Tests

Ersteindruck vom neuen Apple iPad ...



3
Zugeordnete Tags Apple | iPad | Tablet | Keynote | Vergleich | LTE | Retina | Display
Bereiche

… und die Frage: Behalte ich mein altes iPad oder kaufe ich das neue?
Apple hat es wieder getan. Da stellen die Jungs aus Cupertino am 7. März 2012 das neue iPad vor und schon schwante mir Böses. Werde ich stark genug sein oder dem neuen, besseren, genialeren Produkt hilflos verfallen? Während ich bei GIGA auf dem Sofa saß, den Liveticker im Hintergrund verfolgte und sah, dass das neue iPad mit dem A5X einen leistungsstärkeren Chip, eine 5-Megapixel-Kamera, LTE und vor allem ein Retina-Display bekommt, wurde schnell klar, dass ich mit mir kämpfen muss, sobald ich die beiden Modelle, das neue iPad und das „alte“ iPad 2 im direkten Vergleich sehe. Letzten Freitag war es endlich soweit: Verkaufsstart in Deutschland. Viele halten ja nichts von Liebe auf dem ersten Blick, aber lasst es euch sagen: Ihr müsst es sehen, um genauso zu fühlen wie ich.

iPad-Mitternachtsverkauf im Cyberport Store Berlin-Mitte“

Während die Kollegen in Berlin-Mitte bereits kurz nach Mitternacht ihre Pforten für die hungrige – und durstige – „Meute“ öffnete, die sich Stunden zuvor bereits vor dem Cyberport Store in der Friedrichstraße versammelte, musste ich mich, nach der späten Rückkehr aus Düsseldorf am Vorabend, bis kurz nach acht Uhr gedulden. In der Firmenzentrale in Dresden angekommen, führte der Weg sogleich in den Store, wo die Kollegen bereits fleißig am Auspacken und Sortieren waren, um für den erwarteten Kundenansturm zur Ladenöffnung startklar zu sein. Wenige Augenblick später war es soweit und das neue Wunder-Tablet wurde schnelle dem Chef aus den Händen gerissen. „Sieht ja genauso aus, wie das alte.“, „Es ist schwerer.“ oder „Ein wenig dicker ist es wirklich.“ war von den Kollegen zu hören. Niemand beachtete die neue Kamera auf der Rückseite, denn alle wollten das neue Retina-Display in Aktion sehen.

image

Vergleichen lässt sich der Moment wohl mit dem Öffnen des ersten Überraschungsei oder dem ersten … – zurück zum Thema. Noch ehe jemand das iPad 2 zum Vergleich ranholen konnte, waren sich alle einig: Das neue Display ist der Hammer. Man steigerte sich immer mehr, als der direkte Vergleich da war: Links das iPads 2, rechts das neue iPad. Da die meisten Kollegen stolze Besitzer des iPad 2 sind bzw. nun waren, fragten sich alle, wie wir bislang mit dem Display leben, arbeiten, spielen und vor allem lesen konnten. Dass der Unterschied wirklich so sichtbar wäre … aber seht selbst.

Das neue Apple iPad im direkten Vergleich mit dem iPad 2″

Das neue Retina-Display: Ein Quantensprung mit Luft nach oben

Weniger ist manchmal doch mehr, vor allem wenn es um Pixel geht. Wer den direkten Vergleich nicht vor sich, wird wohl mit dem Display des Apple iPad 2 zufrieden sein, aber bereits der Blick auf das Retina-Display des iPhone 4 bzw. 4S zeigt, was möglich ist und so stand bereits vor der Keynote von Apple-CEO Tim Cook fest, dass das neue iPad ebenfalls ein Retina Display erhalten wird. Zwar besitzt das neue iPad mit 264 ppi eine doppelte so hoch Pixeldichte wie seine beiden Vorgänger, hinkt aber dennoch dem iPhone 4(S) hinterher, das mit 326 ppi auftrumpfen kann. Dafür bietet es nun eine Auflösung von 2.048 x 1.536 Pixel (iPad 1/2: 1.024 x 768 Pixel) und unterstützt 1080p-Full-HD. Nach meinem gemeinsamen Wochenende mit dem neuen Apple iPad, möchte man nicht wieder zurück zum altbewährten iPad 2. Vor allem bei Texten, egal ob beim Surfen im Web oder dem Lesen, aber auch beim Filmgenuss oder Spielen – das Retina-Display beeindruckt auf ganze Linie, egal ob es sich dabei um ein Display aus dem Hause Samsung oder LG handelt. LG jedenfalls hat nichts auf der Highlightpräsentation letzte Woche zum neuen iPad erwähnt. Einzig ein Hinweis auf die Display-Lieferung für das Apple iPhone 4 war zu hören. Entspiegelt bzw. blendfrei ist das Display weiterhin nicht und Fingerabdrücke sind, auch wenn es eine fettabweisende Beschichtung gibt, stets sichtbar. Spezielle Folien können beide Punkte natürlich verbessern.

