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LG-Smartwatch G Watch R im Wearable-Test



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Bereiche

Bewertung
Sehr gute Smartwatch
4,5

 Pro

  • Sehr gutes Display
  • Kinderleichtes Pairing
  • Bequeme Einrichtung
  • Gefällige Aufmachung
  • Einfache Bedienung
  • Kurze Reaktionszeiten
  • Guter Fitnesstracker

 Contra

  • Magnetische Ladestation etwas wackelig
  • Design hat Luft nach oben
  • Display-Form zunächst Gewöhnungssache

In welchem Entertainment-Technik-Sektor ich mich aktuell auch umschaue, mir scheint, als hätte sich LG zu einer festen Größe etabliert. Sorgte der Ausflug in die Notebook-Welt anno 2011 eher für Schmunzeln und das 3D-Tablet-Experiment für unterdruchschnittliches Aufsehen, so erobert der versierte Südkoreaner heute Sektor um Sektor zurück. Vom Smartphone G3 über das Android-Tablet G Pad 10.1 bis hin zu günstigen und gleichsam fortschrittlichen UHD-Fernsehern bietet LG in zahlreichen Sparten attraktive und technisch ebenbürtige Alternativen zu Samsung, Sony und Co.

Und auch im Wearable-Bereich findet der Smartwatch-Freund schnell eine Alternative von LG, die aktuelle G Watch R, die mit einem 1,2 Gigahertz starken Snapdragon-Dual-Core, klassisch-rundem OLED-Display und Android-Wear-System ordentlich Eindruck schindet. Und auch der Preis von derzeit 259,90 Euro scheint der LG-Tradition Top-Technik zum hervorragenden Preis Rechnung zu tragen. Aber kann die G Watch R im Alltag wirklich überzeugen oder bleibt die Begeisterung auf dem Papier zurück? Der Test wird’s zeigen.

Lieferumfang

G Watch, Ladestation & eine Ladung Papier

Schicker, kompakter Smartwatch-Karton
Die G Watch R in klassischem Design
Lade-Adapter, Kabel, Lade-Station, Smartwatch, Papierkram
Stromversorger in drei Teilen
Magnetische Ladestation mit microUSB-Anschluss
Schicker, kompakter Smartwatch-Karton

Im Vergleich zur erst kürzlich getesteten Samsung Gear S präsentiert sich der Karton der LG G Watch R doch ein ganzes Stück umfangreicher. Dank elegantem Schwarz und subtilem Silberprägedruck macht die Verpackung aber schon ordentlich Appetit auf den Karton-Inhalt. Also flugs den Deckel umgeklappt und reingeschaut: Hier entdecke ich in der oberen Hälfte des Karton die LG-Smartwatch, während in der unteren Hälfte eine Ladung Pamphlete prangt und das restliche Zubehör unter sich verbirgt.

Das umfasst, wenig überraschend, nicht mehr als die Lade-Station. Die wiederum kommt in drei Teilen daher, als da wären der Netzstecker, ein microUSB-Adapterkabel und die eigentliche Docking-Station. Letztere ist magnetisch und soll die Uhr so bei der Stange oder vielmehr bei den Kontakten halten. Das probiere ich natürlich gleich aus und schließe die G Watch ans Stromnetz an. Und solange die Uhr ruhig auf dem Dock liegt ist alles schick. Komme ich jedoch auch nur leicht ans Ladekabel, sorgt die Erschütterung schnell dafür, dass der Magnet seine Funktion versagt und die Uhr aus der Ladeposition gerückt wird – unschön, wenn man’s nicht merkt.

Design

Beim Design geht noch was

Smartwatch in klassischem Design
Weitestgehend runde Sache
Sensoren & Kontakte auf der Uhr-Rückseite
Klassisches Armband
Am Handgelenk ist die Smartwatch doch recht stattlich.
Smartwatch in klassischem Design

Optisch orientiert sich die G Watch R sehr an klassischen Uhren mit rundem Display. Der 1,3 Zoll große OLED-Bildschirm (3,3 Zentimeter Diagonale) ist leicht eingelassen und die umliegende Lünette zeigt die Sekunden, bietet aber leider keine zusätzlichen Funktionen. Rechterhand finde ich den einzigen physischen Knopf der Uhr, der zum Aktivieren und Deaktivieren des Displays sowie bei langem Druck dem Aufruf der Einstellungen dient. Alles in allem wirkt der staub- und wasserdichte Edelstahl-Korpus robust, lässt aber das Gespür für elegantes und einfallsreiches Design etwas vermissen. Vor allem, wenn das Display aktiv ist, wirkt das Uhrengehäuse etwas profan. Hier darf sich LG für die nächste Generation gern noch ein wenig inspirieren lassen.

