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Neuheitenflut für Fotografen



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Canon, Nikon & Co. erweitern Produktportfolio
Während auf der CES in Las Vegas wenige Neuheiten für Fotografen vorgestellt wurden, rollt dieser Tage eine wahre Flut über die Fotogemeinde herein. Stellte Olympus auf der CES alleine elf (!) neue Amateurmodelle vor, enttäuschte Canon mit der Kompaktkamera G1x. Viele hatten mit einem Nachfolger der Canon EOS 5D Mark II gerechnet. Fuji schockt mit dem Preis für seine X-Pro1. Die Fotolegende Nikon stellte zur CES die Nikon D4 vor und präsentierte nun vor einigen Tagen das „Pixelmonster“, die Vollformatkamera D800 mit 36,3 Megapixel, die in zwei Versionen in den Handel kommen wird. Auch die Fremdhersteller für Objektive und Zubehörspezialisten sind nicht untätig. Sigma und Tamron erweitern ihre Objektivpalette und mittels neuer Adapter von Novoflex bekommt man seine alten Objektive an die neue spiegellose Systemkamera. Doch der Reihe nach.
Hier eine kleine Zusammenfassung der letzten Wochen (ohne Gewähr auf Vollständigkeit).

Canon
Mit der G1x verfolgt Canon das Prinzip der erfolgreichen G-Serie, die professionelles Feeling ins Kompaktformat packt. 14,3 Megapixel-Sensor, optischer Bildstabilisator und DSLR-ähnliche Steuerungsmöglichkeiten im APS-C-ähnlichen Format sollen für eine gute Auflösung und überragende Farbwiedergabe sorgen. Die Kamera verfügt über ein optisches 4fach-Zoom und nimmt Fotos als 14-Bit-RAW und JPEG gleichzeitig auf. Kontrollieren kann man das Bild über ein dreh- und schwenkbares 3-Zoll-Display mit 920.000 Bildpunkten.

Die Canon G1x (Fotos: Canon)“

Ein Nachfolger für Canon EOS 5D Mark II bzw. EOS 7D soll nach neuesten Internet-Gerüchten schon in den Startlöchern stehen – allerdings kursieren solche Gerüchte schon gefühlt seit der Vorstellung der aktuellen Geräte. Ein mögliches Datum für die Neuvorstellungen soll der 2. März 2012 sein. Die Nachricht, dass Canon ein Patent auf eine spiegellose Kamera erhalten hat, erhärten die Vermutung, dass man selbst bald eine Systemkamera ins Rennen schicken will.

Statt einem Nachfolgern nahm sich Canon lieber den Objektiven an und präsentierte mit dem EF 24mm 1:2.8 IS USM, EF 28mm 1:2.8 IS USM und dem EF 24-70mm 1:2.8L II USM drei neue Modelle. Kurzerhand konstruierte man nicht nur die Objektive neu, sondern versah die beiden Festbrennweiten mit einem Stabilisator und einem lautlosen und schnellen Ultraschallantrieb. Das neue 24-70mm verfügt ebenfalls über den Ultraschallantrieb und wurde vollkommen neu auf die nötigen Anforderungen der Digitalsensoren berechnet. Einen optischen Bildstabilisator (IS) sucht man beim Standardobjektiv der Profis leider vergeblich. Augenreiben verursacht die UVP von 2.300 Euro. Die beiden Weitwinkelobjektive werden mit einer UVP von rund 800 Euro ins Rennen geschickt.

Fujifilm
Fujifilm stellte die erste spiegellose Systemkamera, die Fujifilm X-Pro1, sowie drei Objektive auf der CES vor. Die Besonderheit hierbei ist die Sensorgröße und das edle Retro-Design. Der 16,3 Megapixel APS-C-Sensor dürfte vielen aus den semi-professionellen Kameras bekannt sein. Der Preis stand bei der CES noch nicht fest, doch nun, einige Wochen später, macht sich die Ernüchterung breit. Fujifilm verlangt 1.600 Euro für den Body ohne Objektiv. Insgesamt werden drei Objektive für die Kamera verfügbar sein, allesamt Festbrennweiten 18 mm, 35 mm und 60 mm (27 mm, 53 mm bzw. 91 mm äquivalent zum Kleinbild-Format). Die Preise bewegen sich dabei zwischen 580 und 630 Euro. Selbst wenn die Kamera dem Versprechen standhält, Vollformat-Niveau zu erreichen, gibt es für den Preis bereits zahlreiche semi-professionelle Kamerasets zu einem deutlich günstigeren Preis. Eine interessante Kamera aus dem Hause Fujifilm ist die FinePix X10. Bei dieser Kamera muss man allerdings auf Wechselobjektive verzichten, jedoch ist ein Zoom-Objektiv mit 28-112 mm Brennweite und einer Lichtstärke von 2-2.8 sowie einem Blitz verbaut. Auch diese Kamera kommt im Retro-Design daher, zum Preis eines Wechselobjektivs der Fujifilm X-Pro1. Fotos in hoher Qualität verspricht die neue Fujifilm X-S1, eine Bridgekamera mit einem Kostenpunkt von knapp 700 Euro. Dafür bekommt man eine 12 Megapixel-Kamera mit 26-fach-Zoom und Full-HD-Video-Funktion.

