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Lenovo Ideacentre 620S-03IKL – kompaktes PC-Kraftpaket im Test



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Bereiche

Bewertung
Kleiner PC mit großer Leistung
4

 Pro

  • Schickes Design
  • Performante Hardware
  • Alles Notwendige zum sofortigen Start liegt bei

 Contra

  • Hörbar im Idle-Betrieb
  • Kein USB-Anschluss auf der Vorderseite
  • Peripherie ist etwas klapprig

Lenovos Versprechen für das IdeaCentre 620S ist eindeutig: Die volle Leistung eines Desktop-PCs, verpackt in einem kompakten und schicken Gehäuse, das anstandslos auf jedem Schreibtisch Platz findet. Unter voller Leistung versteht der Hersteller dabei sowohl eine dedizierte Grafikkarte als auch eine echte Vierkern-CPU samt reichlich Arbeitsspeicher und Intels neuem Optane-Turbo. Was dahinter steckt, zeigt unser Testbericht.

Lieferumfang

Unboxing & Ersteindruck

Der Karton, in dem das IdeaCentre geliefert wird, ist schon mal nicht „Mini“, sondern eher „Maxi“. Das hat aber auch seinen Grund, denn neben dem Mini-PC befinden sich darin noch das externe Netzteil, notwendige Kabel und eine drahtlose Maus-Tastatur-Kombination. Die Eingabegeräte orientieren sich am silbernen Design des PCs. Die Tastatur erfreut mit flachem Tastenhub und haptisch angenehmen Chiclet-Layout, wirkt jedoch etwas klapprig.

Die beiliegende Maus ist ebenso Standardware, aber immerhin begnügen sich beide mit einem einzelnen Empfänger für die drahtlose Verbindung. Die notwendigen Batterien legt Lenovo erfreulicherweise gleich bei. Der geneigte Nutzer benötigt folglich abseits eines Monitors kein weiteres Zubehör mehr, um das IdeaCentre in Betrieb zu nehmen – sämtliche notwendige Peripherie ist bereits dabei und das Betriebssystem ist vorinstalliert. Es bedarf lediglich zweier Kabel (Strom und Display) und schon ist der Mini-PC einsatzbereit.

Einmal ausgepackt geizt das IdeaCentre 620S dann nicht mit seinen Reizen: Mit Abmaßen von 224x102x211 Millimetern (LxBxH) benötigt es nur wenig Platz auf dem Schreibtisch. Die vergleichsweise üppigen 2,2 Kilogramm deuten auf die pralle Innenausstattung hin. So thront nun das silberne Gehäuse auf einem Fuß in Chromoptik und wirkt äußerlich sehr aufgeräumt. Alle Anschlüsse außer dem Kopfhöreranschluss verbergen sich auf der Rückseite. Der Einschaltknopf befindet sich zusammen mit einem kleinen Lautsprecher auf der Oberseite des PCs. Die erforderliche Frischluft wird unten am Fuß des Gehäuses angesaugt, hindurchgeleitet und schließlich an der Rückseite als warme Abluft wieder ausgestoßen.

Der Karton des IdeaCentre ist doch recht groß.
Im Lieferumfang findet sich alles Notwendige für den sofortigen Start.
Das kompakte Gehäuse begeistert mit schlichter Eleganz.
Nahezu alle Anschlüsse verbergen sich auf der Rückseite.
1x HDMI, 1x DisplayPort, 4xUSB-3, Netzwerk und ein Speicherkartenleser stehen bereit.
Der Karton des IdeaCentre ist doch recht groß.
Hardware

Quad-Core, dedizierte Grafik & üppiger RAM

Lenovo stattet das IdeaCentre mit einem Intel Core i5-7400T aus; der Zusatzbuchstabe T zeigt an, dass es sich hierbei um die Energiesparvariante mit leicht reduziertem Takt handelt. In diesem Falle bedeutet das, dass der Maximaltakt mit Turbo bei 3,0 statt 3,5 Gigahertz und der Standardtakt bei 2,4 statt 3,0 Gigahertz liegt. Im Gegenzug begnügt sich der Prozessor dann aber auch mit einer Thermal Design Power von 35 Watt – was fast der Hälfte der sonst üblichen TDP von 65 Watt entspricht. Und genau das soll sich noch als gute Wahl für das kompakte PC-Kraftpaket herausstellen, denn so kommt der Prozessor mit einer kleiner dimensionierten Lüftung und einem kompakten Netzteil aus.

In puncto Arbeitsspeicher installiert der Hersteller üppige acht Gigabyte DDR4-RAM vor und lässt dabei erfreulicherweise einen Steckplatz zur späteren Erweiterung frei. Die Festplatte bringt es auf zwei Terabyte und wird dabei unterstützt von einer 16 Gigabyte fassenden SSD, die per Intel Optane angesprochen wird – dazu später mehr. Die gebotene Konnektivität erfreut: HDMI und DisplayPort sind vorhanden, somit ist der Betrieb mehrerer Monitore  möglich. Darüber hinaus stehen noch vier USB-3-Ports, ein Netzwerkanschluss und ein SD-Kartenleser zur Verfügung – lediglich USB-C-Anschluss ist nicht vorhanden.

