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Doppelt gut dank Doppel-Display? Asus ZenBook Duo 14 UX482 im Notebook-Test



Zugeordnete Tags Asus | Zenbook | Produkttest
Bereiche

Bewertung
Edel & zukunftsweisend
4

 Pro

  • Geniales Design
  • Kontraststarkes Haupt-Panel
  • Stattliche Leistung
  • Doppel-Display macht Laune
  • Cooler Sound
  • Sehr guter Lieferumfang

 Contra

  • ScreenPad-Qualität unterliegt dem Haupt-Panel
  • Deutliches Backlight Bleeding
  • Tastatur-Position gewöhnungsbedürftig
  • Akku könnte ausdauernder sein

2011 müsste es gewesen sein, da kaufte ich mir ein Asus-Notebook. Es sollte meinen Desktop-PC ersetzen, also entschied ich mich für einen 17-Zöller. Es sollte für Bildbearbeitung taugen, also achtete ich auf eine gute Farbraumabdeckung des Displays. Und es sollte möglichst schick und hochwertig daherkommen. Dummerweise hatten die meisten Notebook-Hersteller gerade ein neues Age of Plastic eingeläutet, sodass in Sachen Design bei meinen Eckdaten wenig zu wollen war. Nur kurze Zeit später kehrten die hochwertigen Metallgehäuse ins Notebook-Segment zurück, die Asus vor allem mit der ZenBook-Serie zelebrierte. Und ich war ein wenig angefressen ob meines wuchtigen Plastikbombers.

Seither sind gut 10 Jahre ins Land gegangen und ich hatte Asus aus dem Blick verloren, bis die Doppel-Display-Prachtstücke der ZenBook-Duo-Reihe auf den Markt kamen. Mein Interesse war geweckt, vor allem durch die neuen Modelle, die für zwei entspiegelte Touch-Displays, aktuelle Intel-Prozessorentechnologie und hochwertiges Design nicht gleich die 3.000-Euro-Keule zücken. Also habe ich mir das Asus ZenBook Duo 14 UX482 zu Gemüte geführt, mit der Frage im Hinterkopf: Kann mich das gut 1.700 Euro teure Notebook ohne dedizierte Grafikkarte im Lightroom- und Photoshop-lastigen Alltag überzeugen?

Lieferumfang

Notebook-Unboxing, wie es sich gehört

Die Umverpackung ernüchtert zunächst ...
... aber im Karton wartet viel Ansehnliches.
Als Erstes fällt mir das schmucke Sleeve auf.
Der Innere Karton wirkt deutlich hochwertiger.
Das Asus ZenBook Duo bringt ...
... ein ordentliches Zubehör-Paket mit.
Auch ein Stand ist an Bord, ...
... der das Notebook in eine ergonomische Position hebt.
Ein Asus Pen 2 Active Stylus gehört auch zum Lieferumfang.
Das einteilige Ladegerät mit USB-Typ-C-Stecker
Die Umverpackung ernüchtert zunächst ...

Als ich das Asus ZenBook Duo in Empfang nahm, war ich zunächst ein wenig geschockt: Sollte mir hier tatsächlich ein 1.700-Euro-Notebook in einem schnöden schwarzen Wellpappe-Karton mit Asus-Schriftzug präsentiert werden? Sollte es glücklicherweise nicht, denn nach dem Aufklappen der Außenpappe offenbarte sich der Blick auf einen weiteren, grau-blauen Karton sowie ein passendes Sleeve fürs ZenBook. Letzteres macht schon einmal einen hochwertigen Eindruck und bringt nicht nur Platz für den Laptop sondern auch für einen Asus Pen 2 Active Stylus mit. Die Vorfreude steigt.

