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Live vom chanceweb2.0 Kongress aus Köln 5. Update!



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Wieviel steckt im neuen Web? Wo geht’s hin?

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Diese und weitere Fragen sollen auf dem am heutigen Montag in Köln stattfindenden Kongress „chanceweb2.0“ von führenden Unternehmen der Branchen und Insidern geklärt werden.
Wir sind gespannt. Ebay, SAP, Adobe, openBC und viele andere sind dabei und cyberbloc-Leser sowieso, hier im Blog – nahezu live!

Vor Ort Denis Bartelt von tyclipso.net
13:00 Uhr Köln
Hallo Blogfreunde,

hier nun der erste Stimmungsbericht aus Köln. Leider ist Live-Bloggen nicht durchgängig möglich, mit der Internetverbindung klappt es nicht ganz so wie gewollt. Ein typisches Web1.0 Problem würde ich sagen.
Doch nun zum Kongress:

Der Einstieg gelingt prompt – myspace.com wurde vor einigen Tagen von der US Amerikanischen Newscorporation für satte 600 Millionen Doller gekauft. Bekanntermaßen steht myspace.com für die bisher weltgrößte Online-Community, welche vor allem durch private Nutzer Unmengen an Informationen, Meinungen, Fotos und Videos, sprich jeglichen Inhalt online speichert und damit auch zu einem riesigen Pool neuer Kunden, mit neuen Ideen und vielen Diskussionsthemen macht. myspace.com gilt schon heute als einer der Vertreter des viel beschworenen Web2.0.

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Die Stimmung auf dem Kongress ist durchweg gut, es heißt man kann mit Web2.0 Geld verdienen. Web2.0 ist die logische Weiterentwicklung von Technologie und Nutzerverhalten und kann zu einer Goldgrube werden, wenn es um das Erhöhen von Reichweiten geht, zum Beispiel, aber nicht nur, in Marktnischen!

Web2.0 verstehe ich als Qualifizierung von Webdiensten, bei denen vor allem die Nutzer selbst zum hohen Niveau einer Anwendung beitragen. Die erforderliche Technologie ist in meinen Augen hübsches Beiwerk und teilweise nur notwendiges „Übel“, aber sie verschafft uns die neuen Möglichkeiten und als Software-Entwickler profitieren wir von tyclipso.net eben genau von diesen Fortschritten. Ob sich meine Position ändern wird im Verlaufe des Kongresses bleibt abzuwarten.

Folgend möchte ich Euch O-Töne und Ansätze liefern, die einigen schon bekannt sein werden, für andere aber sehr gut eine Skizze um das „TAG“ Web2.0 abgeben können. Eine klare Eingrenzung dieses Begriffes wird es auch auf diesem Kongress nicht geben, wie schon die ersten 4 Referate zeigten.

Im Laufe des Kongresses werde ich die Texte weiter ergänzen. Auf Links und zus. Details müsst Ihr also noch etwas warten, ebenso mögliche Korrekturen.

Prof. Dr. Ansgar Zerfaß von der Universität Leipzig erlaubt zu Beginn den Überblick über die mit dem Begriff Web2.0 verbundenen Themen und Ansätze.
„smarte Technologien“ bilden das Universum von Web2.0. Eine neue Stufe der Online-Kommunikation wird durch neue Eigenschaften möglich, wie die Verschmelzung von online und offline durch die höheren Bandbreiten, vollautomatische Softwareupdates und der Integration von Suchmaschinen bis in das Betriebssystem hinein.

Online Kommunikation wird dadurch wesentlich einfacher und integriert Otto-Normal-Nutzer nahezu direkt im Netz. Dazu kommen neue Technologien wie AJAX, RSS usw. und die daraus resultierenden Anwendungen, wie Weblogs, Wikis, Communities usw., die weiter motivierend wirken und laut Zerfaß von Web2.0 Unternehmen in der Hauptsache als Mittel zur Erhöhung von Reichweite im ökonomischen Sinne angesehen werden.

(hier wird noch ergänzt!)

