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Canon EOS 100D im Test



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Canon EOS 100D
Canon EOS 100D
Bewertung
Canon EOS 100D
4,5

 Pro

  • Extrem kompakt und leicht
  • Ausgezeichnete Bildqualität
  • Schneller und lautloser Autofokus im Sucher-Modus
  • Touchscreen

 Contra

  • Zu magere Akkuleistung
  • Zu klein für große Hände
  • Langsamer Autofokus bei Video und Live-View

Gestatten: Das ist sie – die kompakteste und leichteste Spiegelreflexkamera aus dem Hause Canon, die auf den Namen EOS 100D hört und von mir eine Woche lang getestet wurde. Natürlich hatte ich in erster Linie eine entscheidende Frage: Kann eine so kleine DSLR-Kamera die Erwartungen erfüllen? Ein Blick auf die technischen Daten lässt es zumindest erahnen. Denn verbaut wurden ein 18,5-MP-APS-C-Sensor sowie ein 3 Zoll großes Touch-Display. Ebenfalls im Kit: ein neu entwickeltes, ebenfalls sehr leichtes 18-55mm / 3.5-5.6 EF-S Objektiv.

Als Besitzer einer EOS 600D machte mich das natürlich neugierig. Also schnell den Karton geöffnet und geschaut, was drinnen ist: der Body der Kamera, das Objektiv, der Akku und ein Ladegerät. Außerdem findet man das Handbuch, einen Trageriemen und eine Software-CD mit diversen Programmen für den PC.

Der erste Eindruck

Wow! Das soll eine DSLR-Kamera sein? Die geringe Größe beeindruckt wirklich sehr, prinzipiell könnte es auch eine hochwertige Systemkamera sein. Zusammen mit dem Objektiv ist sie auch noch ein Leichtgewicht: Gute 500 Gramm bringt die 100D auf die Waage. Das liegt vor allem an der großzügigen Verwendung von hochwertigem Kunststoff, sowohl bei der Cam als auch beim Objektiv.

Der Griff ist wie gewohnt mit einer gummierten Schicht überzogen, die sicheren Halt bringen soll. Doch hier kommt schon der erste Nachteil zum Vorschein: So kompakt die Kamera auch ist – große Hände sollte man nicht haben. Spätestens dann zeigt sich nämlich, dass eine platzsparende Bauweise nicht immer von Vorteil ist.

Der Lieferumfang
Der Lieferumfang

Anschlüsse und Bedienung

Die Bedienelemente auf der Rückseite sind ohne „Sichern“ durch die zweite Hand nicht wirklich bequem nutzbar. Erschwerend kommt hinzu, dass die Vier-Wege-Wippe zu weit unten angeordnet ist. Aber dies kann man angesichts der Größe der Kamera in Kauf nehmen. Die Tasten selbst reagieren präzise und haben einen guten Druckpunkt.

Das 3-Zoll-Display liefert mit 1 Mio. Bildpunkten ein scharfes und kontrastreiches Bild. Der Unterschied zu meiner 600D: Canon hat in die EOS 100D ein berührungsempfindliches Display eingebaut, was die Bedienung einerseits erleichtert, andererseits aber ein wenig Fingerspitzengefühl erfordert. Denn einige Elemente in den Menüs sind doch recht klein, um sie gleich beim ersten Mal zu treffen. Nachteil hier: Das Display lässt sich nicht schwenken oder ausklappen. Ist aber nicht der Rede wert.

Das Bedienrad auf der Oberseite der Kamera lässt sich durchgehend drehen, was die Anwahl spezieller Modi vereinfacht. Zusätzlich kann durch den Hauptschalter direkt der Foto- oder Videomodus angewählt werden. Klasse Sache gegenüber meiner 600D. Weiterhin auf der Oberseite: die ISO-Wahl, das Einstellrad für Belichtung, Zeit und Blende sowie der Auslöser. Letzterer ist recht gut zu erreichen, da er angenehm weit vorn eingebaut wurde.

Auf der linken Seite findet man hinter einer Gummi-Abdeckung die Anschlüsse für ein externes Mikrofon, eine Fernbedienung, den AV-Ausgang und den Steckplatz für ein miniHDMI-Kabel.

Den SD-Karteneinschub findet man auf der Unterseite der Kamera – zusammen mit dem Akku, der meiner Meinung nach recht klein ausgefallen ist.

Die Rückseite mit den Bedienelementen
Die Rückseite mit den Bedienelementen
Sucher

Optischer Sucher & Live-View-Modus

Nachdem wir uns alle Knöpfe und Anschlüsse angeschaut haben, geht’s nun in die Praxis. Die EOS 100D startet schnell und ist in gut zwei Sekunden einsatzbereit. Der optische Sucher aus Penta-Spiegeln ist hell und reicht vollkommen aus. Wem der Sucher zu klein ist, der kann auf den Live-View-Modus umschalten und den 3-Zoll-Bildschirm als Sucher benutzen.