Nikon
Nikon stellte die Nikon D4 vor, eine professionelle Vollformat-Spiegelreflexkamera mit 16,2 Megapixel-Sensor und einer Lichtempfindlichkeit von ISO 100 bis 12.800 (erweiterbar bis ISO 204.800). Der Verschlussmechanismus ist auf die hohe Auslöse-Rate von Profis und der Digitalfotografie auf 400.000 Fotos ausgelegt. Die D4 bietet zudem zwei Speicher-Steckplätzen für Highspeed-CompactFlash- sowie die neuen XQD-Karten. So viel Technik hat natürlich ihren Preis. Nikon legte die UVP bei 5.930 Euro fest.

Gefolgt wird die Neuvorstellung von der Nikon D800. 36,3 Megapixel, Vollformat-Sensor und eine, für Studiofotografen willkommene, Empfindlichkeit von ISO 50, bzw., von Avaible-Light-Fotografen gewünschte, ISO 25.600 sind die groben Facts. Die Kamera nimmt Videos sowohl in HD, als auch in Full-HD auf, die AF-Einstellungen lassen sich individuell anpassen (9, 21 oder 51 Messfelder) und 11 Messfelder stehen selbst bei Blende 8 zur Verfügung. Mit 2.899 Euro gehört diese Kamera auch nicht gerade zu den Schnäppchen, zumal man bedenken muss, dass bei dieser Datenflut ein Update der EBV-Peripherie anfällt. Die Spezialversion, die D800E, verzichtet auf die Tiefpassfilter-Funktion und soll somit ein Optimum an Detailzeichnung liefern. Allerdings steigt dabei auch die bauartbedingte Gefahr von Farbsäumen und Moiré-Muster, die sich allerdings laut Nikon durch die Nikon-Bildbearbeitungssoftware Capture NX2 problemlos reduzieren lassen sollen. Ein Freischaltcode für die Software liegt der 3300 Euro teureren D800E bei.

Produktneuheiten von Nikon (Fotos: Nikon)“

Mit dem AF-S Nikkor 85mm/1.8G führte Nikon ein Upgrade der beliebten Portrait-Brennweite vor. Das Objektiv verfügt über einen Ultraschallantrieb (Silent-Wave-Motor), besteht aus neun Linsen in neun Gruppen und wurde auf die speziellen Anforderungen der digitalen Spiegelreflex-Fotografie angepasst. Mit Leitzahl 54,4 lanciert Nikon das professionelle Blitzgerät SB-910. Das Blitzgerät deckt durch die mehrstufige Zoom-Automatik einen Bereich von 17-200 mm ab und hat eine extrem kurze Ladezeit von 2,3 Sekunden bei voller Blitzleistungsabgabe. Interessant ist auch die automatische Abschaltung bei drohender Überhitzung und die im Lieferumfang befindlichen Farbtemperaturfilter zur Anpassung an das Umgebungslicht. Korrekturen bei der Verwendung der Farbfilter nimmt das Gerät selbständig vor.

Neuheiten im Überblick (Fotos: Hersteller)“

Olympus
Olympus stellte eine ganze Armada im Bereich der Kompaktklasse vor. Ins Auge gefasst hat man bei Olympus in erster Linie die Amateure. Das günstigste Modell, die VG-150, nimmt Fotos mit 12 Megapixel auf, besitzt ein optisches Vierfachzoom, einen Bildstabilisator und ein 2,7 Zoll Display. Lediglich beim Filmen muss man Abstriche machen, denn Videos werden nur in VGA-Qualität aufgenommen. Beim Preis von rund 90 Euro ist dies jedoch zu verschmerzen. 3D-Modus, optisches 10fach-Zoom, 3-Zoll-Display und Filmen in 720p-HD bietet die rund 150 Euro teure VR 340. Für ein paar Euro mehr bietet die VR-360 ein 12,5fach Zoom und eine HDMI-Schnittstelle mit der sich die Videos direkt auf den Fernseher ausgeben lassen. Full-HD, 16 Megapixel und HDMI bietet das Modell SH-21, das für einen Preis von rund 250 Euro zu haben sein wird.

Einen neuen Versuch in Richtung Profis versucht Olympus mit der OM-D E-M5. Vielen Fotofreunden wird die OM-Reihe noch aus der analogen Fotografie bekannt sein. Die E-M5 ist spritzwassergeschützt und besitzt den selben Micro-Four-Tirds-Objektivanschluss wie die PEN-Kameras. Angesiedelt hat Olympus die E-M5 zwischen der PEN- und der E-Serie. Rund 40 Jahre nach der Olympus OM lässt man diese legendäre Kamera im Retro-Design wieder aufleben. Preislich soll die Kamera, die in schwarz und silber erhältlich sein wird, für 1.100 Euro über den Ladentisch gehen.