Christian Clawien von der contstruktiv GmbH über Social Bookmarking und dessen Potenzial für Firmen und Privatanwender.
Social Bookmarks? Es geht darum die eigenen Favoriten (Webseiten) auf einem Webportal zu speichern und diese dann mit anderen (Kunden, Freunden, Team) zu teilen. Im Ergebnis entsteht eine riesige Datenbank (beim Betreiber), welche durch das Vergebenen von Bezeichnern (sog. Tags) permanent durch die Nutzer mit beschreibenden Informationen zu im Netz existierenden Links gefüttert werden. Neben der Onlineablage von eigenen Favorit-Links, ermöglicht Social Bookmarking über Portale wie Mister Wong vereinfachte Zuammenarbeit in Teams (Wissenmanagement) und vor allem ein besseres Suchergebnis in der Suchmaschine des Betreibers. Diese Ergebnisse können wiederum von Suchmaschinen wie google.de indiziert werden und sorgen so für besseres Aufgefundenwerden im Web.

Neu bei Mister Wong ist die Möglichkeit E-Mails an andere Bookmarker zu schicken. Praktisch ist dies, wenn man mit Nutzern in Verbindung treten möchte, die sich für gleiche Themen interessieren, z.B. bei der wissenschaftlicher Arbeit oder der Bildung von kleinen Communities. Clawien sieht Social Bookmarking-Portale als Alternative zum aktuellen Suchmaschinenvorkommen und deren Funktionsweise.

Ich selbst muss zugeben, zwar bei de.licio.us zu Bookmarken, jedoch nutze ich deren Suchfunktionen bisher überhaupt nicht, vielleicht weil die Plattform für den englischsprachigen Markt geschaffen wurde und die Interessen des deutschen Marktes (im Gegensatz zu Mister Wong) nicht abdeckt. Ich denke genau in dieser Situation befindet sich die Entwicklung im Moment. Der Schritt, ein adäquates Suchmedium abzubilden, wird jetzt beschritten, ist jedoch keines Weges im allgemeinen Gebrauch. Social Bookmarking gilt jedoch als eine wichtige Säule im Web2.0 Gedanken und verbindet Technik und Nutzerverhalten auf kleinem Raum (technologisch gesehen) sehr effektiv.

Im Gespräch kehrt Clawien heraus, dass vor allem auch Zeitersparnis beim Auffinden von Inhalten gegenüber der Suche in klassischen Suchmaschinen ein Argument für Social Bookmarking ist. Mister Wong wird nicht kommerziell vermarktet und das soll wohl auch so bleiben.

15:00 Uhr

Aleksander Hopstein (Adobe Systems GmbH) stellt klar, dass der Begriff Web2.0 trotz des hohen Interesses nicht ausreichend geklärt ist. Im Moment lässt er sich hauptsächlich an seinen technischen Merkmalen darstellen. Neue Funktionen erlauben eine effektivere Nutzung des Webs.

Die soziale Komponente, welche nun aufgrund möglicher Technologien einfließen kann, macht das Web2.0 attraktiv und erlaubt laut Hopstein auch ein gewisses Maß an Euphorie, vom Hype spricht er nicht. Letztlich kann die Qualität von Webinhalten, Webanwendungen durch die Einflussnahme von vielen Nutzern gesteigert werden, und ist somit attraktiver und kann besser verkaufbar sein. Ein guter Grund an Web2.0 zu glauben. Hopstein bezieht in seine Betrachtung allerdings auch Desktopanwendungen mit ein, die über das Internet interagieren und Daten austauschen, wie dies so genannte Widgets tun. Wir erinnern uns, Cyberport hatte eines für das Cybergoal-Tippspiel, welches das Tippen vereinfachte und Spielergebnisse des Vortages anzeigte.
Adobe arbeitet seinerseits in diesem Bereich an Lösungen im Flash-Umfeld, also können wir hier in nächster Zeit noch weitere Web2.0 Features erwarten. Hoffentlich geht es über die Qualitäten von Widgets (Apple Dashboard, Yahoo Widgets, Google Desktop, Opera) hinaus, denn hier hat der Markt schon wieder viel zu viele Inkompatibilitäten geschaffen.

