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Fresh 'n Rebel Clam ANC DGTL Over-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth im Test



Zugeordnete Tags Kopfhörer | Bluetooth | Headset
Bereiche

Bewertung
Urbanes Highlight
3,5

 Pro

  • stylischer Hingucker
  • kraftvoller Bass
  • lange Akkulaufzeit
  • gute ANC-Steuerung

 Contra

  • Verarbeitung mittelmäßig
  • Höhen unpräzise
  • ANC nicht effizient

Steel Blue und Silky Sand heißen die zwei verfügbaren Farben, die für das Flaggschiff der Kopfhörer von Fresh ’n Rebel zur Auswahl stehen. Der geschlossene Over-Ear-Kopfhörer nennt sich Clam ANC DGTL und unterscheidet sich von seinem günstigeren Verwandten Clam ANC nicht nur durch das Kürzel „DGTL“, sondern auch durch das Feature Digital-Noise-Cancelling. Der Clam ANC eliminiert vor allem im Bassbereich störende Frequenzen, während der getestete Clam ANC DGTL alle Frequenzbereiche von Außengeräuschen minimiert.

ANC steht für Active Noise Cancelling und beschreibt die Funktion, mit welcher aktiv Umgebungsgeräusche gefiltert und für den Hörer eliminiert werden. Wie gut das beim Fresh ’n Rebel Clam ANC DGTL funktioniert, wie einfach die Bedienung ist und welchen Tragekomfort er bietet, erfahrt ihr im nachfolgenden Test.

Lieferumfang

Positive Überraschung beim Unboxing

Clam ANC DGTL in Originalverpackung (Vorderseite)
Clam ANC DGTL in Originalverpackung (Hinterseite)
Clam ANC DGTL in Originalverpackung (Vorderseite)

Vor mir steht ein hochwertiger und blau glänzender Karton. Mit etwas Druck lässt sich eine Seite der Verpackung, die mit Magneten gehalten wird, anheben. Im Inneren verbirgt sich das eigentliche Objekt der Begierde, der Fresh ’n Rebel Clam ANC DGTL in der Farbe Steel Blue.

Im Lieferumfang befinden sich zudem ein USB-C-Ladekabel, das Textil-Audiokabel mit 3,5 Millimeter Klinkenstecker, falls kein Bluetooth verfügbar ist, und eine Tragetasche für den Transport des Kopfhörers. Ich hätte mir ein Hard-Case anstelle eines Transportbeutels gewünscht, aber Fresh ’n Rebel geht einen anderen Weg – wie auch Bang & Olufsen oder Bowers & Wilkins. Wer einen Over-Ear-Kopfhörer mit Hard-Case sucht, wird zum Beispiel bei Bose oder Sony fündig.

Design

Tolle Farbe & das ist nicht alles

Fest im Griff - Robuste Bauweise
Zusammengefaltet eine fast runde Sache
Fest im Griff - Robuste Bauweise

Der Fresh ’n Rebel Clam ANC DGTL ist ein Over-Ear-Kopfhörer mit geschlossener Bauweise. Das bedeutet, dass der Kopfhörer schon passiv gegen äußere Störeinflüsse abgeschirmt ist. Er ist so gebaut, dass wenig Schall von außen nach innen dringt, wie auch umgekehrt. Welchen Effekt das auf den Ton hat, klären wir später.

Auf den ersten Blick gefällt mir der Kopfhörer sehr gut. Er ist grundsätzlich in einem matten Finish gehalten, mit leicht glitzerndem Metallic-Effekt. Glänzend ist der Clam ANC DGTL an zwei Stellen pro Seite, nämlich am Übergang zur Weitenregulierung und direkt auf der Hörmuschel in Form einer Krabbe, welche das Markenzeichen von Fresh ’n Rebel ist. Leider stimmt auf den zweiten Blick die Qualität nicht überall. Die Spaltmaße zwischen Plastikgehäuse und Hörmuscheln passen nicht gut überein und das Plastik wirkt auf mich nicht sonderlich hochwertig. Bei dieser Kritik möchte ich hervorheben, dass ich meist deutlich teurere Kopfhörer teste und irgendwo Abstriche zu erwarten sind.

Bedienung

Ungewohnte Autonomie im Bedienkonzept

Eine Funktion, die ich bei anderen Herstellern vermisste, fand ich bei den Clam ANC DGTL. Das Noise Cancelling lässt sich getrennt der Wiedergabe von Musik aktivieren. Diese Möglichkeit ist prima für ruhiges Arbeiten in lauter Atmosphäre geeignet oder wenn ihr im Flugzeug schlafen möchtet. Einzier Wermutstropfen: Vergesst ihr, den Schalter auf „Off“ zu stellen, ist am nächsten Tag der Akku leer.

