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Corsair K65 RGB Mini im Test: Bunt, präzise & etwas zu klein



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Bewertung
Perfekt auf Gaming fokussiert
4,5

 Pro

  • leichtgängige, präzise Switches
  • nahezu unbegrenzte Leuchteffekte
  • kompaktes Format
  • vielseitige Software

 Contra

  • keine Pfeiltasten
  • ohne Licht schlecht erkennbar

Wer einmal eine mechanische Tastatur verwendet hat, will sie im Anschluss meist nicht mehr missen – sofern die Kolleg*innen oder Arbeitsplatznachbar*innen keine Beschwerden zur Lautstärke der nach unten schlagenden Tasten vorbringen.

Gerade am Notebook kann sie sowohl beim Gaming als auch beim Schreiben einen äußerst angenehmen Unterschied machen. Zum Mitnehmen sind die Modelle in voller Größe und mit meist mehr als 1 Kilogramm Gewicht jedoch überhaupt nicht konzipiert.

Die Corsair K65 RGB Mini will genau in dieser Lücke ihr Zuhause finden. Durch doppelte Belegungen spart sie Platz und wiegt zudem nur 570 Gramm. Wie gut sie sich in den verschiedensten Situationen präsentiert, wo sie glänzt und was vielleicht stören könnte, erfährst du im folgenden Test.

Lieferumfang

Nicht zu viel, nicht wenig

Der kleine Karton beinhaltet das Nötigste - und zwei zusätzliche Tasten.
Gut erkennbar ist im direkten Vergleich, was Corsair mit 60 Prozent Tastatur meint.
Die Größe passt recht exakt zur typischen Notebook-Tastatur. Ein paar Tasten müssen dennoch weggelassen werden, damit die gewohnten Abstände passen.
Der kleine Karton beinhaltet das Nötigste - und zwei zusätzliche Tasten.

Der kleine gelbe Karton verheißt vor allem eines: Da ist eine wirklich kleine Tastatur drin. Zum ersten Mal in der Hand wird dieser Eindruck bestätigt. Durch den Verzicht auf eine ganze Reihe von Tasten, angefangen beim Nummernfeld bis zu den Pfeil- oder F-Tasten, bietet die Corsair K65 RGB Mini nur 60 Prozent der Tasten einer großen Tastatur.

Größenmäßig kommt sie dem Keyboard eines Notebooks am nächsten. Weil jedoch fast jede einzelne Taste doppelt oder mitunter sogar vierfach belegt ist, wird die Funktionalität nicht eingeschränkt.

Allerdings ist das Keyboard knapp doppelt so dick wie das klassische Modell mit Membran und überraschend schwer in Anbetracht des kleinen Formats. Das darf als Kompliment gewertet werden, denn dadurch liegt die Tastatur sicher auf dem Schreibtisch und deutet direkt an, was in ihr steckt.

Dass die Tasten aus PBT bestehen, einem Kunststoff, der sonst für Lager und Gelenke eingesetzt wird, spürt man nicht. Konsequent erscheint die Wahl dennoch. Das sehr strapazierfähige Material entspricht somit in seiner Lebensdauer viel eher den verwendeten Switches, wobei dieser Qualitätsvorteil wohl frühestens in 5 Jahren zutage treten wird.

Weiterhin finden sich eine Leertaste mit dezenterer Beleuchtung und eine Spezialtaste mit dem „Corsair“-Symbol. Damit die Tasten problemlos ausgewechselt werden können, liegt zudem ein Greifer bei. Der macht zwar den Anschein, als stamme er frisch aus dem 3D-Drucker, lässt sich aber bestens einsetzen. Ergänzend dazu liegen außerdem ein paar kleine Heftchen mit wichtigen Anweisungen für die schnelle Inbetriebnahme bei.

Das Kabel nutzt USB-C auf der Tastaturseite und wird via USB-A am PC angeschlossen. Mit 180 Zentimetern Länge und einer sehr stabil wirkenden Stoffummantelung bietet es keine Angriffspunkte für Kritik. Mehr findet sich nicht im Lieferumfang und mehr muss auch gar nicht drin sein.

