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Windows-10-Fan-Fest in Berlin



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Die Ankunft
Die Ankunft

29. Juli, 15 Uhr: Drei Dresdner Cyberporties waren unterwegs nach Berlin. Ihr Ziel: Unter den Linden, wo sich die Veranstaltungsräume von Microsoft befinden. Wie in mehreren größeren Städten dieser Welt, fand gestern auch in Berlin die offizielle Windows-10-Vorstellung statt. Nach einer glücklicherweise staufreien Fahrt und einer für Berlin außergewöhnlich unkomplizierten Parkplatzsuche, ist der Besucherandrang auf die Windows-10-Premiere schon von weitem zu sehen.

In einer rund 20 Meter langen Schlange wartete das wirklich bunte Publikum geduldig auf den von Securities koordinierten Einlass. In kleineren Schüben durfte man die heiligen Empfangshallen schließlich betreten und erhielt, sofern der eigene Name auf der Anmeldeliste gefunden werden konnte, ein blaues Armbändchen. Damit war gewiss: Ende dem Warten, der Abend kann starten. Zwei Schritte weiter deuteten die Empfangsgetränke darauf hin, dass man sich nun in den eigentlichen Räumen des Geschehens befand.

Der erste Eindruck vom Inneren

Essen, Leute und Gespräche
Essen, Leute und Gespräche

Mit einem Glas Sekt in der Hand konnte die Erkundungstour also starten. Die Atmosphäre war locker, die Bühne war bereits beleuchtet, aus den Lautsprechern strömte angenehme Musik und der Altersdurchschnitt der Gäste erschien mir wild gemixt. Auch war mein Eindruck, dass Frauen und Männer im ungefähr ähnlichen Verhältnis zu Besuch waren. Oberflächlich betrachtet standen also alt neben jung, 0815-Windows-User neben Experten der Programmierkunst und Business-Menschen neben Alltagsinteressenten. Wie am laufenden Band wurden außerdem Speisen galant durch die Besuchermassen hindurch manövriert und zum Verzehr angeboten. Diesen, man kann es sich vorstellen, stressigen Job, meisterten sie aber wirklich toll. Die Digital Eatery, also das Café von Microsoft, hatte eine große Auswahl an Getränken, kalten und warmen Speisen und sogar hübsch angerichteter Schokolade.

Die Ausstellung

Für große(s) Arbeiten
Für große(s) Arbeiten

Das erste, was mir auffiel, war der riesige Surface Hub von Microsoft. Das nahe am Eingang platzierte Touch-Display hat 84 Zoll (4k), eine Auflösung von 3.840 x 2.140 Pixel, einen Intel Core i7, zwei HD-Weitwinkelkameras und bringt unglaubliche 127 Kilogramm auf die Waage. Dieses Hardware-Monster arbeitet, wie soll es auf einer Windows-10-Premiere auch anders sein, mit dem neuen Betriebssystem. Die Besucher konnten das Gerät auf Herz und Nieren testen und wir staunten nicht schlecht, wie interaktiv man damit umgehen konnte. Aufgrund des hohen Preises von 22.449 Euro ist es natürlich nur für einen Bruchteil der dort anwesenden Menschen geeignet. Microsoft entwickelte es aber auch primär für professionelle Teamarbeiten und man bekam einen guten Eindruck, was damit auf die Arbeitswelt zukommen könnte. Diese Tendenzen thematisiert Microsoft auch in seinen regelmäßig erscheinenden Heften “ELAN”, welche am gestrigen Abend selbstverständlich auch kostenlos zur Verfügung standen.

Offizielle Eröffnungsreden

Oliver Gürtler
Oliver Gürtler

Mittlerweile war schon einige Zeit vergangen und die neben dem Surface aufgebaute Bühne rückte in den Mittelpunkt. Thomas Mickeleit (Director of Communications) eröffnete die Veranstaltung und bedankte sich im Namen Microsofts bei den vielen Helfern des Insider-Programms. Nachdem noch einige Worte zum neuen Windows fielen, setzte Oliver Gürtler (Leiter des Geschäftsbereichs Windows innerhalb Microsoft Deutschlands) die Eröffnung fort. Auch er hob die Besonderheiten des neuen Betriebssystems hervor und unterstrich die ehrgeizigen Ziele von Microsoft.