Neues Kraftpaket: Apple A5X

Was wurde im Vorfeld nicht alles über den Prozessor spekuliert. Nicht der erhoffte Apple-A6 kommt im neuen iPad zum Einsatz, sondern ein A5X mit Quad-Core-Grafikchip. Laut Apple soll er im Vergleich zum Nvidia-Tegra-3-Chip viermal so schnell sein. Hier ein paar Benchmark-Daten von Macworld:

image

image

image

Speziell zugeschnitten auf den neuen Chip und das Retina-Display, bietet Apple im App-Store bereits zum Verkaufsstart die ersten optimierten Spiele (z.B. Real Racing 2 HD, Infinity Blade II) und Apps (z.B. Facebook, Flipboard, Tweetbot) an.

Was bietet das neue iPad noch? Bessere Kamera und leistungsstarke Batterie.

Ich weiß noch, als ich kurz nach dem Kauf meines iPad 2 auf der Musikmesse in Frankfurt Bilder geschossen und Videos aufgenommen habe. Während ich die Videoqualität ganz ok – mehr aber auch nicht – fand, hinterließen nur Bilder nur eine Frage: Warum ist die Qualität nur so mies? Während die Frontkamera von nun an FaceTime-Kamera heißt, ein Feature, dass sich noch nicht wirklich durchsetzen konnte, bietet die neue Rückkamera mit dem historischen Namen iSight nun 5 Megapixel und Full-HD-Video-Auflösung. Viele Kunden haben gehofft, dass Apple die 8-Megapixel-Kamera aus dem iPhone 4S verbauen würde, aber dem ist nicht so. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass erste Bilder zeigen, dass die Qualität nicht ganz an das aktuelle iPhone heranreicht, wohl aber das iPad 2 um Längen hinter sich lässt.

Statt einer integrierten Lithium-Polymer-Batterie mit 25 Wattstunden, bietet die Batterie im neuen iPad nun 42,5 Wattstunden, was die Akkulaufzeit bei leistungsstärkerem Prozessor, schnellerer Grafik und dem besseren Display trotzdem bei den vom iPad 2 bekannten zehn bzw. neun (3G/4G) Stunden hält. Hier gibt sich Apple also keine Blöße gegenüber der aggressiven Konkurrenz, die meist nicht auf diese Werte kommen.

image

LTE? Jein. Europa scheint Apple egal zu sein.

Warum? Keine Ahnung. Apple-SVP Phil Schiller bestätigte die LTE-Gerüchte und das neue iPad ist das erste Gerät mit LTE-Unterstützung – jedenfalls auf dem Papier. Auch in Zeiten von Globalisierung und Verschmelzung der europäischen Staaten zur großen Gemeinschaft, gibt es in den einzelnen Ländern trotzdem unterschiedliche Frequenzen, auf den gefunkt wird. Deswegen bleibt LTE den Nutzern in der DACH-Region vorenthalten, denn der Chip unterstützt nur die amerikanischen Frequenzen von 700 und 2.100 MHz, nicht aber die 800, 1.800 oder 2.600 MHz, die es in Deutschland, Österreich oder der Schweiz gibt. Zwar bieten HSPA+ bzw. DC-HSDPA bis zu 21 bzw. 42 MBit/s, aber LTE eben bis zu 300 MBit/s. Dafür, dass der europäische Markt immer wichtiger für Apple wird, muss ich sagen: Vielen Dank aber auch.

Unpacking des neuen Apple iPad“

Fazit: Das neue iPad bietet viel, aber nicht alles.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Apple es mal wieder erfolgreich geschafft hat, sich mit dem neuen iPad vor der Meute hungriger Konkurrenten – seien es Samsung, Motorola, Lenovo, Asus oder Sony – erneut zu behaupten. Der neue A5X-Chip bietet spürbar mehr Power und das neue Retina-Display … mir fehlen immer noch die Worte. Ihr müsst es selber gesehen haben, um mich zu verstehen. Es ist brillant, auch wenn es nicht ganz an die Pixeldichte des iPhone 4S herankommt. Diese Qualität auf einem 9,7-Zoll-Display ist echt beeindruckend und für mich DAS entscheidende Kaufkriterium in Deutschland, denn leider bleiben uns die LTE-Spitzengeschwindigkeiten für den mobilen Hochgenuss verwehrt. Auch wenn die neue iSight-Kamera wesentlich bessere Bilder als beim Vorgänger macht, frage ich mich, wie viele Nutzer eigentlich mit ihrem Tablet regelmäßig fotografieren oder filmen. Wenn das neue iPad aber keine (neue) Kamera bekommen hätten, wäre das Geschrei und Gelächter der Konkurrenz groß gewesen, egal ob jemand ihre verbaute Kamera überhaupt nutzt.

Mehr verbaute Technik verlangt natürlich auch nach mehr Platz, aber mal ehrlich Leute: 49 (4G) bzw. 51 Gramm mehr empfindet ihr doch nicht wirklich als störend, von den gerade einmal 0,6 mm mehr, was die Tiefe anbelangt, ganz zu schweigen. Ich finde, dass das neue iPad dadurch gefühlt einen Zacken besser in der Hand liegt als zuvor. Außerdem bleibt es somit kompatibel zu den Apple Smart Covern bzw. nahezu jeder Schutzhülle. Ich habe es sowohl mit meiner Booq Booqpad, als auch mit dem älteren Belkin Lederfolio erfolgreich verstauen können.

