WD My Cloud EX2 Ultra NAS im Alltags-Test

von André Nimtz

· 8 min Lesezeit

WD My Cloud EX2 Ultra NAS im Alltags-Test

Meine Güte, was hat ein Netzwerkspeicher doch für einen beachtlichen Lebenszyklus. Beinahe zwei Jahre ist es nun schon her, dass ich das My Cloud EX2 von WD getestet habe und noch immer gilt der Netzwerker als zuverlässige Lösung für Cloud-interessierte Daten-Bunkerer. Dabei begeisterte mich seinerzeit vor allem der unkomplizierte Zugriff auf und die reibungslose Sicherung von Daten aller Devices auf dem My Cloud NAS.

Nun hat WD die Nachfolger-Generation des EX2 vorgestellt und dessen Namen um ein einfaches Ultra erweitert. Das war’s dann auch schon, mag man beim Blick auf die Produktbilder denken, aber hinter der nahezu gleichen Fassade schlummert eine ordentliche Frischzellen-Kur, die das WD-NAS technisch auf die Höhe der Zeit holt – und auch einen ordentlichen Geschwindigkeitszuwachs verspricht. Ich bin gespannt und nehme die gut 340 Euro teure EX2 Ultra kurzerhand unter die Lupe.

Sehr gutes Einsteiger-NAS

PRO
    Zurückhaltendes Design
    Sehr Einsteiger-freundlich
    Leise im Betrieb
    Sehr intuitive Software
    Reibungslose Cloud-Nutzung
    Gute Transferraten
    Ordentliche App
CONTRA
    Umständlicher Zugang zur NAS-Software
    Keine Innovationen bei den Anschlüssen
    Kein physischer Ein-/Ausschalter
Gesamtbewertung 4,5

Unboxing NAS-Unboxing macht immer wieder Laune

Netzwerkspeicher sind wie Kinderüberraschung. Im Karton gibt es immer was Spannendes, was zum Spielen und – naja, keine Schokolade, aber doch das ein oder andere schmackhafte Zubehör. Der Verpackung des EX2 Ultra entnehme ich voller Spannung das NAS-System im etablierten Design. Die beiden NAS-Festplatten sind in meinem Testgerät bereits an Bord und genau hier beginnt das Spielen, denn so gut wie jedes NAS wartet mit ganz eigenen HDD-Einbau-Routinen auf. Die nehme ich beim My Cloud gleich in Augenschein und auch hier hat sich im Vergleich zum Vorgänger wenig verändert.

Die beiden Festplatten werden von einem Metallbügel gehalten, den ich ohne Schraubenzieher lösen kann. Danach ziehe ich die beiden Festplatten einfach an einer dafür vorgesehenen Plastik-Lasche aus dem Gehäuse. Hier zeigt sich auch, dass WD (natürlich) die hauseigenen NAS-Platten der Red-Serie in 2-Terabyte-Ausführung an Bord hat. Alles in allem finde ich den Ein- und Ausbau der Speicher-Einheiten angenehm einfach und intuitiv.

Nun kann ich entspannt weiter im Karton stöbern und entdecke das ein oder andere Heftchen sowie die Quick-Installation-Anleitung. Ein Ethernet-Kabel ist zudem an Bord und wird ergänzt von einem Netzteil, das sowohl einen Euro- als auch einen britischen 3-Pin-Gerätestecker mitbringt. Damit habe ich alles parat, was ich für den sofortigen Einsatz des NAS benötige.

