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Neue Funktionen in Google Maps



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Offline-Karten, 3D-Ansichten und schwere Rucksäcke
Kurz vor der WWDC präsentierte Google in San Francisco eine neue Version von Google Maps. Auf der Pressekonferenz am 06.Juni 2012 unter dem Namen The next dimension of Google Maps stellte Google hauptsächlich drei neue Funktionen vor: Offline-Karten für Android, 3D-Ansichten in Google Earth und die Aufnahme von Wanderwegen und schlecht erreichbaren Wegen in Google Street View. Gelingt es Google damit, sich auch zukünftig auf diesem Gebiet gegen Apple zu behaupten?
Google Maps ist ein bei iOS- und Android-Nutzern gleichermaßen beliebtes Navigations-Tool. Jedoch wird Apple Google Maps wahrscheinlich nicht mehr nutzen, sondern am Montag auf der WWDC eine eigene Kartensoftware vorstellen. Der Ort und der Zeitpunkt, an dem Google die neuen Funktionen ankündigte, war deshalb sicher nicht zufällig gewählt. Seit der Einführung von Android als Betriebssystem stimmt die Chemie zwischen Apple und Google nicht mehr. Beide überziehen sich seit Jahren mit zahlreichen Patentklagen. Seit Apple die schwedische Städtekartenanbieter-Firma 3C und die Kartensoftwareentwicklerfirma Placebase gekauft hat, verdichten sich die Gerüchte um eine eigene Apple-Kartenanwendung unter iOS 6.


Google Pressekonferenz

Was ist nun neu an Google Maps?

Offline-Karten für Android
Zukünftig könnt ihr Karten aus über 100 Ländern auf euer Smartphone laden und offline nutzen. Am Anfang ist der Umkreis auf 16 Kilometer begrenzt, später sind landesweite Karten geplant. Ihr wählt einfach den Bereich aus, welchen ihr für den nächsten Urlaub oder die nächste Wanderung benötigt und speichert die Karten auf dem Smartphone ab. So braucht ihr dann zum Navigieren keine Internet-Verbindung mehr. Das spart im Ausland teure Rooming-Gebühren und hilft vor allem in Gegenden, in denen keine schnelle Internet-Verbindung zur Verfügung steht. Die Offline-Karten arbeiten mit dem GPS-Modul eures Smartphones zusammen. Gleichzeitig wird der Kartei-Verbesserungsdienst Map Maker eingeführt. Damit könnt ihr Korrekturen an den Karten, wie z.B. neue Häuser oder Straßen, melden. Die Funktion ist eigentlich nicht wirklich neu, denn in den Google Labs gab es schon die Möglichkeit, Karten im Offline-Cache zu speichern. Eine Karte kann übrigens bis zu 50 MB gross sein. Laut Google sollen zukünftig alle Smartphones ab Android-Version 2.2 (Froyo) diese Funktion nutzen können. Die Offline-Karten werden laut Rita Chen, der Produktmanagerin von Google Maps, „bald“ verfügbar sein. Ob diese Funktion, wie derzeit noch von Google geplant, auch für iOS zur Verfügung gestellt wird, werden wir sicher erst nach der WWDC am Montag Abend erfahren.

Offline Karten für Android

3D-Ansichten in Google Earth
Um realistische 3D-Ansichten in Google Earth anzeigen zu können, setzt Google Flugzeuge mit Spezialkameras ein. Diese Kameras messen, neben dem eigentlichen Fotografieren, auch die Höhenunterschiede. Am Computer werden dann aus den Fotos und den ermittelten Höhenangaben die 3D-Bilder errechnet. Die 3D-Ansichten werden in der Webansicht sowie für Android und iOS verfügbar sein. Peter Birch, der Entwicklungschef von Google Earth, sagt dazu: „Wir versuchen, die Illusion zu erzeugen, dass Sie über die Stadt fliegen“. Die 3D-Ansichten sollen bis Ende des Jahres verfügbar sein. Zuerst werden viele Orte der USA sowie einige europäische Orte zu sehen sein. Ob zum Start auch deutsche Orte darunter sein werden, ist derzeit noch nicht bekannt.


3D-Bilder in Google Earth

Mit dem Rucksack durch die Pampa
In Google Street View konntet ihr bisher Straßenansichten sehen, die mit dem Auto oder per Fahrrad erreichbar waren. Enge Gassen und Wanderwege, die nur zu Fuß bewältigt werden konnten, waren nicht zu sehen. Um das zu ändern, schickt Google nun seine Mitarbeiter mit recht ungewöhnlichen Rucksäcken, den Street View Trekkern, los. Diese sind rund 18 Kilogramm schwer und mit einer Rundum-Kamera ausgerüstet. Damit gerüstet, fotografieren die Mitarbeiter nun die bisher unzugänglichen Gegenden wie z.B. den Grand Canyon. Softwäremäßig sind die Rucksäcke mit Android ausgerüstet und der Akku soll eine Tag lang halten. Im Rucksack werden die bis zu 15 MB großen Bilder lokal auf einer Festplatte gespeichert. Die Software zum Entwickeln der Bilder ist laut Google „in ständiger Weiterentwicklung“. Einen Termin zur Veröffentlichung der Bilder wurde noch nicht bekanntgegeben.

Google-Pressekonferenz
mit dem Street-Trekker im Schnee
oder in der Wildnis
die Kamera
die Kamera
3D-Bilder“

In Zeiten, in denen der Trend eher zu Online- oder Cloud-Lösungen geht, bietet Google einen Offline-Service an. Für diejenigen, die viel im Ausland oder in Gegenden ohne gute Internetverbindung unterwegs sind, sicherlich eine gute Lösung. Ob Google mit den neuen Google-Maps-Funktionen neben Apple bestehen kann, wird sich nach der WWDC zeigen. Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft und wir Nutzer können davon ja eigentlich nur profitieren. Auf unserem Liveticker zur WWDC könnt ihr Highlights der Apple-Keynote verfolgen.

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