Was den Preis angeht, bleibt sich Apple treu und bietet das neue iPad zu den identischen Preisen des iPad 2 an, welches in der kleinsten Variante mit 16 GB und Wi-Fi zur Keynote auf 399 Euro gesenkt wurde. Damit schafft es Apple wieder einmal eindrucksvoll, den günstigen Konkurrenten das Wasser abzugraben, denn seien wir mal ehrlich: Gibt es eine ernstzunehmende Alternative? Für mich nicht und ich glaube, dass ihr mich in Zukunft auch nur noch mit einem neuen iPad antreffend werdet – wenn nicht am Schreibtisch sitzend oder vor den Messeständen stehen, dann auf jeden Fall liegend in der Ecke, denn das Retina-Display ist einfach umwerfend.

PS: Ich danke meinem Kollegen Walter Amos Müller für die Vergleichs- sowie die Unpacking-Fotos.

RSS-Feed

Werde Autor!

Dieser Beitrag wurde von veröffentlicht.
hat bereits 278 Artikel geschrieben.
Sei auch dabei: Werde jetzt Autor und teile dein Wissen!

3 Kommentare

  1. PeterG schrieb am
    Bewertung:

    Hmmm… Ich habe den Hype um das Display von Anfang an nicht verstanden, fand den Gedanken eines höher auflösenden Displays allerdings durchaus ansprechend.
    Das Display des neuen iPad ist auch gut. Aber Grund zu derartiger Begeisterung wie oben siehe ich nicht einmal im Ansatz. Dabei habe ich den unmittelbaren Vergleich mit einem alten iPad 1.
    Die meiste Zeit ist ein Unterschied kaum oder gar nicht wahrnehmbar. Bei extrem dichtem Abstand oder Betrachtung mit Lupe oder Mikroskop mag das anders sein, bei normalem Betrachtungsabstand ist der Unterschied jedenfalls für den unbefangenen Betrachter kaum bemerkbar.

    Kurzum: Ein Umstieg allein des Displays wegen lohnt sich meines Erachtens überhaupt nicht. Lohnend ist für mich vor allem der größere Arbeitsspeicher und der gegenüber dem iPad 1 schnellere Prozessor.

  2. Sandra schrieb am
    Bewertung:

    Ich überlege schon seit einiger Zeit mir ein iPad zu kaufen und der Testbericht hier hat mich jetzt letztendlich bestätigt. Ich hab mir anfangs immer die Frage nach dem eigentlichen Nutzen gestellt, da ich ja mit dem Netbook genau die gleichen Tätigkeiten auf der Couch oder auf Reisen tätigen kann. Als ich dann mal eins von einem Bekannten in der Hand hatte muss ich zugeben, dass es durch die Bedienung und die Effekte recht süchtig macht.

    Was das Retina-Display beim neuen iPad angeht scheint sich ja eine deutliche Verbesserung ergeben zu haben. Was mir immer wichtig war ist dass ich damit auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch arbeiten kann, denke da muss ich mir jetzt keine Sorgen mehr machen.

    Die Verbesserung bei der Kamera find ich auch sehr gelungen. Danke für diesen ausführlichen Vergleich, ich bin überzeugt.

  3. Leif schrieb am
    Bewertung:

    Bei normalen Betrachtungsabstand konnten viele Konsumenten nicht einmal den Unterschied zwischen den 2er und 3er erkennen
    http://youtu.be/iox5Q2nWi-Q

    Unverständlich ist mir auch warum sie noch immer die uralte VGA Front Kamera aus der Restekammer verbaut haben. Gerade bei einem Tablet nutzt man wohl eher die frontseitige zwecks FaceTime, Skype oder Hangouts.

    Aber gut, sie müssen ja platz nach oben für das nächste schaffen :) Ist halt Apple’s Strategie – so viel wie nötig, so wenig wie möglich um es als Update attraktive genug zu gestalten.

Kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

Ähnliche Beiträge

MacBook Pro 2016 – das lang erwartete Update im Test

Tests

13.01.2017

 | Dirk Lindner

Exakt 527 Tage vergingen von der Vorstellung der letzten MacBook-Pro-Generation bis zur Präsentation des 2016er Modells – ungewöhnlich für die eigentlich im Jahresrhythmus erscheinenden Apple-Notebooks. Als das eigentlich im Frühling fällige... mehr +

Apple iPhone 7 Plus im Test

Tests

03.01.2017

 | Daniel Barantke

Viel muss ich euch zu dem neuen iPhone 7 Plus von Apple sicher nicht erzählen, da es schon sehr viele Testberichte im Internet gibt und gerade dieses Smartphone sehr viel durch die Medien geht. Dennoch möchte ich euch meine Erfahrungen nach fast... mehr +