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Was kostet ein Brötchen nocheinmal?



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(Ex-)Blogger droht ein 6.000 € Brötchen
Ein, ja wie sag ich nun, Ex-Blogger suchte für seinen Blog ein Foto eines Brötchens und wurde anscheinend über die Bildersuche von Google fündig. Er stellte das Foto in einem seiner Beiträge online. Dieses wurde allerdings vom Fotografen, der es angefertigt hatte, entdeckt und dieser mahnt nun den Blogger aufgrund widerrechtlicher Nutzung ab. Streitwert: unglaubliche 6.000 Euro!
Einerseits ist die Verwendung fremden Bildmaterials ohne Genehmigung dumm, denn die Rechte daran liegen beim Fotografen, andererseits ist ein Streitwert von 6.000 Euro für ein Allerweltsfoto ist nicht nur übertrieben, das ist in meinen Augen etwas sehr gierig! Wie man auf diese Summe gekommen ist, ist fraglich, aber für ein Foto von einem Brötchen ist das krass.

Das Foto stammt von Marions Kochbuch und dass der Missbrauch von der Fotos böse Folgen hat, kann man im Urheberrecht auf Marions Kochbuch nachlesen. Dort erklärt Frau Knieper freundlicherweise, was zu tun ist, wenn man von ihrem Anwalt angeschrieben werden sollte. Dass man hier für Betroffene extra Verhaltenstipps aufschreibt, könnte ein Indiz dafür sein, dass entsprechender Bedarf besteht. Folkert Knieper, der Fotograf, hat auch schon in den Kommentaren zum PCFreunde-Interview einige Textpassagen löschen lassen. Dort ist mehrfach zu lesen: Ein Teil dieses Beitrages musste nach Aufforderung durch den Anwalt von Folkert Knieper entfernt werden.

Wer schon mal ein gutes Kochbuch in den Händen hielt, der weiß, dass gute Fotos eine Menge Arbeit machen, aber die Bilder auf der besagten Seiten sind einfach nur schlicht. Kein künstlerisches Ambiente, einfach nur ein Brötchen. Dass es darauf aber nicht ankommt kann man in den Paragraphen § 2 UrhG und § 72 UrhG nachlesen.

Fazit: Es bleibt also abzuwarten, ob die 6.000 Euro wirklich zu zahlen sind. Was man dafür an Brötchen bekommen würde, die der Ex-Blogger hätte selber fotografieren können… Bei einem angenommenen Preis von 50 Cent je Brötchen, wären das 12.000 Brötchen. Wenn ich jeden Tag genau 2 Stück esse, dann käme ich damit 6.000 Tage hin. Das wären fast 46,5 Jahre. Schaut euch einfach mal die Quellen und Links an. Der Ex-Blogger apollon ist jedenfalls nicht der einzige.

Quellen und Links:
RA-Blog
XSized
Maingold
Mein Parteibuch

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12 Kommentare

  1. Michael schrieb am
    Bewertung:

    Selber schuld … Wer Fotos klaut, muss sich über die Folgen nicht wundern.

  2. Ulrich schrieb am
    Bewertung:

    6.000 mag viel sein – aber die unsitte, ungefragt fremder leute geistiges eigentum als seins zu nehmen, kann man gar nicht hoch genug abstrafen. denn eine frage hätte ja nix gekostet…

  3. Ben Walther schrieb am
    Bewertung:

    Stimmt schon, aber irgendwie scheinen das auch ganz „interessante“ Leute zu sein, bei der Liste von Leuten, die sie schon abgemahnt haben.

    Und wenn ich mir die Seite anschauen und feststellen muss, da bei Testprodukten (ich sag nur Wok) der Firmenname einmal richtig und dann wieder falsch geschrieben wird … :-/

  4. Bastian Greshake schrieb am
    Bewertung:

    Für mich gehts auch gar nicht um die Abmahnung selber, die ist wohl gerechtfertigt.

    Aber der Streitwert von 6000€ für dieses Foto in der Größe etc. ist absolut überzogen.

  5. apollon schrieb am
    Bewertung:

    Was meint ihr? Ob die vielen Fotos hier im Blog wohl alle urheberrechtlich total unbedenklich sind?

  6. Sven Kaulfuß schrieb am
    Bewertung:

    @ apollon: Nun bei vielen Fotos legen wir selber Hand an, sprich werden geknipst oder aber haben wir im eigenen Bilderpool, Google nutze ich, zumindest persönlich, nicht mehr. Bei Bildern von Produkten ist dies natürlich so eine Sache.

