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Produkttest: HP Veer



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webOS-Reload by HP
Nachdem HP Palm und somit auch das mobile Betriebssystem webOS im letzten Frühjahr übernommen hatte, wurde es erstmal still um die vielversprechende Plattform. Mehr als ein Jahr später gibt es nun endlich neue Modelle mit webOS und auch zahlreiche Verbesserungen am OS selber. Das neue Einstiegsmodell ist dabei das HP Veer, es folgt ein Testbericht meinerseits.
Vorab: Für die, die an dieser Stelle sich nicht eingehend über die Hintergründe von webOS informieren möchten, nochmals die wichtigsten Fakten im Schnelldurchlauf. Basierend auf einem Linux-Kernel, ist webOS ein Multitasking-Betriebssystem, welches künftig und aktuell bei Tablets, Smartphones und dem vernehmen nach auch auf Notebooks von HP zum Einsatz kommen soll.

Vor dem eigentlichen Testbericht des HP Veer, folgt zunächst ein Blick auf die technischen Daten, denn das HP Veer ist im Moment nicht unbedingt eines der bekannteren Smartphones, somit sind die notwendigen Information für unsere Leser sicherlich hilfreich.

Features

  • CPU: Qualcomm MSM 7230 (800 MHz)
  • Speicher: 8 GB intern, davon ca. 6GB verfügbar; 512 MB RAM
  • 2,6-Zoll-Display mit 320 x 400 Pixel
  • 5-Megapixel-Kamera mit Videofunktion, kein Autofokus
  • Konnektivität: HSDPA, HSUPA, b/g/n-WLAN, GPS, Bluetooth 2.1
  • Integriertes A-GPS
  • Akku mit 910 mAh
  • QWERTZ-Tastatur
  • Betriebssystem: HP webOS 2.1.1
  • Gewicht 103 g
  • Abmessungen 84 x 54,5 x 15 mm
    HP Veer: Eigene Bilder“

    Lieferumfang
    Beginnen wir den Testbericht einmal mit einem Punkt, den ich in den letzten Jahren eher außen vor gelassen habe – dem Lieferumfang. Anders als bei bisherigen Smartphones, lässt sich HP nicht lumpen und legt dem Veer richtig viel Zubehör mit in den Karton – Zubehör das man auch durchaus gebrauchen kann und welches sich nicht auf Restverwertung beschränkt.

    Neben dem HP Veer an sich, gibt es noch ein Ladegerät (was normal sein sollte), die magnetische Ladestation „HP Touchstone“, USB-Kabel, relativ gute In-Ear Headsets und – da das Veer aufgrund seiner Größe keine 3,5-mm-Klinke hat – einen magnetischen Adapter dafür. Durchaus reichhaltige Mitgiften, möchte man meinen, denn damals als Palm den ersten Pre auf den Markt gebracht hatte, war der Touchstone teures Sonderzubehör. Mit dem Touchstone kann übrigens der Veer kabellos aufgeladen werden, sprich man muss das Veer nur auf die Ladestation legen und schon wird der Akku aufgeladen. Dies ist eine sehr elegante Lösung um den Kabelsalat auf dem Schreibtisch zu bändigen.


    Werbe/Info-Video von HP

    Design & Verarbeitung
    Einmal ausgepackt, ist das HP Veer ein elegantes und sehr kleines Smartphone, welches sehr schick und wirklich nicht auffällig gestaltet ist. Das Gehäuse ist an den Seiten geschmackvoll abgerundet und der gummierte Gehäuseüberzug macht das HP Veer in der Hand sehr griffig, ganz im Gegensatz zum Plastikbomber Pre der ersten Generation.

    Der hochwertige Eindruck setzt sich in der Verarbeitung fort, hier hat HP wirklich viel Wert auf Details gelegt. Das Display ist sauber und gerade in das Gehäuse eingesetzt, was keine wirklichen Spaltmasse aufweist. Auch im aufgeschobenen Zustand sind die beiden Gehäusehälften fest miteinander verbunden und haben gegeneinander kein Spiel. Auch wenn das HP Veer komplett aus (hochwertigem) Kunststoff besteht, schaffen es die Macher, einen hochwertigen Eindruck abzuliefern, hier spielt das gummierte Gehäuse und der saubere Slidermechanismus eine große Rolle.

    Die SIM-Karte findet unter einer gummierten Abdeckung Platz, neben dran befindet sich der Ein/Aus Schalter und auch der Ton-aus-Schalter, mit dem man wie beim iPhone schnell das Veer auf lautlos stellen kann. Das 2,6 Zoll große Display dominiert das Smartphone, die aufschiebbare vollwertige QWERTZ-Tastatur befindet sich im Slider unterhalb des Displays.

    HP Veer: Herstellerbilder“

    Bedienung
    Palm bzw. inzwischen HP halten das webOS für besonders vorteilhaft in Sachen Multitasking und Bedienung mittels „Wischen“. Das komplette OS lässt sich fast vollständig mittels Wischen steuern, auch der Home-Button der in der ersten Generation des Pre noch unterhalb des Displays präsent war, ist nicht mehr vorhanden. Vom Homescreen ausgehend öffnet ein Wischen nach oben das Anwendungsmenü mit welchem die Programme und Einstellungen aufgerufen werden. Durch einen Tap auf die Anwendung ruft man die App selber auf, diese kann man dann mittels eines Wischen nach oben als „Spielkarte“ auf dem Desktop ablegen, sprich die Anwendung läuft im Hintergrund weiter und man kann eine neue Anwendung aufrufen. Durch einen weiteren Wisch nach oben kann man die laufende Anwendung auch schließen, bzw. die Karte aus dem Desktop herrauswischen. Möchte man die geöffneten Anwendungen anders sortieren oder aufeinanderstapeln (um Beispielsweise die Anwendungen in Gruppen zu unterteilen), so kann man dies auch einfach durch Wischgesten erreichen.

