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Die neue Art des Lesen: PocketBook 611 E-Book-Reader



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Schluss mit dicken Wälzern im Koffer. Mehr Platz für Kleider und Schuhe.
Als klassischer Bücherwurm habe ich mich einige Zeit gegen die neue Technik gewehrt. E-Books? Wo bleibt da dieses unbeschreiblich schöne Gefühl beim Umblättern. Aber macht neue Technik nicht alles leichter? Vor allem das Reisegepäck, wenn ich meine Bücher im Regal stehen lass und mir stattdessen die neuen Wälzer auf ein E-Book Reader laden kann. Gute Idee eigentlich und so war ich froh, den PocketBook 611 Basic testen zu dürfen. Auch wenn ich skeptisch war, sollte ich nicht enttäuscht werden. Ein Dank geht an dieser Stelle an die Firma PocketBook für die Bereitstellung des Testgeräts.

PocketBook 611 Basic – Teil 1″

Lieferumfang und technische Daten:
In der Verpackung befindet sich neben dem E-Book-Reader selbst noch ein USB-Kabel, um die gewünschten Daten auf das Gerät zu spielen bzw. zu laden. Weiterhin liegt dem PocketBook 611 eine Bedienungsanleitung bei, welche ich selbst eigentlich so gut wie nie nutze, da Technik für mich intuitiv zu bedienen sein sollte. Leider liegt dem Päckchen keine Schutzhülle bei, jedoch kann und sollte man sich eine solche zulegen. Wenn der E-Book-Reader auch mit auf Reisen gehen soll oder einfach in der Handtasche der modernen Frau ein täglicher Begleiter ist, wird er nicht lange so makellos ausschauen.

Kurzer Blick auf die technischen Daten:

  • Display: 6 Zoll (15,24 cm) E-Ink Vizplex, 166 dpi, 800 x 600 Pixel
  • Prozessor: 800 MHz
  • Arbeitsspeicher: 128 МB
  • Speicher: 2 GB, erweiterbar durch microSD- und microSDHC-Speicherkarten mit einer Kapazität von bis zu 32 GB
  • Schnittstellen: Micro-USB (12 Mb/s) microSD- und microSDHC-Speicherkarten-Slot
  • Funk: WLAN 802.11 b/g/n
  • E-Book-Formate: EPUB (ADOBE DRM), PDF (ADOBE DRM), EPUB, PDF, TXT, DJVU, RTF, HTML, CHM, DOC, DOCX, TCR, FB2, FB2.ZIP
  • Bild-Formate: JPEG, BMP, PNG, TIFF
  • Zusatzfeatures: Browser, RSS-Reader, Wörterbuch
  • Batterie: Li-Polymer, 3.7V, 1000 mAh
  • Material: Kunststoff
  • Abmessungen: 122,6 х 176,38 х 9,7 mm
  • Gewicht: 175 g
  • Farbvarianten: Dark Grey, White

Optik und Verarbeitung:
Verpackung öffnen, Gerät herausnehmen: Sieht schlicht und einfach aus. Optisch sicherlich kein Kandidat für Germany’s Next Topmodel, sondern eher gutes Mittelmaß aus Kunststoff. Ist aber meiner Meinung nach auch vollkommen ausreichend. Klar, ein Kindle oder Sony E-Book-Reader sehen schicker und moderner aus, aber diese Geräte sind dann auch entsprechend teurer. Jeder muss sich selbst die Frage stellen, was einem so ein E-Book-Reader wert ist.

Die Verarbeitung meines PocketBooks 611 Basic in dunkelgrau macht einen guten Eindruck, denn nichts klappert, wackelt oder macht den Eindruck, schlecht verarbeitet zu sein. Der Vorteil des mattierten Kunststoffs ist eindeutig, dass keine lästigen Fingerabdrücke zu sehen sind. Das Gerät liegt auf Grund seiner Leichtigkeit von nur 175 Gramm sehr gut in der Hand und ist damit leichter als so manches Buch in meinem Regal. Vorteil an diesem Gerät ist auch, dass es nicht viele Knöpfe gibt, die mich verwirren könnten und die Bedienungsanleitung suchen lassen ist. Damit ist das Gerät sicher auch für Technik-Einsteiger und ältere Menschen hervorragend geeignet. Auf der unteren Frontansicht befindet sich ein runder OK/Menü-Knopf mit kleinen, schmal Seitentasten, mit denen das Menü bedient wird. Seitlich davon befinden sich zwei längliche, größere Tasten für das Blättern während des Lesens. An der Unterseite des Gerätes sind dann noch USB-Anschluss, microSD-Karteneinschub, die Reset-Taste sowie der Einschalter zu finden.

