Tests

Motorola RAZR: Testbericht



2
Bereiche

Flache Flunder
Sven hatte für die Vorstellung des Motorola RAZR schon den passenden Rahmen gefunden – der Vergleich mit dem Ur-RAZR hätte nicht besser sein können. Aber es ist auch traurig zu sehen, das Motorola seit 2004 (und dem Motorola RAZR) keinen Hit mehr landen konnte, kein Telefon dass sich so gut verkaufen konnte, kein Telefon dass so zum Verdienst der Firma Motorola beitragen konnte. Selbst mit der Unterstützung des kostenfreien Smartphone-OS Android hat es Motorola bisher nicht geschafft profitabel zu werden, inzwischen sind sie Teil von Google geworden. Gleichwohl ist das Motorola RAZR der Beweis, dass Motorola von Google bisher noch unabhängig ist, denn quasi zeitgleich mit der Vorstellung des Motorola RAZR mit Android 2.3 ist auch das Samsung Galaxy Nexus vorgestellt worden – letzteres jedoch schon mit Android 4.0 ala Ice Cream Sandwich. Aber Ice Cream Sandwich ist nicht der Ziel des Testberichtes, mein Wunsch war es, den (Namens-)Nachfolger des legendären RAZR zu testen – auch ich war großer Fan des Motorola RAZR und zugleich stolzer Besitzer der First -dition des RAZR mit der Alu-Schachtel. Leider kann ich im Gegensatz zu Sven keine Vergleichbilder schießen, mein Motorola RAZR hat zwischenzeitlich das Zeitliche gesegnet. Aber nun ab zum Testbericht und dem aktuell flachsten Smartphone.
Design
Um den Titel „dünnstes Smartphone“ gibt es einen erbitterten Wettstreit – hier zählt aber meist nicht die dickste Stelle, sonder der flachste Punkt. Diesen Punkt hatte bis dato das Samsung Galaxy S2 innegehabt. Jetzt hat Motorola mit dem RAZR nachgezogen und mit der Bauhöhe von 7,1 mm an der flachsten Stelle das Samsung um knappe 1,5 mm geschlagen.

Allerdings passt bei solchen Tiefen die Kamera nicht mehr in das Gehäuse, deshalb gibt es beim Motorola wie auch beim Samsung eine Ausbeulung in Höhe der Kamera. Das Flache hat aber auch einen gravierenden Nachteil – zumindest aus Sicht derer die das iPhone immer wegen des nicht austauschbaren Akkus kritisiert haben – denn hier hat Motorola auch auf einen wechselbaren Stromspeicher verzichtet. Ein zweiter Nachteil ist, dass auf Grund der flachen Bauform das Smartphone unnatürlich groß wurde. Der Rahmen wirkt im Vergleich mit anderen 4,3 Zoll großen Smartphones einfach zu breit, als das er noch wirklich schön wäre. Wenn wir schon beim Display sind – hier hat Motorola mit dem AMOLED-Display den richtigen Griff gemacht, die Kontraste sind nahezu perfekt, das schwarz ist schwarz und die Auflösung ist mit 960 x 540 für Android-Smartphones sehr hoch.

Der Stahlrahmen ist auf der Rückseite mit Kevlar verstärkt, damit erhält das RAZR einen massiven Look und es wirkt verwindungssteif. Hier habe ich aber auf Grund der Leihgabe von Cyberport auf weitere Tests verzichtet. Auch wenn es sehr stabil daherkommt – es finden sich bei dem RAZR auch keine Abdeckungen eines Micro-USB Anschluss oder Mini-HDMI Kabels wie beim Motorola Defy – hier gilt „schick“ vor „robust“.

Motorola RAZR“

Performance
Unter der Haube des RAZR tut ein Dual-Core Prozessor mit 1,2 GHz und einen 1GB Arbeitspeicher seinen Dienst, Handlangerdienste wie die Grafikberechung erledigt der PowerVR SGX540 Chip. Damit wird Android ziemlich schnell, es gibt quasi keine Verzögerung mehr wenn man durch das Menü zappt oder eine App aufruft.

Sicherlich, wenn wir auf die reine Spec-Ebene betrachten ist das iPhone 4S mit 1.5 GHz deutlich schneller, aber das spielt in einer Post-PC-Welt auch nicht mehr die entscheidende Rolle. Wichtig ist, dass der Anwender mit der Leistung und der Schnelligkeit zufrieden ist. Motorola ist mit dem Motoblur auch einen wichtigen Schritt weitergegangen, hier merkt man nichts mehr davon, dass das Motorola-eigene Userinterface langsam und einfach nur schlecht ist. Es gefällt inzwischen deutlich besser und macht weniger Mühe. Gleichwohl mag ich es immer noch nicht, meine Daten auf einer weiteren Cloud zwischenzulagern. Aber bei der Einrichtung des Motorola Smartphones kann man die Einrichtung von Motoblur überspringen und sich wenigsten aus dieser Cloud raushalten.
Auch wenn jetzt wieder die Freunde von austauschbaren Akkus aufschreien werden, dank des festverbauten Stromspeichern (der einfach eine bessere Raumausnutzung und damit ein Mehr an Kapazität bietet) kann das Motorola RAZR deutlich länger durchalten – aber hier geht es um das Durchhalten bis zum Abend eines Arbeitstages und nicht um das Betteln nach einem Ladegerät am frühen Nachmittag. Hier ist das RAZR anderen Android-Smartphones ein paar wenige Stunden voraus – und das ist wirklich lobenswert.