    Unterhalb des Displays befindet sich der Gestenbereich, hier kann der Anwender die laufende App einfach mittels Berührung in der Mitte des Gestenbereichs verkleinern bzw. vergrößen. Wischt man im Gestenbereich von links nach rechts, so springt man innerhalb der Anwendung wieder zurück bzw. kommt eine Menüebene höher.

    Oberhalb des Gestenbereichs findet sich die Schnellstartleiste wie man sie bereits vom iPhone kennt – standardmäßig sind Kontakte, Kalender und Anwendermenü hinterlegt, der Nutzer kann aber individuell diese Schnellstartleiste anpassen. Multitouch funktioniert natürlich auch auf dem Display, beispielsweise pinchen mit dem Finger um ein Bild zu vergrößern.

    Nach Jahren der iOS- und Android-Bedienung ist das Konzept von HP sehr gewöhnungsbedürftig und – für mich persönlich – nicht mehr wirklich intuitiv. Der eine oder andere Anwender könnte sich schnell frustriert abwenden. Auch wirkt die Wisch- und Gestensteuerung anfänglich sehr unpräzise – eine weitere Fehlerquelle.


    Weiteres Werbe-Video von HP

    Tastatur
    Auf Grund der aufschiebbaren Hardware-Tastatur gibt es keine Bildschirmtastatur – spricht für die Eingabe von Text muss man immer das Veer aufschieben. Das hört sich am Anfang durchaus störend an, macht dann aber nach einiger Zeit Spaß, denn so kann man das (kleine) Display deutlich besser ausnutzen.

    Die kleinen Tasten der QWERTZ-Tastatur sind sehr klein und es erfordert schon einiges an Übung die richtigen Tasten in akzeptabler Geschwindigkeit zu treffen. Hilfreich ist der klare Druckpunkt der Tasten und das Material der Tastatur, hier wird zum Glück kein Hartplastik eingesetzt, die Tasten bestehen aus einer Art Softplastik, was die Griffigkeit deutlich unterstützt. Beginnt man zu tippen, dann bekommt man die Möglichkeit, das getippte Wort oder Wortfragment bei Google, Wikipedia oder Google Maps zu suchen oder für eine E-Mail zu verwenden oder einen neuen Kalendereintrag zu erstellen. HP hat sich viel Mühe gegeben, dem Nutzer Arbeit abzunehmen. Sucht man nach einem Namen in den Kontakten, bekommt man auch Kontextinformationen wie E-Mails von der betreffenden Person angezeigt.

    Display
    Mit 320 x 400 Pixel ist das Display für die Größe relativ gut aufgelöst , allerdings stößt man schon häufiger an die Grenzen dessen was möglich ist. Man wünscht sich dann doch wieder einen größeren Bildschirm. Ansonsten ist das Display auch im Sonnenlicht durchaus vernünftig ablesbar.

    Apps
    Hier entscheidet sich immer das Wohl und Wehe von jedem Smartphone, ohne Apps gibt es keine Kunden und ohne Kunden gibt es keine Programmierer, die Apps anbieten. Und da es für das webOS kaum wirklich gute oder vernünftige Anwendungen gibt, sollte dieser Umsatnd bei einem etwaigen Kauf Beachtung finden. Die Basisfunktionalität des Veer ist zwar gut, aber wohl nicht so überwältigend, dass dies für einen nachhaltigen Erfolg reichen könnte.


    Noch ein weiteres Werbe-Video von HP

    Akkulaufzeit
    Ich komme problemlos über den Tag, allerdings bin ich dank des Touchstones auch nie wirklich in Verlegenheit gekommen den Akku komplett leerlaufen zu lassen. Positiv auf die Batterielaufzeit wirkt sich in jedem Fall das kleine Display und der langsame Prozessor aus.

    Fazit
    Das HP Veer ist ein netter Nachfolger vom Palm Pre (wenn auch nicht der direkte Nachkomme, dies wäre der neue HP Pre3), der sicherlich durch seine Kompaktheit und sein webOS bestechen vermag. Das Problem: Er kommt zu spät, denn ein solches Gerät hätte Palm bzw. HP bereits vor einem oder zwei Jahren liefern müssen, dann wären wahrscheinlich mehr Apps da, die es dem Nutzer leichter machen würden zu wechseln. So bleibt ein nettes Smartphone ohne großartige App-Zukunft.

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  • 1 Kommentar

    1. Andreas schrieb am
      Bewertung:

      Ich besitze ein HP Veer. Wer im Besitz eines Palm Smartphones ist und damit zufrieden ist, der kann sich beruhigt ein HP Veer kaufen. Leider fehlen noch viele Apps im Marketplace. Für nicht Palm-Nutzer, empfehle ich in dieser Preisklasse, das Omnia 7.

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