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Besser als ein Windows-Notebook? ASUS Chromebook Flip CX5 im Test



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Bewertung
Stylisches Notebook, günstiger Preis
4,5

 Pro

  • Gelungenes Design
  • Gutes Touch-Display
  • Mehr als ausreichend Leistung
  • Gute Anschlussausstattung
  • Überzeugendes Tipp-Gefühl
  • Sinnvolle Funktionstasten
  • Detaillierte Kinderprofile

 Contra

  • Etwas geringe maximale Helligkeit
  • Manche Tasten sind etwas klein
  • Clickpad hat Spiel

Starten wir einmal mit einem kleinen Gedankenspiel: Stellt euch vor, ihr habt maximal 500 Euro und wollt euch dafür ein Notebook kaufen. Was bekommt ihr? Einen aktuellen Prozessor? Machbar. Eine SSD? Die ist inzwischen Standard auch in diesem Preissegment. Mindestens 4 Gigabyte RAM? Selbst 8 Gigabyte sind gut möglich. Ein Full-HD-Display? Die Chancen stehen ganz gut. Ein Design, das man nicht schon tausendmal gesehen hat und das nicht aus der Zeit gefallen wirkt? Mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht. Ein geringes Gewicht? Unter 2 Kilogramm wird schwierig. Und zudem noch ein Touch-Display und vielleicht sogar den Convertible-Faktor? Kaum eine Chance. Es sei denn, ihr schaut beim Betriebssystem über den Tellerrand. Auftritt: ASUS Chromebook Flip CX5.

Das ASUS Chromebook Flip CX5 scheint all die Technik zu vereinen, die man sich von einem Notebook wünschen kann. Und das zu einem nahezu unschlagbaren Preis bei überraschend auffälligem Design. Das Einzige, was den langjährigen Windows-Nutzer vielleicht zweifeln lassen könnte, wäre das Betriebssystem Chrome OS. Aber wenn ich Android auf meinem Smartphone bedenkenlos mein Vertrauen schenke, warum sollte ich das nicht auch beim verwandten Desktop-Betriebssystem tun? Mehr als genug gute Gründe, dass ich mir das schicke ASUS Chromebook Flip CX5 einmal näher anschaue, das es zum Launch exklusiv bei Cyberport gibt.

Lieferumfang

Notebook-Unboxing der puristischen Art

Eigentlich mag ich solche Notebook-Kartons ja nicht.
Aber im Inneren wartet ein ziemlich elegantes Chromebook.
Das ist auch schon der gesamte Lieferumfang.
Das Netzteil mit USB-C-Stecker
Auffälliger 15-Zöller: ASUS Chromebook Flip CX5
Eigentlich mag ich solche Notebook-Kartons ja nicht.

Aus dem Midprice-Segment sind die schlichten braunen Laptop-Kartons als wenig ästhetische aber funktionale Umverpackung hinlänglich bekannt. Manchmal ist es sogar recht instabile Wellpappe, die den Rechner in sich birgt. Ganz so schlimm ist es beim ASUS Chromebook Flip CX5 nicht, wenngleich auch dieses Notebook einfach nur in einem bedruckten, aber stabilen Karton daherkommt. Im Karton-Inneren zieht sich beim Öffnen eine Papp-Ebene mit dem ASUS-typischen Schriftzug “In Search for Incredible” ins Blickfeld. Unter dem in einen Schutzumschlag eingeschlagenen Chromebook suggerieren mir außerdem diverse Abteilungen, dass das Flip CX5 zumindest ein klein wenig mehr ist als Budget-Standard.

Dennoch: Der schöne Papp-Schein trügt, denn der eigentliche Inhalt des Kartons gibt sich spartanisch. Neben dem Chromebook finde ich nur noch das Netzteil mit USB-C-Stecker und zwei Beileger. Mehr ist hier nicht zu entdecken. Auch den Stylus, den ASUS auf seinen Werbebildern ganz gern mit abbildet, finde ich nicht. Das ist zwar ein bisschen schade, aber es verwundert mich beim aufgerufenen Preispunkt nicht. Ich bekomme das, was ich benötige – nicht mehr und auch nicht weniger.

