Tests

Kindle 4: E-Book-Reader von Amazon im Test



6
Zugeordnete Tags E-Book | E-Book-Reader | Amazon | iPad | Apple | Tablet | Kindle
Bereiche

Günstige „Buch-Maschine“…
Wie bereits bekannt sein dürfte, hat der Versandhändler Amazon die Weihnachts-Saison eingeläutet und neue Produkte vorgestellt, allen voran natürlich das Tablet Kindle Fire. Neben dem Kindle Fire gab es auch eine Erneuerung der klassischen E-Book-Reader-Serie. Beibehalten wurde der Kindle mit Keyboard, hinzukamen jedoch ein besonders preisgünstiger Kindle (ohne Tastatur) und der Kindle Touch. Weiterhin gibt es auch Beschränkungen, so wird die UMTS-Variante des Kindle um die Funktionalität „Internetnutzung via UMTS“ beschnitten, es kann nur noch UMTS genutzt werden wenn man im Amazon Store einkauft oder im Browser Wikipedia nutzt. Darüber hinaus gehende Internetnutzung mittels UMTS (wie im Kindle 3 3G) ist nicht mehr möglich.
Die Modelle vom Kindle werden natürlich auch unterschiedlich bepreist: Der kleinste Kindle kostet 109 Dollar (99 Euro), der Kindle Touch kostet 139 Dollar (mit 3G 189 Dollar), der Kindle Keyboard ist für 139 Dollar (mit 3G 189 Dollar) erhältlich. Wenn man sich Werbung auf dem Kindle anzeigen lassen möchte (nicht während des Lesens, nur beim Standby-Betrieb), dann werden die Kindle reduziert, hier kommen Abzüge von 30 bis 50 Dollar zum tragen. Anzumerken ist, dass in Deutschland nur der kleinste Kindle (erstmals mit deutschem Menü, ohne Werbesubvention) und die bisherigen Tastatur-Modelle zu erwerben sind – für Kindle Touch und Fire ist der Vertrieb hierzulande noch nicht geklärt. Ich testete die deutsche Version des Kindle 4 für 99 Euro.

Kindle 4″

Prolog
Ich war schon begeisterter Nutzer des Kindle 3 mit Keyboard und die Begeisterung mit der ich den Kindle 4 in die Hand nehme und lese ist ungebrochen, durch das fehlende Keyboard ist das Gerät nochmals um einiges handlicher, kompakter und schicker geworden. Ansonsten ist alles gleich geblieben, das E-Ink-Display mit sechs Zoll ist brillant wie immer. Auch das fehlende Keyboard stört mich nicht wirklich, mittels Knopfdruck kann auf dem Bildschirm eine Tastatur angezeigt werden, welche man mittels D-Pad bedient. Sicherlich ist das etwas nervig wenn man einmalig einen längeren WLAN Schlüssel eingeben muss, aber sonst ist das Tippen mittels D-Pad im vertretbaren Rahmen zu sehen. Und es ist sicherlich nicht schlechter als das Plastik-Keyboard des Kindle 3.

Um einen geringen Preis zu erreichen hat Amazon aus dem Kindle auch Features wie MP3-Player, Text-to-Spech (was eh von den Verlagen nicht gerne gesehen und genutzt wurde) rausgestrichen, auch gibt es keinen Lautsprecher mehr und keine 3,5 mm Klinke. Sicherlich ist das ärgerlich, aber wenn ich eh mit iPhone, iPad und Kindle unterwegs bin, brauche ich keinen dritten MP3-Player. Und vorher genutzt habe ich es auch nicht wirklich, dafür war der Speicherplatz des Kindle zu klein.

Größe, Gewicht und Akkuleistung
Mit 166 mm x 114 mm x 8,7 mm und einem Gewicht von gerade mal 170 Gramm ist der Kindle als wirklich klein zu bezeichnen, er passt hervorragend in die Hand und kann im schlimmsten Fall auch mal kurz in die hintere Jeanstasche gesteckt werden. Das hat Amazon hervorragend gelöst. Der Akku hält laut Amazon ca. einen Monat bei ausgeschaltetem Wifi, ist Wifi eingeschaltet reduziert sich die Akkulaufzeit auf ca. drei Wochen. Amazon hat übrigens auch am Lieferumfang des Kindle gespart, es wird kein Netzstecker mehr mitgeliefert sondern nur noch ein USB-Kabel.

Funktionalität
Gegenüber dem Vorgängermodell ist der neue Kindle 4 ein bisschen schneller bei der Seitenverarbeitung geworden, sprich die Seiten werden schneller aufgebaut und das Lesen ist wesentlich flüssiger.

Ansonsten ist das Umblättern mittels Seitentasten genauso wie beim Vorgänger, hier hat Amazon auch nichts mehr wirklich verändern müssen. Das Übertragen von Inhalten vom Rechner (wie PDF) ist leider gegenüber dem Vorgänger auch beschnitten worden, hier fehlt die Drag-&-Drop Funktionalität mittels USB, somit müssen alle Inhalte (kostenfrei) über die Kindle E-Mailadresse an den Kindle geschickt werden. Die Handhabung ist am Anfang nicht sonderlich intuitiv, aber auf der Amazon-Seite einfach zu managen. Hier merkt man auch wieder, das Amazon den Fokus auf das Konsumieren von hauseigenen Inhalten legt und zusätzliche Funktionalität beschneidet, da diese nichts mit dem Kernprodukt zu tun hat.