Bedienung
Wie bereits beschrieben, befindet sich der Einschalter an der Geräteunterseite, was bei der erstmaligen Benutzung auch gleich das Problem darstellte. Grundsätzlich vermute ich Einschaltknöpfe an der Oberseite eines Gerätes. So ist es bei meinem Handy und so ist es auch bei allen gängigen Smartphones und Tablets. Jedoch befindet sich an der Oberseite des PocketBook weder ein Knopf, noch eine Taste. Also Gerät einmal von allen Seiten betrachtet und siehe da, der Einschalter ist an der Unterseite. Nachdem das Einschaltproblem geklärt war, konnte die Entdeckungsreise beginnen. Das dargestellte Menü ist schlicht und einfach. Optisch kein Augenschmaus, aber vollkommen ausreichend. Sicher wäre ein farbiges Display, wie bei anderen E-Book-Readern auch erhältlich, ein sehr nettes Feature, aber in meinen Büchern gibt es die Inhalte auch nur Schwarz auf Weiß. Und zum gelegentlichen Lesen einer Zeitung oder zum Surfen sind die Graustufen auch ausreichend.

Die anfänglich angesprochene Intuition, die ein solches Gerät besitzen sollte, kann ich dem PocketBook 611 bescheinigen. Die Menüs sind eindeutig bezeichnet und da es keine unnötigen Knöpfe und Tasten gibt, erklärt sich die Bedienung von ganz allein. Die vorhandene runde OK-Taste und die großen Tasten zum Blättern sind gut zu benutzen, lediglich die das „Navigationskreuz-Rund“ um die OK-Taste herum, ist mir persönlich zu schmal bzw. klein. Inzwischen habe ich mich aber auch gut daran gewöhnt und komme jetzt gut damit klar. Sicher, es gibt bereits neuere Modelle, die mit Touchscreen arbeiten, wie das PocketBook Touch 622. Da es sich aber bei dem PocketBook 611 Basic um eine Variante für den kleinen Geldbeutel handelt, darf man die Ansprüche natürlich auch nicht so hoch ansetzen. Gleiches gilt auch für das nicht vorhandene Farbdisplay oder eine Audio-Unterstützung.

PocketBook 611 Basic – Teil 2″

Mein virtuelles Bücherregal auf engstem Raum.
Der Überblick auf die auf dem E-Book-Reader befindlichen Bücher ist übersichtlich und alphabetisch sortiert. In der Voreinstellung sind die Bücher nach Titeln sortiert, jedoch kann diese Sortierung auch nach persönlichen Wünschen, wie Autor, Serie oder Erstelldatum, angepasst werden. Auf dem PocketBook 611 Basic befinden sich bereits 1.000 vorinstallierte Bücher in verschiedenen Sprachen. Unter den deutschsprachigen Büchern sind vor allem Klassiker wie Fontane, Goethe, Kafka aber auch Karl May zu finden. Solltet ihr aufgrund der Fülle an Büchern mal nicht gleich das Passende finden, könnt ihr ganz bequem suchen. Ich wünschte, das wäre auch bei mir am heimischen Bücherregal möglich.

