Tests

Einer für alles - Samsung U32H850UMU UHD-Monitor im Test



Zugeordnete Tags Samsung | Produkttest | Display
Bereiche

Bewertung
Starkes Bild
4

 Pro

  • Herausragende Bildqualität
  • Durchdachtes & edles Design
  • Viele Einstellmöglichkeiten

 Contra

  • Schwachpunkte in der Verarbeitung
  • Standfuß braucht sehr viel Platz
  • Monitor wackelig auf dem Fuß

Als Grafiker bin ich es gewohnt, vor zwei Monitoren zu sitzen – auf einem habe ich das aktuelle Projekt geöffnet, auf dem anderen liegen Werkzeuge, Paletten und der Ordner mit dem Ausgangsmaterial. Da ich im Heimbüro keinen so großen Schreibtisch zur Verfügung habe, war ich auf der Suche nach einem Monitor mit mindestens 2K-Auflösung, der genug Platz für all das bietet. Als ich die Chance bekam, den Samsung U32H850UMU zu testen, habe ich nicht lange gezögert, denn dieser bietet auf 32 Zoll sogar 4K-Auflösung und verspricht präzise Farbwiedergabe sowie höheren Detailreichtum dank QLED-Technologie. Allerdings muss man dafür auch tief in die Tasche greifen. Ob sich diese Investition lohnt?

Lieferumfang

Erst die Schlepperei, dann das Vergnügen

Als ich den riesigen Karton ins Arbeitszimmer trug, war ich schon sehr gespannt und konnte nur erahnen, was mich erwartet. Bisher hatte ich zuhause nur ein Notebook mit 13 Zoll zur Verfügung. Ihr könnt euch also vorstellen, dass ein 32-Zoll-Monitor mir erstmal wie eine Leinwand vorkam. Neben dem Monitor und dem mächtigen Standfuß fand sich in der Verpackung auch eine kleine Kiste mit einer CD, den üblichen Garantie-Zertifikaten, dem Handbuch und allen Kabeln, die man eventuell gebrauchen könnte. Mit dabei sind neben dem Stromkabel auch ein HDMI– sowie ein Display-Port-Kabel, welchem außerdem ein Adapter für den Mini-Display-Port beiliegt. Ihr könnt also direkt loslegen, ohne weiteres Zubehör oder Kabel kaufen zu müssen.

Alles beisammen - das Zubehör ist extra verpackt.
Die beiliegende Kabelsammlung
DisplayPort mit Adapter für Mini DisplayPort
HDMI-Kabel
Eine CD für... ja, wofür eigentlich?
Alles beisammen - das Zubehör ist extra verpackt.
Hardware

Edler Look mit kleinen Abstrichen

Um das gewünschte Signal- sowie das Stromkabel anzuschließen, muss ich erst die Blende auf der Rückseite überwinden. Diese ist mit ein paar Plastikhaken verankert und vermittelt mir das Gefühl, dass gleich etwas kaputt geht, wenn ich daran ziehe. Und genau so kam es auch. Noch bevor das erste Kabel angesteckt war, brach der erste kleine Haken beim Lösen der Blende ab. Da es aber nur einer von vielen war, ist das (hoffentlich) kein Problem, denn so häufig werde ich die Blende bei normalem Gebrauch wohl eh nicht öffnen müssen. Hier macht der Monitor einen recht billigen Eindruck, was schade ist, denn sonst ist er sehr gut verarbeitet.

Nun musste ich den Bildschirm nur noch mit einer Drehbewegung in der runden Halterung verankern, die mit dem schweren und recht großen Fuß verbunden ist. Wenn ihr nicht viel Platz zur Verfügung habt, solltet ihr bedenken, dass ein riesiger Monitor auch einen ebenso großen Fuß benötigt. Zwar macht dieser optisch einiges her, mir würde der Monitor jedoch am besten gefallen, wenn er per VESA-Halterung direkt an der Wand montiert wäre.

