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Mobile Business: Marktausblick 2011



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Die Entscheider haben das Wort
Nachdem CeBIT, die CES und der Mobile World Congress gelaufen sind, ist in punkto Neuigkeiten im IT-Sektor gerade „saure Gurken-Zeit“. Eine Gelegenheit also, sich auch mal eindringlicher mit einzelnen Themen zu befassen, für die man sich sonst womöglich nicht so die Zeit nimmt. Hierzu gehört für mich ein Gesamtausblick auf das kommende Notebook-Jahr, zu dem sich nun auch die CIOs von Toshiba, Samsung, Fujitsu und einigen anderen geäußert haben. Interessant fand ich vor allem die Aussichten für Tablets im Business-Bereich, zu denen ich ja bereits vor einiger Zeit eine eigene Einschätzung abgegeben hatte.
Darüber hinaus haben die Kollegen vom TecChannel mit den IT-Entscheidern noch über Themen wie Netzsicherheit, zukunftsfähige Peripherieanschlüsse (USB3, eSata, etc.), die Entwicklungen im Bereich der Business-Notebooks und eben die Einbindung von Tablets in den Businessbereich gesprochen. Herausgekommen sind dabei teils recht unterschiedliche Einschätzungen, was sicher auch an den leicht unterschiedlichen Zielgruppen der einzelnen Hersteller liegt: HP ist nun mal eher für Business-Hardware bekannt als bspw. Acer.

Dennoch ist bzgl. des Tablet-Themas bei allen „Chief IT-Officers“ eine gewisse Zurückhaltung zu bemerken, wenn es um die Marktchancen dieser Tastaturlosen Flachrechner geht. Phillip Eichhorn von Acer geht beispielsweise lediglich von „weiterem Wachstum bei den kleinen Diagonalen“ aus, womit natürlich auch Netbooks gemeint sein könnten. Ähnlicher Meinung ist auch Dells Michael Müller, der wohl einen der richtigsten Sätze zu dem Thema geäußert hat: „Ob und inwieweit sich Slate-Produkte auch im Geschäftsumfeld etablieren, bleibt sicher eine der spannendsten Unbekannten.“ Auch Sebastian Fernando Eiden von Samsung – obwohl einer der ersten Nachzügler mit dem Galaxy-Tab – stuft die Tablet-PCs nur „für bestimmte vertikale Märkte“ als relevant ein, was so ähnlich auch von den CIOs von Lenovo und HP geäußert wird. Lediglich die Herren von Toshiba und Fujitsu schätzen das etwas anders ein: Bei Toshiba will man die guten Erfahrungen mit den Convertibles, also den Tablets mit Tastatur und Klappbildschirm, ausbauen und die erfolgreiche Protege-Reihe fortführen, einzig Michal Melzig von Fujitsu sieht seine Firma im Tablet-Bereich bereits gut aufgestellt und kündigt weitere Produkte für diesen boomenden Markt an, ohne jedoch den großen Bereich der 15-Zöller außer Acht zu lassen. Dennoch ist sein Bekenntnis zu diesem Formfaktor schon eindeutiger.

Im Prinzip will sich aber wohl niemand die Zielgruppe dadurch vergraulen, dass er dem Tablet-Markt die Relevanz völlig abspricht, aber eindeutige Bekenntnisse lesen sich natürlich anders. Gerade für den Business-Bereich sehen die CIOs lediglich begrenzte Einsatzmöglichkeiten und daher auch keine exorbitante Nachfragesteigerung. Allgemein wird zwar mehr Mobilität gefordert und von den Herstellern auch in ihre Konzepte übernommen, für Business-User seien in dieser Hinsicht aber wohl eher Netbooks sinnvoll, wie z.B. Herr Eiden von Samsung meint. Ebenfalls Recht hat er meiner Meinung nach mit der Aussage, dass man Tablet-PCs eher dafür braucht „Inhalte darzustellen und zu betrachten oder im Internet zu surfen“. Ich würd das noch ein wenig grobpixeliger ausdrücken, wenn ich darf: Die Tablets machen aus dem Prosumenten wieder einen Konsumenten – entwicklungstechnisch ein Rückschritt.

Dennoch sieht man auch für den Businessbereich – wieder hauptsächlich bei Fujitsu – gute Chancen der Systeme, da sie „Barrieren im persönlichen Gespräch verschwinden (lassen), weil kein Display zwischen den beiden Gesprächspartnern die Konversation stört, und der Austausch von Bildinformationen sowie das Dokumentieren von Wünschen oder Änderungen (gehen) smarter vonstatten.“ Michael Müller von Dell dagegen sieht als Voraussetzung für einen Erfolg des neuen Formfaktors „eine gute Verwaltbarkeit und Sicherheit von Slates/Tablets mit dem notwendigen Maß an Alltagstauglichkeit zu vereinen“, was doch ziemlich nebulös klingt.

Ob man nun meiner kritischen Sichtweise folgt oder dem Thema zuversichtlicher gegenüber steht, möge jedem ungenommen sein. Der immerhin 13-seitige Artikel auf TecChannel mit den ganzen Interviewaussagen ist aber allemal sehr interessant und lesenswert; vielleicht gewinnt der ein oder andere dadurch ja sogar eine neue Meinung. Wer am Ende Recht bekommt wird sich eh mit der Zeit erst zeigen.

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3 Kommentare

  1. Joerg Pittermann schrieb am
    Bewertung:

    wenn man keine Tablets liefern kann, redet man auch nicht davon. Und jetzt in diesen Tagen wird sich die Spreu vom Weizen trennen. Und es wird diese Jahr denselben Fewinner geben wie letztes Jahr.

  2. Jeff schrieb am
    Bewertung:

    Eines der Hauptprobleme von Business Tablets oder Convertibles ist doch das Betriebssystem. Ein Business Anwender braucht Windows. Windows 7 hat zwar einiges zugelegt im Sachen Tablet oder Touchscreen Funktionen aber wenn man ehrlich ist, ist es doch immer noch lausig. Es wird zur Herausforderung ein Fenster mit einem Antippen zu schliessen etc. Also ist man doch nur schon da eingeschränkt in den Produkten für das Business.

    Und das Aufbauen einer zusätzlich Software als Interface über dem Windows ist halt auch eher eine Notlösung. Man hat das immer schön gesehen bei HTC bei den Smartphones, wenn Sie wieder einmal versucht haben über das Windows hinweg ein schönes Interface zu bauen. Das Resultat kennen wir alle: Irgendwie ist alles etwas zu langsam und sobald man einen Schritt in die “falsche Richtung” macht, ist man wieder im normalen Windows, welches nicht genügend optimiert ist.

  3. Michael schrieb am
    Bewertung:

    Als Business Anwender brauche ich kein Windows auf einem Tablet. Kompatibilität mit Windows-Anwendungen, d.h. die Möglichkeit zum Datenaustausch zwischen mobilem und stationärem Gerät reicht für die meisten Anwendungsgebiete völlig aus.

    Kritischer sind Themen wie die Einbindung in eine unternehmensweite IT-Architektur, also das ganze “Mobile Device Management”, und der Preis.

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