Sarik Weber (Powernetzwerker und Mitgesellschafter bei openBC) stellt fest, dass im Netzwerken der Schlüssel zum Erfolg liegt. Die erste Aufgabe liegt seiner Meinung nach im schaffen einer virtuellen Reputation, die immer wieder auf die Realität abgeglichen werden muss.
Weber kommt zu der schönen „These“: wer es schafft 500 echte Kontakte in seinem Netzwerk zu vereinen, kann dies mit 100 multiplizieren und kommt so auf sein „mögliches/erreichbares“ Gehalt. Hintergrund ist, dass normale Nutzer es schaffen 150 Kontakte zu organisieren. Besonders erfolgreiche Menschen sind mit 500 Kontakten dabei.

Bei diesen Personen sieht Sarik Weber die Notwendigkeit einer Businessplattform wie openBC, die Kontakte organisieren, auswerten und durchsuchen kann. Kommunikation über eine solche Plattform schafft neue Geschäfte und bleibt bestehen, egal in welcher Situation der Netzwerker sich befindet. Genau hier liegt laut Weber der Wert des Netzwerkens. Je größer und qualitativ hochwertiger das eigene Netzwerk ist, umso sicherer kann man im Geschäft bestehen. Kommunikation über Plattformen wie openBC ist ein bereits gefestigter Bestandteil des neuen Webs und lebt einzig durch seine einfache Technologie und den Kommunikationswillen der einzelnen Nutzer.

By the way: Weber gründete soeben eine neue Firma, welche sich mit Mobil-Applications beschäftigt. Er ist überzeugt, dass seine Applikation in Zukunft jedem helfen wird. Wir dürfen also gespannt sein, was da kommt. Auf die mobile Killerapplikation warten wir ja alle noch, vielleicht hat er sie im Gepäck. BEOBACHTEN! Leider wollte er noch nicht genauer darauf eingehen.

Auf die Frage eines Teilnehmers, wie man z.B. mit möglichen Rechtsverletzungen und Missbrauch aufgrund neuer Möglichkeiten und Technologien umgehen wird und will, gab es leider keine Antwort. Hintergrund der Frage ist, dass aufgrund der hohen, schwer kontrollierbaren Streuung von Informationen und Inhalten, Grauzonen entstehen in denen Nutzer ganz unbedarft z.B. Copyrights verletzten, und dies quasi als Kavaliersdelikt angesehen wird.

Schade, denn genau dieses Thema wird sicher in nächster Zeit auffälliger werden. Ich denke schon jetzt an neue Abmahnwellen und erschrockene Nutzer (bzw. Rechtverletzer).

Ein anderer Teilnehmer spricht das „Netzwerken“ an, welches von ihm, meiner Ansicht nach, richtig beobachtet, in den meisten Fällen nur von Privatpersonen ausgeht und längst nicht in die Unternehmenskommunikation eingebunden ist. Eingebunden in der Form, dass Unternehmen tatsächlich in aller Gänze miteinander „Netzwerkeln“, und so auch Teams zusammenfinden und Synergien neue Produkte schaffen.

Hier sehe ich tatsächlich noch großen Bedarf! Ich kenne das aus meiner eigenen Kommunikation. Ich kommuniziere bisher immer nur mit Einzelpersonen, nie mit einem Team und auch mein Team ist noch nicht in meine Kommunikation eingebunden. Hier wird sicher noch einiges passieren, von openBC kann man diesbezüglich noch etwas erwarten, davon geht auch Sarik Weber aus.

Martin Oetting erklärt warum Web2.0 der Nährboden von wirksamer Mundpropaganda ist und Marken diese Möglichkeiten effektiv nutzen sollten.
So genanntes virales Marketing fördert die Mundpropaganda. Mundpropaganda in Blogs wirken ebenso, wie die im Offline-Leben, wie Empfehlungen und haben daher einen besonders hohen Stellenwert. Oetting führt die Leipziger Firma Spreadshirt als Beispiel für virale Werbung an. Deren Kunden tragen nämlich völlig ungefragt die Marke nach außen, nicht zuletzt weil sie in einem eigenen Shop Geld verdienen können. Die Produkte von Spreadshirt sind also zum einen das bedruckte T-Shirt und zum anderen der Shop, der die Spreadshirt-Kunden dazu ermutigt, anderen von den eigenen T-Shirt-Kreationen zu erzählen – virale Werbung perfekt.