Design

ASUS Chromebook Flip CX5: Ein Design, das ich nicht erwartet hätte

Beim Design hat sich ASUS ins Zeug gelegt.
Blickfang sind auch die beiden 360-Grad-Scharniere.
USB-C-, USB-A-Port und Klinkenanschluss an der linken Seite
Rechts am Book: USB-C-Anschluss, HDMI-Port und microSD-Kartenleser
Die Unterseite inkl. Lüftungs- und Lautsprechergitter
Die schwarze Tastatur erzeugt einen ...
... optisch sehr ansprechenden Kontrast.
Das ASUS Chromebook Flip CX5 hat mich ...
... mit seiner Optik rundum überzeugt.
Beim Design hat sich ASUS ins Zeug gelegt.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Aber es ist auch nicht alles graues Billig-Plastik, was in einen braunen Notebook-Karton gepackt wird. Davon hat mich das ASUS Chromebook Flip CX5 nachhaltig überzeugt. Denn mein erster Gedanke beim Auspacken des Laptops war einfach nur: “Wow”. Keine graue PVC-Tristesse, keine glänzenden Kunst(stoff)-Versuche, keine klobige Monotonie – das ASUS-Chromebook präsentiert sich in strahlendem mattem Weiß und attraktivem Design. Die Oberfläche der Displayrückseite sowie die Unterseite des Notebooks fühlen sich dabei angenehm rau an und sollen laut ASUS an Keramik erinnern. Insgesamt macht das Chromebook definitiv einen auffallend guten Eindruck.

Bei der Materialwahl des Displaydeckels setzt ASUS auf eine Aluminiumlegierung, die dem Ganzen aber auch eine gewisse Biegsamkeit verleiht. Vor allem zwischen den beiden Scharnieren lässt sich das Display stark durchbiegen. Dennoch überzeugt das Chromebook Flip durch eine rundum hochwertige und saubere Verarbeitung ohne spürbare Ecken und Grate. Die silbernen Scharniere sowie der ASUS- und der Chromebook-Schriftzug setzen kleine, feine Akzente.

Apropos Akzente: Rund um das Chromebook Flip CX5 zeichnet sich schon das schwarze Innere des Notebooks ab, also klappe ich es einfach einmal auf und schaue mir die Details an. Da hätten wir zum einen eine sehr schmale schwarze Kante rund um das Display und eine schwarze Tastatur samt üppigem Clickpad und großzügiger Handballenablage. Es mag schlicht klingen, aber diese Kombination aus Schwarz und Weiß lässt das Chromebook angenehm puristisch-modern wirken und verhilft ihm ohne Frage zu einer Design-Sonderstellung in seinem Preissegment.

Im Anschluss schaue ich noch einmal ums Notebook herum. Auf der Unterseite des Convertibles gibt es außer Lüftungs- und Lautsprechergittern nicht allzu viel zu sehen. Immerhin zeugen die gut sichtbaren kleinen Schräubchen davon, dass man das Notebook bei Bedarf und unter Verlust der Garantie recht einfach öffnen kann. Auf der Rückseite finde ich zwischen den Scharnieren noch ein Lüftungsgitter und rechts und links am Laptop sind Anschlüsse und Tasten verbaut. Dazu gehören zwei USB-C-Anschlüsse, ein USB-A-, HDMI- und Klinken-Anschluss sowie ein microSD-Kartenleser. Zusammen mit der Smartphone- und Tablet-typischen Button-Kombo aus Power-Knopf und Lautstärkewippe bekomme ich hier ein Paket geboten, das mich absolut zufrieden stellt.

Display

Solides 15,6-Zoll-Display mit Touch-Bonus

Das ASUS Chromebook Flip CX5 kommt ...
... mit einem 360-Grad-Scharnier daher.
Umgeklappt liegt das Display am Rand nicht mehr auf.
Das Touch-Display liefert souverän ab.
Die Blickwinkelstabilität ist absolut okay.
Für die klassische Tablet-Bedienung ist das Chromebook recht schwer.
Im Outdoor-Einsatz schwächelt das Display ...
... weil sich die maximale Helligkeit in Grenzen hällt.
Außerdem fallen die Spiegelungen stark auf.
Das ASUS Chromebook Flip CX5 kommt ...

