,0 mal 4,7 mal 2,7 Zentimeter für den eigentlichen Ladepart. Dazu kommen noch etwa 3,7 Zentimeter für den Stecker, insgesamt sind es also 8,7 mal 4,7 mal 2,7 Zentimeter für ein 65-Watt-Netzteil. Da das Netzteil kein fest verbautes Kabel verwendet, lässt es sich zudem besonders einfach verstauen. Sollte das mitgelieferte Kabel irgendwann kaputtgehen, benötigt ihr lediglich ein Ersatzkabel, das in der Lage ist 65 Watt sicher zu übertragen. Da dem Netzteil Power Delivery zugrunde liegt, kann ich auch andere Power-Delivery-fähige Ladegeräte verwenden. Zum Beispiel das 89-Watt-Modell von Apple, das deutlich größer und schwerer ist.

Das 65-Watt-Netzteil ähnelt sehr einem Smartphone-Ladegerät.
Es ist extrem kompakt. Zum Vergleich: eine 50 Cent Münze.
Links das Notebook-Netzteil, ...
... rechts das 30-Watt-Netzteil meines Xiaomi-Smartphones.
Das 65-Watt-Netzteil ähnelt sehr einem Smartphone-Ladegerät.
Fazit

Ist es das beste Notebook aller Zeiten?

Immer gerne dabei, denn das Notebook ...
... wiegt so gut wie gar nichts. So eignet es sich gut, ...
... um bei kurzen Wartezeiten noch ein paar Zeilen festzuhalten.
Dank des schlanken Formats passt es gut in meine Laptoptasche.
Schnell noch ein paar ...
Zeilen schreiben, während ich mich in Girona ausruhe.
Immer gerne dabei, denn das Notebook ...

Natürlich nicht – das lässt sich pauschal nicht sagen, denn das kommt immer auf den Anwendungsfall und die eigenen Prioritäten an.

Menschen, die wie ich ein starkes Notebook ohne große Gaming-Ambitionen suchen, ein Notebook, das für ein Leben unterwegs gemacht wurde, werden hier glücklich – vorausgesetzt, es existiert eine gesteigerte Lärmtoleranz. Ich sehe hier besonders Starbucks-Besetzer und Fotografen, die unterwegs Bilder zeigen, sortieren und bearbeiten möchten. Letztere können bequem auf dem Sofa durch das Internet stöbern, auf der Suche nach der nächsten Linse, Inspiration oder Reise.

Auch Studierende, die keine Lust auf schwere Laptops in ihren Messenger-Bags haben können sich sicher für das Galaxy Book Pro 13 begeistern: Dank guter Akkulaufzeit schreiben sie den ganzen Tag im Hörsaal mit. Und abends im Wohnheim schauen sie Serien und Filme in toller Bildqualität (ist der Bildschirm zu klein, bist du zu weit entfernt!).

Sogar im Firmeneinsatz kann ich mir das Gerät vorstellen, und zwar bei Mitarbeitern, die stets auf Achse sind, denen ein ThinkPad X1 nano aber nicht schick genug ist.

Der Grund ist einfach: Manche Sachen macht es unglaublich gut. Das Highlight ist sicherlich das OLED-Display, das für ein tolles, farbenfrohes Bild mit perfektem Schwarz sorgt. HDR-Content kommt besonders gut rüber, besser als bei den allermeisten anderen Notebooks und auch sehr vielen Fernsehern. Lediglich Auflösung und Helligkeit (bei normalen Inhalten) könnten höher sein, wobei Full HD bei 13 Zoll den meisten reichen wird und die Entspiegelung vieles tut, um die mittelmäßige Helligkeit auszugleichen. Außerdem wünsche ich mir ein anderes Bildformat als 16:9, also eins mit mehr vertikaler Fläche, wie 3:2.

Im Gegensatz zu anderen Notebooks, die es ebenfalls mit OLED-Panel gibt, wurde die “Galaxy Book Pro”-Reihe um das Display herum entworfen. Der Displaydeckel muss nicht ausreichend Platz für ein LCD-Panel bieten. Daher ist es erstaunlich schlank und wiegt lediglich 0,87 Kilogramm – ein Wert, den ich nicht oft genug betonen kann, wenn der Großteil der Konkurrenz zwischen 1,15 und 1,4 Kilogramm liegt. Das mag erst einmal nach einem kleinen Unterschied klingen, macht aber viel aus. Mir fällt die Rückkehr zu meinem herkömmlichen Notebook jedenfalls schwer. Dazu bietet es ausreichend Leistung, eine gute Tastatur und ein gutes Touchpad und ist zudem mit für diese Klasse außergewöhnlich vollständiger Portausstattung gesegnet.

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