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App-Test: GPS Navigation 2 - skobbler



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Die Navigations-App für Preisbewusste
Schon wieder verfahren? Keine Karte dabei, weil sich die Investition in eine teure Navi-App für nur einen Urlaub nicht lohnt? Mit GPS Navigation 2 – skobbler muss das nicht mehr sein! Schon in der kleinen Grundinstallation kann die App genutzt werden, sofern eine Internetverbindung besteht, um die nötigen Kartenausschnitte live zu laden. Per In-App-Kauf können weltweite Karten für die Offline-Nutzung hinzugefügt werden, sodass man auch in Gegenden ohne mobiles Internet nicht mehr verloren geht. Spätestens an diesem Punkt bleibt die Konkurrenz wirklich zurück. Mit den verwendeten OpenStreetMap-Karten hat man immer aktuelles Kartenmaterial dabei. Da ich seit mehreren Monaten begeisterter Nutzer bin, will ich die App gerne näher vorstellen.
Die Installation des knapp 22 MB großen Paketes geht recht schnell vonstatten. Man sollte aber im WLAN verbleiben, denn nach dem ersten Start werden entsprechend der gewählten Sprache notwendigen Dateien für die Sprachausgabe geladen (ca. 20 MB für Deutsch). Da es im Gegensatz zur Konkurrenz nur ein Programm gibt, ist dies ein notwendiger Schritt, um nicht alle Sprachdateien in das Grundpaket packen zu müssen. Unterstützt werden neben Deutsch auch Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch und Rumänisch. Mit dem Update auf die Version 4.2 sollen Niederländisch, Ungarisch und Türkisch folgen. Nachdem der App der Zugriff auf die GPS-Daten gewährt wurde, kann es direkt losgehen – eine aktive Internet-Verbindung natürlich vorausgesetzt. Mehr braucht es wirklich nicht, denn die notwendigen Kartenteile werden live geladen. Wer in seinem Telefon-Vertrag nur ein begrenztes Datenvolumen hat, lädt sich die Karten für die Offline-Nutzung vorher auf das Apple iPhone oder iPad. Die Karten lassen sich per In-App-Kauf hinzufügen, angefangen von einzelnen Ländern für 2,99 Euro, über komplette Kontinente für 5,99 Euro oder als „All inclusive“-Paket in Form der ganzen Welt für 9,99 Euro. Ich habe mich für letzteres entschieden, denn wann kann mal schon einmal die ganze Welt für 9,99 Euro kaufen? ;-)

Fortan besteht die Möglichkeit, einzelne Länder für die Offline-Nutzung zu laden und sie nach Gebrauch oder nach der Rückkehr aus dem Urlaub wieder zu löschen. Bei der Konkurrenz müsste ich für jedes Land/Gebiet eine einzelne App kaufen, was für nur einen einzigen Urlaub eine recht große Investition wäre. Navigon bietet aktuell 25 verschiedene Versionen seines Routenplaners an, TomTom 21.


Hauptbildschirm
iPad - Navigation - Menü
Landesauswahl
Zieleingabe
Suchergebnis - Liste

Suchergebnis - Karte
Berechnung
Liveansicht (Tagmodus)
Liveansicht (Nachtmodus)
Liveansicht (Nachtmodus)
GPS Navi – Teil 1″

Der Hauptbildschirm der App unterteilt sich auf dem Apple iPhone in fünf Bereiche und erinnert mich von der Optik her etwas an Tron und bekommt dafür von mir einen Design-Pluspunkt. Der Bereich Karte gewährt einen Rundblick und Streckenplanung für Fussgänger, in Kategorie kann gezielt nach Rubriken gefiltert in der näheren Umgebung gesucht werden, Share/Hilfe bietet diverse Kontakt- und Mitteilungsmöglichkeiten, unter Upgrades sind die In-App-Käufe zu finden und – das Allerwichtigste natürlich – die Navigation befindet sich direkt in der Mitte.

