Tests

Das BlackBerry Storm 9500



Zugeordnete Tags BlackBerry | RIM | Test
Bereiche

Innovativ undurchdacht
Mit dem BlackBerry Storm 9500 macht RIM einen Schritt in Richtung technischer Fortschritt, denn das Storm ist das erste Touchscreen-Handy der kanadischen Firma. Obgleich dies ein völlig neues Terrain für RIM ist, kommt das Storm 9500 mit einem besonderen Extra: der SurePress-Technologie. Dabei wird das gesamte Display zu einer Taste und lässt sich spürbar eindrücken. So erhält man bei der Betätigung eine mechanische Rückmeldung. Diese Methode hat sich in der Praxis allerdings nur teilweise bewährt.

Auch unter dem Display steckt einiges: Dank HSDPA ist eine schnelle Datenübertragung im Internet möglich, Business-Anwender dürfen sich auf Office-Features und Push-E-Mail freuen. Warum der Hersteller aber bei diesem Flaggschiff auf so ein wichtiges Feature wie WLAN verzichtet hat, das bei Vor- UND Nachfolger verbaut war, ist nicht nachzuvollziehen.
Design

Am Design hat sich einiges verändert: Statt der BlackBerry-typischen QWERTZ-Tastatur prangt ein 3,25-Zoll-Display auf der Vorderseite des Geräts. Mit einer Höhe von 112,5 mm und einer Breite von 62,2 mm ist das Storm etwas schlanker als seine Vorgänger, doch mit einer Tiefe von 13,95 mm ist es nur wenig dünner geworden. Ansonsten ist das Design dynamisch und modern gehalten, mit vielen Rundungen, die das Handy elegant wirken lassen. Es liegt sehr gut in der Hand.
An der Frontseite befinden sich vier normale Tasten: Menü, zurück sowie Anruf annehmen/ablehnen. Auch die Statusleuchte ist in der rechten oberen Ecke geblieben. Das Akkufach ist mit einem großen BlackBerry-Symbol verziert. Eine 3,2-MP-Kamera und ein heller LED-Blitz finden ihren Platz an der Rückseite, ebenso wie der Lautsprecher für Medienwiedergabe und Freisprechfunktion. Auf der Oberseite befinden sich die Sperr- und Lautlos-Taste, die Seiten schmücken jeweils eine programmierbare Komforttaste, die Lautstärkeregelung, ein 3,5mm-Klinke- und ein microUSB-Anschluss.
Verbaut ist außerdem ein Lichtsensor, der im Dunkeln das Display automatisch dimmt, so dass es den Nutzer nicht blendet.

RIM setzt auf den Touchscreen mit neuartiger SurePress-Technologie. Diese erfordert eine komplett andere Bauweise bei Touchscreen-Handys: Das gesamte Display lässt sich eindrücken und wird somit zu einer großen Taste. Diese Technologie schützt davor, ungewollte Funktionen auszuführen. Durch einfaches Berühren der Display-Oberfläche wird eine Funktion angewählt, doch erst durch spürbaren Druck wird sie aktiviert. Durch diese einzigartige Bauweise entsteht allerdings rund um das Display ein recht großer Spalt. Dort sammelt sich mit der Zeit Staub an, den man nur schwer entfernen kann.

Austattung

Für schnelle Datenverbindungen besitzt das Storm 9500 HSDAP, auf WLAN muss der Nutzer jedoch unverständlicherweise verzichten.

Telefonfunktionen

Bei der Telefonfunktion ist das BlackBerry auf dem neuesten Stand: Dank GSM-Quadband und UMTS-Dualband kann man auf der ganzen Welt problemlos telefonieren. Ein weiteres Extra: Der Wecker des Storm funktioniert auch, wenn das Handy abgeschaltet ist. Daneben überzeugt das Handy mit 40 verschiedenen Umgebungsprofilen und Sprachwahl.

Datenfunktionen

Schnelle Datenübertragungsraten verspricht HSDPA in Phase III. Sollte einmal kein 3G verfügbar sein, wechselt das Handy auf GPRS- oder Edge-Verbindung.
Mit USB 2.0 lässt sich das Storm problemlos mit einem PC oder anderen kompatiblen Geräten verbinden, aber hierfür ist ein zusätzlicher Treiber notwendig: Als Wechseldatenträger wird das Gerät in der Regel nicht sofort erkannt. Das Synchronisieren erfolgt mit der nötigen Software (BlackBerry Desktop Manager) problemlos über Windows PC oder Mac. Auch Bluetooth 2.0 steht beim Storm auf der Austattungsliste.