Als Nächstes werfe ich einen Blick in den edel gestalteten, eigentlichen Notebook-Karton, in dem ich – wie sollte es anders sein – zuerst das ZenBook sichte. Darunter beginnt ein kleines Schachtel-Origami, das mir eine ordentliche Menge weiteren Zubehörs offenbart. Fangen wir beim Nebensächlichen an: Es gibt natürlich die üblichen Beileger. Danach das Offensichtliche: Ein USB-C-Netzteil ist auch an Bord, allerdings kommt dieses nicht wie sonst üblich in zweiteiliger Bauweise daher, sondern präsentiert sich in einem Guss. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das cool finde, aber Apple macht’s ja auch nicht anders, also wird es schon einen tieferen Sinn dahinter geben.

Kommen wir zu den wirklich tollen Goodies: Ich bin ein wenig vorbelastet durch die Zubehör-Verweigerer von Microsoft, die ihrem Surface Laptop partout keinen Pen beilegen wollen. Daher freue ich mich umso mehr, dass dem Asus ZenBook Duo 14 ein Asus Pen 2 Active Stylus beiliegt. Bei zwei Touch-Displays ist das für mein Verständnis ein absolutes Muss. Und eigentlich könnte an der Stelle Schluss mit dem Zubehör sein, aber Asus packt noch einen faltbaren Notebook-Stand obendrauf, mit dem ich das ZenBook in eine ergonomischere Position heben kann. Dazu muss ich den Stand nur mit zwei gummierten Kontaktflächen am Notebook arretieren. Nach dem Unboxing bin ich erst einmal sehr zufrieden.

Optik & Haptik

Asus ZenBook – ein Designer-Traum

Na, das sieht doch schon einmal gut aus.
Der Display-Deckel in klassischem ZenBook-Deisgn
Futuristische Optik
Optisch und haptisch ist das ZenBook ...
... ein echtes Highlight, ...
... das mich auf Anhieb begeistert hat.
Ganz viel Display in einem 14-Zöller
Da kommt die Abluft raus.
Von Harman/Kardon kommt der Sound.
Beim Aufklappen hebt der Displaydeckel das Notebook an.
Na, das sieht doch schon einmal gut aus.

Ich löse das Asus ZenBook Duo aus seiner Schutzfolie und habe zunächst Probleme, mich satt zu sehen. Die Display-Rückseite des blau-grauen Notebooks zieren die bekannten konzentrischen Ringe, die um das Asus-Logo verlaufen, und sorgen für einen beeindruckenden Schimmer auf dem Magnesium-legierten Chassis. Ja, ein bisschen Bling-Bling ist auch bei einem Notebook sehr ansehnlich. Den Rand des Displays ziert eine silberne Aluminiumkante, die unten bei den Scharnieren einen futuristischen Haken schlägt.

Die Basiseinheit des Notebooks präsentiert sich ebenso eckig-futuristisch und in schickem Blaugrau. Viel Schnick-Schnack gibt es von unten nicht, außer vielleicht die beiden Speaker, die sich links und rechts vorn in der Gehäusewanne abzeichnen. Beim Aufklappen des Displays geht der Design-Spaß dann aber gleich weiter: Dank einer cleveren Scharnier-Konstruktion hebt sich beim Öffnen des ersten Displays gleich das ScreenPad-Display leicht nach oben und gibt den Blick auf die Lüfterkonstruktion frei. Gleichzeitig wird auch das Notebook an sich durch das bis zirka 135 Grad umgeklappte Display ein Stück vom Boden gehoben.

Damit habe ich jetzt also ein extrem schickes und außergewöhnlich designtes Stück Technik vor mir und mir bleibt nur noch der abschließende Blick auf die Tastatur. Die ist wegen des ScreenPads nach vorn ans ZenBook gerückt und muss ohne Handballenauflage auskommen. Das Touchpad ist nach rechts ausgelagert worden. Damit dürfte das Konstrukt in der Praxis sicher gewöhnungsbedürftig sein. Alles in allem muss ich aber zusammenfassen: Das Asus ZenBook Duo ist wahrlich ein optisches und haptisches Schmankerl, das perfekt verarbeitet ist und keine sicht- oder spürbaren Defizite aufzeigt. Chapeau.