Inbetriebnahme

Der Start gelingt

Gut zu erkennen ist die Höhe der Tasten. Daraus ergibt sich ein sehr angenehmer und tiefer Tastendruck.
Die Regenbogenwelle darf nicht fehlen und startet selbstverständlich direkt nach dem Anschluss.
Gut zu erkennen ist die Höhe der Tasten. Daraus ergibt sich ein sehr angenehmer und tiefer Tastendruck.

Wenig überraschend genügt das Anstecken des Kabels, um sowohl die Tasten als auch die Farbschemata direkt in Aktion zu erleben. Insbesondere der Wechsel von einer einfachen Standard-Tastatur fällt extrem aus. Der Umstieg vom Röhrenfernseher auf ein 4K-Flachbildmodell kommt dem in etwa gleich.

Die Tasten sind sehr fest und präzise angebracht, der Weg bis zum Druck natürlich deutlich länger. Ein wenig Ähnlichkeit besteht zur guten alten Schreibmaschine. Dank der „Cherry MX Speed“ Switches ist der Gegendruck jedoch sehr dezent. Der Auslösepunkt befindet sich knapp vor der Mitte und ist nicht zu spüren.

Im ersten Moment ebenfalls wenig zu spüren ist die enorm hohe Polling-Rate. Die liegt mit 8.000 Hertz weit jenseits üblicherweise anzutreffender Werte – selbst im Gaming-Bereich. Zu verstehen ist darunter das Registrieren zeitlicher Unterschiede von nur knapp über 0,1 Millisekunde. Anders ausgedrückt: In unter 8 Millisekunden können alle Tasten gedrückt werden und die Tastatur kann die Reihenfolge dennoch bestimmen. Das klingt exzellent und verspricht Höchstleistung, wird aber in der Praxis und im Vergleich mit Modellen mit 1.000 oder 2.000 Hertz kaum jemandem auffallen.

Die Lautstärke kann im ersten Moment als deutlich zu laut empfunden werden. Das Gefühl lässt jedoch nach den ersten Tastendrucken recht schnell nach. Stattdessen sorgen der saubere Anschlag und die gut dosierte Federung für ein sehr entspanntes Schreiben, das unmittelbar Freude bereitet (auch jetzt gerade, da ich diese Zeilen mit der K65 eintippe).

Nach einem kurzen Blick in die Schnellstartanleitung sind auch die ersten Farbeffekte eingestellt. Eine Handvoll Schemata vom Regenbogen bis zum Visor (TNG und Geordi La Forge lassen grüßen)  können unmittelbar per Tastenkombination auswählt werden. Einzelne Farben und die Helligkeit sind über spezielle Funktionstasten ebenfalls direkt anwählbar.

Es fällt jedoch ebenso schnell auf, dass die Tasten ohne Beleuchtung sehr schlecht zu erkennen sind. Fairerweise darf erwähnt werden, dass die Tastatur ohne Farben nur halb so viel Spaß macht und keineswegs für einen so langweiligen Betrieb gebaut wurde.

Für alle weiteren Funktionen solltest du unbedingt die Software installieren. Es geht auch ohne, aber dann gestalten sich die Einstellungen wirklich umständlich.

Software

Alles ist möglich

Umfangreich und verständlich bedienbar zeigt sich die Software iCUE.
Jede Taste kann einzeln belegt werden, mit Wunschfarbe und Wunschverhalten. Grenzen der Einstellmöglichkeiten gibt es nahezu keine.
Fast alle Tasten sind mit mindestens einer zweiter Funktion belegt.
Bei schwachem Umgebungslicht ist die Doppelbelegung schlecht zu erkennen.
Umfangreich und verständlich bedienbar zeigt sich die Software iCUE.

Ein beiliegendes Speichermedium suchst du vergeblich. Die knapp 800 Megabyte große Software iCUE musst du von der Corsair-Homepage laden. Da diese für die Steuerung sämtlicher Lichteffekte eines typischen Gaming-PCs zuständig ist, wirst du auch um den Neustart des Systems nicht herumkommen. Danach ist die Installation auch schon abgeschlossen und iCUE bereits im Autostart integriert.