Organizer

Laut Hersteller ist das BlackBerry Storm 9500 kein Business-Handy und stellt eher die Multimedia-Aspekte in den Vordergrund. Somit weicht BlackBerry mit dem Storm von seiner Business-Ausrichtung ab. „Office to go“ ist trotzdem mit an Bord und ermöglicht es, PowerPoint-, Office- und Excel-Dateien problemlos unterwegs zu betrachten und zu bearbeiten.

Für die Eingabe von Texten lässt sich der Touchscreen sowohl im Hoch- als auch im Querformat als vollwertige QWERTZ-Tastatur nutzen. Mit 5 x 6 mm bieten die virtuellen Tasten den Fingern zwar wenig Platz, doch lassen sich die Buchstaben recht zielsicher wählen. Ein ärgerlicher Fehler: Die Tastatur hängt sich während des Schreibens hin und wieder auf, so dass die Schrift erst nach bis zu zwei Sekunden erscheint.
Vorinstalliert ist natürlich auch die bekannte Push-Mail-Funktion und ein E-Mail-Client, der beliebig viele Konten unterstützt.

Navigation und Multimedia

GPS gehört mittlerweile zur Grundausstattung jedes Handys. Auch das Storm hat einen A-GPS-Empfänger integriert, der für die satellitengestützte Navigation herangezogen werden kann.
Einige Multimedia-Funktionen sind erwähnenswert: Das Storm 9500 bekam eine 3,2-MP-Kamera mit Videofunktion, doch trotz Bildstabilisator verwackeln deren Bilder sehr leicht. Somit muss der Nutzer ein sehr ruhiges Händchen haben, um sehenswerte Fotos schießen zu können. Für die Musikwiedergabe steht ein Player zur Verfügung, der die wichtigsten Funktionen schon auf dem Display abdeckt, doch die Sound-Qualität lässt stark zu wünschen übrig. Ein weiterer Makel: Lädt man zu einem Song ein Cover auf das Gerät, hängt sich das Handy auch hier massiv auf, die gedrückte Taste wird erst nach ca. 3 Sekunden ausgelöst.
Separate Kopfhörer können mit der seitlichen 3,5-mm-Klinken-Buchse umstandslos angeschlossen werden. Ausgeliefert wird das Storm mit der BlackBerry-Device-Software 3, ein Update auf Version 5 ist aber möglich. Die aktuellste Version ist 7.1, diese wird vom Storm 9500 aber nicht unterstützt. Mit der BlackBerry-Device-Software 5 benötigt das Handy ca. zehn (10!) Minuten zum Hochfahren, diese Zeit ist nicht akzeptabel.

Fazit

Mit einem Preis von rund 145 Euro verspricht das BlackBerry Storm 9500 viel, hält aber wenig. Beispielsweise wird die Multi-Touch-Funktion nur sehr selten zum Einsatz gebracht. Mit den Rucklern beim Nutzen der QWERTZ-Tastatur, der kurzen Akkulaufzeit und dem sehr langsamen Boot-Vorgang beweist sich das Handy nicht im Alltagsgebrauch. Dennoch bietet es auch Vorteile, wie zum Beispiel das helle, scharfe Display und das Betriebssystem, das sich bis zur Version 5 updaten lässt.

Im Großen und Ganzen ist das Storm 9500 ein gelungener Start für RIM in die Touchscreen-Welt, doch lässt sich sehr vieles noch ausbauen. Als zuverlässigen Begleiter kann man das BlackBerry Storm 9500 nicht empfehlen, dazu arbeitet es einfach noch zu instabil.

RSS-Feed

Werde Autor!

Dieser Beitrag wurde von veröffentlicht.
hat bereits 1 Artikel geschrieben.
Sei auch dabei: Werde jetzt Autor und teile dein Wissen!

Kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

Ähnliche Beiträge

BlackBerry Passport - Das ganz andere Smartphone im Test

Tests

13.01.2015

 | Daniel Barantke

Die glorreiche Zeit der Tasten-Handys ist längst vorbei, jetzt begleiten uns Smartphones mit immer größer werdenden Displays, zu deren Vorteil auf haptische Tastaturen in der Regel verzichtet wird. Diese Veränderung hat viele... mehr +

Produkttest: Blackberry Z10

Tests

22.03.2013

 | Siv Zenker

 | 3

Anfang des Jahres präsentierte Blackberry ein neues Smartphone: das Blackberry Z10. Auf die bisher bei Blackberry-Geräten verwendete mechanische Tastatur hat man verzichtet, das neue Blackberry Z10 wird ausschließlich per Touchscreen bedient.... mehr +