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Corel AfterShot Pro: Bilder effektiv verwalten und schnell bearbeiten



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Zugeordnete Tags Corel | Software | Fotografie | Bilder | Bildbearbeitung | Photoshop | Adobe | Lightroom | Aperture
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Ernstzunehmende Konkurrenz für Apple Aperture und Adobe Photoshop Lightroom?
Jeder kennt das Problem. Im Zeitalter von Smartphones mit 41 Megapixel-Kamera, Systemkameras, digitalen Kompakt- und Spiegelreflexkameras ist die Flut der Bilder kaum noch zu beherrschen. Die Lösung des Problems heißt Fotoverwaltungssoftware. Neben den beiden Platzhirschen Adobe Photoshop Lightroom und Aperture gibt es einen neuen Kandidaten: AfterShot Pro von Corel. Hersteller Corel bietet mit AfterShot Pro eine schnelle und flexible Fotoverwaltung sowie einen kompletten RAW-Workflow. Das Programm unterstützt die Verarbeitung der RAW-Dateien aller wichtigen Kamerahersteller wie Canon, Nikon, Pentax oder Sony. Nach der Übernahme von Bibble Labs durch Corel löst AfterShot Pro den RAW-Converter Bibble ab. AfterShot Pro ist multithreading-fähig und für Mehrkernprozessoren ausgelegt. Corel verspricht damit eine hohe Geschwindigkeit bei der Erzeugung der Vorschaubilder, bei der Verarbeitung von RAW-Dateien, den Bild-Anpassungen und der Ausgabe. Klingt zu schön, um wahr zu sein. Kann Corel die Phalanx der beiden großen Konkurrenten damit brechen?
Verfügbarkeit und Preise

Preislich ist AfterShot Pro mit 64,90 € günstiger als die beiden Konkurrenten. Das Upgrade von Aperture kostet 73,90 Euro, Lightroom 4 in der Vollversion gar 119,90 Euro. Wenn ihr die Core AfterShot Pro bis 31.05.2012 über die mobile Cyberport-Seite bestellt, entfallen die Versandkosten. Bei diesem Preis ist es zu verschmerzen, das es keine Schülerversion gibt. Bei Corel habt ihr außerdem die Möglichkeit, euch eine 30-Tage-Testversion mit vollem Funktionsumfang herunter zu laden und die Software auszuprobieren.

AfterShot Pro ist für Windows (Win7, Vista, XP), Mac OS X ab Version 10.5 sowie für Linux (Fedora Core 10, Ubuntu 8.04 oder neuer) in Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Holländisch verfügbar. Bei den Systemanforderungen empfiehlt Corel einen Pentium 4 oder Athlon 64, 250 MB freien Speicherplatz sowie 2 GB RAM. Für die Verarbeitung der recht großen RAW-Dateien kann ein wenig mehr RAM auf keinen Fall schaden. Meine Testumgebung ist ein Apple MacBook Pro mit 2,66 GHz Intel-Core-2-Duo-Prozessor, 4 GB Arbeitsspeicher und Mac OS X 10.7.3.

Installation

Die Installation des 88 Megabyte großen Paketes ist in schnell erledigt. Die Software belegt 219 MB auf der Festplatte. Nach dem ersten Start kann man den Einstellungsordner festlegen. Dort werden die Einstellungs-, Cache- und Benutzerdaten gespeichert. Zusätzlich kann der Speicherort für den AfterShot-Katalog bestimmt werden. Im Gegensatz zu den anderen Fotoverwaltungsprogrammen muss man nicht zwangsläufig die Bilder in Kataloge importieren, man kann auch auf Bilder aus einem beliebigen Ordner, einem Netzwerk oder einer externe Festplatte zugreifen. Dabei wird kein dauerhafter Katalog angelegt, die Einstellungen für die Bildanpassungen und Metadaten werden in eine XMP-Datei geschrieben. Öffnet man einen neuen Ordner, dann prüft AfterShot Pro die enthaltenen Bilder und XMP-Dateien und synchronisiert sie. Dabei werden alle vorhandenen Programm-Einstellungen mit den XMP-Dateien abgeglichen. Der Nachteil dabei ist, dass der Bearbeitungsworkflow, also das Verlaufsprotokoll, nach dem Beenden von AfterShot Pro nicht mehr zur Verfügung steht.

Erster Eindruck – Aufgeräumt und intuitiv

Wer sich bereits mit einem Fotoverwaltungsprogramm beschäftigt hat, findet sich auch bei AfterShot Pro schnell zurecht. Corel liefert eine sehr detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung. Der Arbeitsplatz ist in die drei Arbeitsbereiche Bild-Verwaltung, Bildbearbeitung und Ausgabeerzeugung unterteilt. In der Bild-Verwaltung werden die Originalfotos als sogenannte Masterdateien in einem oder mehreren Katalogen verwaltet und mit Metadaten versehen. Die Bildbearbeitung erfolgt verlustfrei. Man kann also jederzeit zur Originalversion des Bildes zurückkehren. Alle Anpassungen sowie Änderungen an den Metadaten werden in einer verknüpften XMP-Datei oder im Katalog gespeichert. Die Ausgabe der Bilder ist als JPEG- oder TIFF-Datei möglich.