Der Fresh ’n Rebel Clam ANC DGTL hat, ähnlich wie auch Bang & Olufsen H9i, eine Auto-Pause-Funktion. Setzt man den Kopfhörer ab, pausiert die Wiedergabe und beim Aufsetzen wird sie fortgesetzt. Mit Drücken der Play-/Pause-Taste am rechten Ohrhörer kann die Auto-Pause-Funktion manuell deaktiviert werden. Der zweimalige Druck auf dieselbe Taste startet den Sprachassistent, je nachdem ob das Smartphone mit iOS oder Android ausgestattet ist, wird Siri oder Google Assistant aktiviert.

Der Over-Ear-Kopfhörer kann entweder mit Bluetooth oder dem mitgelieferten Audiokabel verbunden werden. Am Gehäuse des Kopfhörers sind zwei LEDs verbaut, eine unten auf der linken Seite zum Anzeigen der ANC-Funktionalität und die andere auf der rechten Unterseite als Betriebs- und Status-LED.

Es gibt keine App für Einstellungen für den Kopfhörer. Ich vermute, dass es damit auch keine Möglichkeit für ein Update der Firmware gibt. Nachteilig ist weiterhin, dass ohne App keine Anpassungen am Klangbild möglich sind.

Tragekomfort

Bequemer als erwartet: Fresh 'n Rebel überzeugt fast

Die Ohrmuscheln des Clam ANC DGTL wurden aus Proteinleder gefertigt. Mit dieser Lederart beschreibt Fresh ’n Rebel nichts anderes als Kunstleder.

Das Gehäuse besteht fast vollständig aus Plastik und ist durch einen innenliegenden Metallbügel verstärkt. Die Bauweise scheint lange haltbar zu sein und wirkt grundsolide. Die Ohrmuscheln sind kipp- und drehbar, sodass sie auf jedem Kopf eine gute Passform erreichen sollten. Meine relativ großen Ohren passten ohne Probleme in die Innenbereiche der Ohrmuscheln hinein, ohne dass sie irgendwo anstoßen.

Der Kopfhörer liegt fest an und erweckte im ersten Moment den Eindruck, dass er zu eng sei. Nach stundenlangen Tragen konnte ich dies nicht bestätigten. Er ist angenehm aber spürbar auf dem Kopf. Vorteilhaft ist der feste Sitz zum einen zur passiven Geräuschreduzierung und zum anderen, wenn man einen kurzen Zwischenspurt einlegen muss, zum Beispiel um Bus oder Bahn zu erreichen. Es wird beim Tragen der Clam ANC DGTL etwas warm an den Ohren, was der geschlossenen Bauart geschuldet ist und damit systembedingt bei jedem ähnlichen Kopfhörer auftritt. Der Tragekomfort ist nach meinem Empfinden gut, jedoch mit Luft nach oben. Die Messlatte wird meines Erachtens gesetzt vom Klassenprimus Bose QC35II.

Noise-Cancelling

Geräuschunterdrückung, die in dieser Preisklasse akzeptabel ist

Fresh ’n Rebel bietet einen fast baugleichen günstigeren Kopfhörer Namens Clam ANC an. Laut Herstellerangaben verfügt dieser nur über ein analoges Active-Noise-Cancelling (ANC) mit einem Mikrofon pro Seite und filtert vorrangig die tiefen Töne von außen. Der hier getestete Clam ANC DGTL hat digitales Active-Noise-Cancelling an Board und an jeder Seite zwei Mikrofone – eins innen und eins außen an der Hörmuschel. Über einen Microchip wird ein deutlich breiteres Frequenzband gefiltert, sodass sich Außengeräusche effizienter reduzieren lassen.

Im Vergleich zu teureren ANC-Kopfhörern reduziert das Noise-Cancelling des Clam ANC DGTL jedoch nur in geringem Maße die Außengeräusche. Eine weitere Funktion des Kopfhörers ist der Transparenzmodus, welcher bei Fresh ’n Rebel „Ambient Sound Mode“ heißt. Ist dieser aktiviert, werden Außengeräusche verstärkt, sodass man Musik hören kann und sein Umfeld trotzdem deutlich wahrnimmt. Die Funktion ist genau das Gegenteil vom Active Noise Cancelling. Sinnvoll ist dies im Straßenverkehr, beispielsweise beim Überqueren von Straßen.

Sound

Ein Rohdiamant für Bassliebhaber im Klangtest

Auch auf Holz macht der Clam ANC DGTL eine gute Figur.
Auch auf Holz macht der Clam ANC DGTL eine gute Figur.