Microsoft kommuniziert frühzeitig downloadbare Beta-Version, auch das spricht sich rum. Und gerade bei Microsoft ist es mir persönlich ganz besonders aufgefallen, man hat seine Kommunikation im letzten Jahr ganz gravierend umgestellt. Microsoft setzt inzwischen die Information vor der Information gezielt ein, um Interesse und Diskussion zu erzeugen. Blogs sind hierfür eine hervorragende Quelle. Im Web der Generation 2 blüht Mundpropaganda an jeder Ecke, denn durch die Blogs und Communities ist es jedem leicht möglich, seine Meinung kund zu tun.

Diese Chance kann fast jedes Unternehmen für sich nutzen, auf die eine oder andere Art und Weise. Hier sind Agenturen mit Ideen gefragt, die Unternehmen gezielt bei der viralen Vermarktung zu unterstützen.

Oetting meint: Web2.0 ist sinnlos ohne Mundpropaganda. Marketing im Web2.0 hat deshalb ohne virale Ansätze wenig Sinn.

Klaus Eck räumt gleich erstmal mit Vorurteilen über Blogger auf: Blogger sind keine Selbstdarsteller oder radikale Skandalveröffentlicher. Immerhin gibt es 200 Millionen Blogger weltweit. In Deutschland lesen laut „Digital Life Report 2006“ 6,6 Millionen Nutzer Blogs. Der Cyberbloc hat sich in kurzer Zeit zum erfolgreichen Corporate Blog gemausert (Sven könnte hier ein paar Zahlen einfügen?? Oder in den Kommentare, Danke!)

Laut Eck passen Blogs am besten zu Unternehmen, die offene Kommunikation pflegen und für Transparenz in den Unternehmensprozessen stehen. Dennoch klafft zwischen PR-Abteilungen und dem Thema Weblog eine schwierige Situation. Laut Eck ist Unwissenheit und Naivität in den PR-Abteilungen sehr verbreitet und führt dazu, dass das Blog für Corporate Kommunikation im Unternehmen noch zu wenig oder nicht effektiv eingesetzt wird.

Letztlich danken die Kunden mit Kommentaren und google mit Ranking, dass sollten Gründe genug sein. Dennoch machen Blogs meiner Ansicht nach nicht in jedem Unternehmen Sinn. Ein Blog erfordert eine bestimmte Sprachform, eine Natürlichkeit, die sich stark von werblichen Texten unterscheiden, diese Sprachweise scheint mir nicht in jedem Unternehmen passend, bzw. sinnvoll.

Nun könnte die Frage aufkommen, ob die PR-Abteilung Pressemitteilungen nun auch an Blogger rausschicken sollten. Eck sagt dazu: nein! Blogger recherchieren die Themen selbst und sind so viel effektiver. Unternehmen sollten dagegen selbst relevante Blogs beobachten (monitoring) und Zugang zu eigenen Informationen schaffen, im eignen Blog, auf der Website. Social Bookmarking für Journalisten wird hier noch genannt. Letztlich können dadurch klassische Pressemitteilungen auf anderen Wegen verteilt werden und perspektivisch der klassische Weg sogar ersetzt werden.

Fazit von Eck ist, das Unternehmen die ihre Kunden ernst nehmen, mit Vertrauen belohnt werden. Bloggen und Kommunizieren über Blogs fördert die Unternehmenskommunikation, machen Kunden mündig und erlauben den Informationsaustausch.

Marco Ripanti stellt mit iKarma.de sein Bewertungsportal vor. Ziel ist es Empfehlungen zu Personen und deren Eigenschaften in einem Profil zu sammeln, mit der Folge, dass diese Referenzen z.B. bei der nächsten Bewerbung von der Personalabteilung berücksichtigt werden kann. iKarma soll z.B. auch ebay Bewertungen oder die Flickr-Bildprofil mit einbinden, damit vom Bewerteten ein möglichst scharfes, reales Bild entsteht.