Auch beim Armband gibt sich die LG-Smartwatch klassisch und wartet mit einem Leder-Band in zwei Farben auf (Außenseite Schwarz, Innenseite Sand). Den benötigten Umfang stelle ich in 10 Stufen passend ein und genieße die gewohnte Haptik meiner analogen Armbanduhr. Das sorgt für angenehmen Tragekomfort und lässt ein wenig vergessen, dass die 62 Gramm schwere Uhr wohl nicht zu jedem Handgelenk passen dürfte.

Installation

Ersteinrichtung als Kinderspiel

Sprache wählen ...
... Android Wear einrichten ...
... und via Smartphone-App ...
... zahlreiche Individualisierungen vornehmen.
Sprache wählen ...

Während sich die bereits erwähnte Samsung Gear S beim Pairing mit dem zugehörigen Smartphone bockig gibt, punktet die LG G Watch R mit intuitiver, flotter und Smartphone-Hersteller-unabhängiger Einrichtung. Alles, was ich benötige, ist die kostenlose „Android Wear“-App aus dem Google Play Store sowie eine Bluetooth-Verbindung. Binnen weniger Sekunden hat mein Smartphone die Uhr erkannt und die Verbindung hergestellt.

Sowohl auf der Watch als auch in der App kann ich fortan grundlegende Einstellungen vornehmen. Neben dem gewünschten Uhren-Design lege ich so die Display-Helligkeit fest, wechsle in den Flugmodus oder manage die verbundenen Devices. Viel mehr gibt es nicht anzupassen, braucht es aber auch nicht, denn Schriftstil, -größe und -design machen zwar den immer gleichen, aber auch einen stets sehr guten Eindruck.

Ebenfalls über die Wear-App erhalte ich Zugang zu einer kleinen aber guten Auswahl an oftmals kostenfreien Smartwatch-Anwendungen, die von Start-Displays und Tools über Social-Media-Apps und Produktiv-Anwendungen bis hin zu Entertainment- und Gaming-Programmen viel Nützliches und teils auch Kurioses bereithalten. Installiert werden müssen die Apps, wie auch bei anderen Smartwatches üblich, auf dem Smartphone.

Über WLAN-Logins, 3G oder eigene Datenflats muss ich mir bei der LG-Smartwatch keine Gedanken machen. Sie kommuniziert ausschließlich mit und via angeschlossenem Android-Device. So habe ich zwar keine Möglichkeit, autark auf der Smartwatch im Netz zu surfen oder Daten separat vom Smartphone ausgiebig zu verwalten, aber diese Funktionen machen auf dem kleinen Display ohnehin wenig Sinn und LG behelligt mich dadurch wenigstens nicht mit einer unbedienbaren Touch-Tastatur.

Hardware

Gute Display- & fulminante Akku-Leistung

Auch wenn nur wenige Details angepasst werden können ...
... überzeugt die G Watch R mit zahlreichen Ziffernblättern ...
... die ich im Store erweitern kann.
Auch wenn nur wenige Details angepasst werden können ...

Zugegeben, an das runde Display muss ich mich zunächst erst einmal gewöhnen. Das liegt vor allem daran, dass der 1,3-Zoller (3,3 Zentimeter Diagonale) News und Updates per Einblendung in der unteren Bildschirmhälfte anzeigt, die aber wiederum die Ecken der Einblendung und damit zuweilen auch Teile der Mitteilung abschneidet. Hier erweist sich die runde Display-Form zunächst als Nachteil, allerdings ziehe ich alle neuen Messages einfach in die Bildmitte und habe dann dort den Komplett-Überblick.

Nach kurzer Eingewöhnung macht die Kreis-Form des Displays in den meisten Anwendungen allerdings einen durchweg überzeugenden Eindruck. Alle Steuerelemente sind an ihrem Platz und die Bedienung von Sport-Tracker, Notiz-App oder Mini-Game geht ohne Einschränkungen von der Hand. Bei 320 mal 320 Bildpunkten macht der Plastic-OLED-Screen dabei eine ordentlich scharfe und kontrastreiche Figur und lässt bei mir keine Darstellungswünsche offen.

Ebenso wunschlos glücklich macht mich die Akku-Leistung, denn die 410-Milliamperestunden-Batterie hält locker zwei Arbeitstage mit gelegentlichem Testen, Zocken und Messages checken durch. Selbst nach insgesamt 48 Stunden liegt die Akkuleistung noch bei 8 Prozent. Und als die Batterie dann komplett leer war, habe ich einfach die Ladestation gezückt und sie binnen 75 Minuten wieder vollständig geladen. Ich bin begeistert.

