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Apple MacBook Pro Retina (2012) vs. MacBook Pro (Early 2008)



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Teil 1 des ungleichen, aber interessanten Duells
Wie viele andere saß ich am 11. Juni 2012 gespannt vor dem Rechner und verfolgte die Apple WWDC. Flavio, Ben und Holger von GIGA hatten Glück, waren sie doch vor Ort in San Francisco und konnten hautnah das neue Wunderwerk aus Cupertino bestaunen. Das Apple MacBook Pro Retina erblickte an diesem Tag das Licht der Welt und verzauberte sofort Millionen. Jetzt, genau einen Monat nach der Vorstellung, konnte auch ich einen ersten Blick auf das Notebook mit dem schärfsten Display aller Zeiten werfen. Wie soll man sich nur sachlich mit einem solchen Produkt auseinandersetzen, ist man doch sofort gefesselt von Emotionen? Meine Lösung: Ich lasse das Retina MacBook Pro gegen mein liebstes Stück daheim, ein 2008er MacBook Pro antreten. Lässt sich der Platzhirsch vertreiben? Ring frei zu einem ungleichen Duell unter Brüdern!
Runde eins: Verpackung und Lieferumfang

Gut, wenn man Dinge mit emotionaler Bedeutung auf dem Dachboden aufbewahren konnte. Jedes Mal, wenn ich den Karton meines aktuellen MacBook Pro sehe, denke ich an den Tag zurück, an dem mein durch Zweifel, Update-Wahn und Bluescreen-Horror geprägtes Leben ein Ende hatte. Ich kam nicht vom Regen in die Traufe, sondern ins Paradies. Und warum sollte ich nicht vom verlockenden Apfel kosten, taten es mir Adam, Eva und all die anderen Apple-Jünger doch gleich? Den Schritt habe ich nie bereut.

So kramte ich den alten schwarzen Karton hervor, um den ersten großen Unterschied festzustellen: Apple ist schlanker geworden. Vielmehr natürlich die Verpackung, die weniger voluminös daherkommt als vor vier Jahren. Es reicht heutzutage aus, einfach „MacBook Pro“ auf den Karton zu schreiben. Im Inneren hat sich allerdings weniger getan. Noch immer blickt uns der Schatz direkt in die Augen, wenn wir den Deckel vorsichtig anheben und zur Seite nehmen. Es ist immer noch wie beim ersten Mal: Liebe auf den ersten Blick.

Unpacking Apple MacBook Pro Retina & Vergleich mit dem 2008er-Modell“

Darunter verstecken sich noch immer das Netzteil sowie der Liebesgruß aus Cupertino, bestehend aus Kurzübersicht, Produktinformationen, zwei Stickern sowie dem Putztuch. Während diese bei anderen Herstellern irgendwie im Karton untergebracht sind, hat sich Apple hier etwas einfallen lassen. Auch wenn die schwarze Ziehform im Inneren der Verpackung etwas steril wirkt, sorgt sie doch für Ordnung. Für Emotionen sorgt dann wieder das „kleine Schwarze“ – der kleine schwarze Umschlag. Vorsichtig öffne ich den Verschluss, als mich ein sanftes „Hallo“ empfängt. Aber hallo!
Diese Runde geht eigentlich an das neue Apple MacBook Pro. Da man aber die erste große Liebe nie vergisst, entscheide ich auf ein gerechtes Unentschieden.