Konnektivität

Mehr Anschlüsse als erwartet

Einmal HDMI & zweimal USB-C
Hinzu kommen noch ein USB-A-Port, ein Klinken-Anschluss & ein microSD-Kartenleser.
Einmal HDMI & zweimal USB-C

In Zeiten, in denen die teuren MacBooks und Surface Books mit Anschlüssen geizen, wäre es vermessen, über die Konnektivität des Asus ZenBook Duo UX482 zu meckern. Im Gegenteil: Ich bin mit den verbauten Ports mehr als zufrieden. Rechts am Notebook finde ich einen USB-A-Anschluss, eine Kopfhörer-Klinke und einen Kartenleser. Der taugt allerdings nur für microSDs, was sich für meinen Geschmack mit der Ausrichtung des Laptops auf Bildbearbeitung beißt.

Linkerhand hält das ZenBook noch einen Standard-HDMI-Port und zwei Thunderbolt-kompatible USB-C-Anschlüsse bereit. Eine separate Ladebuchse gibt es nicht, das Notebook wird stattdessen einfach über einen der USB-C-Ports geladen. Auch wenn mich dieser Fakt zuerst stutzig gemacht hat, finde ich die Lösung letztlich ziemlich charmant. Asus spart sich den Platz für einen Lade-Anschluss und packt einen sinnvolleren Port dazu.

Display

Ein funktionales Display-Duo mit dem gewissen Touch

Das Haupt-Panel des ZenBook punktet mit hohen Kontrasten ...
... und guten Schwarzwerten.
Allerdings hat es auch ein paar "Patzer" ...
... wie z.B. das sehr deutliche Backlight Bleeding.
Touch trifft entspiegeltes Display
Das ScreenPad schneidet nicht ganz so farbtreu ab ...
... und ist eher funktional statt bildstark.
Das Haupt-Panel des ZenBook punktet mit hohen Kontrasten ...

Neben dem Design liegt das Hauptaugenmerk beim Asus ZenBook Duo ohne Zweifel auf den beiden Displays. Das Haupt-Panel kommt mit 14 Zoll und 1.920 mal 1.080 Bildpunkten daher, das ScreenPad bringt 12,65 Zoll mit und löst mit 1.920 mal 515 Pixeln auf. Beide Bildschirm sind entspiegelt und können dennoch per Touch und Pen bedient werden. Soviel zum Datenblatt, kommen wir zur Praxis.

Auf dem Haupt-Panel kann die Bildqualität restlos überzeugen. Schon auf den ersten Blick fallen mir die äußerst knackigen Farben und die satten Kontraste auf. Damit hebt sich das ZenBook durchaus sichtbar von der Konkurrenz ab. Auch bei der maximalen Helligkeit und der Blickwinkelstabilität habe ich wenig zu meckern – natürlich bezogen auf den Indoor-Einsatz. Im Park bei strahlendem Sonnenschein dürfte auch die Helligkeit des Asus-Notebook an seine Grenzen kommen.

Im Gegensatz zum Haupt-Bildschirm erweist sich das ScreenPad eher als funktionales und weniger als bildstarkes Panel. Das Display kann in Sachen Helligkeit zwar noch ganz gut mithalten, aber bei Farben und Kontrasten präsentiert sich das ScreenPad deutlich schwächer als der Haupt-Bildschirm. Auch die Blickwinkelstabilität hat mich nicht vollends überzeugt, aber das ist beim kleinen Panel auch nicht das Hauptaugenmerk. Einen weiteren Fauxpas leistet sich das ScreenPad zudem beim Backlight Bleeding, denn das ist äußerst deutlich vor allem in der rechten oberen und unteren Ecke zu verzeichnen. Aber immerhin patzt auch das Haupt-Display in der Hinsicht und zwar fast an den gleichen Stellen.