Ganze Firmen haben auf diese Weise die Möglichkeit, ein Abbild von sich zu erzeugen, womit Geschäftspartner schon frühzeitig einen Eindruck über Kompetenz, Effektivität und Arbeitsweise des Teams erhalten können.

Das erinnert mich an die Arbeitsweise der Creditreform, welche letztlich Unternehmen aus rein wirtschaftlicher Sicht durchleuchtet. Auf diese Weise sind jedoch auch nur in geringer Form Aussagen über Verhaltensweisen möglich. iKarma.de will hier mehr erreichen und stiftet damit die Diskussion über den „Gläsernen Menschen“ wieder an.

In der nun folgenden Podiumsdiskussion hallte vor allem Skepsis zu diesem Geschäftsmodel, was jedoch nicht heißt, dass die Anwesenden die Dienste nicht selbst für Recherchen nutzen würden, behaupte ich jetzt mal, was dem Geschäftsmodel wiederum recht geben würde.

Die Frage, warum sie viele Unternehmen Angst vor Blogs haben, stellte sich in der Folge. Unternehmen haben Angst vorm Kunden, wirft Oetting ein. Alte Paradigmen in Marketingabteilungen haben immer noch Bestand. Marketingabteilungen senden, empfangen aber nicht – Web2.0 liefert nach dem Senden sofort Reaktionen vom Kunden. Damit können viele Marketingabteilungen nicht umgehen. Diese neue Kommunikationsweise in den Fokus zu rücken, erlaubt Unternehmen effektive Kommunikation und Feedbackvarianten einzubauen. Oetting vergleicht es mit dem Fischmarkt, wo der Händler auf den Kunden direkt eingeht. Dieses Potenzial dazu liefern Web2.0 Anwendungen.

Wie schützt man sich vor negativen Bewertungen oder Kommentaren in Blogs oder z.B. iKarma.de? Kommunikation soll hier helfen, bei iKarma kann man auch Anrufen und zwischen den Parteien vermitteln lassen. Geheimrezepte gibt es hier noch nicht.

Wolfgang Huber von ebay stellt dar, wie sich ebay im „Web2.0 Zeitalter“ bewegt und geht auf ebay Podcasts und die kommenden Vodcasts ein.

Hinzufügen möchte ich zuvor, dass ich der Meinung bin, dass ebay schon seit Jahren Web2.0 betreibt (ähnlich Amazon.com). Ich würde sogar behaupten, dass ebay als erstes Unternehmen Web2.0 kommerziell genutzt hat, zu einer Zeit, wo andere noch am Web1.0 geschraubt haben.

Ebay setzt seit einem Jahr auf Podcasts bei der Unternehmenskommunikation und verbucht erste Erfolge und Beachtung, kann aber noch keine feste Zuhörerschaft etablieren, was sich Huber damit erklärt, dass Podcasts zwar hohes Interesse auf sich ziehen, aber noch nicht Mainstream ist, dass die Nutzer noch viel ausprobieren und keine gefestigten Verhaltensweisen an den Tag legen.

Ebay redet in den Casts über Funktionen, Rechtsthemen, neue Features und anderes, also alles was den Kunden hilft und interessiert. Im Oktober werden Video-Podcasts (Vodcasts) gelaunched und sollen Marktplatz-Themen visualisieren. Denkbar ist die Implementierung solcher Funktionen auch im Bereich Produktangebote z.B. für Immobilien, auch ein ebay 24h Internet-Fernsehen ist denkbar.

Von 20 Millionen deutschen Nutzern konnten in den bisherigen Shows jeweils um die 20.000 Nutzer erreicht werden, vergleichsweise wenig. Hieran sieht man, dass gerade das Podcasting gelegentlich überbewertet wird und dadurch ein ganz anderer Eindruck von dessen Leistungsfähigkeit vermittelt wird. Ich persönlich sehe in Video-Podcasts allerdings perspektivisch sehr gut Chancen gerade in den Unternehmenskommunikation. Hier werden meiner Meinung nach noch ca. 2 Jahre ins Land gehen, bis dies vom Großteil der Unternehmen erkannt wurde.