Unpacking Apple MacBook Pro Retina & Vergleich mit dem 2008er-Modell“

Runde 2: der Ersteindruck

Sport ist so kommerziell geworden, dass kaum Platz für Emotionen bleibt. Auch ich muss mich auf das Wesentliche konzentrieren. Wie bei einer wunderschönen Frau erblickt man zunächst nur das Äußere. Und das gefällt mir außerordentlich gut. Schlank und grazil steht das neue MacBook Pro mit Retina-Display vor mir. Blicke ich hinüber zu meinem aktuellen Modell, wirkt dieses dagegen fett und aufgequollen. Habe ich das in den letzten Monaten und Jahren nicht kommen sehen? Natürlich war ich immer mit dem Äußeren zufrieden, aber es geht eben noch perfekter.
Im Laufe der Zeit wandeln sich die Ansprüche, und so finden sich am neuen Modell weder ExpressCard-Slot, FireWire-800-Port, Kensington-Lock, Ethernet-Anschluss noch DVI-Ausgang. Schon gar nicht findet man den Schlitz für optische Medien. Das ist für mich, der immer wieder Filme und Serien auf DVD anschaut, natürlich ein herber Verlust. Doch dafür finden sich im neuen MacBook Pro nun, neben USB-2.0- und Audio-Port-Anschluss, zwei pfeilschnelle Thunderbolt-Anschlüsse, ein USB-3.0-Port, ein HDMI-Anschluss sowie, und das ist wichtig für mich als Fotograf, ein SDXC-Slot.

Will ich meine DVD-Sammlung weiter auf dem MacBook genießen, komme ich um ein externes Laufwerk nicht herum. 78,90 Euro für das aktuelle Apple-USB-SuperDrive-Laufwerk sind für mich in Ordnung. Vielleicht greife ich aber auch gleich zu einem Blu-ray-Laufwerk.

Optischer Ersteindruck des MacBook Pro mit Retina-Display“

Entschließt man sich dann doch noch, seinen neuen Schatz zu öffnen, zeigt sich erst, wie schlank er wirklich geworden ist. Zum einen ist das Gehäuse selbst wesentlich flacher, zum anderen trägt auch das Display dazu bei: ein dünnes Scheibchen statt eines dicken Brockens. Der silberne Rahmen ist schwarz geworden, ebenso wie die Tastatur. Ich weiß ehrlich gesagt immer noch nicht so recht, was ich von den schwarzen Tasten halten soll. Mittlerweile ist dieses Design aus Aluminiumkorpus und schwarzen Tasten Standard. Noch immer finde ich die Ton-in-Ton-Variante meines aktuellen Modells ansprechender.
Das große Touchpad gibt es auch schon seit einigen Generationen und so muss ich mich bei einem Wechsel auf das tastenlose Design einstellen. Ansonsten fällt nur noch auf, dass der On/Off-Schalter dem Fehlen des optischen Laufwerks zum Opfer gefallen ist. Er befindet sich nun dort, wo früher die Auswurftaste auf meinen Finger wartete. Wieder hat es Apple geschafft, sein Produkt von einer weiteren Taste zu befreien, die das cleane Design stört. Sehr gut.

Alles in allem geht die zweite Runde eindeutig an das neue MacBook Pro mit Retina-Display, da für mich der SDXC-Card-Slot, der USB-3.0-Anschluss sowie die beiden Thunderbolt-Schnittstellen den Verlust von optischem Laufwerk und FireWire-Anschluss klar kompensieren.

Karten auf den Tisch: erster Leistungscheck in Runde 3

Bevor ich die beiden zum ersten Schlagabtausch in den Ring schicke, sollte die Frage geklärt sein, welche Daten der Titelverteidiger, mein aktuelles MacBook Pro, vorzeigen kann.

Optischer Ersteindruck des MacBook Pro mit Retina-Display“

Zum Vergleich die wichtigsten Daten der beiden Kontrahenten im Überblick:

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Für einen ersten Anhaltspunkt, welche Power im neuen MacBook Pro sitzt und wie betagt doch mein aktuelles Modell werkelt, dient mir Geekbench. Das Resultat ist eindeutig: 360 Prozent mehr Leistung sind ein echter Fingerzeig in Richtung Kaufentscheidung. Ausführliche Testresultate erhaltet ihr beim Klick auf die beiden Bilder.