Bleibt noch der Blick auf die Touch-Funktion. An die muss ich mich beim ZenBook Duo erst einmal gewöhnen, weil die raue, entspiegelte Oberfläche ein zunächst seltsames haptisches Feedback gibt. Funktional passt die Touch-Bedienung aber weitestgehend. Vom Einfinger-Suchsystem bis hin zu Multitouch-Gesten funktioniert die Bedienung der Fingertipp ziemlich zuverlässig und treffsicher. Allerdings habe ich ab und an das Gefühl, dass zum Beispiel ein Microsoft Surface die Eingaben besser interpretiert. Beim Asus ZenBook muss ich vor allem bei kleinere Interaktionsflächen gern auch ein zweites, drittes Mal tippen, bevor meine Eingabe umgesetzt wird.

Hardware

Intel-Evo-Notebook mit ordentlich Leistung

Ergebnisse im PCMark
Ergebnisse im 3DMark Night Raid
Ergebnisse im 3DMark Time Spy
Ergebnisse im Cinebench
So schlägt sich die SSD.
Im Vergleich liegt das ZenBook ...
... in nahezu allen Benchmarks ...
... deutlich vorn.
Nur beim SSD-Speed wäre noch mehr drin.
Ergebnisse im PCMark

Neben dem Doppel-Display hat mich beim Asus ZenBook Duo UX482 das Label Intel Evo besonders neugierig gemacht. Denn genau genommen ist mein 1.700-Euro-Testgerät ja ein Notebook ohne dedizierte Grafikkarte und das ist bei der Arbeit mit der Adobe Creative Cloud nicht unbedingt die beste Konstellation. Also muss ja etwas Besonderes an Evo sein. Laut Intel ist Evo vor allem ein Label für bestimmte Notebook-Kriterien: Dazu gehören unter anderem Prozessoren der 11. Generation und Iris-Xe-Grafik, mindestens 9 Stunden Akkulaufzeit bei Full HD und besonders schnelle Reaktionszeiten. Vieles davon lässt sich ganz gut benchmarken. Aber zunächst noch einmal die Eckdaten meines Testgerätes:

  • Intel Core i7-1165G7 Prozessor
  • Intel Iris Xe Grafik
  • 16 Gigabyte Arbeitsspeicher
  • 512 Gigabyte SSD

Schritt 1: Ich schaue mir das Produktivitäts-Benchmarking mit PCMark 10 an. Als Vergleichswert habe ich den neulich getesteten Surface Laptop Go mit Core i5 der Vorgängergeneration – zugegeben ein kleiner Äpfel-und-Birnen-Vergleich. Dennoch: Hier schafft das ZenBook fast 45 Prozent mehr Leistung. Im 3D-Mark überholt der Asus-Laptop alle meine bisherigen Benchmark-Kandidaten deutlich, der Laptop Go wird sogar um 144 Prozent überboten. Ein ganz ähnliches Ergebnis zeichnet sich im Cinebench R20 ab. Den einzigen Dämpfer bekommt das ZenBook im AS SSD. Hier schneidet es zum Teil deutlich schlechter ab als das über zwei Jahre alte Huawei MateBook D14.

Schritt 2: Soviel zu den Zahlen, wie fühlt sich das Asus ZenBook aber im Alltag an? Kurz gesagt: Alles andere als langsam. Für den Systemstart benötigt das Notebook gut 9 Sekunden, Chrome startet in zirka 1,3 Sekunden, aus dem Stand-by erwacht es in weniger als einer Sekunde. Und auch die meisten Programme starten zügig und laufen absolut flüssig. Das gilt auch weitestgehend für Anwendungen, die auf dem ScreenPad starten müssen, wenngleich es hier mal ein bis zwei Sekündchen länger dauern kann. Lightroom, Photoshop und After Effects konnte ich ziemlich gut nutzen, nur die Bedienung über das eigens fürs ZenBook entwickelte Control Panel führt manchmal doch zu kurzen, aber verschmerzbaren Lags. Und ganz davon abgesehen kann das Asus-Notebook auch für die ein oder andere Gaming-Session herhalten. Mein „Metro: Exodus“-Experiment war für die Onboard-Grafik zwar dann doch zu gewagt, aber „Star™ Wars™: Battlefront II“ lief dafür umso besser und sah dabei noch ziemlich gut aus. (Hier gehts zum Demo-Video (FSK16))

