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Nachschlag zum Produkttest: Dell Inspiron Duo



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Kurztest mit Ubuntu und Schlusskritik
Wie in dem eigentlichen Produkttest zum Dell Inspiron Duo bereits angedeutet, habe ich nun auch auf diesem Notebook das Ubuntu-Linux Betriebssystem einmal installiert und angetestet, wie ich es eigentlich mit all meinen Testsystemen mache. Außerdem hab ich einige Fotos davon gemacht, auf welche Arten man den Bildschirm drehen kann bzw. wie man diese unterschiedlichen Positionen sinnvoll einsetzt. Abschließend muss ich aber leider noch auf ein paar kleinere Probleme hinweisen, die mir erst mit der Zeit aufgefallen sind.
Ubuntu
Ausgerechnet der Touchscreen machte bei der Erkennung unter Ubuntu Schwierigkeiten, wohingegen jegliche weitere Hardware korrekt eingebunden wurde. Etwas unschön war auch die Mit-Installation des Grub-Bootloader, die einfach passiert wenn man nicht genau aufpasst. So musste ich dann das ursprüngliche System mit der mitgelieferten System-CD wieder herstellen, bevor ich das Duo zurücksenden konnte. Der Test mit Linux war also schon mal erfolgreich, was bei Dell-Rechnern aber auch nicht so sehr etwas Besonderes ist. Aus Zeitgründen konnte ich mich mit der Touchscreen-Problematik nicht so sehr auseinander setzen, aber ich bin mir sicher, dass Ubuntu-Hersteller Canonical auch dafür eine Lösung entwickeln kann (oder schon hat).

Die gefühlte Leistungsfähigkeit war etwas besser als an meinem Netbook mit Atom N270 CPU; eine SSD hätte der Systemgeschwindigkeit aber sicher zusätzlich gut getan. Über den fragwürdigen Sinn von Magnetfestplatten in Tablet-PCs (Stichwort:Erschütterungsempfindlichkeit) hatte ich mich ja schon beim letzten Mal ausgelassen, aber hier spielt sicher auch der Preis eine Rolle. Andererseits ist das Dell Inspiron 1019, wie es ja laut Karton heißt, mit 579 Euro ja auch nicht ganz billig, die hundertzwanzig Euro für die Dockstation mal noch nicht mit eingerechnet. Zumindest eine Ausweichvariante mit 32GB Solid State Disk wäre nett gewesen, aber so was verkauft sich wohl in Deutschland noch nicht vernünftig.

Nutzvarianten / Aufstellmöglichkeiten
Sieht man mal von einer normalen Schreibposition ab, die man sicher am ehesten beim Arbeiten anwenden würde, bieten sich durch das variable Display noch so einige andere Varianten…manche sinnvoller, manche weniger sinnvoll. Den Einsatz als digitalen Bilderrahmen kann man sich sicher selbst noch vorstellen – die Position eignet sich natürlich auch zum TV schauen – einige weitere sieht man auf den Bildern.

Wer so einen dicken „Wamst“ hat wie ich, kann das Inspiron Duo auch darauf sinnvoll nutzen. Bei Durchsicht der Positionen fragt sich bei einigen jedoch, ob diese wirklich sinnig einsetzbar sind, denn häufig scheint der starre Rahmen dem Bildgenuss im Wege zu stehen. Hier hätte man sich eine Klappfunktion auf Höhe der Scharniere gewünscht, wodurch der Rahmen als eine Art zusätzliche Stütze nach hinten hätte dienen können oder zumindest nicht im Weg wäre. Dazu hätte dieser Rahmen allerdings etwas stabiler, also z.B. aus Metall, gebaut sein müssen, wie ich es an einem Modell eines anderen Herstellers auf der CeBIT gesehen habe…hätte wenn und aber hilft aber nix. So schlecht ist das Konzept aber auch wieder nicht, nur: es ginge wohl besser.

Dell Inspiron Duo – Display-Möglichkeiten“

Langzeiterfahrung
Über einige Eigenheiten des Inspiron Duo habe ich mich ziemlich gewundert, über andere richtiggehend geärgert. Erst einmal ist das System so mit Bulkware überfrachtet, dass schon bei Systemstart ein Großteil der Ressourcen in Gebrauch sind, was den Rechner unnötig verlangsamt. Das stellt sich vor allem im Windows Media Center so dar, dass ein flüssiges Arbeiten kaum möglich ist. Zieht man beispielsweise die EPG-Anzeige mit dem Finger von oben nach unten, so dauert es bis zu vier Sekunden, bis überhaupt eine Reaktion erfolgt. Erst als ich einige Programme rausgeschmissen, den dauernd nervenden Virenscanner ersetzt und ein paar Dienste gestoppt hatte lief das Ganze etwas flüssiger ab. Unter Ubuntu gab es solche Probleme natürlich nicht ,-).

