Tests

Nikon D5500 Kit AF-P DX 18-55mm VR im Test



Zugeordnete Tags Kamera | Nikon
Bereiche

Bewertung
Gute Qualität - schlechter Autofokus
4

 Pro

  • Gute Bildqualität
  • Hohe Auflösung
  • Viele Funktionen
  • Full-HD-Videos
  • Klappdisplay
  • Touchscreen

 Contra

  • Langsamer, ungenauer Autofokus
  • Geringe Lichtempfindlichkeit des Kit-Objektivs
  • Hoher Preis

Heute stelle ich euch eine Spiegelreflexkamera der Mittelklasse vor. Die Nikon D5500 richtet sich nicht an Profi-Fotografen, sondern vielmehr an Hobbyfotografen, denen die Funktionen einer Kompaktkamera nicht ausreichen und die mit ihrer Kamera auch filmen wollen. Kann die Nikon D5500 diesen Spagat meistern?

Lieferumfang

Verpackung und Inhalt

Natürlich schauen wir zuerst mal in die Verpackung. Das Kürzel „Kit“ im Namen verrät schon, dass neben der eigentlichen Kamera auch ein Objektiv dabei ist. Das Set gibt es in verschiedenen Ausführungen, allerdings hat die Kamera nur zusammen mit dem 18-55mm-Objektiv den beliebten AF-P-Sensor verbaut.

Des Weiteren gehören ein Akku mit passendem Ladegerät, ein USB-Kabel zur Datenübertragung und ein Videokabel zum Set. Eine Trageschlaufe liegt ebenso bei wie passende Deckel für Objektiv und Kamera und eine Software, um Bilder und Videos zu importieren. Es gibt also alles, was man benötigt, nur die passende Speicherkarte muss man sich noch selbst kaufen.

Nikon D5500
Nikon D5500
Nikon D5500
Hardware

Kit-Objektiv 18-55mm

Als nächstes habe ich mir das Objektiv genauer angeschaut: Ein 18-55mm 3.5-5.6. Ja, es deckt den typischen Brennweitenbereich ab, den Anfänger nutzen. Es ist eine seichte Mischung aus etwas Weitwinkel und etwas Zoom, die Bildqualität geht absolut in Ordnung. Für ein paar Schnappschüsse unterwegs, wenn man keine anderen Objektive dabei hat, oder für Leute, die gar keine anderen Objektive nutzen wollen, reicht das mitgelieferte 18-55mm völlig aus. Praktisch ist der Transportschutz, den man durch Drücken eines Entriegelungsknopfs entsperren kann.

Der Nachteil eines Kit-Objektivs ist oft die Blende. Hier liegt f5.6 bei 55mm Brennweite vor. Damit kann niemand scharfe Aufnahmen in einem weniger hell beleuchteten Zimmer machen, ohne den ISO-Wert sehr hoch einstellen zu müssen.

Wenn wir aber ehrlich sind, bekommt eine Spiegelreflex erst durch eine Auswahl an passenden, guten Objektiven einen Mehrwert gegenüber Kompaktkameras (oder inzwischen sogar Smartphones). Hier empfehle ich also, genau wie bei jeder anderen Spiegelreflexkamera, gleich das Geld für Objektive eurer Wahl mit einzuplanen, denn diese sind oftmals nicht günstig.

Um die Kamera kennenzulernen genügt das Kit-Objektiv. Der eine oder andere wird vielleicht sogar dabei bleiben. Alle anderen kaufen sich ein lichtstarkes Objektiv ihrer Wahl dazu, wodurch die Spiegelreflexkamera zum echten Spezialisten wird.

Nikon D5500
Nikon D5500
Nikon D5500
Kamera

Der Kamera-Body

Überrascht hat mich der eigentliche Body durch sein geringes Gewicht und die geringe Größe. Dennoch liegt er relativ angenehm und sicher in der Hand. Wie gut er sich anfühlt, liegt natürlich immer im Auge des Betrachters, oder präziser: in seiner Hand.

Alle wichtigen Knöpfe sind vorhanden und gut erreichbar. Mir persönlich gefallen eher größere Bodys, die griffiger und sicherer in der Hand liegen und oft ohne Umgreifen bedienbar sind. Jedoch sind diese nicht so kompakt und leicht wie die D5500 von Nikon. Unterwegs, im Urlaub oder auf längeren Foto-Touren lernt man die D5500 dafür zu schätzen.