Oberflächer
Metadaten-Browser
Bildbearbeitung
Details
Details
AfterShot Pro“

Import und Verwaltung von Bildern

Für den Import von 540 Bildern, davon 490 im RAW-Format, benötigt AfterShot Pro 40 Sekunden. Vor dem Import kann man die Bilder bereits mit Schlagwörtern versehen. Ebenso kann man eine Vorlage auswählen, mit der die Bilder bereits während des Imports bearbeitet werden sollen. Nach dem Import werden die Vorschaubilder erzeugt. Während der Importvorgang noch läuft, kann man aber bereits die ersten Bilder bearbeiten.

Für die schnelle Verwaltung großer Bildbestände bietet AfterShot Pro den Metadaten-Browser an. Durch die Aufschlüsselung der einzelnen Metadaten (Blende, ISO, Brennweite usw.) kann man rasch zu den entsprechenden Bildern navigieren. Zusätzlich kann man die Bilder mit Farbmarkierungen und Bewertungen versehen, die man dann auch in die Filterung der Bilder einbeziehen kann.

Bildbearbeitung

Zum Bearbeiten der Bilder kann man zwischen den Bearbeitungs-Modi Standard-, Bild- und Vollbildmodus umschalten. Für Details steht eine die Lupe bereit. Von einem Bild kann man eine oder mehrere Versionen erstellen, sodass man mit den Korrekturen experimentieren kann. Anpassungen können auf einzelne Bereiche des Bildes beschränkt. Zur selektiven Änderung werden Ebenen verwendet. Diese enthalten dann die anzupassende Region und die Änderungen. Störende Elemente entfernt man mit den Klon- oder Reparaturfunktionen. Alle Änderungen an den Dateien werden mit nicht-destruktiven Anpassungswerkzeugen gemacht, das heißt, dass das Originalbild dabei nicht verändert wird. Zur schnellen Bildoptimierung sind die Funktionen Noise Ninja und Perfectly Clear® integriert. Erstere Funktion verringert das Bildrauschen, die zweite optimiert die Beleuchtung jedes einzelnen Pixels, ohne dabei die Farben zu verfälschen. Zusätzlich werden Kontrast und Schärfe verbessert. Im Praxistest erwiesen sich beide Funktionen als sehr hilfreich. Die Geschwindigkeit, mit der die Änderungen durchgeführt werden, ist beeindruckend.

vor der Optimierung mit Perfectly Clear
vor der Optimierung mit Perfectly Clear
Perfectly Clear in Aktion“

Ausgabe der Bilder

Da durch die Software das Originalbild nicht verändert wird, müssen alle Anpassungen in eine neue Bilddatei geschrieben werden. Die Bilder können entweder als JPEG– oder TIFF-Dateien ausgegeben werden – oder gleich als komplette Web-Galerie. Eine Web-Galerie wird mit den HTML- und den CSS-Dateien angelegt und kann sofort veröffentlicht werden. Beim Export der Bilder kann man fertige Stapelfunktionen, die man individuell abpassen kann, verwenden.

Erweiterung durch Plugins

AfterShot Pro kann durch zahlreiche Plugins, die man sich von der Corel-Homepage herunterladen kann, erweitert werden. Darunter befinden sich z.B. eine Geotagging-Erweiterung sowie ein Plugin für den Verwendung von Wasserzeichen – sehr wichtig, wenn man verhindern will, das andere die eigenen Bilder als die ihrigen ansehen und vervielfältigen.

Fazit

In Sachen Bildbearbeitung kann die Software, die stabil und flüssig läuft, durchaus überzeugen. Der Im- und Export der Bilder sowie deren Verwaltung ist meiner Meinung nach in Adobe Lightroom übersichtlicher gelöst. AfterShot Pro bietet ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis und kann deshalb durchaus als Alternative zu Lightroom gesehen werden. Mit Hilfe des Programms bekommen auch diejenigen, denen Lightroom oder Aperture zu kompliziert ist, ihre Bilder schnell und mit beeindruckender Qualität in den Griff.

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1 Kommentar

  1. Chantal Schuster schrieb am
    Bewertung:

    Danke für den Artikel! Werde mir mal AfterShot Pro anschauen. Mal schauen ob es mich überzeugt. Sonst lasse ich meine Fotos weiter von der BMWA (http://www.beste-medien-werbe-agentur.de/Angebot/Design/Bild-Typo/elektronische-Bildbearbeitung.html) digital bearbeiten.

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