Als die für meinen Geschmack recht kurzen Reden vorbei waren, setzten Musikacts ein. Mit Geige, Saxophon, Gesang und DJ blieb dem Abend durchgängig eine musikalische Note erhalten und das Stöbern konnte weiter gehen.

Bildung, Geräte & ganz viel Windows

...jede Menge zum Probieren
...jede Menge zum Probieren

Gleich neben dem großen Surface und der Bühne befand sich der Stand von “Code your Life”. Microsoft verfolgt damit das Ziel, “über den Zeitraum von drei Jahren weltweit 300 Millionen jungen Menschen einen besseren Zugang zu Bildung und Technologie” zu ermöglichen und möchte damit den “Einstieg ins Berufsleben erleichtern”. Gerade in zunehmend digitalisierten Gesellschaften ist eine entsprechende digitale Bildung unabdingbar. Nicht nur, weil wir als User unsere Datenschutzrechte kennen und ausbauen sollten, sondern auch, weil wir mit dem technischen Wissen tatsächlich Sinnstiftendes anstellen können und uns auch eventuellen Gefahren bewusst sind. Microsoft zielt mit Code your Life zwar auf Jugendliche zwischen 10-14 Jahren ab. Die gestern angebotenen kleinen Probiermöglichkeiten aber lockten auch mich an und ich kann mir gut vorstellen, dass die Aktion Erfolg haben könnte.

Im Raum nebenan konnte man außerdem verschiedene Geräte inklusive des neuen Windows testen. Lumia-Smartphones, Surface-Geräte, Xbox und auch die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift war zum Probieren freigegeben. Während ich der Xbox recht wenig Beachtung geschenkt habe, bekam die VR-Brille einen großen Teil meiner Aufmerksamkeit. Es machte wirklich Spaß, den Leuten beim Achterbahnfahren zuzusehen. Damit man deren Sicht nachvollziehen kann, wurde das Bild auch auf Monitoren gezeigt. Auch wenn die Auflösung nicht wirklich überzeugen konnte, war das Gerät ein wahrer Magnet.

Auch die Lumias und die Surfaces konnten ordentlich betouched werden und das darauf installierte Windows 10 zeigte sich mir damit zum ersten mal in voller Pracht. Das flexibel anpassbare Starmenü, die Sprachassistentin Cortana, der intuitive und schnelle Browser Windows Edge und die virtuellen Desktops sind meiner Ansicht nach richtig gut gelungen. Die Optik wirkt elegant und die großen Kacheln des Windows 8 sind, trotz der Tatsache, dass sie mir im alten Betriebssystem nie so richtig gefielen, gut integriert.

Windows 10 Mobile, HoloLens & Co.: Neue Informationen?

Gemütlich und verspielt
Gemütlich und verspielt

Das Flair wirkte ein wenig Startup-like. Überall waren gemütliche Sitzgelegenheiten in verschiedenen bunten Farben, das Licht war nicht aufdringlich und eine Pinnwand mit angehefteten Postkarten unterstützte die Wohlfühlatmosphäre zusätzlich. Überall um mich herum tummelten sich Microsoft- und Windows-Mitarbeiter, welche für Fragen offen standen und trotz der vielen Besucher gern antworteten.

Leider konnte mir gestern niemand verraten, wann genau Windows 10 Mobile erscheinen wird. “Herbst” war die Standardantwort und auch der “November” ist seit kurzem im Gespräch. Zur Frage, inwiefern langfristig selbst Android-User vom neuen Betriebssystem profitieren können, erfuhr ich leider auch nichts neues.

Ich hatte ja gehofft, dass ich an dem Abend die HoloLens probieren kann. Auch daraus wurde leider nichts. Im Gespräch mit Oliver Gürtler erfuhr ich, dass es nach wie vor keinen Termin in Deutschland gibt und das Unternehmen noch an den “Feinentwicklungen” arbeitet. Es ist außerdem zu erwarten, dass die Hologramm-Brille zuerst die kommerziellen Bereiche abdecken wird, bis sie schließlich auch für einfache Hobbyanwender in breiter Masse verkauft wird.