Als ersten technischen Aspekt schaue ich mir natürlich das Display des ASUS Chromebook Flip CX5 an. Verbaut ist ein 15,6-Zöller mit IPS, der mit einer rundum sehr guten Blickwinkelstabilität punkten kann. Das Panel an sich wird umrahmt von doch ganz deutlichen schwarzen Rändern, vor allen unten am Display kommt noch einmal ein dicker schwarzer Balken mit ASUS-Schriftzug hinzu. Im Notebook-Modus stört das noch nicht allzu sehr, klappe ich das Display aber um und nutze das Flip als Tablet, dann wirkt der fette Rahmen doch ein wenig befremdlich. Immerhin kann ich das Tablet dann mit der linken Hand gut festhalten, ohne das Display versehentlich zu berühren.

Ein wenig mehr erwartet hätte ich von der maximalen Helligkeit. 250 Nits sind es laut Datenblatt und bei der Arbeit zuhause reicht das auch durchaus. Doch der Outdoor-Einsatz bei Sonnenschein ist damit nicht unbedingt ein Hochgenuss. Die Farben und Kontraste sind für meinen Geschmack in Ordnung. Sicherlich kann das Panel nicht mit High-End-Notebooks mithalten und auch an der sRGB-Abdeckung scheint das Spektrum zu scheitern. Ich meine sogar, einen ganz leichten Gelbstich zu verzeichnen, der vor allem auf weißen Flächen auffällt. Aber für den Alltag und vor allem für diesen Preis ist die gebotene Displayleistung vollkommen in Ordnung. Auch in Sachen Backlight Bleeding habe ich schon größere Mängel bei teureren Notebooks gesehen. Hauptsächlich am unteren Displayrand sind leichte Lichthöfe zu erkennen.

Zu guter Letzt werfe ich noch ein Blick auf die Touch-Funktionalität: Trotz der Full-HD-Auflösung des Displays lässt es sich in beiden Modi sehr komfortabel mit den Fingern bedienen. Vom klassischen “Ein-Finger-Such-Touch” bis hin zu Multitouch-Gesten setzt das ASUS Chromebook Flip meine Eingaben zuverlässig um. Auch bei kleinen Interaktionsflächen muss ich nicht groß zielen, in 99 Prozent der Fälle genügt ein (gern auch grobmotorischer) Touch und das Chromebook setzt ihn zuverlässig um.

Hardware

Läuft flott, läuft rund: das ASUS Chromebook Flip CX5

Games wie "Control" laufen dank GeForce Now sehr ansehnlich.
Games wie "Control" laufen dank GeForce Now sehr ansehnlich.

Das wäre jetzt eigentlich die Stelle, an dem ich einen Ausflug in die Benchmarks machen würde. Allerdings ist das bei einem Chromebook gar nicht so einfach. Die Standard-Benchmarks, mit denen ich generell Notebooks bewerte, laufen nicht auf dem ASUS Chromebook Flip CX5. Benchmarks aus dem Play Store würden mich in den Vergleich mit getesteten Smartphones zwingen – ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Und bei Chromebook-spezifischen Benchmarks fehlen mir die Vergleichswerte. Also müsst ihr diesmal meinem subjektiven Empfinden vertrauen. Mein Test-Sample bringt diese Hardware mit:

  • Intel® Core™ i3-1115G4 Prozessor (bis zu 4,1 GHz), Dual-Core
  • 8 GB RAM, 128 GB SSD
  • Intel UHD Grafik

Zunächst die Geschwindigkeit: System und Hardware sind gut aufeinander abgestimmt. Beim Aufklappen des Chromebooks dauert es um die 4 bis 5 Sekunden, bis ich im Log-in-Screen ankomme – ein sehr guter Wert. Auch im System läuft alles reibungslos. Programme starten teilweise binnen Sekundenbruchteilen. Auch die Apps laufen ohne größere Probleme. Klar, da ich ein Chromebook bediene, kann ich keine Creative Cloud mit After Effects nutzen oder Games aus meinem Epic-Konto installieren. Aber ich kann mir auch Lightroom aus dem Play Store holen oder “Asphalt Legends 9” spielen, und sowohl diese beiden Apps als auch alle anderen getesteten Anwendungen laufen flüssig. Mit Stadia oder GeForce Now hole ich mir bei Bedarf aktuelle Spiele aus der Cloud auf das Flip CX5. Hier zählt dann auch nur die Internet-Bandbreite und nicht so sehr die verbaute Hardware.