Schon der Karton kommt mir irgendwie bekannt vor.
Schon der Karton kommt mir irgendwie bekannt vor.
Als Erstes finde ich das Einrichtungs-Blättchen.
Als Erstes finde ich das Einrichtungs-Blättchen.
Darunter schlummert das My Cloud EX2 Ultra.
Darunter schlummert das My Cloud EX2 Ultra.
Optisch nah am Vorgänger
Optisch nah am Vorgänger
Ordentlicher Lieferumfang
Ordentlicher Lieferumfang
Ein Netzwerkkabel liegt bei.
Ein Netzwerkkabel liegt bei.
Netzteil mit Euro- & UK-Stecker
Netzteil mit Euro- & UK-Stecker

Die Neuerungen des My Cloud EX2 Ultra

Dass sich das Ultra optisch wenig von seinem Vorgänger unterscheidet, habe ich bereits erwähnt. Das an der Vorderseite abgerundete Äußere hat WD ebenso beibehalten wie die lüftungsbegitterte Rück- und Oberseite. Auch die frontseitigen LEDs für Betrieb und Festplatten-Status blieben unverändert, einen Power-Button gibt es (leider) nach wie vor nicht.

Allerdings stecken unter der Haube zwei überaus relevante technische Neuerungen. Zunächst bringt das neue Modell statt des bisherigen 1,2-Gigahertz-Single-Core-Prozessors eine Dual-Core-CPU mit 1,3 Gigahertz mit. Des Weiteren hat WD auch den Arbeitsspeicher von 512 Megabyte auf 1 Gigabyte erhöht. So gesehen ist das zwar überschaubar, dennoch zeichnet sich hier bereits eine gesteigerte Leistungsfähigkeit gegenüber dem Vorgänger ab, was die geringen Mehrkosten im Vergleich zur EX2 allein wohl schon rechtfertigen.

Bei Protokollen, RAID-Modi und unterstützten Systemen finde ich wenig, was der Vorgänger nicht auch könnte. Das ist allerdings der einheitlichen Software zu verdanken. Anschluss-seitig finde ich ebenso wieder die gewohnte Ausstattung aus zwei USB-3.0-Ports und einem Gigabit-Ethernet-Anschluss.

Lüftungsgitter an der Oberseite
Lüftungsgitter an der Oberseite
Die Anschlüsse finde ich hinten am NAS.
Die Anschlüsse finde ich hinten am NAS.
Per leichtem Druck öffnet sich das obere Gitter.
Per leichtem Druck öffnet sich das obere Gitter.
Haltevorrichtung für die Festplatten
Haltevorrichtung für die Festplatten
Das NAS kommt mit zwei WD-Red-HDDs daher.
Das NAS kommt mit zwei WD-Red-HDDs daher.
Ein Blick auf die Platine ...
Ein Blick auf die Platine ...
... und die Kontakte der Festplatten
... und die Kontakte der Festplatten

Setup NAS-Einrichtung binnen Minuten

Da das EX2 Ultra von WD pre-configured ausgeliefert wird, gestaltet sich die erste Einrichtung des Netzwerkspeichers absolut unproblematisch. Über einen Link, den ich auf einem beiliegenden Blättchen finde, gelange ich ins Setup und mache das NAS per Definition eines Admin-Accounts und -Passworts im Handumdrehen startklar. 3 Minuten später bin ich in der Cloud-Oberfläche des NAS, die mir den Upload, die Überwachung und die Freigabe von Bildern, Videos, Songs und anderen Daten ermöglicht.

Seltsamerweise komme ich an dieser Stelle nicht weiter ins System und die von der EX2 bekannte NAS-Software bleibt mir verborgen. Leider liegen in dieser Oberfläche alle wichtigen Einstellungen wie RAID-Modi, Apps, erweiterte Nutzerverwaltung und Co. Nach ein wenig Sucherei finde ich die IP des EX2 Ultra und gebe diese ins Browserfenster ein – und: Tadaaa, ich habe endlich wieder kompletten Zugriff auf meinen Netzwerker. Warum WD den Weg hierhin so schwierig gestaltet beziehungsweise ihn versteckt, erschließt sich mir nicht. Klar, der Fokus der ad hoc zugänglichen Software liegt auf unproblematischer Cloud-Nutzung, mit der jeder sofort etwas anfangen kann. Dennoch ist ein direkter Weg zu allen Funktionen auch bei einem vorkonfigurierten NAS unabdingbar.