Mit einem Fingertipp auf den Pfeil und auf Zieladresse gelangt man zur Zieleingabe. Diese kann dabei auch „grob“ erfolgen, d.h. man muss den Strassennamen nicht komplett eintippen, denn die Suche liefert im Fall des Falles mehrere Treffer zur Auswahl. Die Online- und Hybridsuche, beides wählbar in den Einstellungen, ist dabei etwas effektiver als die reine Offline-Suche. Bei mehreren Treffern werden diese in einer Liste angezeigt. Kann man sich in dieser nicht entscheiden, hilft die Auswahl über die Karte, in welcher diese markiert sind. Nach Auswahl des Zieles schaltet die App in den Navigationsmodus. Im oberen Teil sind mehrere Symbole eingeblendet: Geschwindigkeitsbegrenzung für die aktuelle Position, Einstellungen für die Route, GPS-Status und Bug-Melder. Im unteren Teil wird die Entfernung und Richtung für den nächsten Abzweig angezeigt – Sprachausgabe ist möglich – sowie links unten die Zieldaten mit der Entfernung zum Ziel mit Restzeit bzw. Ankunftszeit. Über das Einstellungsmenü können schnell Änderungen für die aktuelle Navigation vorgenommen werden. Am Interessantesten ist hier die Umschaltung zwischen Tag- und Nachtmodus, falls man die automatische Anpassung nicht ausgewählt hat, und die iPod-Steuerung für die Musikwiedergabe während der Fahrt. Da die Symbole selbsterklärend sind, sollte sich jeder Benutzer sofort zurechtfinden.

Wie schon am Anfang erwähnt, basiert das Kartenmaterial auf OpenStreetMap, welche von der Community gepflegt und aktuell gehalten wird. Ein kleiner Test dazu (Stand Februar 2012): In „meinem“ Wohngebiet sind vor einigen Jahren neue Straßen hinzugekommen und sind somit der ideale Ansatzpunkt, um die Aktualität zu prüfen. In OpenStreetMap und Google Maps sind die Straßen vorhanden, in TomTom dagegen fehlen sie – wenn die Karte des Routenplaners auf der Webseite identisch mit der in der Software ist – ebenso in Bing Maps und Nokia-Maps. In NAVIGON select Telekom Edition fehlen sie ebenfalls, wie es in der aktuellen Version NAVIGON EU 10 kann ich nicht beurteilen, da ich diese nicht besitze.

Mit der Routing-Funktion, die auch ohne Internetverbindung verfügbar ist, wenn die Karten zuvor geladen wurden, erhält man eine dynamische Routenplanung, sodass schon bei kleinen Umwegen eine Neuberechnung erfolgt. Für einen Besuch in der Ferne nutzte ich die Navigon select Telekom Edition, da mir in dieser der Fahrspurassistent sehr gut gefällt. Im Zielort angekommen versagte Navigon allerdings und führte mich in eine falsche Straße. Dass es eine Sackgasse war, steigerte meine Laune nicht gerade. Dies mag vielleicht eine Ausnahme sein, ärgerlich ist es aber trotzdem. GPS Navigation 2 leitete mich dagegen punktgenau zur Grundstückseinfahrt. Was tun, wenn man mal eben ein paar Freunde in Wien besuchen will? Da Navigon keine Karte für Tschechien installiert hat, wurde ich „grosszügig“ um das ganze Land herum geleitet (764 km), Skobbler bietet mir den direkten Weg (485 km) mitten hindurch an und würde mir somit jede Menge Zeit sparen.

Kategorieauswahl
Trefferliste
Fußgängermodus
Koordinaten - Eingabe iPad
Allgemeine Einstellungen
Kartenkauf
Share/Hilfe Menü
IdeaLog
IdeaLog
GPS Navi – Teil 2″

Die eigene Wohnung lässt sich als Heimadresse speichern, sodass natürlich nicht jedes Mal die Adresse eingeben werden muss. Außerdem hat man direkten Zugriff auf die Kontakte im Adressbuch. Ziele mit unbekannter Adresse lassen sich im Bereich „Kategorie“ finden, ansprechend gefiltert nach Art und Entfernung. So lassen sich zum Beispiel alle Übernachtungsmöglichkeiten im Umkreis von fünf Kilometern anzeigen. Zu beachten ist aber, dass sich die Entfernungen als Luftlinie berechnet werden. Bei Berechnung einer echten Route zu jedem Treffer würde die Suche eine kleine Ewigkeit dauern. Als nettes Zusatzfeature steht für Freunde des Geocaching eine Eingabemöglichkeit für Koordinaten zur Verfügung.