Hier sollte man jedoch aufpassen. Durch den recht kleinen Akku sind nur ca. 150 Aufnahmen mit Hilfe des großen Displays möglich, bevor das Ladegerät ruft. Nutzt man ausschließlich den Sucher, sind es rund 350 Fotos, die geschossen werden können. Deshalb sollte auf jeden Fall ein zweiter Akku in der Nähe sein, sofern man auf wichtigen Festen oder Veranstaltungen die Verantwortung für die Fotos in die Hand bekommen hat.

Autofokus

Schneller Autofokus im Sucher-Modus

Was mir direkt beim ersten Auslösen auffiel: Die Canon EOS 100D ist unglaublich leise. Sowohl der Autofokus als auch das Auslösegeräusch sind kaum zu hören. Zwischen der EOS 100D und der 600D liegen da Welten.

Vielleicht noch ein Wort zum Autofokus: Dieser ist im Sucher-Modus extrem schnell. Im Zehntelsekundenbereich wurden im Test die Ziele in verschiedenen Szenarien korrekt fokussiert. Lediglich im Live-View-Modus vergeht gut eine Sekunde, bis das zu fotografierende Objekt scharfgestellt ist. Und das, obwohl die neue Hybrid-Autofokus-Funktion verbaut wurde, die erstmals in der EOS 650D zum Einsatz kam und die 85 Prozent des Bildbereichs abdeckt.

Zu erwähnen ist hier auch die STM-Technologie des Objektivs, die die kontinuierliche automatische Fokussierung im Live-View-Modus überhaupt erst ermöglicht. Im Gegensatz zu konventionellen Micro-Motoren sind STM-Objektive schneller und leiser beim Fokussieren und in den Autofokus kann jederzeit manuell eingegriffen werden.

Die EOS 100D im Vergleich mit der 600D
Die EOS 100D im Vergleich mit der 600D
ISO & Blitz

Passabler Blitz

Sollte die zu fotografierende Szene zu dunkel sein, kann man entweder mit der integrierten ISO-Funktion den Wert auf bis zu ISO 25.600 hochstellen (max. ISO 6.400 bei ISO-Automatik) oder auf den eingebauten Blitz zurückgreifen. Dieser ist zwar kein Leistungswunder – schafft aber als Aufheller in Gegenlichtsituationen einen passablen Wert. Notfalls kann über den Standard-Steckschuh ein externer Blitz angeschlossen werden.

Einer der Vorteile des berührungsempfindlichen Displays ist die Möglichkeit, im Live-View-Modus durch einen Tipp auf den Monitor eine Person oder einen Gegenstand zu fokussieren oder gar das Foto auszulösen. Ganz nebenbei möchte ich auch erwähnen, dass in der Software die Möglichkeit besteht, diverse Bildeffekte (Fish Eye, Toy-Cam oder Tilt Shift) noch vor dem Auslösen einzustellen.

Objektiv

EF-S-Objektiv beeindruckt

Wie die meisten aktuellen EOS-Modelle kann auch die 100D Videos im Full-HD-Format mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Eines der Highlights ist dabei der STM-Antrieb des neuen Kit-Objektivs, der eine lautlose automatische Fokussierung während der Filmaufnahme erlaubt. Allerdings kann das nachträgliche Scharfstellen bis zu zwei Sekunden dauern. Im Makrobereich eindeutig zu langsam –im Weitwinkel-Modus jedoch eine ganz hilfreiche Funktion.

Das neue EF-S-Objektiv mag mit dem vielen Kunststoff vielleicht minderwertig aussehen – ich war jedoch beeindruckt von der Bildqualität. Sowohl im Zentrum des Bildes als auch am Rand gibt es so gut wie keinen Schärfeverlust. Bis zu ISO 1.600 werden die Bilder ohne störendes Bildrauschen aufgenommen. Das lästige Farbrauschen ist sogar erst ab ISO 12.800 zu erkennen. Und mit dem integrierten zuschaltbaren Bildstabilisator hat man quasi noch das Tüpfelchen auf dem „i“.

Livebild 1 (unbearbeitet) - fotografiert mit der EOS 100D
Livebild 2 (unbearbeitet) - fotografiert mit der EOS 100D
Livebild 3 (unbearbeitet) - fotografiert mit der EOS 100D
Livebild 1 (unbearbeitet) - fotografiert mit der EOS 100D
Fazit

Klein, handlich, passend für unterwegs

Das kleine und handliche Format der Canon EOS 100D im Zusammenspiel mit dem Gewicht ist echt zum Staunen. Doch hier sollte man abwägen: Fotografen, die beruflich Bilder machen, sollten zweimal überlegen, ob sie die Kamera nutzen möchten. Hier rate ich auf jeden Fall zu größeren und „handfesteren“ Modellen.

Wer jedoch zum Beispiel viel auf Reisen ist und eine kompakte Kamera braucht, die in den Rucksack passt und klasse Fotos macht, der ist mit der EOS 100D auf jeden Fall gut beraten. Dies zeigt vor allem auch der für eine DSLR-Kamera moderate Preis von derzeit 529 Euro (inkl. Objektiv).

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