image

Hinzu kommen einige Hardwareschwächen, die ich nicht erwartet hätte. Dass es keinerlei Möglichkeit gibt, einen Monitor anzuschließen, ist schon schade, war aber bereits Kritikpunkt im eigentlichen Testbericht. Wie sehr sich jedoch nach kürzester Zeit die Oberflächengummierung an den Kanten lösen würde, auf denen das Inspiron Duo zu stehen geeignet sein soll, hätte ich nicht gedacht. Eine kleine Wahrscheinlichkeit besteht noch, dass das tatsächlich so sein soll, denn die Gummierung scheint nur aufgedampft o.ä. zu sein. Auch der Firma Dell müsste also klar gewesen sein, dass es sich dabei nicht um eine dauerhafte Oberfläche handelt. Die abgebröselten Gummierungen sehen aber wirklich nicht sehr schön aus und das Netbook in diesem Zustand zurücksenden zu müssen, ist
mir etwas unangenehm.

Hatte ich im Haupttest noch die Abdeckklappe für die USB- und Audioanschlüsse gelobt, relativiert sich das nach einigen Tests leider wieder: Zum Einen ist für die einzelnen USB-Geräte nur sehr wenig Platz vorhanden, weswegen ich neben meinem TV-Stick kein weiteres Gerät platzieren konnte. Ganz zu schweigen von dem bei der Eye-Fi Explore X2 SD-Wlan-Karte mitgelieferten, kleinen Cardreader (dazu in einem anderen Artikel mehr), der noch nicht einmal als einzelnes Gerät genug Platz findet. Noch dazu sind die USB-Slots leicht schräg nach unten zeigend eingebaut, so dass die jeweilige Peripherie in Richtung der Auflagefläche Druck ausübt und so dauerhaft auf Spannung ist. Nicht zu vergessen befindet sich dazwischen noch die geöffnete Klappe, die den Druck und den benötigten Platz weiter vergrößert, so dass sogar das Gewicht des Netbooks aufgewogen wird. Es hebt sich also vorne links das Beinchen und das Netbook steht nur noch auf drei Füssen und dem Stick – es wird wacklig; ganz abgesehen von dem Effekt, den das auf den Anschluss haben wird. Ein echtes NoGo.

image

Der Vollständigkeit halber seien am Schluss noch zwei Punkte erwähnt, die nicht direkt auf- bzw. ins Gewicht fallen: Zum Einen ist der Powerschalter sehr weich gelagert weswegen man nahezu keinen Druckpunkt fühlt. Normalerweise kein Problem, sieht man ja an der LED ob das Einschalten geklappt hat, ist das beim Not-Aus (fünf Sekunden gedrückt halten) schon „frickeliger“. Mit einer angeschlossenen USB-Festplatte („funktioniert“ aber auch mit einem USB-Stick) hängte sich das System beim Bootvorgang sogar so auf, dass nicht einmal dieser Trick noch funktionierte. Wegen der weichen Powertaste hab ich das aber nicht nur ziemlich lange versucht, sondern auch schwer an mir gezweifelt. Zum anderen ist ein solcher Absturz während das BIOS lädt aber ebenfalls ganz schön ungewöhnlich; vielleicht ist an meinem Modell tatsächlich etwas defekt. Trotzdem war das ziemlich ärgerlich, vor allem weil man drei Stunden warten muss bis der leere Akku den ersehnten Shutdown erzwingt (sehr schön auch auf Reisen!), denn dieser ist ja nicht vom Nutzer entfernbar. Einen Reset-Button hab ich übrigens auch nicht gefunden.

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1 Kommentar

  1. Jeff schrieb am
    Bewertung:

    Hallo Matthias
    Vielen Dank für den Artikel. Ich muss (oder darf) Dir wirklich ein Kompliment machen. Man zuerst einmal auf die Idee kommen Ubuntu-Linux auf das Gerät zu installieren. Ich habe im Web sonst nirgends einen Artikel gefunden über das Insprion Duo mit Ubuntu-Linux und vor allem auch nicht mit den Langzeit Erfahrungen. Ich denke Du deckst mit dem Artikel eine Nische ab und bittest so einen Mehrwert gegenüber anderen Blogs über das Inspiron Duo. Vor allem bringst Du auch wirklich Details rein und nicht die selben Sachen die schon in verschiedenen Reviews stehen.

    Ich selber habe auch einen Artikel über das Inspiron Duo geschrieben und wollte jetzt natürlich schauen wie es andere so machen. Bisher gefällt mir der Artikel bei Cyberbloc am besten!

    Beste Grüsse
    Jeff von givemeatopic

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