Da Lenovo, wie schon angedeutet, bei diesem IdeaCentre performancemäßig wenig Kompromisse eingeht, gehört natürlich auch eine dedizierte Grafikkarte dazu, konkret eine Nvidia GTX 1050 Ti mit vier Gigabyte Grafikspeicher. Dabei handelt es sich zwar nicht um ein Gaming-Leistungswunder, dennoch sollte die Performance auch für aktuelle Spiele genügen, wenn vielleicht auch nicht mit maximaler Auflösung und vollen Details. Da sich das IdeaCentre 620S aber eher weniger an Gaming-Enthusiasten, sondern hauptsächlich an Durchschnittsnutzer mit etwas höherem Leistungsbedarf richtet, passt diese Konfiguration ganz gut und rendert selbstverständlich jegliche Chipsatz-Grafik locker gegen die Wand.

Als Betriebssystem kommt hier wie üblich Windows 10 Home zum Einsatz.

Auf der Oberseite: Power-Button und Lautsprecher
Das Gehäuse steht auf einem Fuß in Chrom-Optik.
Oberhalb des Fußes wird die Kühlluft angesaugt.
Im Schriftzug auf der Vorderseite verbirgt sich die Status-LED.
Auf der Oberseite: Power-Button und Lautsprecher
Intel Optane

Intel Optane im Einsatz

Intel Optane ist eine recht neue Technologie, die PCs mit Festplatte ordentlich beschleunigen soll, indem häufig benutzte Daten automatisch in den Cache gelegt werden und dann besonders schnell zur Verfügung stehen. Der Cache wird als PCI-Express-SSD ausgeführt und ist im Falle des IdeaCentre 16 Gigabyte groß. Die spezielle Speichertechnologie namens „3D XPoint“ ist besonders schnell beim Zugriff auf viele kleine Dateien – das dürfte im Nutzungsalltag ganz gut passen. Das Caching geschieht vollautomatisch ohne Nutzereingriff und soll damit die günstige und hohe Speicherkapazität von herkömmlichen Festplatten mit den angenehmen Boot- und Programmstartzeiten einer SSD verbinden.

Doch ist der Cache spürbar? Die Antwort ist ein eindeutiges Jein – wer bisher bereits in den Genuss einer SSD als Systemplatte gekommen ist, wird mit Optane keine neuen Performance-Höhenflüge erleben. Wer jedoch bisher „nur“ Festplatten gewohnt war, dürfte von Optane begeistert sein, denn insbesondere Programm- und Systemstarts verlaufen damit wesentlich schneller als gewohnt.

Leistung

Benchmarks-Ergebnisse

Wie schlägt sich das kleine IdeaCentre nun im Benchmark-Parcours? Immerhin ist ja mit einer Vierkern-CPU, großzügigen acht Gigabyte Arbeitsspeicher und der dedizierten Grafikkarte alles Notwendige vorhanden, um brauchbare Werte abzuliefern. Und so erreicht der Mini-PC dann auch brauchbare 2.329 Punkte in 3D Mark Time Spy und 52.954 Punkte in RealBench. Dabei fällt auf, dass die Lautstärke des Lüfters im Idle-Modus eher hoch und der PC auf jeden Fall hörbar ist – das ist aber wohl einfach der kompakten Bauweise geschuldet. Unter Last steigt die Lautstärke dann weiter an, schraubt sich aber immerhin nicht in staubsaugergleiche Gefilde.

3D Mark Time Spy: 2.329 Punkte gehen in Ordnung.
52.953 Punkte in RealBench bescheinigen hohe Alltagstauglichkeit.
3D Mark Time Spy: 2.329 Punkte gehen in Ordnung.
Fazit

Klein aber oho – der Plan geht auf

Kleines Gehäuse, große Leistung? Mit dem IdeaCentre 620S hat Lenovo einen kompakten, schreibtischtauglichen PC mit ordentlicher Performance in petto: Vierkern-CPU, dedizierte Grafik und der Festplattenturbo Intel Optane sorgen für mehr als genug Leistung bei alltäglichen Aufgaben, Office und Surfen. Auch aufwändige Programme à la Photoshop und aktuelle Spiele bringen das kleine Kraftpaket nicht gleich in Bedrängnis. Die kompakte Bauweise fordert jedoch auch ihren Tribut: Die Lautstärke im Idle ist vergleichsweise hoch, steigt dann aber immerhin unter Last nicht ins Unermessliche an. Auch einen USB-Anschluss oder Speicherkartenleser auf der Vorderseite sucht man hier leider vergeblich, USB-C ist überhaupt nicht vorhanden. Unterm Strich ist das IdeaCentre 620S ein taugliches Schreibtischkraftpaket mit guter Ausstattung und einer der potentesten Mini-PCs in seiner Klasse.

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