Software

Windows 10 mit sinnvollen Asus-Ergänzungen

Das Asus ZenBook Duo kommt – wenig überraschend – mit Windows 10 daher und darüber muss ich eigentlich auch nicht viel erzählen. Was aber doch noch erwähnenswert ist, ist die zusätzliche Software, die Asus dazu packt. Neben einer Demo von Corel MultiCam ist vor allem die MyASUS-Suite zu nennen, mit der ich ein gutes Notebook-Control-Center in schicker Optik an die Hand bekomme. Hier kann ich meine Aktualisierungen managen, Hardware-Einstellungen anpassen oder eine Bandbreite an Systemdiagnosen und Problembehebungen laufen lassen. An sich geht das alles zwar auch über Windows oder andere Tools, aber dennoch finde ich die Suite ansprechender und nutzerfreundlicher.

Was natürlich auch noch erwähnt werden muss, sind die ScreenPad-Features. Hier stellt Asus einen App-Navigator bereit, mit dem ich Anwendungen von einem auf den anderen Screen ziehen kann. Außerdem bekomme ich ein Quick-Key-Widget für Kurzbefehle, ein virtuelles Nummernpad, ein Handschrift-Eingabefeld und ein Control Panel geboten, mit dem ich die ScreenPad-Steuerelemente für After Effects, Lightroom Classic, Photoshop und Premiere Pro definieren kann. Das alles ist für meinen Geschmack optisch ansprechend und ziemlich intuitiv aufgebaut und verlangt mir keine lange Einarbeitung ab.

Asus hat als Extra eine ganz nützliche Suite ...
... zur Systemdiagnose auf das Notebook gepackt.
Hier kann ich die Hardware überprüfen ...
... und optimieren und nach allerlei ...
... anderen Mängeln suchen.
Asus hat als Extra eine ganz nützliche Suite ...
ScreenPad

Das ScreenPad als verlockende Kreativzentrale

Wie arbeitet es sich nun auf den beiden Displays des Asus ZenBook? Über weite Strecken ziemlich gut, wobei ich gar nicht so sehr ins Detail gehen will beim herkömmlichen Multitasking. Ich kann problemlos Word auf Display 1 und Netflix auf Display 2 laufen lassen. Ich kann auch ganz nach Bedarf Anwendungen vom großen Panel auf das ScreenPad schieben. Andersrum geht’s aber nur über einen Tastendruck, was ein wenig seltsam anmutet. Auch die Handschrifterkennung – wenn ich also mit dem Stift oder dem Finger auf dem ScreenPad schreibe – klappt zuverlässig. Viel interessanter wird es aber bei den eigens entwickelten Erweiterungen für Adobe-Programme.

Lightroom & Photoshop

Bei Lightroom kommt als erstes ein Dämpfer: Wenn ihr mit Lightroom CC und nicht mit Classic arbeitet, dann bringt euch das ScreenPad keinen Mehrwert. Es funktioniert einfach nicht mit Lightroom CC. Für die Classic-Variante kann ich in den Programm-Einstellungen den Sekundärbildschirm zuschalten und dann die Bildauswahl aufs ScreenPad auslagern. Das bringt schon einmal den Vorteil, dass ich mehr Platz auf dem 14-Zöller für die eigentliche Bearbeitung habe. Alternativ schalte ich das Lightroom-Control-Panel zu, über das ich geläufige und bei Bedarf selbst definierte Bedienelemente ansteuere. Das klappt weitestgehend gut, hat aber auch seine Tücken und Bugs: Zum Beispiel stellt der Temperaturregler das Bild nur auf einen Kaltwert und danach auf nichts Anderes mehr.

Bei Photoshop sieht es ganz ähnlich aus. Im Control Panel kann ich häufige Einstellungen definieren und dann per großzügiger Touchfläche bedienen. Andererseits kann ich aber auch die klassischen Photoshop-Fenster aufs ScreenPad schieben und dort nutzen. Nachteil dabei: Es ist alles sehr kleinteilig und nur mit ruhiger Hand zu treffen. Alles in allem empfinde ich das ScreenPad in beiden Fällen als eine nützliche, aber auch etwas gewöhnungsbedürftige Ergänzung. Letzten Endes erleichtert sie mir aber die Arbeit mit den Programmen nicht dramatisch. Es ist cool, aber nicht weltverändernd.

