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Erfahrungsbericht: Apple iPad



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Ein Wochenende mit Apples Hype-Tablett
Nachdem ich ja ein kategorischer Spielverderber und Nein-Sager bin – zumindest was bisher das iPad angeht – habe ich mich dann doch mal am Wochenende kurz entschlossen damit auseinander setzen und ein iPad näher in Augenschein nehmen können. Zwei Tage zusammen mit Apples „Wunder-Tablett“ und der anschließenden Erkenntnis, dass Theorie und Praxis doch sooo weit auseinander liegen (können). Dazu in den folgenden Zeilen, ein paar Gedanken und Ideen meinerseits – kurz und prägnant in Stichpunktform.

  • Das iPad ist einfach nur gigantisch. Das Display ist jedes Mal erneut eine wahre Freude, wenn man es berührt und draufschaut.
  • Der Angebot spezieller Apps für das iPad ist zwar kräftig gewachsen, aber bei weitem noch nicht so vollständig wie bisher beim iPhone. Hier merkt man, wie süchtig man tatsächlich nach Apps ist mit gewissen Funktionalitäten, die bisher noch nicht bedient werden.
  • iPhone-Apps sind einfach nur grottenschlecht auf dem iPad, sowohl die Anzeige in Originalgröße als auch die Skalierung auf Bildschirmniveau können mich nicht überzeugen. Natürlich bleibt die Funktionalität erhalten, aber sie sind letztendlich nicht perfekt. Das ändert sich hoffentlich mit Applikationen für das neue iPhone 4, welches eine höhere Auflösung unterstützt.
  • Reine Web-Apps machen auf einem großen Display bei weitem nicht soviel Spaß wie native Apps auf dem iPad – die Funktionalität und das „Touch & Feel“ kommen im Internet nicht so gut rüber wie bei den echten Apps.
  • Das für das iPad noch nicht erhältliche iOS 4 mit Ordnerfunktion sollte eine absolutes Muss sein. Bei einem großen Display wie es das iPad bietet, scrollt man sich sonst bei 160 und mehr Apps zu Tode.
  • Spezialisierte eBook-Reader haben nach dem Erscheinen des iPads meiner Meinung nach nicht mehr die geringste Chance auf dem Massenmarkt. Deren Nische ist quasi über Nacht ausradiert worden. Für den einen oder anderen Anwender ist ein Kindle noch gut und sinnvoll, aber für 95 Prozent der anderen Kunden ist ein iPad einfach besser. Hier hat Amazon wohl schon das Rennen um die Vorherrschaft des elektronischen Buches verloren. Die Kindle-App auf dem iPad hilft noch den alten Bestand an gekauften Kindle-Büchern weiterzunutzen, aber danach gibt’s für mich nur noch iBooks.
    iPad im Cyberport Store Dresden“
  • Ohne Multitasking bereitet das iPad bei weitem nicht soviel Freude. Konnte man beim iPhone die bisherige Limitierung teilweise noch tolerieren, ist sie beim iPad nicht mehr haltbar. Abhilfe kommt erst mit dem neuen iOS 4, dass für das iPad jedoch mit Verspätung (Herbst) erscheinen wird.
  • Ist das iPad zu schwer? Am Anfang war die Hand etwas verkrampft, aber wirklich zu massig ist es nicht. Es liegt halt satt in der Hand und perfekt auf dem Schoss beim „Couchsurfing“. Wenn man die vielen Einsatzmöglichkeiten des iPads bedenkt, dann ist es ein Wunder wie leicht tatsächlich so ein Gerät sein kann. Da können sich andere Möchtegern-Pads mal eine Scheibe abschneiden.
  • Die Batterie ist einfach nur großartig – 10 Stunden Laufzeit sind durchaus realistisch. Da ist Apple wie auch schon bei den MacBooks ein guter Wurf gelungen.
  • Zeitschriften und Zeitungen auf dem iPad sind einfach kolossal. Auch wenn längst noch nicht alle Zeitschriften die Möglichkeiten voll nutzen, wie es bspw. schon das Time Magazine oder Wired tun.
  • Zielgruppe sind nicht nur junge Menschen wie unsereins, sondern mittlerweile auch Technik-Asketen die bisher nicht soviel mit dem Internet zu tun hatten. Hierfür ist es perfekt, weil es so einfach ist und intuitiv funktioniert.
  • Das Keyboard ist sicherlich nicht optimal wenn man längere Texte wie diesen hier schreiben möchte, aber für 90 Prozent der Fälle reicht es locker aus: E-Mails, Instant Messaging, Facebook und kurze Notizen – alles kein Problem und wirklich entspannt. Hier ist Apple immer noch federführend im Markt.
  • Mein eigentlicher Rechner ist nicht mehr wirklich für das reine Surfen am Wochenende genutzt worden – das iPad ist in dieser Disziplin um längen besser und auch schneller zugängig: Ideal fürs „Couchsurfing“.
  • Das iPhone wirkt nach einer „iPad-Erfahrung“ plötzlich ganz klein in der Hand, ist aber immer noch Top zu bedienen, auch wenn man vom iPad zuvor verwöhnt wurde.
  • Die Verfügbarkeit des iPads im hiesigen Markt ist mehr oder minder erträglich, wenn man kompromissbereit bei der Wahl des Modells und des Händlers ist – ein erfolgreicher, spontaner iPad-Kauf ist letztendlich noch immer eine Sache des Glücks. Wenn man dagegen Zubehör sucht – insbesondere von Apple direkt – ist man quasi hilflos der Nichtlieferbarkeit ausgeliefert.
  • Der App-Store macht süchtig, verdammt süchtig. Man gibt viel leichter Geld aus als noch beim iPhone: 50 Euro in 5 Minuten war für mich kein Problem.

