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Buffalo LinkStation Pro Quad NAS-Lösung



Zugeordnete Tags NAS | Netzwerk | Backup
Bereiche

Bewertung
Tolle Funktionen und ideale Speicherlösung
5

 Pro

  • 4 Festplatten-Slots
  • Einfache Konfiguration
  • Viele Software-Dienste
  • Gute Back-up-Möglichkeiten

 Contra

  • Hoher Anschaffungspreis

Ihr nennt mehrere Terabyte an Daten euer Eigen oder benötigt eure Dateien immer und überall, auch von unterwegs, wollt euch aber nicht auf fremde Anbieter verlassen oder ihnen eure Daten zur Verfügung stellen? Dann solltet ihr hier weiterlesen. Gerade nach der NSA-Affäre reagieren viele Leute sensibel, wenn es um die eigenen Daten geht.

Die beste Lösung ist es natürlich, wenn die Daten auf den heimischen Geräten bleiben. Jedoch wird dort oft der Speicherplatz knapp oder ist nicht an jedem PC im Haus verfügbar. Die beste Lösung ist es in diesem Fall, ein NAS einzurichten, was übersetzt so viel heißt wie “netzwerkgebundener Speicher”. Doch ein NAS ist nicht einfach ein Speichergerät, sondern es unterstützt zahlreiche weitere Funktionen, die ich hier erklären werde.

Installation

Einfacher Einbau

Ich hatte mich schon länger nach einem NAS umgesehen, das meinen Anforderungen genügt. Dank des guten Preises der Buffalo LinkStation Pro Quad bin ich nun bei Cyberport fündig geworden.

Dabei war einer der wichtigste Punkte der, den schon der Name „Quad“ impliziert: In die LinkStation Pro Quad können bis zu vier Festplatten eingebaut werden, somit lässt sich der Speicher aktuell auf gigantische 16 Terabyte aufrüsten. Diese vier Festplatten können auch in einem RAID 0, 1 oder 5 zusammengeschlossen werden, was entweder durch Spiegelung der Daten vor Verlust selbiger schützt, falls eine Festplatte mal defekt ist, oder auch die Geschwindigkeit verdoppeln kann. Mir war es wichtiger, dass ich auch im Nachhinein jede Festplatte einzeln austauschen und jeder Festplatte spezielle Aufgaben zuweisen kann.

Der Aufbau der LinkStation Pro Quad ist denkbar einfach und auch für Laien zu bewältigen. Die Front weist nur zwei Schalter auf, einer ist der Power Button und der andere dient zur Installation. Außerdem gibt es zwei Kontrollleuchten, die über den Zustand des NAS informieren, und vier im Quadrat angeordnete Leuchten, die den Status der einzelnen Festplatten signalisieren.

Der erste USB-Port befindet sich an der Front, was den Zugriff auf externe Daten erleichtert. Schaut man sich die Front genauer an, stellt man fest, dass sie sich abnehmen lässt und somit den Zugang zu den Festplatten freigibt. Mit einem Handgriff sind die Festplatten entriegelt und samt des Festplatten-Schlittens entfernt. Eine neue Festplatte wird einfach auf den Schlitten geschraubt, zurück in den NAS geschoben und verriegelt.

Zu Beginn sollte man darauf achten, dass sich keine Daten auf der Festplatte befinden, da der NAS diese formatiert. Bereits vom NAS formatierte Festplatten können aber problemlos gewechselt werden. Alle Schalter funktionieren übrigens auch ohne den Frontdeckel, durch den der NAS jedoch besser vor Staub geschützt ist.

Für die notwendige Kühlung der Festplatten sorgt ein eingebauter Lüfter, der sich automatisch an die Innentemperatur anpasst und unter normalen Umständen nicht zu hören ist. Lediglich beim Start hört man ihn kurz, was jedoch nicht stört.

Energieersparnis

Manueller Zeitplan oder automatisches Herunterfahren

An der Rückseite befinden sich neben dem zweiten USB-Port der wichtige Gigabyte-Anschluss für das LAN-Netzwerk, der Eingang für das Stromkabel, das mit separatem Schalter geliefert wird, und ein kleiner Umschalter für den Strombetrieb. Über diesen lässt sich steuern, wann der NAS an- und ausgeschaltet werden soll. Natürlich kann man die LinkStation Pro Quad jederzeit manuell an- oder ausschalten, viel bequemer ist es jedoch, wenn sie dies automatisch tut, sobald sie gebraucht wird.

Im manuellen Betrieb kann man über die Benutzeroberfläche einen frei einstellbaren Zeitplan für die Woche festlegen. So startet mein NAS täglich 9 Uhr und fährt gegen Mitternacht selbstständig herunter, um Strom zu sparen. Am Wochenende verschiebt sich dieser Rhythmus etwas nach hinten.

Im Automatik-Modus scannt der NAS das Netzwerk nach aktiven PCs, die mit der Buffalo-eigenen Software ausgestattet sind. Diese ist übrigens für alle Systeme kostenlos enthalten. Stellt die Software einen aktiven PC fest, fährt der NAS selbstständig hoch. Meldet sich dagegen der letzte PC im Netzwerk ab, fährt auch der NAS herunter.

Software

Software-Umgebung

Doch wie gelangen nun die Rechner an die Daten, die der NAS bereitstellt? Dazu gibt es viele Wege, jedoch ist es der einfachste, nach Netzwerkgeräten Ausschau zu halten, denn als solches ist der NAS im System zu finden. Dort kann man auf alle freigegebenen Daten zugreifen und sie wie gewohnt nutzen.

