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Google Now im Drei-Wochen-Test



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Bereiche

Bewertung
Google Now für iOS und Android
4,5

 Pro

  • Standortabhängige Informationen
  • Auf Suchergebnissen basierende News
  • Schnelle Suche bei Spracheingabe
  • Routenberechnung unter Berücksichtigung der Verkehrslage

 Contra

  • Ständiger Mitschnitt des Standortverlaufs
  • Bei manchen Modellen ein Akkufresser

Es gibt Apps, die sich wirklich interessant anhören – bei denen man aber trotzdem überlegt, ob man den „Jetzt installieren“-Button antippen sollte. Eine davon ist „Google Now“. Bei keiner anderen App habe ich so lange überlegt, ob ich sie auf meinem iPhone installieren soll. Denn keine andere App hat so viele und differenzierte Pros und Contras, was sich auch deutlich in den Rezensionen im App Store zeigt.

Vorteil: Die App soll mitdenken und somit das Suchen nach bestimmten Informationen automatisch übernehmen.

Nachteil: Die sogenannten „Ortungsdienste“ laufen ständig mit und reißen die Leistungsfähigkeit des Akkus in die Tiefe. Außerdem weiß Google so ständig, wo man ist, und kann einen auf Schritt und Tritt verfolgen.

Hmm … Machen oder nicht? Kurze Zeit später siegte der natürliche Drang der Neugier und ich habe es installiert.

Sprachkommandos

Frag mich - ich sag's dir

Primär ist „Google Now” die zur App gewordene Suchmaschine, die sowohl über das Suchen mit der Smartphone-Tastatur als auch auf Sprachkommandos blitzschnell reagiert. Dies funktioniert wirklich sehr gut.

Mittlerweile kann „Google Now” auch per Sprachausgabe antworten, wenn man einfache Fragen wie: „Wie wird das Wetter in Dresden?“ stellt.

spracheingabe       Spracheingabe Ergebnis

Ortungsdienste

Auf Schritt und Tritt verfolgt

Schwerpunkt meines Tests sollten die neuen Funktionen von „Google Now” sein. Doch gleich zu Beginn gab es die Ernüchterung: Die App braucht ein paar Tage, um genügend Informationen zu sammeln, damit die einzelnen Bereiche mit Inhalten gefüllt werden können.

Die einzelnen Bereiche? Genau! Auf einzelnen „Karteikarten” kann man laut App-Vorschau sehen, wie lange man z. B. unter Berücksichtigung der aktuellen Verkehrslage nach Hause oder ins Büro benötigt. Oder sich die Börsenkurse, das Wetter, Sport-Live-Ergebnisse, Abflugzeiten und, und, und anschauen.

All das abhängig von meinem Standort und ohne dass ich danach suchen muss. Klingt sowohl genial als auch beängstigend. Damit das alles funktioniert, muss ich der App mein volles Einverständnis zur Nutzung der ortsbezogenen Daten geben. Ohne das läuft nichts.

Einmal aktiviert, ist es doch recht gewöhnungsbedürftig, dass nun ständig das Ortungssymbol in der Taskleiste des iPhones zu sehen ist. Auch wenn die App geschlossen und aus dem Hintergrund gelöscht wurde!

Ortungssymbol

Dies war am Anfang auch der Grund für eine massive Minusbewertungswelle der App, da laut Rezensionen die Akkus der Nutzer stark beansprucht wurden und sie mit bis zu 40 Prozent weniger Laufzeit auskommen mussten.

Um es kurz zu machen: Google hat deswegen lange Zeit lamentiert – und vor Kurzem doch ein Update herausgebracht, das den Akku nicht mehr so stark beansprucht.

Navigation

Bring mich nach Hause

In den Einstellungen der App legt man zu Beginn fest, wo das Zuhause und wo die Arbeitsstelle ist. Welchen Hintergrund das Ganze hat, wird später deutlich.

Die „Wie finde ich nach Hause”-Karte ist die erste, die angezeigt wird, sobald man sich wenige Kilometer von zu Hause entfernt hat. Diese Karte ist aus zweierlei Hinsicht recht praktisch: Zum einen beinhaltet sie den aktuellen Verkehrsfluss und zeigt an, ob ein Umweg notwendig ist. Zum anderen kann man mit einem simplen Tipp die Google-eigene Navigation öffnen und ist auf dem schnellsten Weg daheim. Klasse Sache.

Zuhause

Nachrichten

News aus den Suchergebnissen

Die nächste interessante Karte ist der Newsfeed. Dieser merkt sich meine Sucheingaben in Google und zeigt wenig später automatisch Nachrichten an, die meine letzten Suchvorgänge betreffen. Ich hatte etwa nach dem Relegationsspiel von Dynamo Dresden gesucht – und in den folgenden Tagen waren im Newsfeed ausschließlich Nachrichten über die Schwarz/Gelben zu sehen. Natürlich werden auch mehrere Newsfeeds angezeigt.

Je öfter man sucht, umso umfangreicher ist das tägliche Potpourri der angezeigten Nachrichten. Das ersetzt zwar nicht meine n-tv-App, ein nettes Gimmick ist es aber allemal.

