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Apple MacBook Pro Retina (2012) vs. MacBook Pro (Early 2008) – Teil 2



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Klarer Punktsieg, Knock-out und die Frage: Ein wahrer Champion?
Nachdem beide Kontrahenten in den ersten drei Runden einen guten Kampf gezeigt haben, trennt sich nun die Spreu vom Weizen. Wären wir bei einem echten Faustkampf, hätten wohl alle drei Punktrichter 30:27 auf ihren Punktzetteln stehen. Der Herausforderer hat nach einer ausgeglichenen ersten Runde in den Kampf gefunden und ihn angenommen. Schnell zeigte das neue Apple MacBook Pro Retina meinem MacBook Pro von Anfang 2008 seine Grenzen auf. Deutlich leistungsstärker und schneller spulte es den Adobe-Photoshop-Lightroom-4-Test ab und schlug den Titelverteidiger, mein aktuelles MacBook Pro, locker im Geekbench-Test. Den ersten Teil des ungleichen Duells gibt es hier, nun läuten wir den Gong zur nächsten Runde.
Der Gong ertönt und schon steht der Herausforderer in der Ringmitte. Gut sieht er aus. Ganz anders das MacBook Pro (Early 2008), das immer noch benommen in seiner Ecke sitzt. Das gibt uns Zeit, einen genaueren Blick auf das MacBook Pro mit Retina-Display zu werfen.

Inzwischen hat es auch der Titelverteidiger geschafft und hebt die Fäuste.

Runde 4: Adobe Photoshop und Apple Final Cut

Wenn bei mir der Urlaub vorbei ist, fängt die Arbeit wieder an, nicht nur als Social-Media- und Community-Manager bei Cyberport, sondern auch am Rechner zu Hause. Tausende Bilder und unzählige Minuten Videomaterial wollen gesichtet, bearbeitet, geschnitten und anschließend der Familie und den Freunden präsentiert werden. In meinen Jugendtagen ging ich zum Fotografen um die Ecke, gab meinen Film ab und holte Tage später die fertigen Bilder, klebte sie dann in ein Buch und sah zu, wie sich die Großeltern freuten. Diese Zeiten sind vorbei. Zum einen schickt man heutzutage seine Bilder online weg und bekommt wenig später ein Fotobuch zugeschickt. Zum anderen ist der eigene Anspruch an die Bilder gewachsen und so komme ich ohne Lightroom und Photoshop nicht mehr aus.

Für den Test habe ich mir 20 Bilder der Nikon Solution Expo 2012 in Essen gegriffen. Aufgenommen mit der Sony A77, betrug die Gesamtgröße der JPGs knapp 95 MB. Während mein 2008er MacBook Pro im Schnitt 40,7 Sekunden brauchte, um die Fotos im geöffneten Photoshop zu laden, konnte ich am MacBook Pro Retina eher loslegen – es brauchte nur 16,3 Sekunden. Da ich diese Werte nach dem ersten Testbericht bereits erwartet hatte, galt mein eigentlicher Blick dem Display. Wie viel mehr Platz bietet mir das neue Retina-Display zum Arbeiten? Ich habe beide Displays miteinander verglichen. Mein aktuelles MacBook Pro bietet eine Auflösung von 1.440 x 900 Pixeln, das Retina-Modell bekanntlich 2.880 x 1.800 Pixel.

Mehr Platz zum Arbeiten dank des Retina-Displays“

Egal, ob Adobe Photoshop, Bridge oder Apple Final Cut – das Mehr an Platz ist in allen drei Programmen sicht- und spürbar. Die Spielwiese für digitales Arbeiten bietet wesentlich mehr Freiheit und Möglichkeiten, um Info-Fenster, Paletten und mehr anzuordnen. Wenn es mir auf meinem aktuellen MacBook-Pro-Display zu eng wurde, erweiterte ich den Bildschirm mit meinem 24-Zoll-Full-HD-Monitor von Samsung. Auch wenn das MacBook Pro Retina das bessere Display haben mag, liebe ich die optische Größe des 24-Zoll-Monitors. Trotzdem ist die knackige Schärfe des Retina-Displays ein Genuss. Ganz klar geht auch die vierte Runde an den neuen Herausforderer. Das sieht nicht gut aus für mein aktuelles Modell.

Ring frei zur fünften Runde: Wer kommt zuerst aus der Puste?