Der Fresh ’n Rebel Clam ANC DGTL mag es bassig und die maximale Lautstärke ist hoch angesiedelt. Hip-Hop, elektronische Musik und andere tiefenbetonende Musikrichtungen sind die Paradedisziplinen des Clam ANC DGTL. Er bringt mit seinen 40-Millimeter-Treibern ordentlich Druck auf die Ohren und löst sauber bis in den Tiefbassbereich auf. Die Mitten klingen kräftig, aber bei den Höhen fehlt es an Brillanz. Sie klingen eher hart und passen nicht in das restliche Klangprofil. Gleich an dieser Stelle möchte ich betonen, wie subjektiv eine Klangempfindung ist.

Mir gefiel, wie schnell der Kopfhörer auf Bässe anspringt und wie er einen akustischen Raum im geschlossenen System aufbaut. Manchmal bekam ich Gänsehaut beim Hören, zum Beispiel bei Steve Jablonskys „Autobots“. Klavierkonzerte hingegen erzeugten eher ein Gefühl von Leere, so bei Tschaikowskys „Allegro“ im Klavierkonzert Nr.1.

Nahezu jeder ANC-Kopfhörer verändert sein Klangbild, wenn das Noise-Cancelling an- beziehungsweise ausgeschaltet ist – so auch der Clam ANC DGTL. Neben dem leichten Rauschen beim aktiviertem ANC im Bluetooth-Betrieb, muss ich leider auch feststellen, dass das Klangvolumen damit geringer ausfällt. Positiv wirkt sich der Effekt jedoch auf die Höhen aus, die im Gesamtkontext gefälliger auftreten.

Die Klangqualität wird durch die aptX-Technologie verbessert, da hier die Musik hochaufgelöster übertragen wird. Leider wird aptX ausschließlich mit Android sowie am Windows-PC unterstützt. Beim Mac kann aptX über eine Einstellung manuell aktiviert werden. Apples iOS-Geräte wie iPhone und iPad unterstützen diesen Standard jedoch nicht und leider bietet Fresh ’n Rebel keinen weiteren Standard wie AAC an. Somit wird der Kopfhörer für Apple-Kunden etwas uninteressanter.

Mobility

Bessere Reisetauglichkeit als manch teurerer Kopfhörer

26 Stunden Batterielaufzeit bei einem 650 Milliampere großen Akku möchte Fresh ’n Rebel beim Clam ANC DGTL erreichen. Die Hälfte, also 13 Stunden, sollen es mit eingeschalteter ANC-Funktion sein. Diese Werte habe ich nicht überprüft. Subjektiv betrachtet musste ich den Kopfhörer nur selten laden und wenn, war er nach einer Stunde und 50 Minuten wieder vollständig aufgeladen.

Da der Kopfhörer klappbar ist, hat er nur ein geringes Packmaß, welches kleiner als bei vielen anderen Herstellern ausfällt. Verstauen lässt er sich in der mitgelieferten Tragetasche. Wie schon beim Lieferumfang beschrieben, hätte ich mir eine hochwertigere und festere Hülle gewünscht, da sie mehr Schutz beim Transport bieten kann.

Der Clam ANC DGTL wiegt rund 260 Gramm und ist damit angenehm leicht. Durch die Headset-Funktion lässt er sich auch für Telefonate benutzen. Leider konnte mich diese Funktion jedoch nicht überzeugen, da mich mein Gegenüber nur leise verstanden hat. Damit ist der Kopfhörer für Telefonate nur bedingt zu empfehlen aber natürlich absolut ausreichend, um den Anruf zumindest entgegenzunehmen.

Die Bluetooth-Verbindung ist dafür stets stabil und auch das Verbinden mit den gespeicherten Endgeräten geht schnell vonstatten. Weiter als acht Meter Sichtentfernung solltet ihr euch jedoch nicht von der Bluetooth-Quelle entfernen, da sonst die Verbindung abreißt – keine besonders weite Entfernung.

Fazit

Gemischte Gefühle & Kaufempfehlung

Der Kopfhörer ist mit einem Verkaufspreis von knapp unter 200 Euro kein Schnäppchen. Dennoch ist er günstiger als die Platzhirsche von Sony, Bose und Co., die meist circa 100 Euro mehr kosten. Mit dem Fresh ’n Rebel Clam ANC DGTL bekommt ihr einen soliden, basshungrigen Lifestyle-Kopfhörer mit Active-Noise-Cancelling und Bluetooth. Schwächen zeigt er bei der Wiedergabe von hohen Tönen, bei der Effizienz des Noise-Cancellings und in der Verarbeitung.

Eine Kaufempfehlung spreche ich für diejenigen aus, die gern basslastige Musik hören, einen echten Hingucker als Kopfhörer besitzen möchten und bei denen Geräuschreduzierung nicht die oberste Priorität ist.

Bester Klang. Bose Noise Cancelling Headphones 700

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