    Theoretisch hat der Hersteller hier natürlich meist ein Nutzungsrecht bzw. der Urheber (Fotograf) dieser Bilder hat diese an den Hersteller abgetreten. Wenn ein solcher Hersteller uns etwas Böses antun wollte, könnte er uns natürlich abmahnen. Allerdings ist dies ja meist kostenlose PR für ihn. Also, warum sollte er dies tun? Mit anderen Worten, wo kein Kläger da kein Richter. Deswegen sollte man natürlich immer vorsichtig mit unbekannten Bildquellen umgehen, Entscheidend ist aber auch der natürliche Menschenverstand.

    Bisher sind wir von Abmahnungen noch verschont worden, aber was nicht ist… ;-)

  7. apollon schrieb am
    Bewertung:

    Nur der Vollständigkeit halber: Ich war derjeniger, der für dieses Sch…-Brötchen abgemahnt wurde. Ich habe mein Blog geschlossen, weil ich bei ungefähr 3000 Artikeln einfach zu viel Angst habe, dass das noch mal passieren könnte. Ich mache was Neues. Dann aber wirklich nur mit eigenen Bildern. Bei den Texten war das übrigens auch im Fingerzeig nicht anders. Nun bin ich um 600 Euro ärmer und um einiges an Erfahrungen reicher.

  8. Ben Walther schrieb am
    Bewertung:

    Also ich kann dir auch nur mal [url=http://www.photocase.com]Photocase[/url] ans Herz legen.

  9. Markus Seifer schrieb am
    Bewertung:

    Von ECHTEN, also Offline 1.0 und Web 1.0 Medien erwartet man, daß die Betreiber wissen worüber sie schreiben und kritisiert sie auch so gerne. Selber verfasst man auf seinem Blog aber gerne Halbwahrheiten und sorgt durch Verlinkung und Trackbacks gerne für die Verblödung anderer. Der Streitwert bei einer Abmahnung ist nur vorläufig; der tatsächliche Streitwert wird erst (falls es zu einem Prozess kommt) später durch das Gericht festgelegt. Zu schreiben, daß für das Brötchenbild 6000 Euro gezahlt werden sollen, ist daher totaler Unsinn – die tatsächlichen Kosten belaufen sich „nur“ auf 600 Euro, was im Laufe eines Prozesses entstanden wäre, kann vorher noch gar nicht beurteilt werden. Überschriften wie „Ex-Blogger droht ein 6000 Euro Brötchen“ oder ähnliches sind pures Bildzeitungsniveau.

  10. Ben Walther schrieb am
    Bewertung:

    @Markus: Wüsste nicht, dass im Artikel steht: „Er soll 6000 Euro für ein Brötchenbild“ bezahlen. Es war ja nur gesagt, dass ihm das droht, d.h. dass er den Betrag unter Umständen bezahlen muss. Im obigen Artikel steht nur 1x „sollte“ drin. Es sollte doch jedem klar sein, dass für ein solches Bild keine 6000 Euro gezahlt werden. Wo wären denn da die Relationen.

  11. Horst Schulte schrieb am
    Bewertung:

    @Markus: Das ist ein Gesichtspunkt. Allerdings einer, der wohl den allerwenigsten Bloggern gefallen dürfte. Deine Meinung verträgt sich gut mit denen, die Blogs als „Klowände“ denunzieren. Im Übrigen habe ich nie behauptet oder auch nur angedeutet, dass ich 6000 Euro zahlen müsste. Soviel zu der Frage, wer hier Bildzeitungsniveau produziert!

  12. Marc Niemand schrieb am
    Bewertung:

    Irgendwie ist auf der Welt etwas nicht in Ordnung – es werden Menschen mit hohen Abmahnungskosten/Strafen belegt, die mal ein SCH****-Brötchenbild von irgend so einem Hirni verwendet haben – andere Menschen, die wirklichen Schaden (z.B. Körperverletzung bis hin zum Mord etc.) angerichtet haben, hingegen werden freigesprochen oder nur sehr gering bestraft – angeblich aus Mangel an Beweisen, oder Unzurechnungsfähigkeit, oder wegen Einfluss von Alkohol etc. – solange das geschieht, kann ich nur sagen DIE MENSCHHEIT AN SICH IST SUPERKRANK!!!

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