Bei Lightroom muss das Chromebook natürlich auch mal ein paar Daten mehr verarbeiten, daher dauert es bei meinen 45-Megabyte-Raws ein paar Millisekunden länger, bis ich eine Vorschau meiner Edits erhalte. Aber das ist bei einem Computer mit den gegebenen Specs absolut zu erwarten. Bei Games habe ich rein gar nichts zu meckern, selbst wenn ich während des Spielens vom Notebook– in den Tablet-Modus wechsle, erkennt das Convertible das zum Beispiel “Asphalt Legends” und schaltet die Steuerung ohne große Lags um. Wenn man sich beim Chromebook also einmal damit arrangiert hat, dass die klassischen Software-Suites (noch) nicht allesamt auf dem System laufen, dann bekommt man einen Laptop, der sehr performant durch die (zumeist genutzten) Cloud-Apps steuert.

Keyboard

Ein Tusch für die tolle Tastatur

Ein Blick auf die Tastatur des ASUS Chromebook Flip CX5
Sogar ein Nummernblock ist an Bord.
Das Clickpad ist fast schon riesig.
Bei den Tasten an sich ...
... braucht es etwas Eingewöhnungszeit, denn manche ...
... sind ziemlich klein und anfangs schwer zu treffen.
Die Funktionstasten bringen sehr nützliche Shortcuts mit.
Ein Blick auf die Tastatur des ASUS Chromebook Flip CX5

Bevor ich mich in das Betriebssystem Chrome OS stürze, möchte ich zunächst noch ein paar Worte über die hintergrundbeleuchtete Tastatur des ASUS Chromebook Flip CX5 verlieren. Denn die hat mich an einigen Stellen überrascht.

Überraschung #1: Das Chromebook Flip hat trotz seiner kompakten Maße einen Nummernblock an Bord – und ich bin ein großer Fan von Nummernblöcken. Natürlich geht damit auch ein Platzverlust bei der restlichen Tastatur einher. Die Tasten sind ein wenig kleiner und enger angeordnet als ich es von meinem HP Omen gewöhnt bin. Das hat zur Folge, dass ich bei den ersten Tippversuchen ganz gern einmal daneben greife. Zumal zum Beispiel die Enter-Taste sehr klein und die Raute-Taste sehr nah daneben ist. Auch die Pfeiltasten sowie Bild-auf, Bild-ab und Co. sind winzig und benötigen Eingewöhnung.

Überraschung #2: Dem System geschuldet bringt das ASUS-Chromebook einige Tasten mit, die ich noch nicht kenne. Da wäre zum Beispiel die Launcher-Taste, die mich – ähnlich der Windows-Taste – zu meinen Apps bringt. Außerdem haben die Funktionstasten keine nervige Doppelbelegung sondern bringen allesamt sinnvolle Shortcuts mit. Da wäre zum Beispiel eine Screenshot-Taste – endlich Bildschirmfotos ohne Verrenkungen auf dem Keyboard. Auch einen Überblick über alle offenen Anwendungen gibt’s per Tastendruck, ebenso wie den Sperrbildschirm. Dabei sind die Icons auf den Tasten so selbsterklärend, dass ich keine große Eingewöhnung brauchte.

Aber wie tippt es sich denn nun auf dem Keyboard des ASUS Chromebook Flip CX5? Überraschung #3: Es tippt sich ziemlich gut. Klar, die Tasten haben keinen allzu großen Hub. Aber sie sprechen gut an, haben einen knackigen Druckpunkt und geben beim Tippen ein angenehmes Feedback. Ein bisschen schwammig sind manche Tasten zwar doch – allen voran die Pfeiltasten – aber das kann ich verschmerzen. Erwähnt werden muss an dieser Stelle außerdem noch das Clickpad: Das ist verhältnismäßig groß und bietet viel Platz für Multitouch-Gesten. An sich spricht das Pad sehr gut an und die Finger gleiten angenehm darüber. Auch der Click erfolgt mit gutem und spürbarem Feedback. Wermutstropfen jedoch: Bevor der Click kommt, hat das Clickpad des ASUS-Chromebooks einen deutlich spürbaren, funktionslosen Hub. Es klappert ein bisschen hoch und runter bei der Bedienung und das hat mich vor allem anfänglich doch gestört.