Premiere Pro & After Effects

Bei Premiere Pro muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich nicht allzu häufig damit arbeite und damit auch den Wert des Control Panels nicht fachlich einschätzen kann. Für mich scheinen die Bedienelemente bekannte Standards abzugreifen und übliche Workflows widerzuspiegeln – aber nicht unbedingt zu beschleunigen.

Bei After Effects stellt sich aber ein breites Grinsen ein, als ich sehe, dass ich über ein großes Rad links auf dem ScreenPad in der Zeitleiste vor und zurück gehen kann, über ein zweites Rad extrem bequem in die Zeitleiste hineinzoome und über weitere Buttons per Touch Keyframes setze oder Ease-in und -out definiere. Das spart mir richtig viel Arbeit, denn gerade das Reinzoomen in die Zeitachse und das Festlegen von Keyframes können schnell mühsam werden und Zeit ohne Ende fressen. Mit dem Asus ZenBook und dem Control Panel auf dem ScreenPad geht das extrem flott und bequem – ich bin hellauf begeistert.

Ach, wie schindet das ZenBook doch Eindruck.
Eine Handvoll auf das ScreenPad zugeschnittene Anwendungen
Die Steuerung für 4 Adobe-CC-Programme lässt sich individualisieren.
Auch eine Software für Schrifterkennung ist an Bord.
Lightroom Classic kann ich grundlegend auf zwei Bildschirme teilen.
Das geht auch bei Photoshop, wird aber recht kleinteilig.
Software-Nummernpad & Quick Keys als nützliche Ergänzung
Ach, wie schindet das ZenBook doch Eindruck.
Tastatur

Tippt sich gut, wenn man Platz hat

Wer zwei Displays in einem Notebook verbaut, der braucht Platz. Und den erkauft sich das Asus ZenBook Duo UX482 durch eine Verlagerung des Keyboards an die Vorderkante der Wanne. Damit gibt es auch keine Handballenauflage fürs Tippen mehr, was zunächst einmal gewöhnungsbedürftig ist. Auf dem Tisch merke ich nicht so viele Nachteile, beim Schreiben mit dem Notebook auf dem Schoß allerdings kann ich meine Hand nicht immer bequem ablegen. Dennoch habe ich mich mit der Zeit ganz gut dran gewöhnt. Die hintergrundbeleuchtete Tastatur an sich macht einen guten Eindruck. Der Tastenhub ist zwar recht kurz, dafür haben die Tasten einen knackigen Druckpunkt und ermöglichen ein angenehmes Tippen mit gutem Feedback.

Für die Bedienung des ScreenPads haben sich auch gleich noch zwei separate Tasten eingeschlichen, mit denen ich das ScreenPad an- und abschalten beziehungsweise die Anwendungen von einem Display auf das andere pushen kann. Und dann haben wir da noch das Touchpad, das nach rechts neben die Tastatur gerückt ist und ebenso ein wenig Eingewöhnung braucht – allerdings hauptsächlich wegen der Position und der damit verbundenen Änderung meiner Arbeitsgewohnheiten. Jenseits davon ist das Touchpad zwar ein Stück zu klein (vor allem für Multitouch-Gesten), reagiert aber flüssig. Damit habe ich letzten Endes ein gutes Keyboard zur Hand, das trotz der kuriosen Platzierung für die tägliche Arbeit taugt.