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  • 10 Kommentare

    1. Denis schrieb am
      Bewertung:

      Naja, als wirklich guten eBook Reader würde ich das iPad nicht bezeichnen, zumal in absehbarer Zeit eBook Reader für um die 100 Euro auf den Markt kommen werden. Und mit den eInk Displays der meisten eBook Reader kann das iPad auch nicht mithalten, weder was die Darstellungsqualität angeht (ich rede hier nicht von Auflösung) noch was die Laufzeit (10.000 Blättervorgänge vs. 10 Stunden) betrifft. Ausgedient haben sicher die teuren eBook Reader die rein über das lesen von Büchern hinaus noch Funktionalität anbieten wollen.

    2. eeetube schrieb am
      Bewertung:

      … wie sieht es denn outdoor mit dem display aus? gibt es die möglichkeit das display zu entspiegeln? gerade bei der nutzung als ebook reader denke ich, dass hier aufgrund der spiegelungen sehr schnell frust aufkommt. entweder verbaut apple bald notionInk displays, oder wir warten für ein multifunktionales gerät lieber auf das adamtablet. … und ja, ich hatte das ipad selbst schon in der hand. außerdem würde mich noch interessieren, wie sich das ipad (bzw. wie lange es sich) bei sommerlichen temperaturen überhaupt benutzen lässt. habe gehört, dass es bis zu einer stunde dauern kann bis das gute stück abgekühlt ist. ich denke, apple hat einen guten schritt in die richtige richtung gemacht. dennoch gibt es noch sehr viel zu verbessern. leider ist es inzwischen so, dass der käufer beim anblick eines apfels zur nahezu vollkommenen unmündigkeit in bezug auf sein kaufverhalten verfällt. deswegen, abwarten und tee trinken. objektivität sollte gewahrt bleiben. und: extremismus in jeder form ist zu verachten.

    3. cronk schrieb am
      Bewertung:

      Wen zum geier interessierts….

      Ok ja im Outdoor Bereich lies es sich schlechter mit dem iPad.

      Aber mal ehrlich. Wann habt ihr das letzte mal outdoor ein Buch gelesen? Ok mal am Baggersee, wenn grad keine Mädels da sind oder…. wenn welche da sind um hinter dem Buch vorzugucken. Da ist das Gucken hinter dem iPad eh kultiger.

      Also hängt alle Miesmacher die Outdoor Bildschirme brauchen. Sollen sie sich halt einen Sonnenschirm seborgen….