Die Oberfläche zeigt sich gelungen. Sie ist übersichtlich und selbsterklärend. Für die unterschiedlichsten Einstellungen wird beim ersten Mal stets eine kleine Anleitung gestartet, sodass du Makros und aufwendige Abfolgen für aneinander gereihte Lichtspiele zunächst Schritt für Schritt nachvollziehen kannst.

Nach etwa 2 Minuten (und unter heftiger Ignoranz der Anleitung) ist es mir gelungen, ein Farbschema gekoppelt an die Temperatur meiner Grafikkarte einzustellen. Zwar wirst du bei den Temperaturabfolgen ein wenig experimentieren müssen, aber das Ergebnis ist ganz nett anzuschauen.

Was genau leuchten soll und wie es seine Farbe wechselt, kannst du Buchstabe für Buchstabe festlegen und an Sensoren koppeln, wie es dir beliebt. Hier sind dir keine Grenzen gesetzt. Bei 16,8 Millionen Farben, 63 Tasten und etwa 20 Effekten mit weiteren Optionen ergeben so sich gefühlt unendlich viele Kombinationen. Unter Betrachtung der zwei weiteren Tasten in der Packung weißt du übrigens auch, weshalb dieses Keyboard den Namen K65 trägt.

Ähnlich frei kannst du eigene Tastenkombinationen programmieren. Das gehört selbstverständlich zum guten Standard einer Gaming-Tastatur und ist bei der etwas verringerten Anzahl an Tasten umso wichtiger.

Außerdem verfügt die Corsair K65 RGB Mini über 50 fest verbaute Speicherplätze. Schließt du sie an einem Rechner an, der ohne die iCUE-Software läuft, kannst du deine beliebtesten Effekte und die Makros dennoch nutzen. Nur der Zugriff auf Temperatursensoren funktioniert in diesem Fall nicht mehr.

Beim Gaming

Der Spieletitel macht den Unterschied

Bei den Switches handelt es sich um "Cherry MX Speed", die mit geringem Tastendruck und ohne Klicken konstruiert sind.
Die Beleuchtung verteilt sich gleichmäßig um jede einzelne Taste.
Bei den Switches handelt es sich um "Cherry MX Speed", die mit geringem Tastendruck und ohne Klicken konstruiert sind.

Das Schreiben ist angenehm und geht sehr leicht von den Fingern, auch wenn die Geräuschkulisse für ein offenes Büro oder die Bibliothek wohl etwas zu laut sein wird. Dafür wurde die Tastatur aber nicht konzipiert. Sie soll dich in hektischen Spielsituationen unterstützen, indem jeder Druck leicht und zuverlässig erfolgt und es natürlich auch kein Ghosting gibt.

So viel voraus: Plötzlich besser wirst du durch die Tastatur nicht spielen. Die Tatsachen, dass sich die Tasten etwas leichter drücken lassen, dass auch ein leicht schräges Aufsetzen die nötige Kraft nicht verändert und, dass du deine eigens programmierten Shortcuts zur Verfügung hast, sorgen jedoch für Komfort.

Gerade bei den typischen Spielen, die von der Konsole auf den PC übertragen wurden, oder für beide Systeme gleichermaßen programmiert sind, zeigt sich die kleine Tastatur von ihrer besten Seite. Jeder Druck wird präzise registriert, jede Bewegung ist flüssig, während der deutlich längere Tastenweg für mein Empfinden weniger Kraft benötigt als bei einfachen Keyboards.

Übrigens zeigt dir die Corsair K65 RGB Mini auch an, ob eine Komponente deines Gaming-PCs eventuell beim ausdauernden Spielen unter Last heiß läuft. Ein Schema, das bei den entsprechenden Temperaturwerten ein anderes Aussehen annimmt, ist schnell und übersichtlich erstellt. Welche farbliche Gestaltung die Tastatur dazu konkret nutzen soll, kannst du selbst entscheiden – ganz egal ob Regenbogenfarben, tiefes Rot oder Farbabfolgen nach eigenem Geschmack.

Die „Tomb Raider“- oder „Arkham“-Reihen sind zwei sehr gute Beispiele für optimal gestaltet Titel zur kleinen Tastaturversion. Hier passen die begrenzte Tastenzahl und die gelungene Bedienung der jeweiligen Spiele zusammen. Das liegt unter anderem daran, dass „Auto Save“ das häufige Zwischenspeichern ersetzt. Auch halten sich die Menüs mit ihrer Komplexität zurück, was manch anderem Spiel sicherlich ebenfalls gut zu Gesicht stehen würde (siehe Mass Effect 1).