Neben den diversen Knöpfen für ISO, Belichtung, Einstellungen und anderen Funktionen hat die Kamera auch ein großes Display, einen Anschluss für einen Fernauslöser, ein Stativgewinde sowie Ausgänge für Video und HDMI und einen Eingang für ein externes Mikrofon für die Videoaufzeichnung. Kurz: Es gibt alles, was man benötigt, und man bekommt zusätzlich ein integriertes WLAN- zur Datenübertragung sowie ein optionales GPS-Modul.

Nikon D5500
Nikon D5500
Nikon D5500
Nikon D5500
Nikon D5500
Display

Klapp-Display

Auf der Rückseite befinden sich das 8,1 cm (3 Zoll) große LC-Display, das mit 1,04 Mio. Pixeln sehr scharf und detailreich ist. Auch an der Helligkeit und den Farben gibt es nichts auszusetzen. Man kann das Display außerdem zur Seite klappen und um 180° drehen, wodurch auch ungünstige Fotopositionen gut zu bedienen sind.

Das Highlight des Displays ist seine Touch-Funktion. Damit kann man sehr viele Optionen direkt über das Display eingeben oder direkt per Fingerdruck den Fokuspunkt wählen. Natürlich ist hierfür auch ein Livebild zu sehen, das inzwischen fast unverzichtbar ist.

Nikon D5500
Nikon D5500
Nikon D5500
Nikon D5500
Nikon D5500
Hardware

Langsamer Autofokus

Der Autofokus arbeitet mit 39 Fokusfeldern und soll gegenüber dem Vorgängermodell besonders im Liveview-Einsatz doppelt so schnell reagieren. Überzeugen konnte er mich aber absolut nicht.

Nutzt man das Display für die Liveview und fokussiert über den Touchscreen, vergehen nicht selten zwei Sekunden, bevor ausgelöst wird. Ist man dann noch in einem weniger hell ausgeleuchteten Raum und versucht zum Beispiel, eine Katze zu fotografieren, ist diese nicht selten schon gar nicht mehr im Bild, wenn das Foto gemacht wird.

Dazu kommt, dass man natürlich bedingt durch die Art, wie man die Kamera hält, und dass man auf das Display drücken muss, auch selbst noch verwackelt. Hier ist Verbesserungspotenzial möglich und dringend erwünscht.

Was der Autofokus aber wirklich leisten kann, wird deutlich, wenn man den optischen Sucher verwendet, wie es auch die Profis tun. Dann fokussiert der Autofokus sehr schnell und die Aufnahmen gelingen plötzlich so, wie man es sich wünscht. Nicht nur, weil die Kamera nun auch viel stabiler in der Hand liegt und man weniger verwackelt. Zeitweise habe ich das Display sogar zugeklappt, da es vorkam, dass ich versehentlich mit der Nase darauf herumdrückte, während ich durch den optischen Sucher schaute.

Nikon D5500
Nikon D5500
Hardware

Sehr gute Bildqualität

An der reinen Bildqualität gibt es wirklich nichts auszusetzen. Der APS-C-Sensor mit einem Cropfaktor von 1,6x leistet super Arbeit. Bei einer Auflösung von 24,2 Megapixeln wirkt jedes Bild gestochen scharf, hat einen sehr hohen Dynamikumfang und einen schönen Kontrast. Farben wirken sehr lebendig und echt und sind keinesfalls übersättigt.

Auch die Lichtempfindlichkeit (ISO) von 100 – 25.600 überzeugt. Dabei ist das Rauschverhalten bei einem Wert von bis zu 1.600 noch angenehm niedrig und wird erst darüber etwas stärker.

Innenaufnahme
guter Kontrast
Test Tiefenschärfe bei großer Blende
Macroaufnahme
Innenaufnahme
Software

Zahlreiche Funktionen

Die Nikon D5500 bietet einiges an Einstellungen und Funktionen. Leider sind viele davon nur sehr umständlich zu finden oder jeweils nur in bestimmten Modi nutzbar. Hier braucht es eine längere Lernphase, um die Kamera richtig kennenzulernen.