Andrea Schulz von artundweise GmbH weist auf das große Problem des sich im Web verlierens hin. Man kann Kunden durch viel Aufwand auf seine Seite locken und dann durch einen parallel in Google liegenden Link verlieren. Das Überangebot und der schnelle Klick verlocken zum Surfen, Firmen brauchen Konzepte die das Interesse dauerhaft auf sich zu lenken.

Frau Schulz unterstreicht noch einmal, dass, wenn beim Web2.0 Dialog und Partizipation in der Kommunikation großgeschrieben wird, erfolgreiche Online-Vermarktung möglich ist.

Prof. Dr. Wolfgang Stock (RCC Public Affairs GmbH) Mitschöpfer der Kanzlerinnen Video-Podcasts spricht über den Erfolg des Projektes und weist auf die geringen Kosten bei der Produktion und den dafür generell möglichen hohen Effekt beim Rezipienten hin. Offenbar wird allerdings, dass Interaktion mit Video-Podcasts noch nicht richtig möglich ist. Laut Stock steckt die Technik hier noch in den Kinderschuhen, womit er allerdings nicht ganz recht hat, denn bei youtube.com kann man zum Beispiel schon mit Antwort-Videos auf andere Videos reagieren, sofern deren Urheber dies erlauben. Frau Merkel erlaubt das auf ihrer Webseite in dieser Form nicht. So kann also nicht adäquat vom Rezipienten reagiert werden. Eine wichtige Komponente unseres Web2.0 Verständnisses wird somit nicht befriedigt, bisher.

Kurz vor dem Ende wird VideoOnDemand noch einmal zum Thema, und die Frage ob das noch Web2.0 ist. Von Wolfgang Stock kommt die Antwort, dass es egal ist, aber ein Kriterium sei, dass Videos zu jedem Zeitpunkt aus dem Web geladen werden können. Hier vertrete ich aber allerdings einen anderen Standpunkt. Für mich liegt darin keine echte Web2.0-Funktion. Meiner Ansicht nach wird hier lediglich eine technische Barriere überschritten. Interaktion und Qualifizierung durch den Rezipienten fehlen hier aber völlig und solange sehe ich in VideoOnDemand noch kein Web2.0.

Und das war er auch schon, der chanceweb2.0 Kongress.

Mein Fazit für heute: Der Begriff Web2.0 fokusiert Technologien, die von der breiten Masse dazu verwendet werden können, Inhalte für sich zu nutzen und zu qualifizieren, so dass auch anderen Rezipienten einen Nutzen aus Bewertung, Verwertung und Erweiterung von Inhalten im Web ziehen können.
Insofern erreichen wir mit Web2.0 tatsächlich eine neue Stufe, allerdings ist dies kein Vorgang der gerade passiert, sondern der im weichen Übergang seit einigen Jahren von Statten geht.

Ebay ist seit Jahren meinem Verständnis nach Web2.0! Vielleicht ist es auf Basis des Erfolges solcher Unternehmen wie ebay, Amazon usw. begründet, dass wir heute ein Art Welle durch alle Branchen als Auswirkung sehen und somit erst heute diesen Vorgang als Web2.0 erkennen.

Web2.0 bleibt für mich eine spannende Angelegenheit, denn das Potential von User-Generated-Content ist noch längst nicht begriffen, wenn überhaupt schon greifbar.

Vielen Dank für’s mitlesen!
Diesen Artikel werde ich in den nächsten Tagen noch durch Links und ggf. Kommentare erweitern und korrigieren. Für heute war’s das erst einmal.
Guten Abend aus Köln.
Denis Bartelt

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1 Kommentar

  1. Sven Kaulfuß schrieb am
    Bewertung:

    Schöner und informativer Artikel. Zum angesprochenen Thema des Erfolges des CyberBlocs, empfehle ich u.a. den neuen Artikel beim Deutschen Gründerpreis (gerade eben einen Artikel hierzu geschrieben).

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