Und wie verhält es sich mit dem Lesen?
Das erste Lesen mit meinem neuen PocketBook 611 Basic rückte näher und ich war gespannt, wie das wohl sein würde, keine einzelnen Seiten mehr blättern zu müssen. Buch ausgewählt und los ging es. Ich muss sagen – erstaunlich gut. Ich hatte fast das Gefühl, dass man eine normale Buchseite geöffnet hat. Die Schrift war sehr scharf. Es ließ sich gut lesen und machte Spaß. Auch wenn es anfänglich komisch ist, wenn man keine Seiten in der Hand hat, habe ich mich ganz schnell daran gewöhnt. Nach Belieben kann auch die Schriftgröße des Readers anpassen, was ich als großen Vorteil sehe. Während des Lesens ist nicht nur das Blättern möglich, sondern durch einen Druck auf die OK-Taste, öffnet sich ein Menü, über das ich unter anderem ein virtuelles Lesezeichen setzen kann. Außerdem kann ich mir über das Menü das Inhaltsverzeichnis anzeigen lassen, den Maßstab anpassen oder auch das Wörterbuch aufrufen. Diese angenehme Zusatzfunktionen ermöglicht es, dass man schnell Fremdwörter nachschlagen kann, die in einem Text vorkommen. Auch bei längerem Lesen mussten sich meine Augen nicht ungewöhnlich mehr anstrengen als bei einem normalen Buch. Es machte Spaß und durch die Leichtigkeit des Readers wird das Lesevergnügen unterstützt – ganz im Gegenteil zu manch dickem Wälzer, den ich sonst verschlinge.

USB-Anschluss zum Synchronisieren und Laden.
Verbindet man das PocketBook über das mitgelieferte USB-Kabel mit dem PC, wird zuerst gefragt, ob der Akku geladen oder ein Verbindungsaufbau hergestellt werden soll. Sollen weitere Bücher übertragen werden, dann werden einem die vorhandenen Laufwerke angezeigt. Hat man eine microSD-Karte zusätzlich in den Reader eingesteckt, werden auch zwei Laufwerke angezeigt, ansonsten nur eines. E-Books auswählen, in das gewünschte Laufwerk verschieben und in Windeseile füllt sich der Reader. Aber nicht nur Bücher, sondern auch Zeitschriften und Bilder können übertragen und auch dann auf dem Reader angezeigt werden. Dabei wird eine Vielzahl von Text- und Bildformaten unterstützt, unter anderem PDF, EPUB, TXT, HTML, DOCX, JPG, BMP oder PNG. Aufgrund des E-Ink-Displays war das Laden nie notwendig, da es im Vergleich zu den üblichen beleuchteten Displays extrem stromsparend arbeitet. Für bis zu 8.000 Seitenumschläge reicht eine einzige Akkuladung.

PocketBook 611 Basic – Teil 3″

Bequeme WLAN-Funktion inklusive.
Ein weiteres positives Feature des PocketBook 611 ist das vorhandene WLAN-Modul. Damit ist es möglich, sich auch drahtlos neue Lektüre auf den Reader zu laden. Theoretisch kann man auch im Internet surfen, aber die Eingabe der URLs ist aufgrund des Fehlens einer (virtuellen) Tastatur nicht so bequem. Auch das Ansteuern einzelner Suchergebnisse sowie die Darstellung sind nicht mit denen eines Tablets zu vergleichen.

Besonderheiten machen auch das Pausieren lebenswert.
Will man sich dann doch mal eine kleine Pause vom Lesen gönnen, muss man nicht gleich as PocketBook in die Ecke legen und sich eine andere Beschäftigung suchen. Zum einen befinden sich kleine Spiele wie Snake, Schach und Sudoku auf dem Reader, zum anderen verfügt er über einen Kalender, Taschenrechner und einen RSS-Feed-Reader. Damit kann ich mich zwischendurch bequem über aktuelle Geschehnisse informieren, ohne an den Rechner zu müssen.

PocketBook 611 Basic – Teil 4″

Fazit:
Meine anfängliche Skepsis gegen dieses „neumodische“ Buch verflog relativ schnell. Der PocketBook 611 Basic E-Book-Reader ist handlich, einfach zu bedienen und kommt ohne viel Drumherum aus. Alles in allem für Leseratten ein sehr zu empfehlendes Gerät. Der Vorteil: Das Lesen ist auf bequeme Art und Weise möglich und für den nächsten Urlaub bleibt mehr Platz für Sommerkleider und Schuhe im Koffer. Dank E-Book-Reader hat das Geschleppe von mehreren Wälzern endlich ein Ende. Der Urlaub kann kommen.

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