Sigma
Von einem Preisverfall will Sigma nicht sprechen, wenn es um die digitale Spiegelreflexkamera Sigma SD1 geht. Wurden im Dezember noch 7.500 Euro für die (nach Sigma-Rechnung) 46-Megapixel-Kamera fällig, so konnte die UVP auf angenehmere 2.000 Euro gesenkt werden. In diversen Foren wird allerdings von „Zugzwang“ gesprochen, nachdem Konkurrent Nikon die D800 präsentierte. Dazu gibt es eine Namensänderung – aus der SD1 wird die SD1-Merrill – aber ansonsten ändert sich nichts. Ein offizielles Statement von Sigma spricht von verbesserten und schlankeren Produktionsprozessen, die zur Senkung des Preises geführt haben. Bisherige SD1-Fotografen können sich über ein Bonussystem freuen (Pressemitteilung). Hat man die Kamera zum alten Preis gekauft, darf man sich über bis zu 4.000 Euro freuen. Natürlich gibt es diese nicht Bar auf die Hand oder als Cashback überwiesen. Vielmehr erhalten die Käufer Punkte, die wiederum gegen Sigma-Produkte eingetauscht werden können.

Sony
Mit einem 500mm/f4 G SSM macht sich Sony fit für Olympia 2012 in London. Handliche 3,5 Kilo bringt dieser lichtstarke Tele-Riese auf die Waage. Allerdings sollte man für den Objektiv-Kauf die große Brieftasche nicht vergessen, denn 13.000 Euro nimmt man nicht soeben aus der Portokasse. ;-)

Tamron, Sigma & Co.
Tamron dachte sich wohl: Was Canon nicht kann, machen wir und stellte ein 24-70mm/f 2.8 Di VC USD vor. Di bedeutet dabei, dass es für digitale Sensoren optimiert wurde, VC ist die Bildstabilisierung (Vibrations Control) und USD die Ultrasonic Silent Drive, also die ultraschallschnelle und leise Scharfstellung. Einen Preis gab Tamron nicht bekannt, doch geben die Kamera-Hersteller selber ein mögliches Preisfenster vor (Nikon-Pendant kostet 1.700 Euro, der von Canon 2.300 Euro). Das Tamron dürfte sich in dieser Region ansiedeln.

Nicht müde werdend, wird kontinuierlich die Objektiv-Palette von Sigma erweitert. Neben neuen Objektiven für das Micro-Four-Tird-System, werden auch bestehende Objektive mit neuen Features versehen. Die lichtstarken Tele-Macroobjektive 105mm/2.8 und 180mm/2.8 bekamen jeweils einen Stabilisator spendiert. Während ein neues Weitwinkelzoom von 12-24mm/f4.5-5.6 mit Ultraschallantrieb für Vollformat-Kameras interessant ist, dürfen sich APS-C-Fotografen über ein neues Universal-Zoom-Objektiv mit Stabilisierung und Ultraschallantrieb, dem 18-200mm 3.5-6.3 II CD OS HSM, freuen.

Novoflex stellte einen Adapter Made-in-Germany vor, der die alten Objektiv-Schätze fit für die neuen, spiegellosen Kameras macht. Die Adapter gibt es sowohl für die Nikon1 und Pentax Q, als auch für die Leica M. Die Preise bewegen sich hier zwischen 89 und 169 Euro. Ein Wermutstropfen hat dies jedoch – man muss alle Einstellungen (Schärfe und Blende) manuell vornehmen.

Leistungssteigerungen versprechen auch die Hersteller von Speicherkarten. Die Devise der Hersteller lautet dabei weiterhin: Größer, schneller, besser. Von Lexar lieferbar sind CompactFlash-Karten mit der UDMA-7-Technologie und einer durchgängigen Lese-Übertragungsrate von 150 MB/s. In wenigen Tagen soll die 128-GB-Karte lieferbar sein. Die weltweit schnellste SDXC-Karte mit 128 GB stellte SanDisk auf der CES vor. Die Schreib-/Lesegeschwindigkeit liegt hierbei bei 45 MB/s. Laut SanDisk eignet sich die Karte für Anwender, die 3D-Videos in Full-HD-Qualität sowie hochauflösende Fotos aufnehmen wollen. In ganz anderen Dimensionen stößt der neue XQD-Standard vor. Hier sollen in den kommenden Jahren Datenströme von 5 GB/s angestrebt werden. XQD basiert auf der PCI-Express-Datenbus-Schnittstelle und verspricht aktuell einen Datenstrom von 2,5 GB/s. Die Mindest-Schreibgeschwindigkeit soll hierbei bei 125 MB/s liegen. Interessant dürfte dies vor allem für Foto- und Videoprofis sein. Nikon stattet die D4 sowie die D800 mit dem neuen Standard bereits aus.

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