Neben DVI-, DisplayPort-, Mini-DisplayPort-, zwei HDMI– und zwei USB-3.0-Eingängen, stehen beim U32H850UMU seitlich noch ein Kopfhörer-Buchse sowie zwei USB-3.0-Ports zum Schnelladen für Smartphone und Tablet zur Verfügung. Das ist sehr praktisch, denn mein Smartphone muss eigentlich ständig geladen werden. Durch die kluge Platzierung der Anschlüsse bekomme ich leicht Zugriff und muss mich nicht mit der Blende auf der Rückseite herumärgern.

Stylisches Samsung-Logo auf der Rückseite
Die Blende auf der Rückseite ist mit Vorsicht zu behandeln.
Anschluss-Vielfalt
Seitlicher Kophörer-Ausgang und Schnelllade-USB-Ports
Hier wird der Fuß veranktert.
Mit einer Drehbewegung ist der Fuß fixiert.
Aufgestellter Monitor, noch ohne Blende
Mit Blende wirkt es gleich aufgeräumter.
Stylisches Samsung-Logo auf der Rückseite
Einstellmöglichkeiten & Ergonomie

Für (fast) jede Position die richtige Einstellung

Egal, ob ich aufrecht sitze und konzentriert arbeite oder mit den Füßen auf dem Tisch und dem Controller in der Hand zurückgelehnt zocke – der U32H850UMU lässt sich jeder Situation einfach anpassen. Die Höhe kann um fast 14 Zentimeter variiert werden. Allerdings finde ich, dass es merkwürdig aussieht, wenn ein 32 Zoll großer Monitor in der untersten Einstellung fast auf dem Tisch sitzt. Nach links und rechts ist er um 30 Grad schwenkbar. Außerdem ist ein Neigungswinkel von minus fünf bis plus 24 Grad möglich und auch die Pivotfunktion, also die Drehung des Bildschirms um 90 Grad, ist kein Problem. So sollte sich der U32H850UMU problemlos in jeden Arbeitsplatz einfügen. Einziger Kritikpunkt ist, dass der Monitor sehr wackelig auf dem Fuß sitzt. Stoße ich gegen den (nicht besonders massiven Ikea-)Tisch, wippt er stark und schwingt noch einige Sekunden.

Ausreichender Bewegungsradius
Höchste Position
Tiefste Position
Sehr flexibel neigbar
Ausreichender Bewegungsradius
Software

Verschiedene Modi, viele Möglichkeiten & zusätzliche Funktionen

Das Menü bietet eine Vielzahl von Optionen. Neben Helligkeit, Kontrast, Schärfe und den Farben stoße ich auf die Begriffe “MagicBright” sowie “Black Equalizer”. Ersteres soll die Helligkeit automatisch dem anpassen, wofür der Monitor grade genutzt wird. Man kann ein vorgegebenes Szenario wie “Kino” auswählen oder stellt, wie in meinem Fall, selbst einen festen Wert ein. Schade ist nur, dass die Farbtemperatur nicht richtig eingestellt werden kann. Statt wie bei professionellen Monitoren üblich, die Farbtemperatur mit einem genauen Wert in Kelvin anzugeben, kann ich bei diesem nur zwischen fünf Modi wählen – zwei Mal kalt, zwei Mal warm und ein Mal normal stehen zur Verfügung, ohne Erläuterung, was der einzelne Modus beinhaltet.

PIP und PBP sind zwei Modi dank derer ihr ein zweites Gerät an den Monitor anstecken und nutzen könnt. Das Bild wird dabei entweder zweigeteilt (PBP) oder der zweite Computer kann in einem Fenster auf dem Monitor frei verschoben werden (PIP). Einen relevanten Nutzen konnte ich diesen Funktionen nicht entnehmen, daher fand ich auch keine realitätsnahe Situation, um sie zu testen.