Die Verknappung der sofort zu drückenden Befehle nervt nämlich bei anderen Titeln, die ursprünglich und hauptsächlich für PC und Notebook entworfen wurden. Beispielsweise bei Witcher 3 und noch mehr bei der „Fallout“-Reihe wirst du ein paar fehlende Tasten relativ schnell vermissen. Das konnte ich recht schnell am eigenen Leib erfahren, als der Druck auf „Schnellspeichern“ nicht zum Erfolg führte oder die Pfeiltasten erst über eine Tastenkombination zur Verfügung standen.

Die Tasten sind natürlich trotzdem da, erfordern aber stets den Umweg über die FN-Taste. Darunter leidet der Spielfluss mindestens am Anfang erheblich, kann aber auch nach ein wenig Eingewöhnung nicht mit einem großen Modell mit typischerweise 104 oder mehr Tasten mithalten. Das gilt ebenso beim Schreiben und noch mehr bei der Arbeit in Tabellen und ähnlichem. Die Doppelbelegung wird hier schnell zu einem Hindernis und gerade die Pfeiltasten fehlten mir. Immerhin hat Corsair dafür die größere K70 RGB TKL im Angebot, die dann als Alternative infrage kommt.

Ein zweiter, wenn auch nicht ganz so erheblicher Kritikpunkt ist die eingeschränkte Erkennbarkeit der zweiten Tastenbelegung. Das kleine Symbol ist zwar vorn auf die Tasten geprägt, lässt sich bei schlechtem Licht aber im Grunde nicht mehr sehen. Umso besser dagegen schneidet die Sichtbarkeit der primären Beschriftung mit aktivierten LEDs ab.

Fazit

Genial auf engem Einsatzgebiet

Die Tasten lassen sich einfach entfernen und könnten zum Beispiel durch andersfarbige ersetzt werden.
Die Tasten lassen sich einfach entfernen und könnten zum Beispiel durch andersfarbige ersetzt werden.

Die Corsair K65 RGB Mini hält alle Versprechen ein, die mit ihr verknüpft sind. Der Tastendruck sucht seinesgleichen. Für eine mechanische Tastatur ist er vergleichsweise leicht und die Präzision liegt mehrere Stufen über einer Membran-Tastatur oder dem Keyboard eines Notebooks.

Insbesondere durch die Verzahnung von Sensorwerten und Tastenbeleuchtung kann die zugegebenermaßen sehr spielerische RGB-Beleuchtung mit ein wenig praktischem Nutzen garniert werden.

Die K65 wird durch die einer Gaming-Tastatur würdigen technischen Werte bezüglich Abtastrate, die mit 8.000 Hertz wirklich gigantisch ausfällt, Anti-Ghosting und der konsequenten Haltbarkeit in allen wichtigen Disziplinen überzeugen können. Das gilt sogar für den Preis. 140 Euro liegen solide im Mittelfeld und werden der Ausstattung gerecht.

Gleichzeitig schränkt der kleine Formfaktor die Nutzbarkeit empfindlich ein. Beim Schreiben stört die Doppelbelegung ganz unterschiedlicher Tasten den Fluss erheblich. Das konnte ich an all den vorangegangenen Zeilen sehr praktisch erleben.

Auch die umständliche Betätigung der F-Tasten und noch viel mehr der Pfeiltasten bringt – wohlgemerkt nur in einer kleinen Auswahl von Spielen – unnötigen Mehraufwand.

Bei allen anderen Games zeigt sich die K65 gerade in der Tasche des Gaming-Notebooks als äußerst angenehmer Begleiter. Sie nimmt nicht zu viel Platz ein und ist nach dem Einstecken sofort betriebsbereit mit dem Farbschema deiner Wahl. Auf einem Schreibtisch vor dem Notebook liegend kann sie ihre Stärken nahezu ungetrübt ausspielen – und du kannst deine Spiele mit einer würdigen Tastatur steuern.

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