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Festplattentest: USB 3.0 vs. USB 2.0



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Zugeordnete Tags USB | Vergleich | Test | Buffalo | HD | Seagate | WS-110
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Buffalo DriveStation USB 3.0 und Seagate BlackArmor WS110 im Vergleich
Etwas genervt erlebt ihr mich hier mit dem eigentlich als Showdown geplanten Vergleich der beiden externen Festplatten Seagate BlackArmor WS110 und Buffalo DriveStation HD-HXU3, die ich in der letzten Woche vorgestellt habe (1,2). Abgesehen davon, dass für beide Modelle einiges an Software installiert werden musste/sollte und ja auch mal was schiefgehen kann, kosten diese Festplattentests eine Menge Zeit. Zum Einen will man ja herausfinden, wie schnell die Platten selbst und die Übertragungswege sind und zum Andern muss man sich Gedanken über die sinnvollste Konfiguration machen, um die brauchbarsten Ergebnisse zu erhalten. Speziell bei der Buffalo DriveStation mit USB-3.0-Anschluss habe ich so einiges ausprobiert: mit und ohne Turbo-USB-Unterstützung, mit und ohne Windows Schreibcache und am Ende auch noch im NTFS-Format und natürlich über USB 2.0 im Kompatibilitätsmodus.
Getestet habe ich hauptsächlich mit dem Programm HDTune in der Version 2.55, aber auch normale Kopiervorgänge und Archiverstellungen mit Winrar geben einen guten Eindruck der Fähigkeiten der einzelnen Komponenten. Die eSATA-Schnittstellen des ASUS N61 und der Seagate BlackArmor WS110 habe ich allerdings noch nicht in Einklang bringen können, was wohl nicht zuletzt an Windows 7 liegen könnte. Entsprechende Ergebnisse werden natürlich nachgereicht, sobald das Problem behoben ist.
Ein Vorgang bei dem sich keinerlei Unterschied in der Geschwindigkeit unterschiedlicher Festplatten feststellen lässt ist die Archivierung mit WinRar. Egal, ob ich den etwa 14 GB großen Ordner auf die interne HD, per USB 3.0 auf die Buffalo oder per USB 2.0 auf die Seagate archivieren wollte, die Zeitangabe betrug jeweils etwa eine Stunde und 5 Minuten. Hier setzt wohl die CPU-Power oder die Liefergeschwindigkeit der Ursprungsplatte die Grenzen, weswegen ich es damit nicht weiter probiert habe. Etwas erkenntnisreicher ist da schon der Versuch, die Festplatten mal ein paar Daten auf sich selbst kopieren zu lassen. Im USB-2.0-Modus lief das bei beiden externen Modellen etwa mit 20 MB/s ab. Mit eingeschaltetem TurboUSB unter USB 3.0 – eine spezielle Software-Unterstützung von Buffalo – schafft die DriveStation dann etwa 35 MB/s. Ohne diese Unterstützung werden jedoch nur ca. 25 MB/s angegeben, was im Gegensatz zu USB 2.0 dann doch etwas wenig wäre.

Ein praxisnaherer Test ist wiederum die normale Datenübertragung von der internen Notebook-HDD auf unsere Testkandidaten. Hier spielt die Buffalo DriveStation dann ihre Vorteile endlich aus und kommt auf knapp 85 MB/s Übertragungsgeschwindigkeit. Im direkten Vergleich mit der Seagate BlackArmor über USB 2.0, auf die mit rund 21 MB/s geschrieben/gelesen werden konnte (eine andere Platte über einen USB-2.0-Hub konnte mit 28 MB/s beschrieben werden), kommt man also auf eine 3-4fache Geschwindigkeitsverbesserung durch USB 3.0. Nicht zu vergessen habe ich auch bei diesen Tests wieder den TurboUSB-Modus der DriveStation eingeschaltet, ohne den man noch rund 78 MB/s Datendurchsatz erreicht. Im reinen USB2-Modus schafft auch die Buffalo-HD nur noch 23MB/s.

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Für Großansicht bitte auf Bild klicken.

HDTune 2.55
Bei all diesen Untersuchungen ist zu beachten, dass die Platten neu sind und daher auf die vorderen Sektoren schreiben, die schneller zu erreichen sind, als die hinteren. Insbesondere nach der Umformatierung der Buffalo HDD ins NTFS-Format stellte sich zuerst ein Geschwindigkeitsrekord von 120 MB/s ein. Nachdem ich sie dann „richtig“ formatiert hatte, also nicht in der Schnellformatierung, lieferte sie nur noch 35 MB/s. Zwei Werte also, die recht unrealistisch sind. Nicht zuletzt deswegen habe ich dann auch noch das Festplattentool HDTune in der Version 2.55 zum Einsatz gebracht, um technisch objektive Werte zu erhalten.

In der Standardeinstellung schreibt und liest HDTune 64KB große Blöcke in allen Bereichen der Festplatten und gibt dann einen Höchstwert, einen Minimalwert und einen Mittelwert für die Datenübertragung aus. Dazu erstellt es ein Diagramm mit Zugriffszeiten und gibt auch hierzu einen Mittelwert aus. Ändert man die Blockgrößen so ändern sich auch die Ergebnisse, denn kleine Blöcke dauern in der Regel länger als große, jedenfalls bei Standard-HDDs.