Die Bedingungen für beide Kontrahenten sind identisch: keine Tastaturbeleuchtung, dafür maximale Display-Helligkeit und aktiviertes WLAN. Für den Test wird jegliche Vernunft in Sachen Energiesparen ad acta gelegt, ich will die nackten Zahlen. Gut, der Akku meines MacBook Pro von 2008 ist nicht mehr der Neueste, aber mit 55 Ladezyklen auch noch ganz gut dabei. Trotzdem ist nach zwei Stunden und 20 Minuten Schluss mit lustig. Dagegen ist das neue Retina-Modell von Apple noch gut dabei. Bei ihm gehen erst nach knapp fünf Stunden und zehn Minuten die Lichter aus. Ein sehr guter Wert, wenn man bedenkt, dass es meist gar nicht der vollen Displayhelligkeit bedarf bzw. dieses nach gewisser Zeit auch abgeschaltet wird, wenn sich nichts tut. Mit den richtigen Einstellungen sind die knapp sieben von Apple angegebenen Stunden durchaus möglich.

Da mein aktuelles MacBook Pro frühzeitig zu Boden ging und nicht mehr aufstand, wurde der Kampf abgebrochen und das MacBook Pro Retina von Apple zum klaren Sieger ernannt. Aber ist es ein wahrer Champion?

Fazit: Der Bauch sagt Ja, der Verstand sagt Nein. Muss es ein MacBook Pro Retina sein?

Ganz klar: Mein aktuelles MacBook Pro aus dem Jahr 2008 ist über die Jahre träge geworden bzw. ist es einfach aus der heutigen Sicht. Von einem Intel Core 2 Duo und einer langsamen Serial-ATA-Festplatte kann ich keine Wunder mehr erwarten. Dagegen ist selbst ein aktuelles 13-Zoll-MacBook Air doppelt so leistungsstark. Gar dreimal so viel Leistung bringt das kleine Apple MacBook Pro Retina für 2.139 Euro in den Ring. Ein stolzer Preis, dabei ist die SSD nur unwesentlich größer als die 200-GB-Festplatte in meinem aktuellen Modell.

Ich bin hin- und hergerissen. Lege ich knapp 600 Euro mehr auf den Tisch, bekomme ich einen 2,6-GHz-Quad-Core-Prozessor, aber vor allem eine 512-GB-SSD. Dann müsste ich mir keine Sorgen mehr machen, dass ich bereits im Urlaub Fotos und Videos wieder vom Rechner löschen muss, damit ich neue von der Kamera übertragen kann. Aber 2.749 Euro, nur damit ich mir keine Sorgen mehr machen muss? Was mich am meisten stört, ist die Tatsache, dass das MacBook Pro Retina zwar schmaler und leichter geworden ist, aber immer noch zwei Kilogramm auf die Waage bringt. Warum hat Apple es nicht direkt mit dem MacBook Air verschmelzen lassen? Für aktuell 2.199 Euro bekäme ich das High-End-MacBook Air mit 8 GB Arbeitsspeicher, 512 GB SSD und derselben Display-Auflösung, die auch mein aktueller Rechner bietet. Dafür bringt es 1,1 kg weniger auf die Waage bzw. im Vergleich zum Retina-Modell nochmals knapp 700 Gramm weniger.

Trotz des bestechend scharfen Retina-Displays und eines verdienten Sieges des aktuellen Macbook Pro wird die Vernunft siegen. Ich tendiere dann doch zum besten Apple MacBook Air, zumal ich gerade erst viel Geld in die Sony A77 investiert habe. Vielleicht entschließt sich Apple, nicht nur mir den Traum eines noch schmaleren, noch leichteren Apple MacBooks mit 15-Zoll-Display, Retina-Display und genügend Power zu erfüllen. Bis dahin wird es mein angeschlagenes Notebook bei aller Liebe doch noch tun müssen. Ich übe mich in Geduld beim Bearbeiten meiner Bilder und Exportieren der Videos und investiere die knapp 3.000 Euro lieber in eine tolle Kamera und tolle Motive, fernab der Ringes.

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1 Kommentar

  1. Kay schrieb am
    Bewertung:

    „Warum hat Apple es nicht direkt mit dem MacBook Air verschmelzen lassen?“
    Der Grund ist doch ziemlich offensichtlich? Das Retina Display braucht einen deutlich stärkeren Akku, welcher das Air dicker und schwerer machen würde. Aus diesem Grund ist das Retina MacBook auch so schwer geworden. Ein starker Akku drückt auch stark auf das Gesamtgewicht ;) Meine Vermutung ist, dass erstmal kein Retina Air kommen wird. Eher das 13er Pro mit Retina.
    Ach und was mir grad noch einfällt. Anandtech hat doch auch herausgefunden, dass das Retina Display ordentlich CPU Performance braucht, die selbst das Pro nicht immer liefern kann.
    Gruß

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