Fazit
Wenn man nur Bücher lesen will (die vorwiegend über Amazon gekauft wurden), dann ist man hier auf jeden Fall an der richtigen Stelle. Möchte man einiges mehr an Funktionalität aus dem Kindle herausholen, dann muss man sich an bisschen damit beschäftigen, aber der Zeiteinsatz ist es wert. Gerade die E-Mail-Funktionalität macht aus dem Kindle genau den E-Book Reader den ich haben möchte, hier können andere E-Book-Reader nicht mithalten. Alternativ sollte man zu einem anderen, teureren Reader greifen, der nicht subventioniert ist.

RSS-Feed

Werde Autor!

Dieser Beitrag wurde von veröffentlicht.
hat bereits 841 Artikel geschrieben.
Sei auch dabei: Werde jetzt Autor und teile dein Wissen!

6 Kommentare

  1. tempipassati schrieb am
    Bewertung:

    Hm… das übertragen der Inhalte via USB soll nicht mehr möglich sein? Sicher? Ich habe den Kindle 3 und dies wäre ein ziemliches „no go“. Glaube ich allerdings nicht wirklich, denn Amazon weist auf diese Möglichkeit hin: „Both Macintosh and Windows users can download and transfer Kindle content and personal documents, from a computer to their Kindles through the USB cable. When your Kindle is plugged into your computer, your Kindle will appear as a removable mass-storage device. “ Ich vermute also mal es handelt sich um einen Fehler des Artikels?

  2. Ralph schrieb am
    Bewertung:

    Übertragung per USB vom Rechner geht auch beim 4er. Schon gemacht.

  3. Sven Kaulfuß schrieb am
    Bewertung:

    @ tempipassati und Ralph: Danke für die Hinweise, die entsprechende Stelle ist jetzt im Artikel durchgestrichen, sprich berichtigt.

  4. Oliver Springer schrieb am
    Bewertung:

    Ich halte zwar nichts davon, alle möglichen Funktionen in ein Endgerät zu packen. Ein MP3-Player in einem E-Book-Reader ist meiner Meinung nach jedoch trotzdem passend wegen der engen Verwandschaft zwischen Büchern und Hörbüchern.

    Eine besonders gute Musikqualität muss ein E-Book-Lesegerät deshalb nicht bieten, aber Hörbücher sollte man damit genießen können.

  5. Leif schrieb am
    Bewertung:

    Auch ich habe mir den Kindle 4 direkt zugelegt und bin noch immer schwer begeistert. Die nervige Eingabe des Wlan Schlüssels kann man sich zum Glück häufig ersparen da der Kindle WPS unterstützt. Ein Knopfdruck am Kindle und Router ist also ausreichend um ihn für das heimische Wlan zu authorisieren.

    Die eMail Funktionalität ist wirklich super. Inzwischen bieten auch bekannte Dienste wie InstaPaper und Readabily die Möglichkeit im Web fürs spätere lesen markierte Artikel automatisch an den eigenen Kindle zu mailen. Entweder Artikel für Artikel, oder aber ab einer gewissen Anzahl/Zeitspanne in Form einer übersichtlichen Zeitung. Gerade für längere Artikel nutze ich diese Möglichkeit sehr gerne da es am Kindle doch einfach ein völlig anderer Lesegenuss ist. Von der reinen Lesequalität kann derzeit einfach kein anderes elektronisches Medium mit dem eInk Display mithalten.

  6. HerrK schrieb am
    Bewertung:

    Bin auch schon seit Monaten glücklicher kindle-User!
    So viel wie seit dem Kauf des kindle habe ich schon lange nicht mehr gelesen.
    Bin sehr auf das touch gespannt – mal schauen, vielleicht geht dann das mit Tastatur
    an die Lady und ich habe einen grund mir ein Neues zu kaufen. ;D

Kommentieren

Schreibe einen Kommentar zu Sven Kaulfuß Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

Ähnliche Beiträge

Die neue Art des Lesen: PocketBook 611 E-Book-Reader

Tests

09.05.2012

 | Stefanie Rademacher

Schluss mit dicken Wälzern im Koffer. Mehr Platz für Kleider und Schuhe.. Als klassischer Bücherwurm habe ich mich einige Zeit gegen die neue Technik gewehrt. E-Books? Wo bleibt da dieses unbeschreiblich schöne Gefühl beim Umblättern. Aber... mehr +

Online-Bibliotheken: E-Books ausleihen, gewusst wie!

Tests

21.06.2011

 | Dirk Haase

 | 1

Buch-Nachschub auf die preiswerte und legale Art und Weise. Wieder einmal lieferte der „This way up“-Podcast von Radio New Zealand (iTunes) eine Anregung zu einem Artikel. In der Ausgabe vom 2. April wurde unter anderem über eBooks gesprochen... mehr +