    4. Max schrieb am
      Bewertung:

      Also, grds. bin ich kein grosser Fan des iPads. Es ist sicherlich ein schönes Spielzeug, aber mehr leider auch nicht. Ich denke, dass erst die nächste Generation dieser Geräte erst richtig gut werden wird. Was ich mir wünschen würde, wäre ein Notebook, bei dem man einfach das Display abzieht und dieses dann wie ein iPad nutzen könnte. Dann wäre es sicherlich interessant, vom Schreibtisch aufstehen, das Display mitnehmen und auf der Couch noch ein wenig surfen…

    5. Heiko Looke schrieb am
      Bewertung:

      Mich interessiert eher, wann ich mein Ende Mai bestelltes ipad 16GB UMTS nun endlich bekomme !!! Bezahlt habe ich es ja schon vor Wochen !!!!! Ich geben Cyberport noch bis Ende Juli, danach storniere ich die ganze Sache :-(

    6. T schrieb am
      Bewertung:

      @Heiko: Der Liefertermin seitens Apple ist weiterhin unbestimmt. Es kommen immer mal wieder ein paar (und das ist fast wörtlich zu nehmen) Stück rein, aufgrund der vielen Vorbestellungen (schon am Launchtag als das iPad mal kurz online und bestellbar war) stellen diese „Einzelstücke“ aber eher einen Tropfen auf heißen Stein dar.
      In diesem Falle kann man nur geduldig bleiben, schließlich liegts nicht an cyberport sondern am Vorlieferanten, sprich Apple. (ich fühl mich schon wie Apple selbst: Schuld wird Richtung AT&T;geschoben, auch wenn’s hier ja mal wirklich so ist.)

    7. Mr.maikaefer schrieb am
      Bewertung:

      Tja ich habe meins direkt am verkaufsstart 13.00uhr im cyberport ohne Vorbestellung gekauft, problemlos.
      Bestell’s doch im applestore, habe mir dort das ipadcase bestellt, angeblich Monat Wartezeit und dann war’s 4 Tage später da, echt flott.
      Was die alltagstauglichkeit betrifft, schalte ich den Laptop ca. Aller 14 Tage nochmal an, ansonsten schlaft er den schlaf des Vergessens.
      Habe auch schon im Sonnenschein gesurft muss man die Helligkeit voll aufdrehen dann ist es okay.
      Ach ja braucht man das iPad , mmmhhhhhmmm keine Ahnung, aber warum kann man sich nicht einfach mal was gönnen ?
      Ich Verkaufs dann bei eBay wenn das neue kommt, für wahrscheinlich ca. 100 Euro unter Neupreis,also das muss man ehrlich sagen wertstabil ist alles vom Apfel.
      Mein lenevo Laptop kam bei cyberport schon 2 Monate später 100 Euro weniger..Schluck!
      MfG in Spee

    8. Ray schrieb am
      Bewertung:

      Hey,
      nicht vergessen, „das ist erst der Anfang“!
      Das Ipad wird wachsen, sei es mit der Anzahl an Apps oder wie auch immer…
      Konkurrenten werden keine Chance haben.
      Und das Argument mit der Wertstabilität ist wirklich interessant, kaum Wertverfall würde ich auch glatt unterschreiben.
      Grüße aus Köln

    9. tseter schrieb am
      Bewertung:

      „ich interessiert eher, wann ich mein Ende Mai bestelltes ipad 16GB UMTS nun endlich bekomme !!! Bezahlt habe ich es ja schon vor Wochen !!!!! Ich geben Cyberport noch bis Ende Juli, danach storniere ich die ganze Sache :-(“

      er wartet immer noch; ich lach mich tot! cp auch!

    10. Nerd schrieb am
      Bewertung:

      Vielen Dank für den Bericht. Ich bin noch am überlegen, ob ich mir eins kaufe. Ich habe bis jetzt noch kein einziges Apple-Produkt. Weder iPod, iPhone… Das iPad ist das einzige, wo ich ernsthaft drüber nachdenke. Ich glaube ich schau aber mal wie die Konkurrenzprodukte aussehen.

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