Nachrichten           Nachrichten2

Börse und Wetter

Wie kalt ist es da, wo ich bin?

Interessant fand ich die Karte für die Börse. Hier legt man fest, welche Kurse angezeigt werden sollen, z. B. der DAX, und in Echtzeit werden in einer übersichtlichen Grafik die Charts auf der Karte präsentiert.

Genauso übersichtlich ist die Karte mit dem Wetter. Auch hier wird unbedingt wieder der Ortungsdienst benötigt. Damit hat man, egal wo man ist, immer das aktuelle Wetter auf dem Bildschirm. Mit einem Tipp auf die Karte öffnet sich die detaillierte Ansicht, in der man Zugriff auf die stundengenaue Vorhersage des Tages hat.

Wie genau die Wetterangaben dieser Karte sind, habe ich nicht testen können, da ich für die Wetteranzeige eine externe App benutze. Komplettiert wird die Ansicht mit den aktuellen Kalendereinträgen und Geburtstagen.

DAX             Wetter Kalender

Infos und Fotos

Standortabhängige Sehenswürdigkeiten

Nachdem ich „Google Now” zehn Tage lang in Betrieb hatte, fiel mir auf, dass nichts Neues mehr an Kartenmaterial angezeigt wurde. Bis ich für einige Tage in die Schweiz fuhr: Unabhängig von der Tatsache, dass mich die Zuhause-Karte ständig darauf hinwies, für meine Heimreise gut zwölf Stunden einzuplanen, wurden mir plötzlich ganz neue Karten angezeigt.

So schlug mir die App beispielsweise Sehenswürdigkeiten vor, die sich in meiner Nähe befanden. Oder zeigte mir einige Fotomotive von Gebäuden und Plätzen aus der Stadt, in der ich mich befand – inklusive der Minuten, die ich zu Fuß bis dahin brauchen würde. Als zusätzliches Feature wurde  eine kleine Kachel angezeigt, die den aktuellen Umrechnungskurs zu meiner Heimatwährung darstellte.

Natürlich gilt es zu bedenken, dass diese Funktionen nur dann funktionieren, wenn das Internet im Ausland freigeschaltet ist.

Sehenswertes               fotos wa¦êhrung

Nachteil

Die dunkle Seite der App

Alles in allem schafft es „Google Now”, mich regelmäßig mit aktuellen Informationen zu füttern. Egal, wo ich mich befinde.  Und egal, ob es Nachrichten, aktuelle Sportergebnisse oder einfach nur das Wetter sind – allein die Funktionsvielfalt hat mich überzeugt, die Applikation auf meinem iPhone zu lassen.

Doch wie heißt es so schön: Wo Licht ist, ist auch Schatten. Denn es gibt eine Funktion, die ein wenig beängstigend erscheint, wenn man sie sich genauer anschaut: Durch die Aktivierung des Ortungsdienstes weiß Google zu jeder Uhrzeit, wo man sich aufhält.

Dies wird deutlich, wenn man auf dem Desktop-Rechner zu Hause das „Google Dashboard” öffnet und sich den eigenen Standortverlauf anschaut. Dieser ist etwas versteckt und lässt sich aufrufen, wenn man sein eigenes Profil öffnet und auf der linken Seite das Dashboard anklickt.

Anhand der gesammelten Daten lässt sich nun ein vollständiges Benutzerprofil erstellen. Man sieht, wie lange man daheim bei der Familie war und wie viele Stunden man auf der Arbeit verbracht hat. Alles ist minutiös in Grafiken und Tabellen dargestellt. Zusätzlich kann man sich die kompletten Streckenprofile der letzten Auswärtsfahrten anschauen.

Sicherlich ist es interessant zu sehen, dass man die Hälfte der letzten drei Wochen nur mit dem Auto unterwegs gewesen ist. Und die Statistik wird in den nächsten drei Wochen wieder ganz anders aussehen, sobald der Urlaub beendet ist. Dennoch bleibt ein mulmiges Gefühl, wenn man sieht, wozu die App in der Lage ist.

Der Vollständigkeit halber möchte ich darauf hinweisen, dass man der Aufzeichnung des Standortverlaufs widersprechen kann. Dies funktioniert sogar in der App selbst.

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Fazit

Überraschend gut

Mein Fazit: „Google Now” ist im Bezug auf Funktionsumfang und Innovation auf dem richtigen Weg. Es ist interessant zu sehen, welche Möglichkeiten man haben kann – nur mit der Aktivierung der Ortungsdienste. Die Suche per Spracheingabe funktioniert tadellos und kann sich im Bereich Internetsuche mit Apples hauseigenem Dienst „Siri“ locker messen. Die App gibt es sowohl für iOS als auch für Android und sie ist komplett kostenlos.

Verschwörungstheoretiker und solche, die Angst um ihre Daten haben, sollten „Google Now” lieber keines Blickes würdigen. Allen anderen kann ich nur empfehlen, es einmal auszuprobieren.

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