Der Zugriff auf die Daten erfolgt dank Gigabyte-LAN sehr schnell und problemlos und stellt die meisten über USB angeschlossenen Geräte in den Schatten. Im normalen Betrieb erreicht man eine Übertragungsrate von bis zu 50 MB/s, bereits ohne einen RAID-Verbund. Möchte man Daten auch für den Zugriff aus dem Internet bereitstellen, gibt es ebenfalls mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann  man einen FTP-Zugriff freigeben, der Daten zur Verfügung stellt. Die andere Möglichkeit ist der sogenannte Web Access. Dazu erzeugt der NAS eine Web-Oberfläche, die sich im Internet aufrufen lässt und nach erfolgreicher Anmeldung die Daten preisgibt.

Neben dem reinen Datenaustausch lässt sich auch ein Webserver konfigurieren, auf dem man eine eigene Homepage erstellen könnte, inklusive passendem MySQL-Server und FTP-Zugriff. Ebenso ist das Streamen über DLNA möglich, um den TV mit Filmen zu versorgen, oder man aktiviert den iTunes Support, um die eigene Musik für alle Apple-Geräte im gesamten Netzwerk freizugeben.

Schließt man einen Drucker an den NAS an, kann auch dieser über das Netzwerk freigegeben werden. So könnte man schon von unterwegs Dokumente zu Hause ausdrucken oder Rechner, die keinen eigenen Drucker haben, damit versorgen. Freunde des Bittorrent-Client werden sich ebenfalls freuen, da auch dieser unterstützt wird.

Datensicherheit

Flexible Berechtigungen

Neben all den Möglichkeiten, Daten zu verbreiten, sollte der Datenschutz natürlich nicht zu kurz kommen. Hier lassen sich in der Benutzeroberfläche diverse Berechtigungen, Benutzer und Benutzergruppen erstellen. Für jeden einzelnen oder gleich für eine ganze Reihe von Benutzern kann man Ordner erstellen und Freigaben einrichten.

So kann es Benutzer A ermöglicht werden, über das Netzwerk Daten aus dem Ordner „Filme“ zu sehen, während Benutzer B dies nicht kann, dafür aber Zugriff auf die Web-Oberfläche für den Ordner „Bilder“ hat. Ebenso kann man  natürlich auch alle Dienste abschalten oder nur einzelnen Benutzern zur Verfügung stellen. Benötigt man kein Zugriff aus dem Internet, lässt sich auch dieser komplett deaktivieren, um von außen geschützt zu sein.

Datenschutz

Automatische Back-ups

Egal, ob es der Lieblingsfilm oder die letzte Bewerbung ist, nichts ist schlimmer, als wenn Daten verloren gehen. Dazu hat die LinkStation Pro Quad eine automatische Back-up-Funktion. So habe ich eine Festplatte freigelassen, um Back-ups der wichtigsten Ordner zu sichern. Nach einem frei einstellbaren Zeitplan nimmt der NAS selbstständig Back-ups vor und kopiert festgelegte Ordner von Festplatte A und B auf die Festplatte C, um sie zu sichern.

Apple User werden sich erneut freuen, denn auch die beliebte Time Maschine ist dabei. Nach Aktivierung wird unter OSX eine Festplatte zur Datensicherung angezeigt. Nach erfolgreicher Einrichtung erstellt OSX selbstständig ein komplettes Back-up von sich selbst auf dem NAS bereit.

System

Übersichtliche Benutzeroberfläche

Trotz der vielen Funktionen und Möglichkeiten bleibt die Übersicht auf der Benutzeroberfläche gewahrt. Alle Einstellungen lassen sich leicht finden und sind ohne Probleme nutzbar. Auch Laien sollten sich hier schnell zurechtfinden und müssen keine weißen Haare befürchten. (Weiße Haare hatte ich hingegen ständig im Bild, als ich die Fotos machte, dies aber nur nebenbei.)

Damit man bei all den Möglichkeiten nicht den Überblick verliert, kann der NAS selbstständig Statusberichte an eine E-Mail-Adresse senden. Darin wird auch vermerkt, in welchem Zustand die Festplatten sind und wie viel Speicher noch zur Verfügung steht.

Fazit

Fazit

Auch wenn ein NAS sicher nicht in jedem Haushalt zu finden sein dürfte, ist es für manche Kunden doch eine echte Erleichterung und ein großer Mehrwert. Daten sind nicht mehr doppelt oder dreifach auf diversen PCs gesichert und können auch aus dem Internet abgerufen werden. Das ständige An- und Abstecken von diversen USB-Festplatten, die dann doch nur langsam sind, hat ein Ende und das nächste Back-up wird automatisch erstellt. Mit dem DLNA-Server, dem Webserver mit FTP oder der Time Maschine kommen Funktionen hinzu, die ich nicht mehr missen möchte.

Der NAS von Buffalo kann an einem beliebigen Ort in der Wohnung aufgestellt werden, solange er mit Strom und Netzwerkkabel versorgt wird. Dabei ist er äußerlich nett anzusehen, sehr leise und findet bei einer Größe von 149 x 233 x 154 mm sicherlich auch bei euch seinen Platz.

Die LinkStation Pro Quad gibt es in verschiedenen Versionen, darunter das Leergehäuse, für das noch Festplatten benötigt werden, für 218 Euro bei Cyberport. Oder man kauft sie gleich mit Festplatten mit einer Gesamtkapazität von entweder 4TB, 8TB, 12TB oder sogar 16 TB, falls man keine leeren Festplatten zur Verfügung hat. Bisher kann ich die Buffalo LinkStation Pro Quad nur empfehlen und gebe ihr daher die volle Punktzahl.

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