Erwähnenswert sind noch der Spiele- und Augenschonmodus. Aber darauf gehe ich später genauer ein. Die beiliegende CD habe ich nur der Vollständigkeit halber eingeworfen. Sie hält einen Windows-Treiber, das Handbuch und ein Programm bereit, welches die Nutzung der Pivotfunktion ermöglichen soll.

Die üblichen Einstellmöglichkeiten
Zusätzliche Modi, passend zur Anwendung
Anzeigeoptionen des Menüs
Menüpunkt "System"
Informationen zum aktuellen Bildsignal
Farbtemperatur kann leider nicht genau eingestellt werden.
Per An- und Ausschalter auf der Rückseite wird das komplette Menü bedient.
Die üblichen Einstellmöglichkeiten
Bildqualität

Eine Milliarde Farben dank Quantum Dots

Bereits im Werkszustand macht das Bild einen sehr guten Eindruck. Die Farben sehen kräftig, aber dennoch natürlich aus. Trotzdem habe ich nicht auf die Kalibrierung mit Spyder4Pro verzichtet. Laut Messergebnis deckt der U32H850UMU tatsächlich weit über 100 Przent des sRGB-Farbraums ab. Den AdobeRGB-Farbraum schafft er zu 90 Prozent. Das sind sehr starke Werte.

Wegen der Quantum Dots, also der genutzten Technologie QLED (= „Quantum Dots Light Emitting Diodes“) ist das Farbspektrum sowie die Leuchtdichte im Verhältnis zu herkömmlichen Technologien deutlich höher, auch wenn sie nicht ganz an OLED-Qualität heranreicht.

Dank des Betrachtungswinkels von 178 Grad können mehrere Leute bequem um den Arbeitsplatz herumstehen und über das abstimmen, was auf dem Display abgebildet ist. Alle sehen dasselbe Bild ohne große Farbabweichungen. Auch für das Arbeiten alleine ist es sehr praktisch, wenn man nicht darauf angewiesen ist, immer genau frontal auf den Bildschirm sehen zu müssen, um die richtigen Farben zu sehen.

Farbmessung in vollem Gange
Weit über 100 Prozent sRGB
Immerhin 90 Protent des AdobeRGB-Farbraums
So sieht das Ergebnis aus.
Farbmessung in vollem Gange
Anwendung

Arbeiten, Zocken, Surfen - Bereit für jeden Einsatz

In meiner Freizeit lege ich nicht oft Hand an Grafik-Projekte. Mit den technischen Voraussetzungen des Samsung-Monitors ist man allerdings geradezu verleitet, mehr zu arbeiten, denn die macht damit richtig Spaß. Hier kann der U32H850UMU seine Größe voll ausspielen. Ich habe eine tolle Übersicht über mehrere Seiten und gleichzeitig alle Werkzeuge im Blick.

Nach der Kalibrierung sind die Farben nicht mehr so leuchtend, dafür echter und darauf kommt es mir an. Ich will schließlich bestenfalls dieselben Farben auf meinem Monitor sehen, die dann auf das Papier gedruckt werden. Und bei Arbeiten, die online ausgespielt werden, muss ich darauf achten, dass nicht jeder Internet-Nutzer einen so toll ausgestatteten Monitor zur Verfügung hat. Mit dem riesigen Farbspektrum dieses Monitors bin ich auf jeden Fall für alle Eventualitäten gerüstet.

Eine Pause von der Arbeit? Kein Problem: Monitor in den Spielemodus geschaltet, Xbox-Controller angeschlossen und Assassin’s Creed Origins geöffnet – schon kanns losgehen. Im Spielemodus sind die Farben viel kräftiger und leuchtender. Zwar lässt mein Rechner das Zocken in 4K bei 60 Frames pro Sekunde nicht zu, aber auch in Full HD habe ich viel Spaß an der Erkundung der orientalischen Spielewelt. Hier kommen die Quantum Dots richtig zur Geltung. Ich als Gelegenheitsspieler habe wirklich nichts auszusetzen. Aber auch ein Profi-Gamer wird mit diesem Monitor mit vier Millisekunden Reaktionszeit sicher glücklich. Für den vollen Gaming-Genuss kann auch noch FreeSync, also eine Technologie, die die Kommunikations zwischen Prozessor und Monitor vereinfacht, zugeschaltet werden.