Software #1

Chrome OS für Erwachsene & Tüftler

Erinnert stark an Android: die Anwendungsübersicht.
Auch in den Einstellungen ist Chrome OS Android sehr ähnlich.
Teilweise wirkt die Umgebung doch sehr vertraut.
Spiele aus dem Play Store wechseln flüssig von Touch auf Tastatur-Steuerung.
Lightroom gibt es in einer ausreichenden Version per Play Store.
Erinnert stark an Android: die Anwendungsübersicht.

Für mich als alter Windows-Hase ist Chrome OS tatsächlich mal etwas Überraschendes. Das beginnt schon beim Setup des ASUS Chromebook Flip CX5, das mich – wenig verwunderlich – an das Setup meines Android-Smartphones erinnert. Besonders cool finde ich bei der Einrichtung, dass ich gleich zu Beginn wählen kann, ob ich das Chromebook für mich als Erwachsenen oder mit Regeln für mein Kind einrichten möchte. Ich richte es aber zunächst einmal für mich ein und lande dann nach den üblichen Genehmigungen und Freigaben irgendwann im System. Das wiederum überzeugt mich durch sein modernes Google-Design, seine geschmeidigen Abläufe und seine schicken kleinen Animationen.

Ein bisschen Überwindung brauche ich allerdings, bis ich akzeptiert habe, dass ich mit vielen Programmen, die ich auf Windows ohne Weiteres installiere, hier nichts anfangen kann – Microsoft Office einmal ausgenommen. Warum? Nun, Chrome OS erlaubt es mir, eine Linux-Entwicklerumgebung einzurichten, über die ich auch relativ einfach Gimp und Steam installieren kann. Aber das ist eben dann doch “von hinten durch die Brust ins Auge” und nicht der Sinn und Zweck eines Chromebooks. Nachdem ich das einmal akzeptiert hatte, konnte ich mich entspannt durch die Dienste arbeiten, die ich ohnehin schon seit Jahren auf meinem Smartphone nutze. Auch wenn es sich für mich seltsam anfühlt, Notebook-Anwendungen aus dem Play-Store zu beziehen. Zudem sollte Adobe CC meiner Meinung nach auf einem Chromebook laufen können. Dennoch bietet mir das ASUS Chromebook Flip CX5 alles, was ich für Produktivität rund um Office und Entertainment von Netflix bis Spotify brauche.

Software #2

Per Kinderprofil zum Chromebook für den Nachwuchs

Bei Bedarf kann ich ein Kinderprofil einrichten ...
... und individuelle Freigaben definieren.
Optisch ist's zwar nicht kindlich, aber doch hübsch anzuschauen.
Bei Bedarf kann ich ein Kinderprofil einrichten ...

Für mich ist das ASUS Chromebook Flip CX5 auch deshalb reizvoll, weil es im Google-Universum ein ganz brauchbares System für die Einrichtung von Kinderprofilen gibt. Family Link nennt sich die dazugehörige App und auf dem Chromebook kann ich auch sehr einfach ein Profil für meine Kinder anlegen. Das geht natürlich einher mit einer ganzen Reihe an Settings, Genehmigungen und Einrichtungsschritten. Zum Ende hin fragt mich das Chromebook noch, ab welcher Altersstufe ich Apps, Filme und Serien freigeben und wie sehr ich die Nutzung des Webbrowsers reglementieren möchte. Jetzt nur noch Family Link auf dem Smartphone installieren und schon habe ich einen Überblick, was die Kinder wann wie lange auf dem ASUS-Chromebook gemacht haben.

In der Praxis funktioniert das Konzept ziemlich gut. Ich kann Aktivitäts- und Schlafenszeiten einrichten, prüfen, welche Apps die Kinder installiert haben, und bei Bedarf auch alle Einstellungen anpassen. Besonders für jüngere Nutzer ist das sehr sinnvoll und erinnert mich ein wenig an Amazon Kids+, bei dem ich meine Kinder ähnlich differenziert auf die Welt des Internets loslassen kann. Bei der Browsernutzung hören die systemischen Beschränkungen allerdings schnell auf. Lasse ich das Chromebook entscheiden, welche Seiten geblockt werden, dann werden meine Kinder konsequent vor sexuellen Inhalten geschützt und müssten jeden Zugriff erst bei mir beantragen. Auf Seiten über Horror-Filme oder Shooter-Games mit sehr expliziten Inhalten kommen sie aber ungehindert drauf. Hier stößt das System doch an seine Grenzen. Dennoch und gerade wegen der zahlreichen Produktivprogramme aus der Google-Suite sowie der verlässlichen Sicherheitsmechanismen ist das Chromebook Flip CX5 eine gute Option auch für junge Schüler, die ihr erstes Notebook bekommen sollen.