Die Position von Tastatur und ...
... Touchpad ist zunächst gewöhnungsbedürftig.
Vor allem beim Schreiben auf den Schoß fehlt die Handballenauflage.
Aber auch das ist Gewöhnungssache.
Auf einem Schreibtisch bringt der Stand ...
... zusätzliche Ergonomie beim Tippen.
Die Position von Tastatur und ...
Sound

Der gute Notebook-Sound lässt aufhorchen

In Sachen Sound schickt das Asus ZenBook Duo Speaker von Harman/Kardon ins Rennen und als das erste Mal Klang aus dem Laptop kam, war ich ziemlich überrascht. Die Speaker schicken den Sound nach unten sowie nach links und rechts vom Notebook weg, sodass er vom Untergrund gut reflektiert werden kann. Das schafft eine beachtliche Räumlichkeit. Bei Musik fallen dabei am ehesten die ausgewogenen Mitten und Höhen auf, während bei Filmen auch die Handlung akustisch schön im Raum verteilt wird. Nicht ganz so prall geht es beim Bass zu und die maximal mögliche Lautstärke bricht ebenso keine Rekorde. Aber das was da klingt, klingt gut und macht Spaß.

Zwei Lautsprecher bringen sehr ordentlichen Sound.
Zwei Lautsprecher bringen sehr ordentlichen Sound.
Akku

Kein Rekordläufer im Dual-Display-Betrieb

Asus hat seinem ZenBook Duo UX482 einen mit 70 Wattstunden stattlichen Akku verpasst, der laut Hersteller Betriebszeiten von bis zu 17 Stunden Produktivität ermöglichen soll. In meinem Test konnte ich den Wert nicht erreichen beziehungsweise habe ich ihn sogar deutlich verfehlt, wenn ich mit beiden Displays gearbeitet habe. Bei reduzierter Helligkeit, ausgeschaltetem ScreenPad und möglichst noch deaktiviertem WLAN sind um die zwölf Stunden drin. Will ich aber multitasken oder gar mit After Effects oder Lightroom auf beiden Panels arbeiten, kann ich das ZenBook auch schon nach gut 6,5 Stunden in die Knie zwingen. Bei einigermaßen überlegter Alltagsnutzung sollte trotzdem eine Laufzeit irgendwo dazwischen erreichbar sein – das ist letztlich kein so schlechtes Ergebnis für einen Laptop mit diesem Konzept.

Fazit

Stylische Optik, tolles Konzept, kleinere Makel

Was halte ich jetzt – nach meinem vierwöchigen Test – von einem futuristischen Stück Notebook-Technik mit Doppel-Display und stattlichem 1.700-Euro-Preispunkt? Grundlegend bin ich ziemlich angetan vom Asus ZenBook Duo UX482, aber es schwingt ein kleines bisschen Ernüchterung mit. Zunächst zum Positiven: Das ZenBook sieht verdammt gut aus, ist extrem hochwertig verarbeitet und bietet für meinen Geschmack ein ordentliches Anschluss-Sortiment. Vor allem das Haupt-Display ist auffällig kontraststark und die Hardware im Hintergrund gewährleistet flottes Arbeiten. Nehme ich dann noch den Multitasking-Bonus per ScreenPad, den coolen Sound und den guten Lieferumfang inklusive Pen und Sleeve dazu, könnte ich eigentlich restlos glücklich sein.

Aber es sind so feine Kleinigkeiten, die das Bild ein wenig trüben: Das ScreenPad ist dem Haupt-Panel qualitativ spürbar unterlegen, was die gleichwertige Nutzung der beiden Displays boykottiert. Außerdem leiden beide Screens unter deutlichem Backlight Bleeding, was besonders beim Filmschauen unschön ist. Für das ScreenPad gibt es aktuell noch nicht allzu viele, eigens entwickelte Widgets und die meisten davon waren zwar ganz praktisch für die Touch-Nutzung, aber auch nicht der Stein der Weisen. Ausnahme: After Effects hat mich mit dem Zusatz-Widget extrem begeistert. Und dann hätten wir noch eine gute, aber gewöhnungsbedürftige Tastatur. Versteht mich nicht falsch, das ist alles nicht vernichtend kritisch, aber es schwingt unterschwellig bei der Nutzung mit und hinterlässt einen Eindruck des Optimierungsbedarfs für die nächste Generation. Ein Notebook-Highlight bleibt das Asus ZenBook Duo UX482 zweifellos dennoch.

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