Technische Daten

Bewegungssensibilität & überzeugende Performance

Ähnlich der Samsung Gear S reagiert auch die G Watch R auf meine Armbewegungen und schaltet das Display an, sobald ich meinen Handgelenk in der „Ich schau mal kurz, wie spät es ist“-typischen Geschwindigkeit bewege. Das klappt gut und im Gegensatz zur Gear S geht das Display auch nicht bei jeder kleinen Bewegung an, sondern vielmehr nur, wenn Schwung im Spiel ist. Dass das Display dabei in einem von zehn Versuchen schwarz bleibt, kann ich dabei besser verschmerzen, als wenn das Display alle paar Sekunden aufleuchtet.

Ebenso souverän reagiert die Smartwatch von LG auf Touch-Befehle. Dafür bürgen sowohl der 1,2 Gigahertz starke Qualcomm Snapdragon 400 mit zwei Kernen als auch die 512 Megabyte Arbeitsspeicher. So muss ich beim Start weder auf Games noch auf Tracker länger als 2 bis 3 Sekunden warten. Technisch kann ich an der G Watch folglich also nicht viel bemängeln.

Sparchsteuerung

WhatsApp per Sprachsteuerung & Musik direkt aus der Watch

Auch wenn das runde Display bis zum Display-Rand ausgenutzt wird (ein Faktum, das LG zu gern betont und damit dem Konkurrenten aus dem Hause Motorola den Schneid abkaufen will), versucht die G Watch R gar nicht erst, mir eine QWERTZ-Tastatur zu Eingabe anzubieten. Im Gegenteil: „OK Google“ heißt das Zauberwort, das meiner Stimme Tür und Tor öffnet. Ob Steuerbefehl oder Text-Eingabe: Die LG-Smartwatch hört aufs Wort und versteht mich mit etwas Übung auch ganz gut. Natürlich sind hier klare Aussprache und eine einigermaßen ruhige Umgebung grundlegend.

Ebenso setzt die Uhr voraus, dass die Programme, die mir Mitteilungen auf die Smartwatch senden, auch vollständig mit der Uhr gekoppelt und synchronisiert sind. Ist die entsprechende App dann auf die G Watch abgestimmt und meine Stimme ordentlich geölt, kann ich über die Smartwatch auf E-Mails antworten und sogar WhatsApp-Messages erwidern.

Komplettiert wird diese Eigenständigkeit durch zahlreiche Features, die nicht zwingend eine Smartphone-Verbindung voraussetzen. Vom Kompass über den Pulsmesser bis hin zu Schrittzähler und Höhenmesser fährt die G Watch R Einiges auf, was mich bei meinen täglichen Routinen unterstützt. Auch ein interner 4-Gigabyte-Speicher ist an Bord, auf dem ich Lieblings-Songs ablegen und von der Uhr zum Bluetooth-Headset streamen kann. Hätte ich jetzt keinen so unheimlich hartnäckigen inneren Schweinehund, könnte ich – ganz ohne Smartphone – nur mit der LG G Watch R am Arm und mit dem passenden Song im Ohr ins exakt getrackte Fitness-Work-out starten – I like.

Fazit

LG G Watch R: (fast) alles richtig gemacht

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten und gerade bei Smartwatches trifft die Symbiose von Handlichkeit und Funktionalität ganz gern mal am dafür zuständigen Nerv vorbei. LG geht mit seiner G Watch R den Weg klassischer Sportuhren und zieht damit zumindest die Gemeinde der Design-Gewohnheitstiere an. Auch mich hat das gefällige Äußere inklusive rundem Display durchaus überzeugt. Der Tragekomfort geht in Ordnung und auch die Uhren-Größe passt zu meinem Handgelenk. Dabei wirkt die G Watch im Großen und Ganzen wertig, wenngleich die Edelstahl-Verarbeitung nicht eindeutig spürbar ist.

Auch bei den technischen Daten überzeugt die G Watch und punktet mit flotter Geschwindigkeit und knackiger Darstellungsleistung. Die runde Display-Form verlangt zwar zunächst etwas Gewöhnung, doch die stellt sich glücklicherweise recht schnell ein, sodass ich fortan gern mal Nachrichten auf dem LG-OLED checke und beantworte. Dabei steht mir beeindruckende Akku-Ausdauer zur Verfügung, die ich nach Laufzeitende schnell wieder auflade.

Durchaus rund fällt auch das Betriebssystem Android Wear aus, das sehr gut mit meinem Smartphone harmoniert, optisch ansprechend daherkommt und zahlreiche nützliche Alltags-Features mitbringt. So bleibt mir die LG G Watch R letztlich in sehr guter Erinnerung und lässt wenig Luft für Kritik. Ein paar Kniffe beim Design hier und einige Software-Anpassungen an das runde Display da, das wäre mein Wunsch für die nächste Generation. Doch auch die gegenwärtige Version ist beim Preis von 259,90 Euro eine Überlegung wert.

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