Warum (nur einschränkt) kostenlos?

Windows 10 vor allem mit guter Hardware genießen
Windows 10 vor allem mit guter Hardware genießen

Weil ich das Gespräch mit Herrn Gürtler gleich ausnutzen wollte, befragte ich ihn auch bezüglich meiner Vermutung, ob nicht die Konkurrenz zu Google, Apple, Linux und Co. zur Entscheidung eines kostenlosen Windows beitrug. Er verneinte und erklärte, dass vor allem ein breiter Konsumentenkreis angesprochen werden soll.

Etwas unbefriedigt stellte ich dieselbe Frage Markus Nitschke (Leiter des Windows-Consumer-Segments Microsoft Deutschland). Er bestätigte, dass die Konkurrenz natürlich auch immer das Unternehmen beeinflusst. Allerdings unterstrich er besonders einen anderen Grund. Er erklärte, dass Windows 10 vor allem bei einer aktuellen Hardware wirklich zu genießen sei. Durch den wahrscheinlichen Wechsel vieler Windows-Anwender sei als Folge ein größerer Absatz im Hardware-Segment zu erwarten. Davon profitiert Microsoft natürlich. Außerdem bleibe das Lizenzgeschäft ja trotzdem weiterhin profitabel, weil es nicht für alle Anwender gratis sei.

An dieser Stelle hakte ich nach und fragte, wieso nicht auch Windows-XP- oder Vista-Nutzer einen kostenlosen Umstieg zur Verfügung gestellt bekommen. Hierauf beschrieb er das Problem der technischen Hürden und der Tatsache, dass der Großteil der Anwender Windows 7 nutzt. Außerdem stellte er die Gegenfrage, wieso Nutzer, welche durch die jahrelange Verwendung veralteter Technik das Geschäft nicht mehr fördern, mit einem gratis Betriebssystem versorgt werden sollten. Eine, naja, interessante Ansicht.

Wieso eigentlich “Weltveränderer”?

Ganz im Sinne meiner fachlichen Herkunft wollte ich natürlich wissen, wieso sich Microsoft für diesen mutigen Slogan entschieden hat. In der Regel erhielt ich die Erklärung der vielen technischen Neuerungen und des plattformübergreifenden Arbeitens. Um mehr Informationen zu erhalten, sprach ich auch hier wieder mit Herrn Nitschke. Er erklärte mir, dass sich Windows 10 an die “People of Action” richte, also an jene, welche durch die Anwendung der modernen Technik immer wieder die Welt verändern. Er gab sich bodenständig und unterstrich, dass damit nicht die große Politik oder ähnliches gemeint sei, sondern gerade auch alle “kleinen Leute”, die Großes bzw. “mehr leisten wollen”. Wird die Plattform besser, so Nitschke, wachsen auch die Möglichkeiten der Anwender, die Welt zu verändern.

Die Heimfahrt

Im späteren Abend führte uns das Auto wieder in Richtung Dresden und ich ließ den Abend Revue passieren. Es war schon eindrucksvoll, was Microsoft dort organisiert hat. Gute Musik, leckeres Essen, tolle Geräte und spannende Unterhaltungen. Selbst wenn nicht alle meine Fragen zufriedenstellend beantwortet werden konnten, hat sich der Ausflug sehr gelohnt. Neben den zahlreichen Speise- und Hardware-Angeboten empfand ich es außerdem als sehr angenehm, dass es nicht nur ein Geschäfts-Event war. Wenn sich Microsoft laut eigener Aussagen vor allem auch an kleine Anwender richtet, so ist es doch nur konsequent, dass auch diese Zielgruppe in eine Premiere einbezogen wird. Und so sind wir mit einem guten Gefühl nach Hause gefahren und nun gespannt, welche Entwicklung das neue Betriebssystem durchlaufen wird.

PS: Wer nicht dabei sein konnte, kann sich den Abend in diesem kleinen Video zusammenfassend anschauen.

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