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Gegen den Apple-Strich: LaCie Fuel Wi-Fi-Festplatte im Test



2
Zugeordnete Tags LaCie | Festplatte | Produkttest
Bereiche

Bewertung
Kabelloser Entertainment-Riese
5

 Pro

  • Reibungslose Einrichtung
  • Sehr gute Konnektivität
  • Ordentlicher Akku
  • Vielseitige App
  • Streaming für bis zu 5 Endgeräte
  • Schnelle Datentransfers

 Contra

  • Stattlicher Preis
  • Kein Massen-Upload per App

„Gimme fuel, gimme fire, gimme that which I desire. Ooh.“ Das war das Erste, was mir durch den Kopf schoss, als ich die Wi-Fi-Festplatte Fuel von LaCie das erste Mal in den Händen hielt. Verfechter wie Verächter Metallicas mögen mir verzeihen, dass ich das Spätwerk der Metal-Urgesteine hier zu Felde führe, aber die paar Zeilen Text passen nunmal perfekt auf die 1-Terabyte-Platte.

Gib mir, was ich begehre. Im Kontext der Fuel wären das ordentlich Speicherplatz, kabelloser Streaming-Komfort und bequeme Netzwerkeinbindung. Eine kompakte, portable Netzwerkfestplatte also, die ich als zentrale Film-, Musik- und Foto-Datenbank nutzen kann. Ooh.

Ja, ooh. Wäre da nicht die Einschränkung, die auf der Vorderseite des Kartons prangt: „for iPad, iPhone & Mac“. Diese iDevice- und Mac-Extravaganz habe ich nie wirklich begriffen und glücklicherweise finde ich in den weiteren Details, die der Karton präsentiert, auch einen Hinweis auf die Tauglichkeit für Android, Windows und sogar den Kindle Fire. Also warum nicht die LaCie Fuel gegen den selbst proklamierten Cupertino-Strich bürsten. Meine Androiden und nicht-Apple-ianer freuen sich schon auf den Praxis-Test.

Lieferumfang

Kleiner Daten-Kanister im Karton

Wie gewohnt kommt vor dem Test natürlich das Unboxing. Und wie ebenso inzwischen bei Datenspeichern gewohnt, finde ich neben der LaCie Fuel – im mattgrauen Benzinkanister-Design mit Akzent-Schlaufe in auffallendem Orange – den Netz-Adapter mit Stecker für deutsche und internationale Steckdosen. Der Netzstecker selbst besteht aus dem eigentlichen Adapter sowie einem USB-3.0-Kabel. Hier zeichnet sich bereits ab, dass das Netzkabel ebenso als Ladegerät dient und die Fuel-Platte auch per Akku betrieben werden kann.

Apropos Betrieb: Alle Infos zur Inbetriebnahme auf Tablet, Smartphone und Rechner finde ich im ebenfalls beiliegenden Quick Start Guide. Das Faltblatt zeigt auf einen Blick, welche App ich benötige und was mir die Lämpchen am 1-Terabyte-Speicher sagen wollen.

Die Fuel im Karton
Vorder- & Rückseite schreien nach Apple.
Festplatte, Lade-Adapter, Beileger
Power-Button & Kontroll-LEDs
Die Fuel im Karton
Einrichtung

Schnelle Einrichtung auf Tab, Phone & Co.

Zwei Lämpchen blinken, ach, an LaCies Front. So zeigt mir das linke Lämpchen nach Anschluss des Lade-Adapters und Drücken des Power-Buttons den Ladezustand des Fuel-Akkus – in den Farben Rot, Orange oder Grün. Die zweite LED rechts daneben blinkt nach dem ersten Einschalten 30 bis 60 Sekunden lang blau. Das bedeutet, dass die Wi-Fi-Funktionalität vollautomatisch initialisiert wird.

Technisch ist damit der „Ofen angeheizt“. Was ich nun noch benötige, sind 1.) die passende Verbindung und 2.) Zugriff auf die LaCie-Festplatte. Erstere erhalte ich, indem ich mich einfach über meine Netzwerk-Auswahl passwortfrei in das eben eingerichtete LaCie-Netzwerk einwähle. Letzteren bekomme ich via „Seagate Media App“ oder laciefuel.com in der Browser-Zeile.

Was jetzt folgt, ist die äußerst intuitive und schnelle Einrichtung der Software-Oberfläche, und nur gut 2 Minuten später genieße ich vollen Zugriff auf die Fuel. Eine derart einfache Einrichtung muss einfach begeistern und so bilde ich kurzerhand Android-Tablet, Android-Smartphone und Windows-Notebook zum LaCie-Komparsen aus. Bis zu fünf gleichzeitige Endgeräte sind dabei möglich. Und was mich zudem begeistert: Mein LG-Fernseher erkennt die Fuel auf Anhieb und bietet sich sofort zum Streaming an.

Einrichtung Schritt für Schritt
Test der Videofunktion
Test erfolgreich
Weitere Einstellungen
Vielseitige Energiespar-Optionen
Übersichtliches Optionsmenü
Einrichtung Schritt für Schritt
Software

Smarte Zentrale: Seagate Media App

Mit der Seagate-App nutze ich auf Tablet und Smartphone eine detailreiche Kontrollzentrale, die die Datenverwaltung auf Mobile Device und LaCie Fuel vereint. So wähle ich in der App mein Endgerät aus, um Dateien zur Übertragung freizugeben. Das funktioniert intuitiv und flott, aber leider nur File by File – nicht per Massen-Upload.

Möchte ich auf das Fuel-Drive zugreifen, wähle ich die Festplatte einfach im Dropdown aus. Die App listet die verschiedenen Dateiformate automatisch in die entsprechenden Ordner Fotos, Videos, Musik und Daten ein. Per Fingertipp starte ich das gewünschte File, das je nach Dateityp direkt in der App oder in einer passenden Zusatz-Anwendung geladen wird.