Das NAS ist bereit.
Das NAS ist bereit.
Die Einrichtung ...
Die Einrichtung ...
... geht leicht von der Hand.
... geht leicht von der Hand.
Danach komme ich in die Datei-Verwaltung.
Danach komme ich in die Datei-Verwaltung.
Status-Fenster bei Uploads
Status-Fenster bei Uploads

Ansprechende Nutzeroberfläche & gute App

Zu guter Letzt kann ich mir also doch noch einen detaillierten Überblick über die NAS-Software verschaffen und das Erste, was mir ins Auge fällt ist, dass das damals noch schwarze Interface nun in elegantem Weiß auftritt. Jenseits davon kommt mir Vieles bekannt vor.

So bietet mir der initiale Screen einen Überblick über den Zustand des EX2 Ultra und über die verbundenen Geräte. Im nächsten Reiter finde ich die Nutzer- und Gruppen-Verwaltung und lege einen Reiter weiter die Freigabe-Routinen fest. Hilfe und wichtige Infos zu den jeweiligen Themen finde ich dabei auf jeder Seite. Im Fenster „Cloud-Zugriff“ sehe ich, welche Nutzer Daten per Cloud abrufen können, mit welchen E-Mail-Adressen diese angemeldet sind und welche Geräte genutzt werden. Danach finde ich den „Sicherungen“-Bereich, in dem ich spielend einfach Back-ups im Netzwerk, auf angeschlossener USB-Platte, innerhalb des NAS oder in der Cloud einrichte beziehungsweise auch die angeschlossene Kamera verwalte.

Ab dem drittletzten Reiter kommen die Optionen, die sich an die versierten NAS-Nutzer wenden und zum Beispiel RAID-Modus-Wechsel und iSCSI-Ziel-Einrichtung erlauben. Eins weiter stelle ich Download-Routinen ein oder verwalte Apps, während ich im letzten Reiter auch die grundlegendsten Funktionen verwalte. All das funktioniert reibungslos, die Software schwächelte im Test an keiner Stelle.

Schließlich möchte ich noch ein Wort zur „My Cloud„-App für Android verlieren: Diese ähnelt sehr dem Browser-Interface, das ich nach der NAS-Einrichtung zu sehen bekam. Ergänzt wird sie durch einige nützliche Optionen, ohne dabei jedoch in die Tiefe der eigentlichen NAS-Software vorzudringen. Für eine Smartphone-App reicht das allerdings auch zu und ich bin im Test sehr zufrieden mit den zuverlässigen Zugriffs- und Back-up-Funktionen der Anwendung.

Überblick übers System
Überblick übers System
Nutzerverwaltung
Nutzerverwaltung
Freigaben
Freigaben
Cloud-Einstellungen
Cloud-Einstellungen
Sicherungsoptionen
Sicherungsoptionen
Cloud-Sicherungen einrichten
Cloud-Sicherungen einrichten
Kamera-Verwaltung
Kamera-Verwaltung
Menü mit RAID-Optionen
Menü mit RAID-Optionen
Das App-Angebot für das My Cloud EX2 Ultra
Das App-Angebot für das My Cloud EX2 Ultra

Performance Deutlicher Leistungszuwachs bei akzeptabler Geräuschkulisse

Im Vergleich zur EX2 haben sich die Transferraten in nahezu allen Bereichen deutlich verbessert. Das belegt das Intel NAS Performance Toolkit deutlich. So schafft die EX2 Ultra um die 60 Megabyte pro Sekunde beim Kopieren von Dateien auf das NAS und bis zu 110 Megabyte pro Sekunde beim Kopieren von Dateien vom NAS. Bei komplexen Ordnern brechen die Transferraten ein ganzes Stück ein und landen bei 3,5 Megabyte pro Sekunde. Dennoch liegt auch dieser Wert über dem des Vorgängers. So gesehen entspricht der Netzwerkspeicher ganz gut meinen Ansprüchen.

