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Angeschaut: Lenovo ThinkPad X1



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Kein MacBook Air, sondern eine Klasse für sich…
Auch wenn das Medienecho bei der Vorstellung neuer ThinkPads nicht unbedingt mit dem Zirkus aus Apfelhausen zu vergleichen ist, so existiert dennoch eine eingeschworene Fanbasis von ThinkPad-Nutzern die ein hinreichend großes Interesse an den Neuerungen aus „Rotchina“ haben. Nicht anders ist dies auch beim Lenovo ThinkPad X1 – im Vorfeld oftmals als Kampfansage zu Apples MacBook Air verstanden. Im Dresdner Cyberport Store hatte ich erstmals Gelegenheit mir den neuen Rechenknecht anzuschauen um mir eine erste Meinung bilden zu können. Vorab: Der anfängliche Vergleich zum MacBook Air ist zum Scheitern verurteilt, dennoch könnte das Lenovo ThinkPad X1 seinen Kundenkreis finden.
Gemeinsamkeiten zum flachen Windchen aus Cupertino
Die Übereinstimmungen beider Rechner sind knapp bemessen: Beide verfügen über ein 13-Zoll-Display und verzichten bewusst auf optische Laufwerke. Sowohl Gestaltung als auch Ausstattung unterscheiden sich allerdings gänzlich voneinander.

Lenovo ThinkPad X1 – Teil 1″

Die Unterschiede
Das schwarze Kleid des Lenovo ThinkPad X1 orientiert sich am bewährten ThinkPad-Design – keine Experimente. Eine Wertung fällt schwer, ruft diese Form bei einigen Aspiranten doch Langeweile hervor, andererseits setzt der bisherige Kundenkreis eben genau auf dieses traditionelle Outfit. Sehr wohl zu werten sind indes Gewicht und Abmessungen. Mit 1,7 Kilogramm wiegt der schwarze Ritter fast 400 Gramm mehr als sein direktes Pendant aus Cupertino. Diesen Unterschied merkt man deutlich, nicht nur ich hatte diesen Eindruck hier im Haus. In Breite und Tiefe ragt es etwas über das Maß hinaus, in der Höhe (2,1 Zentimeter) übertrumpft es das MacBook Air im negativen Sinn. Nein, ein Schmalhans ist das X1 mitnichten. Man wundert sich, dass bei derlei Abmessungen auf ein optisches Laufwerk verzichtet wurde – genügend Platz wäre noch vorhanden, auch bewies dies Lenovo bspw. mit X301.

Die matte, schwarze Oberfläche gefällt: Hässliche Abdrücke von Fettfingern bleiben dem Anwender erspart. Leider gilt dies jedoch nicht für das Display. Dank Gorilla-Glas ist dieses zwar perfekt geschützt, allerdings spiegelt es auch wie eine Fettschwarte. Apropos Display: Die Auflösung von 1.366 x 768 Pixel begeistert wenig gegenüber der ungleich höheren Pixeldicht beim MacBook Air. Besonders kurios erscheint der mächtige schwarze Rahmen um den Bildschirm. Man gewinnt den Eindruck, dass Lenovo hier Platz verschenkt. Zwar bekommt man so u.a. eine fantastisch große Tastatur die ihresgleichen sucht, allerdings hätte man dann vielleicht auch gleich den Einbau eines 14-Zoll-Displays in Erwägung ziehen können.

Lenovo ThinkPad X1 – Teil 2″

Soweit die Kritikpunkte: Den Formenvergleich „verliert“ das ThinkPad X1 – ein leichtes Subnotebook schaut anders aus. Dagegen trumpft das Modell mit einigen Besonderheiten auf, die ihren Weg bisher nicht ins Apfelwerk geschafft haben. Zunächst wäre hier die Prozessorausstattung zu nennen: Statt alten Core 2 Duos gibt’s aktuelle Core i5-CPUs inkl. HD-Grafik von Intel. Nicht nur das Display ist besonders robust, der ganze Rechner ist für ein rohes Umfeld gebaut. So kann man bedenkenlos den Kaffee übers Keyboard schütten – zwei Abflussöffnungen lassen die Feuchtigkeit dann nach unten entweichen. Auf einen Praxistest verzichten wir zunächst, zumindest solange uns Lenovo ein extra Testmuster hierfür zur Verfügung stellt. Im Übrigen ist die Tastatur auch beleuchtet, ein Novum. Apple verzichtet momentan beim MacBook Air noch darauf.

Lenovo ThinkPad X1 vs. MacBook Air“

Nahezu vollständig und komplett erscheint die Anschlussvielfalt: USB 3.0, eSATA, HDMI und sogar einen Mini DisplayPort bietet das Lenovo ThinkPad X1. Hinzu kommen noch Bluetooth, WLAN-n und UMTS! In diesem Bereich sollte sich der kleine Luftikus von Apple lieber verstecken.

Fazit
Mir scheint, das Lenovo ThinkPad X1 möchte nicht unbedingt ein Subnotebook sein – vielmehr ein Business-Arbeitspferd auf rohen Pfaden. Das Display enttäuscht von seiner Auflösung und geringen Größe in Relation zum Gehäuse. Die restliche Ausstattung kann dagegen begeistern.

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3 Kommentare

  1. Matthias schrieb am
    Bewertung:

    vielleicht muss man auch nicht immer „… mit Äpfeln“ vergleichen ;-)
    Für mich wäre da ein Vergleich ähnlich-preisiger Windows-Rechner interessanter, zB mit dem Samsung x900 den du letztens auch mit dem Air verglichen hast.

    Zumindest die Höhe von 2.1cm können – ausser dem Air – nicht viele unterbieten…ausssehen tuts allerdings als stecke da noch n 386er drin, rot-schwarz is ja sowas von out. Ob man damit heute noch „voll businessmässig ey“ vortäuschen kann möcht ich mal bezweifeln

  2. Sven Kaulfuß schrieb am
    Bewertung:

    @ Matze: Nun ja, verglichen mit dem Samsung der Serie 9 wirkt das ThinkPad doch ein wenig voluminös. Ungleich eleganter schaut in jedem Fall das Samsung aus – meiner bescheidenen Meinung nach. Hinzu kommt dann bspw. noch das matte Display beim Koreaner und die SSD bei vergleichbarem Preis zum X1 – eine SSD bekommt man z.B: nur in der teueren (400 Euro mehr) ThinkPad-Variante.

  3. Marcel schrieb am
    Bewertung:

    Habe mir am Freitag die günstigere Vatiante ohne SSD bestellt (nicht der Preis, sondern die Speichergröße war entscheidend) und bin gespannt, was mich (hoffentlich) morgen erwartet. Sicherlich mögen andere Slim-Notebooks optisch mehr hergeben, doch Lenovo wenn ich hier die gewohnte Qualität des Herstellers bekomme, ist mir dies eher unwichtig.

    Womit ich mich jedoch nur schwer anfreunden werde ist, dass alles nun etwas verbauter ist und anscheinend nicht mehr so einfach zu tauschen sein soll – besonders der Akku – wie bei anderen ThinkPads, was diese Geräte in meinen Augen ausgezeichnet haben. Ich lasse mich aber überraschen…

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