Außerdem hat der Monitor eine weitere nützliche Funktion, denn wer kennt das nicht, eigentlich will man nur noch kurz etwas nachschauen, bevor man ins Bett geht und plötzlich sind zwei Stunden vergangen, weil man sich irgendwelche YouTube-Videos ansieht. Auch da hilft der U32H850UMU aus. Zwar kann er den fehlenden Schlaf nicht ersetzen, doch er sorgt mit dem Augenschonmodus dafür, dass man in einem komplett dunklen Raum auch nach langer Nutzung keine schmerzenden und tränenden Augen bekommt.

Ich persönlich nutze meinen Rechner am häufigsten, um Musik aufzunehmen. Auch hier sind 32 Zoll mit 4K-Auflösung sehr von Vorteil. Ich kann alle Spuren darstellen und muss nicht viel hin und her scrollen. Außerdem kann ich mir die Spuren und meinen Text gleichzeitig anzeigen lassen und habe dank der vielen Einstellmöglichkeiten immer beste Sicht.

Gute Übersicht, auch bei vielen Spuren
Gaming-Spaß ist garantiert.
Filme und Serien sehen wie erwartet super aus.
Gute Übersicht, auch bei vielen Spuren
Fazit

Ein wahrer Alleskönner

Bei einem stolzen Preis von aktuell etwa 640 Euro sollte der Samsung U32H850UMU einiges bieten. Und das tut er auch. Ob beim Arbeiten, Spielen oder Surfen – für jede Situation gibt es die passende Einstellung. Dazu macht ihn die Flexibilität in der Ausrichtung zum perfekten Allrounder. Kleine Details, wie die Ladebuchsen an der Seite des Gehäuses, zeigen, dass sich Samsung bei der Konzeption Gedanken gemacht hat und sorgen für eine absolut positive Nutzererfahrung. 4K-Auflösung und QLED-Technologie ermöglichen ein tolles Bild. Auch von außen wirkt der Monitor sehr wertig. Lediglich bei der schwachen Blende auf der Rückseite und der wackeligen Verbindung von Monitor und Standfuß gibt es Luft nach oben.

Alles in allem lässt der Samsung U32H850UMU jedoch kaum Wünsche offen. Wer arbeitsbedingt viel vor dem Rechner sitzt, Grafik- oder Videobearbeitung macht, gern mal ein Zockerpäuschen einlegt oder Filme in 4K genießen will ist hier sehr gut bedient.

RSS-Feed

Werde Autor!

Dieser Beitrag wurde von veröffentlicht.
hat bereits 1 Artikel geschrieben.
Sei auch dabei: Werde jetzt Autor und teile dein Wissen!

Kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

Ähnliche Beiträge

Android-Smartphone de luxe? Das Samsung Galaxy Note8 im Test

Tests

21.11.2017

 | André Nimtz

Ein Karton, ein Beutel oder ein Schubfach – habt ihr auch so ein Plätzchen, an das bei einem Umzug oder einer Aufräumaktion alles nicht Kategorisierbare kurzerhand verbannt wurde? Bei mir ist es ein Schubfach und just darin fand ich neulich... mehr +

Zocken in Vollendung? Gaming-Monitor Samsung C32HG70 im Test

Tests

25.09.2017

 | André Nimtz

 | 2

„Okay, HDMI hat er, aber kann er auch HDCP?“ Das war die Frage, mit der ich vor über einem Jahrzehnt den Kundenberater ans Ende seines Lateins brachte. „Wenn nichts dran steht, dann nicht.“ Und dabei ging es nur um einen... mehr +