Bleibt noch der Blick auf die Geräuschkulisse des My Cloud EX2 Ultra. Und die lässt sich nach wie vor sehen und nicht allzu sehr hören. So nehme ich das NAS im Stand-by rein gar nicht wahr, das minimale Mehr an Noise geht im Alltagsgeräusch unter. Touren die Platten hoch ist das natürlich deutlich wahrnehmbar und resultiert in einem konstanten Brummen und einem leichten Surren des Lüfters. Alles in allem aber dennoch vertretbar und sicherlich mit Aufstellung im Schrank oder auf entsprechend gepolstertem Material noch reduzierbar. Der einzige Klang-Makel, den ich jedoch nicht konstant feststellen konnte, war ein leichtes Fiepen und Pfeifen, das mich an den Staubsauger der Nachbarin über uns erinnerte. Aber wie gesagt, das Geräusch war glücklicherweise keine Konstante.

Auch in der "My Cloud"-App erhalte ich Infos zu Firmware-Updates.
Auch in der "My Cloud"-App erhalte ich Infos zu Firmware-Updates.
Datei-Überblick in der App
Datei-Überblick in der App
Viele nützliche Optionen ...
Viele nützliche Optionen ...
... und Überblick über den Netzwerkspeicher
... und Überblick über den Netzwerkspeicher

Fazit Ausgereifter & leicht zu bedienender Netzwerker

Macht es Sinn, sich die EX2 Ultra zu kaufen, wenn man bereits den Vorgänger besitzt? Nun, diese Frage müsste ich wohl verneinen, denn die Änderungen beim neuen Modell beschränken sich auf weniger Hardware-Features und ein ordentliches Stück Leistungszuwachs. Wer jedoch schon immer mit einer EX2 liebäugelte, hat nun keinen Grund mehr, zu zögern.

Die EX2 Ultra ist eine gelungene Frischzellenkur für ein etabliertes System, das sowohl bei der Hardware als auch der Software punktet. Die Transferraten des neuen Modells haben mich absolut überzeugt und dank Dual-Core und 1 Gigabyte RAM ist die My Cloud Ultra auch technisch auf der Höhe der Einsteiger- und Heimanwender-NAS-Zeit. Dabei überfordert die My Cloud an keiner Stelle mit unverständlichen Features und erlaubt eine kinderleichte Nutzung – eine zuverlässige eigene Cloud inklusive. Und mit aktuell 179 Euro ohne Festplatten und 339 Euro mit 2 mal 2 Terabyte ist die My Cloud EX2 Ultra auch kostentechnisch absolut empfehlenswert.

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Kommentare

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Gepostete Kommentare

Dirk Eckardt 28.07.2016, 14:33 Uhr

Ich nutze seit Jahren WD NAS-Systeme und bin sehr zufrieden damit

Jürgen 28.12.2016, 17:32 Uhr

Ist es möglich die 2TB Festplatten gegen größere zu tauschen

Thomas Schiela 14.11.2020, 09:50 Uhr

Hallo wo finde ich die IP Adresse des WD My Cloud EX2 Ultra NAS ?

1

Maria Klipphahn 16.11.2020, 09:06 Uhr

Hallo Thomas, die IP Adresse deiner WD My Cloud EX2 Ultra NAS findest du in den Einstellungen der zugehörigen Web-Anwendung. Dazu gibst du in deinem Browser "wdmycloudex2/" ein und meldest dich zunächst einmal mit deinen Zugangsdaten an. Danach wählst du "Einstellungen" -> "Netzwerk". Der Punkt "Netzwerkprofil" zeigt dir dann die IPv4 IP-Adresse, sowie die IPv6 IP-Adresse. Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen. Liebe Grüße, Maria vom Cyberport-Team

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