In den allgemeinen Einstellungen finden sich die üblichen Möglichkeiten. Hervorzuheben ist der Blitzerwarner, vor dessen Benutzung sollte man sich sich aber informieren, ob dies im aktuellen Land straffrei erlaubt ist. Eine gute Alternative dazu ist die ebenfalls vorhandene Tempowarnung. Hält man sich daran, läuft man auch gar nicht erst Gefahr, geblitzt zu werden. ;-)

Der Bereich Upgrades bietet sich die Möglichkeit, zusätzliche Stimmen und Karten zu kaufen. Dabei werden, wenn ein Kontinent oder gar die ganze Welt gekauft wurde, die Karten aber nicht direkt geladen, sondern können über den Menüpunkt Installationsstatus individuell zur Installation ausgewählt werden. So spart man zum einen durch das größere Gebiet Geld und zum anderen Speicherplatz, da man nur jene Länder laden kann, die aktuell benötigt werden. In Share/Hilfe findet sich die Möglichkeit Vorschläge und Ideen zur App einbringen und über die Vorschläge anderer abstimmen (IdeaLog), den Status übermittelter Bugs zu überprüfen oder, ganz neumodisch, seine Position per E-Mail und Facebook mitzuteilen. Fehlt nur noch Twitter … Wer’s braucht. ;-)

Im Karten-Bereich konnte man sich bisher die aktuelle Position auf der Karte anzeigen lassen. Mit dem letzten Update wurde hier die Fußgänger-Navigation hinzugefügt, zwar nur als Route und ohne Navigationsanweisungen, aber dennoch sehr hilfreich. Wird der Anzeigemodus so eingestellt, das die Karte der eigenen Blickrichtung folgt, kann man sich quasi nicht mehr verlaufen. Durch den Vertrieb als Universal-App verwandelt sich ein eventuell vorhandenes iPad (mit GPS) ebenfalls in ein Navigationssystem. Auf dem Hauptbildschirm erhält man gegenüber dem iPhone zusätzlich Zugriff auf einige Hauptfunktionen und die letzten fünf Ziele. Ansonsten steht aufgrund der Bildschirmgröße viel Platz für die Karte und die Bedienelemente zur Verfügung.

Fazit:
Für den gebotenen Umfang ist GPS Navigation 2 – skobbler ein absolutes Schnäppchen, denn für 1,59 Euro erhält man, bei ständiger Verbindung zum Internet, ein weltweit einsetzbares Navigationssystem. Für 9,99 Euro mehr bekommt man das komplette Paket für die Offline-Nutzung – da kann kein anderes Programm mithalten. Hinzu kommen die aktuellen, detailreichen Karten, in denen man bei Bedarf dank OpenStreetMap auch selber Fehler korrigieren kann. Da sich die Karten nicht nur auf Straßen beschränken, sondern auch Wanderwege enthalten, ist OffMaps2 auf meinem iPhone überflüssig geworden, denn dort besteht das „Feature“ mit dem Zwang zum manuellen Kartenwechsel nach einem Jahr leider immer noch. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass es nur eine App gibt und nicht für jedes Land oder jede Region eine eigene App. So lassen sich länderübergreifende Routen problemlos planen. Für die Zukunft wünsche ich mir noch Abbiegehilfen bei mehrspurigen Straßen und Einbindung von Live-Verkehrsmeldungen. Für die Android-User sei hinzugefügt, dass eine Umsetzung der Offline-Karten nicht grundsätzlich von den Entwicklern verneint wurde. Man darf also hoffen.

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