Sehr nett, aber in meinen Augen Spielerei sind die Live-Filter. So kann man neben Schwarzweiß auch noch bestimmte Farbeffekte oder Verzerrungen im Liveview nutzen oder Fotos wie eine Spielzeugwelt aussehen lassen.

Nikon D5500
Nikon D5500
Nikon D5500
Kamera

Full-HD-Videofunktion

Neben Fotos kann die Nikon D5500 auch Videos in Full HD mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln bei 60fps aufnehmen. Das Bild ist hierbei nahezu genauso gut wie bei den Fotos und überzeugt auf ganzer Linie. Außerdem gibt es auch hier zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten.

Für Hobbyfilmer oder YouTuber kann dies der Weg zu professionellen Aufnahmen sein. Empfehlen würde ich aber auch hier ein passendes Objektiv und den manuellen Fokus, da dieser im Liveview gern daneben liegt oder hörbar sucht.

Der Ton wird über ein integriertes Stereomikrofon aufgezeichnet, das für Innenaufnahmen eine beeindruckende Qualität liefert. Wem dies nicht ausreicht, für den steht ein Mikrofonanschluss bereit, um externe Mikrofone anschließen zu können.

kw1617_c-canon-eos-5D-dslr-kamera-spiegelreflex-objektive-cashback-aktion-

Technische Daten

Gute Akkulaufzeit

Der Akku hat eine Kapazität von 1.250 mAh, wodurch im normalen Betrieb ca. 800 Fotos oder über zwei Stunden Video aufgenommen werden können. Das ist angesichts der geringen Größe ein sehr guter Wert. Natürlich kann man den Akku leicht austauschen, wenn man einen zweiten dabei hat.

Langzeitbelichtung in der Nacht
Zoom-Aufnahme mit 55 mm
Weitwinkel mit 18mm
voreingestellte Effekte
Langzeitbelichtung in der Nacht
Fazit

Fazit

Für den Preis von 799 Euro bekommt man bei Cyberport die Nikon D5500 Kit AF-P DX 18-55mm VR. Eine sehr kompakte und leichte Spiegelreflexkamera mit sehr vielen Funktionen, einer guten Akkulaufzeit und sehr guter Bildqualität. Das Kit-Objektiv überzeugt zwar durch die gute Qualität, lässt aber wegen seiner geringen Lichtempfindlichkeit zu wünschen übrig.

Die Highlights der Kamera sind ihre Videofunktion sowie das gute Klappdisplay, das sich zudem drehen lässt. Die größte und in meinen Augen schmerzhafteste Baustelle dagegen ist der Autofokus. Auch wenn Nikon ihn bereits mehrfach verbessert hat, ist er zu langsam und zu ungenau, um ihn in dieser Preisklasse empfehlen zu können.

Auch die Bedienung der Kamera und das Erlernen der Funktionen und Einstellungen ist nichts für Anfänger und bedarf etwas Einarbeitungszeit. Wer sich damit aber länger befasst, der bekommt sehr viele Möglichkeiten in einer einzigen Kamera mit guter Qualität geboten. Entscheidet also selbst oder schaut euch die Kamera am besten im nächsten Cyberport Store live an!

 

RSS-Feed

Werde Autor!

Dieser Beitrag wurde von veröffentlicht.
hat bereits 88 Artikel geschrieben.
Sei auch dabei: Werde jetzt Autor und teile dein Wissen!

Kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

Ähnliche Beiträge

Liebling, ich habe das Smartphone geschrumpft — das Sony Xperia XZ2 Compact im Test

Tests

20.09.2018

 | Daniel Wiesendorf

Ich erinnere mich, als ob es gestern war: Mein erstes Android-Smartphone hatte ein 3,2-Zoll-Display, größere gab es nicht. Dann wurden sie immer größer. Das Zweite hatte bereits 4,65 Zoll und bei Numero Drei waren wir schon bei 5 Zoll angelangt.... mehr +

Echte Smartphones haben Kurven - das Sony Xperia XZ2 im Test

Tests

06.09.2018

 | Daniel Wiesendorf

 | 2

Es stand mal wieder mein jährlicher Spanien-Urlaub an. Die ideale Zeit, um einen neuen Fotoapparat zu testen. Mir wird eine neue Sony-Kamera angeboten. Cool. Etwa die neue A7R III? Ein Kollege war schneller. Stattdessen darf ich die neuen... mehr +