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Ich nutze mein aktuelles MacBook Pro vornehmlich zum Bearbeiten meiner Fotos mit Adobe Photoshop Lightroom und Adobe Photoshop CS 5.5, zum Schneiden der Urlaubsvideos mit Final Cut Pro, aber auch für all die anderen alltäglichen Dinge, die man halt mit einem Notebook so macht.
Für meinen zweiten Test nahm ich deswegen Lightroom zur Hand. Wie lange brauchen beide Rechner zum Importieren und Exportieren meiner RAW-Aufnahmen? Im ersten Durchgang wurden 75 Bilder importiert. Während mein aktuelles MacBook Pro mit knapp 18 Sekunden schon ganz flott unterwegs war, hatte es gegen das Retina-Modell keine Chance. Mit 12,7 Sekunden deklassierte es seinen vier Jahre älteren Bruder. Noch deutlicher wurde der Unterschied, als es nach dem Bearbeiten der RAW-Bilder ans Exportieren ging. Einer Zeit von 26,49 Minuten stehen rasante 5,59 Minuten gegenüber. Wow, das kommt einem Quantensprung gleich! Wenn ich bedenke, dass beim nächsten Roadtrip wieder tausende Bilder hinzukommen, ist das eine extreme Zeitersparnis. Gleiches Bild zeigte sich beim Exportieren der nächsten 21 Bilder. Das Retina MacBook Pro benötigte lediglich 1,47 Minuten, während mein leider betagtes Notebook ganze 6,27 Minuten in Anspruch nimmt.

Geplättet von diesem Unterschied, muss ich das Ganze zunächst verdauen und verschiebe die nächste(n) Testrunde(n) auf später. Mein aktuelles MacBook Pro steht angeknockt auf der Ecke meines Schreibtischs und wird angezählt. Ganz entspannt dagegen der Herausforderer, das Apple MacBook Pro mit seinem scharfen Retina-Blick, das in der neutralen Ecke auf die Fortsetzung des Fights wartet.

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9 Kommentare

  1. stefanolix schrieb am
    Bewertung:

    Ich finde einen anderen Vergleich ja viel interessanter: Zwischen dem aktuellen entspiegelten 15″-MacBook Pro in der besten Ausbaustufe und dem MacBook Pro mit Retina-Display. Beide kann man heute kaufen und manche müssen sich für eines der beiden entscheiden ;-)

  2. simon schrieb am
    Bewertung:

    was hart is das mein early 2008 macbook normal im benchmark besser abschneidet als dein macbook pro!
    werde jetzt trotz allem auf macbook retina wechseln, obwohl ich mein weißes schon vermissen werd. werde es behalten als notebook das auch mal was „abkann“

    ansonsten schöner vergleich

  3. Ben Walther schrieb am
    Bewertung:

    @stefanolix: Nun ja, entweder will man ein entspiegeltes Display oder kann sich mit dem spiegelnden Retina-Display anfreunden? Zwar spiegelt es bei Weitem nicht mehr so stark wie bei den normalen MacBook Pro, aber immer noch erkennbar.

  4. Ben Walther schrieb am
    Bewertung:

    @simon: Vielleicht sollte ich meines mal wieder aufräumen. ;-) Du hast bestimmt das Modell mit dem schnellsten Prozessor, richtig? Die liegen laut Geekbench auch nur sieben Punkte auseinander. Fakt ist, mein Book ist inzwischen zu langsam und auf dem Display könnte ich auch mehr Spielraum vertragen.

  5. Thomas D. schrieb am
    Bewertung:

    Guter Vergleich. Nur die Angabe der Auflösung für das MacBook Pro Retina (2012) ist falsch. Richtig wäre eine Auflösung von 2880×1800 Bildpunkte ;-)

  6. Ben Walther schrieb am
    Bewertung:

    @Thomas: Vielen Dank für den Hinweis. Habe es direkt abgeändert.

  7. macgamer schrieb am
    Bewertung:

    Toller Vergleich… :)

    Ich hab zur Zeit das 2011 er MacBook Pro und nutze es auch zum spielen von Diablo 3, wo es schon ein wenig laggt und werde wohl auch auf das mit Retina umsteigen nachdem ich es heute im Media Markt begutachtet habe – Mensch ist das scharf :)

    Das einzige was mich noch hindert ist der Preis … hihi

  8. macprogamer schrieb am
    Bewertung:

    Nana, wer wird denn ein Macbook zum gamen von Diablo 3 nutzen? Da lobe ich mir doch meinen Mac Pro

  9. Julia Kapatzki schrieb am
    Bewertung:

    Wow wirklich ein gutes teil, sehr empfehlenswert denke ich. Bei Saturn ist der Preis recht erträglich momentan denke ich, aber mal schauen… Man soll ja nicht zuschnell kaufen :P

    Aber sonst ein heisses Teil :)

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