Sound & Akku

Harman/Kardon-Sound & eine lange Akkulaufzeit

Da kommt tatsächlich ein sehr ansprechender Sound raus.
Nur die maximale Lautstärke fällt eher gering aus.
Da kommt tatsächlich ein sehr ansprechender Sound raus.

Notebooks verkaufen ihre Klangleistung oft unter dem Namen eines renommierten Audio-Equipment-Herstellers. Das ASUS Chromebook Flip CX5 macht da keine Ausnahme. Hier ist es Harman/Kardon, die für den Sound aus den beiden schräg nach unten abstrahlenden Lautsprechern Pate stehen. Ich persönlich finde den Klang tatsächlich gar nicht schlecht. Bei der Musik-Wiedergabe bekomme ich ein ausgewogenes Soundbild geboten. Die Höhen kommen klar und vielleicht sogar ein wenig zu betont daher und selbst im Bass vernehme ich ein gutes bisschen Volumen. Beim Filmschauen erzeugen die Speaker zudem eine angenehme Räumlichkeit. Die maximale Lautstärke hält sich zwar in Grenzen, dafür scheppern die Lautsprecher auch im Maximum nicht. Ich muss sagen, für den Preis hätte ich deutlich weniger erwartet. Gut gemacht, ASUS.

Bei der Ausdauer des Chromebook Flip konnte ich die von ASUS verkündeten Werte von bis zu 12 Stunden in der Praxis nicht ganz reproduzieren. Klar, wenn ich WLAN ausschalte, die Helligkeit herunter drehe und nur ein bisschen in Google Docs arbeite, dann bekomme ich das vielleicht hin. Aber schon allein das WLAN auszuschalten widerspricht dem Sinn eines Chromebooks, also begnüge ich mich im Alltag mit sehr guten 9 Stunden Akkulaufzeit bei 80 Prozent Display-Helligkeit. Damit komme ich notfalls auch über den Tag und kann das Notebook abends binnen 90 Minuten wieder voll aufladen.

Fazit

Chromebook-Allrounder mit dem Gespür für Ästhetik

Kommen wir zurück zum Gedankenspiel vom Anfang. Welche Kompromisse muss man eingehen, wenn man für 500 Euro ein Notebook kaufen möchte? Es sind doch ein paar mehr als nur das Betriebssystem, wobei ich Chrome OS nach meinem Test nicht als Kompromiss sondern eher als bewusste Dafür-oder-dagegen-Entscheidung sehen möchte. Mit einem Chromebook entscheidet man sich bewusst gegen die klassischen, lokalen Anwendungen und für eine dezentrale, Cloud-basierte Arbeitsweise. Das riecht schon ein bisschen nach Zukunft.

Aber was kann ich noch über das ASUS Chromebook Flip CX5 sagen? Ich bekomme keinen “Hardware-Muskelprotz”, aber zum Zocken aktueller Spiele muss man ohnehin in die Cloud und dort ist die verbaute Hardware gar nicht mehr so wichtig. Ich bekomme kein High-end-Display, aber ist das schlimm? Kaum, denn ein Chromebook wird in den nächsten Monaten und wahrscheinlich Jahren nicht zu einer Kreativmaschine für Photoshop- und After-Effects-Enthusiasten avancieren. Ich bekomme auch nicht das Nonplusultra an Material und Verarbeitung, aber eben doch ein unheimlich schickes Stück Technik, das dank guter Tastatur und 2in1-Faktor viele teurere 15-Zöller in den Schatten stellt.

Für mich scheint das ASUS Chromebook Flip CX5 also ein preislich und technisch attraktiver Begleiter für die Uni, als Familien-Notebook oder eben für all das Alltägliche von YouTube über Netflix bis hin zu Google Docs zu sein. Auch als Einstiegsgerät für den Nachwuchs kann das Chromebook Flip punkten. Als alter Windows-Hase muss man nur seine Neugier für Systemprozesse und seine Gewohnheiten ausschalten. Dann bekommt man für aktuell rund 500 Euro ein durchaus überzeugendes Notebook-Paket geboten.

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