Natürlich ist auch ein System-Menü an Bord, in dem ich grundlegende Einstellungen an der Fuel vornehme. Von der Netzwerk-Auswahl über beachtlich detaillierte Energiespar-Optionen bis hin zur Wiederherstellung der Werkseinstellungen finde ich hier alles, was ich für den sicheren und effizienten Betrieb der 1-Terabyte-Festplatte benötige. All das hätte ich bei einer Festplatte nicht erwartet und bin dementsprechend mehr als positiv überrascht.

Dateien ordnet die Fuel automatisch nach Typ.
Der Media-Player stemmt zahlreiche Medien.
Dateien ordnet die Fuel automatisch nach Typ.
Hardware

Schnelle Transfers & ordentliche Akkuleistung

Externe Festplatten, die über einen herkömmlichen Netz-Adapter oder via USB ihren Strom beziehen, kennt jeder. Auch die LaCie Fuel bringt die passende Kabelei für beide Modi mit. Darüber hinaus bietet die Fuel einen eingebauten Akku, der den Betrieb der Festplatte auch unterwegs gewährleisten soll – laut LaCie bis zu 10 Stunden lang.

Aber welche Werte schafft der Akkubetrieb wirklich? Zunächst muss die Batterie natürlich erst einmal geladen werden. Via Lade-Adapter und ohne gleichzeitige Streaming-Beanspruchung benötigt die Fuel 3 Stunden bis zur vollständigen Ladung. Im Gegenzug schafft es die Wi-Fi-Festplatte bei gelegentlichem Zugriff auf 6,5 Stunden Akkulaufzeit. Streame ich einen Film und greife währenddessen auch mit anderen Devices auf die Platte zu, reduziert sich die Laufzeit auf 4,5 Stunden. Von den genannten 10 Stunden ist die LaCie so zwar ein ganzes Stück weg, überzeugen kann die Akku-Funktionalität dennoch.

Was fällt aus technischer Sicht noch auf? Die Wi-Fi-Funktionalität ist durchweg vorbildlich. Neben der einfachen Vernetzung von Smartphone, Tablet und Notebook überzeugt der kleine Datentresor auch mit Reichweite. Natürlich genieße ich besten Streaming-Speed, wenn ich mich im gleichen Raum wie die Festplatte befinde. Doch auch den Rest meiner 70-Quadratmeter-Wohnung deckt die LaCie so gut ab, dass ich bequem und ohne Aussetzer zwei bis drei verschiedene Medien gleichzeitig streamen kann.

Auch die Übertragung von Dateien zur LaCie klappt reibungslos – per USB 3.0 sowieso und via Wi-Fi deutlich schneller als erwartet. So lade ich kleinere Files wie Bilder und MP3s in Sekundenschnelle hoch und selbst eine 4 Gigabyte große Datei schafft die Festplatte in zirka 20 Minuten – respektabel. Ebenso respektabel schlägt sich die Fuel beim Geräuschpegel, denn zu keinem Testzeitpunkt macht sich die Wi-Fi-Platte durch wahrnehmbare Betriebsgeräusche bemerkbar. Lediglich leichte Vibrationen des hochtourenden Laufwerks sind spürbar.

Fazit

Durchweg überzeugende Netzwerk-Platte

Es müssen wohl Prestige-Gründe sein, weshalb LaCie seine Fuel als iOS- und Mac-OS-Festplatte anpreist. Fakt ist jedoch, dass der Netzwerk-Alleskönner auch unter Android und Windows eine erstklassige Figur macht. Von der problemlosen Einrichtung über die bequeme App-Bedienung bis hin zum beachtlich flotten Datentransfer via WLAN: Die Fuel weiß in jeder Hinsicht zu überzeugen.

Die Einbindung von bis zu 5 Endgeräten in die Streaming-Umgebung sowie die gelungene Akku-Funktionalität stehen als weitere Positiva zu Buche. Dabei beweist LaCie auch ein Händchen für ausgefallenes Design und gestaltet die Fuel als Blickfang für zuhause und unterwegs. So empfiehlt sich die 1-Terabyte-Festplatte als ideale Lösung für Multimedia-begeisterte Vielstreamer, denen ein NAS zu unbeweglich, groß und laut ist. Sicherlich ist der Preis von derzeit 199,90 Euro kein Pappenstiel, zumal andere externe Festplatten gleicher Kapazität weit weniger als die Hälfte kosten. Aber die eher NAS-typischen Funktionen der Fuel begeistern schnell und machen den stattlichen Preis vergessen. In diesem Sinne: „Gimme fuel, gimme fire, gimme that which I desire. Ooh.“

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2 Kommentare

  1. Wolke schrieb am
    Bewertung:

    Wichtig wäre doch, ob die Festplatte auch in ein bestehendes Netzwerk eingebunden werden kann!?

    Gruss

    • André Nimtz schrieb am
      Bewertung:

      Das kann sie. Die Einbindung erfolgt im Zuge des Setups. Hierzu musste ich mich zuerst ins von der Fuel bereitgestellte Netzwerk einklinken und konnte danach im Laufe des Setups mein ursprüngliches Wireless-Netzwerk zur Verknüpfung auswählen.

      Allerdings funktioniert das jeweils nur für das Device, auf dem ich die LaCie einrichte. D.h. nach der Einrichtung auf dem Tablet kann ich noch nicht direkt vom Smartphone aus über das bestehende Netzwerk zugreifen. Hier muss ich die Netzwerke erneut verknüpfen.

      Jenseits davon kann die LaCie Fuel auch per USB direkt mit dem Router oder einem geeigneten NAS verbunden werden.

      Gruß
      André

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