Seagates BlackArmor WS110 USB2-Platte liefert im Standardtest einen Mittelwert von 26,4 MB/s, der bemerkenswerter weise auch bei Benutzung der hinteren Plattenbereiche keinen Einbruch verzeichnet. Die größeren Blöcke von 1 MB und 8 MB werden mit einem Mittelwert von 28,3 MB/s geschrieben und gelesen; die kleineren Blöcke von 4 KB und 512 B können dagegen nur noch mit 0,5-5 MB/s ausgetauscht werden. Dennoch ist es erstaunlich und auch positiv, dass im hinteren Bereich der Seagate bei keinem der Tests eine Einbusse zu verzeichnen war.

Die Ergebnisse der Buffalo DriveStation im USB-2.0-Modus sind dazu nahezu identisch, wenn auch nicht ganz so sauber im hinteren Bereich. Im Normalmodus USB 3.0 errechnet HDTune einen Mittelwert von 78,9 MB/s, mit Turbo-Unterstützung sind es dann schon 96,7 MB/s, die man durch eine Umformatierung auf NTFS auch noch auf 100,1 MB/s schrauben kann. Im Durchschnitt der Testergebnisse zeigte sich, dass der Turbomodus eine zusätzliche Leistung von ca.10 Prozent aus der DriveStation bzw. dem USB-3.0-Anschluss quetschen kann. Hier steht wieder zu vermuten, dass in Zukunft einige weitere Verbesserungen implementiert werden; spätestens wenn Microsoft und Intel sich etwas intensiver mit USB 3.0 beschäftigen.

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Testergebnisse, die ich mit eingeschaltetem Windows-Schreibcache durchgeführt habe, sind nochmals um knapp 10 prozent besser, laut HDTune aber nur im vorderen Bereich der Festplatte. Die Durchschnittsergebnisse unterscheiden sich daher nur marginal von denen ohne Cache, weswegen darauf nicht weiter eingegangen werden musste. Vergleichstests mit der internen Festplatte am ASUS N61 und am ASUS Eee PC S101 haben in etwa die gleichen Ergebnisse geliefert, wie die Buffalo DriveStation über USB 3.0, also etwa 85-100 MB/s. Eine Standard SD-Card kommt hingegen nur auf etwa 15MB/s.

Wie ich eingangs schon erwähnte, konnte ich aufgrund technischer Schwierigkeiten die eSATA-Variante der Seagate BlackArmor noch nicht testen. Es gilt also zu bedenken, dass es sich bei den beschriebenen Tests lediglich um einen Vergleich USB 2.0 vs. USB 3.0 handelt, den USB 3.0 natürlich klar für sich entschieden hat. Das bedeutet aber eben noch nicht, dass Buffalo auch den Festplattenvergleich für sich entscheiden konnte, denn dazu fehlt halt der Vergleich zur eSATA-Komponente der BlackArmor-HDD. Um herauszufinden, welche Komponente den Fehler bei eSATA verursacht, habe ich die Platte nun einem Freund gegeben, der sie mal an seinem eSATA-Anschluss anstöpselt und überprüft, denn das Softwareupdate von Seagate hat erstmal nicht geholfen und der niederländische Mitarbeiter bei ASUS war auch ziemlich ratlos. Hoffentlich liegt nicht wirklich ein Defekt vor, denn der Wettbewerb zwischen eSATA und USB 3. ist sicher etwas enger und spannender.

Fazit USB 2.0 vs. USB 3.0
Die überall gehandelte 5-10fache Geschwindigkeit (je nach Quelle) von USB 3.0 zu USB 2.0 konnte ich zu keiner Zeit aus der Platte quetschen, aber das kann mit Softwareupdates ja noch kommen. Bisher scheint der Geschwindigkeitsvorsprung eher bei dem 4-5fachen zu liegen, aber dieses „Werbegestrunze“ kennt man ja zur Genüge und weiß es mittlerweile einzuschätzen.

Der Vorteil des Universal Serial Bus liegt ja sowieso nicht unbedingt in der Geschwindigkeit, sondern in der Kompatibilität zu Peripheriegeräten, die aber auch immer leistungsfähiger werden und schnellen Datenaustausch benötigen. Somit ist es sicher wünschenswert, schnelle Datenübertragungen am PC durchführen zu können, dazu ist USB 3.0 aber nur eine Möglichkeit. Andere Übertragungswege sind noch deutlich schneller, bieten aber eben nicht die Möglichkeit, alle möglichen Consumer-Geräte anzuschließen. Wer wirklich schnell Daten austauschen will greift wohl eh eher zu einer SSD, die übrigens auch mit kleinen Blöcken brauchbare Durchsatzraten erzielen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass sich USB 3.0 auf jeden Fall durchsetzt. Spätestens mit Windows 8 und einer im Chipsatz integrierten USB-3.0-Unterstützung, die Intel bisher noch vernachlässigt, werden in allen Neurechnern USB-3.0-Anschlüsse eingebaut sein…wer will da noch dran vorbeikommen?

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2 Kommentare

  1. galan schrieb am
    Bewertung:

    Guten Tag,

    mich würde interresieren ob es schon was Neues über
    den eSATA Anschluss der WS 110 zu berichten gibt.
    Denn meine Lieferung auf Nachname ist schon am Laufen.

    Mit freundlichen Grüßen

    galan

  2. Matthias Schleif schrieb am
    Bewertung:

    Der eSATA-Anschluss der Seagate-Platte ist in Ordnung, aber der Eingang am ASUS N61 wohl nicht. Insofern konnte ich keine Geschwindigkeitstest damit machen, aber bei Youtube hab ich zB das hier gefunden: http://www.youtube.com/watch?v=j4e9KE6ZJmc

    Demnach überträgt man mit eSATA mit etwa 80MB/S, was ja fast an USB3.0 heranreicht…

    Viel Spass also mit der neuen Seagate ;-)

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