Kamera
Mit marktschreierischen acht Megapixel gibt das Motorola Smartphone an, aber wie immer ist bei den lautesten Schreihälsen nicht sonderlich viel dahinter, wenn es um die Leistungsbewertung geht. Hier kann das RAZR nicht auf den Standard eines iPhone oder Samsung oder gar HTC aufschließen. Es mangelt an Details, Farben – einfach an der korrekten Darstellung eines Fotos. Auch ist die Positionierung der Linse nicht sonderlich clever: Zum einen liegt sie genau in dem Wulst des RAZR – genau dort wo man mit den Fingern hinfasst um das RAZR aus der Tasche zu ziehen (verschmierte Linse garantiert) – und dann noch direkt neben der Foto-LED, sprich wenn man nicht aufpasst, verdeckt man mit dem Finger die LED so unglücklich, dass man das Foto bedauerlicherweise beleuchtet und damit die Aufnahme zu hell wirkt. Das wirkt sich zusätzlich auf die eher schlechte Qualität der Fotos auf – ein Freund hat es mehr oder weniger als Pixelbrei bezeichnet im direkten Vergleich mit dem iPhone 4S.

Test der Kollegen von Giga.

So schlecht die Fotos auch sind, so gut sind die Videos die man mit dem RAZR aufnehmen kann. Full HD, sprich 1080p – damit kommt man schon ganz gut an. Natürlich ist auch hier der Vergleich mit einer echten DSLR nicht gegeben, aber für ein Smartphone ist es echt gut. Deshalb Hut ab.

Android
Hier hat Motorola einfach nur einen schlechten Griff gemacht und mit Android 2.3 genau die Android-Version genommen, die bereits einen Nachfolger gefunden hat – Android Ice Cream Sandwich oder 4.0. Wenn das RAZR ein paar Wochen später auf den Markt gekommen wäre, ja dann wäre das RAZR auch eines der ersten Smartphones mit Android 4.0 gewesen- Aber wäre hätte wäre: Hier haben die Verantwortlichen anders entschieden und damit dem RAZR nur einen Spitzenplatz um das Rennen des dünnsten Smartphones mitgegeben, nicht um die aktuellste Software.

Mit Android 2.3 hat der Prozessor keine Probleme, das RAZR rennt wie Sau und es macht Spaß das Smartphone zu bedienen. Ja wenn nicht im Hintergrund die Stimme im Kopf wäre, die immer anmerken würde: Mit Ice Cream Sandwich wäre alles besser, schöner und neuer.

Fazit
Leider hat Motorola nach dem RAZR nicht mehr den Erfolg geschafft, den die Firma einst genießen konnte. Denn nicht nur das Design war allein wichtig, die Software und die User Experience sind das A und O – hier hat das iPhone den heut bekannten Weg gezeigt.

Und so haben mit dem neuen Motorola RAZR die Verantwortlichen auch wieder den Sprung an die Spitze verpasst, denn was nützt das beste Design, das dünnste Smartphone und ein schickes Display wenn die Software nicht mehr State of Art ist?

Mit Android 2.3 kann man die Early Adopter nicht hinter dem Ofen hervorlocken die es braucht um ein Smartphone zum Erfolg zu führen – mit Android 2.3 kann man nur die Standarduser anlocken die ein schickes Smartphone haben wollen. Aber hier ist die Konkurrenz mit Samsung Galaxy S2 und Co zu groß und der Gewinn zu klein. So bleibt nur der Trostpreis für das RAZR und die Hoffnung, das Motorola nicht immer wieder die gleichen Fehler macht.

RSS-Feed

Werde Autor!

Dieser Beitrag wurde von veröffentlicht.
hat bereits 856 Artikel geschrieben.
Sei auch dabei: Werde jetzt Autor und teile dein Wissen!

2 Kommentare

  1. usa prepaid schrieb am
    Bewertung:

    Habe endlich mein neues Motorola Razr in der Hand und teste es gerade im Urlaub in Amerika ausgiebig mit meiner neuen USA Prepaid SIM : http://www.prepaid-global.de/usa-amerika.html

    Ausführliches Feedback für das Razr folgt, habe aber noch Probleme mit dem mobilen Access point – mein Galaxy konnte das, das Nexus scheint das nur über eine App zu ermöglichen, welche bei mir nicht läuft.
    Kann jemand helfen?

  2. daten roaming schrieb am
    Bewertung:

    mhhh Habe jetzt auch seit einem Monat das Razr. Bin Soweit zufrieden. Mals was anderes, als immer nur iPhone… obwohl ich mit windows mobile erstmal klar kommen muss. Fehler schon ein paar features wie z.B. eine inbox für mehrere E-Mail Adressen.

    Wegen dem Daten Roaming habe ich noch einmal eine Seite bei Webseite hingeschrieben. Ist ähnlich wie Prepaid Global. Dort gibt’s auch ein paar infos

Kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

Ähnliche Beiträge

Der kleine Bruder des kleinen Bruders: Microsoft Surface Laptop Go im Test

Tests

07.01.2021

 | André Nimtz

Man glaubt gar nicht, wie schwer es sein kann, in den Produktserien so manchen Herstellers durchzusehen. Aus jüngster Erfahrung hat mich zum Beispiel die Recherche nach einem Wäschetrockner gebeutelt und ich kann bis heute nicht mit Gewissheit... mehr +

Altbekannt & doch anders: Microsoft Surface Earbuds im Test

Tests

22.12.2020

 | André Nimtz

Böse Zungen könnten behaupten, dass Apple 2016 bewusst den Klinkenanschluss wegoptimierte, um im gleichen Atemzug Relevanz für die neuen AirPods zu schaffen. Immerhin haben aber die AirPods in den letzten Jahren zweierlei geschafft: Sie verkaufen... mehr +