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Live-Berichterstattung: CeBIT 2011 (Update mit Bildern etc.)



Zugeordnete Tags CeBIT | Tablet | iPad | Apple | Android | Windows | Microsoft

Direkt von der Messe
Nun sind wir also auf dem Weg zur CeBIT, und zwar auf dem günstigsten: Für nur 15 Euro nehmen uns hier zwei nette Ladies in ihrem Auto von Dortmund nach Hannover mit, weil sie dort richtig arbeiten sollen und die Fahrtkosten so senken können. Es hat etwas gedauert bis mein Tchibo-Webstick so getickt hat wie ich es wollte, aber nun hab ich sogar Internet im Auto…übrigens ebenfalls ein aktueller Messetrend, der aber nicht so viel öffentliche Aufmerksamkeit erfährt, wie z.B. das Tablet-Thema.

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Sobald wir dort ankommen schieß ich die ersten Fotos vom Eingang, die Spannung steigt ;-). Hoffentlich geht mir nicht allzu früh der Strom aus, der Webstick zieht jedenfalls ganz schön am Akku.

13.40 Uhr: Nach nunmehr zwei Stunden auf der CeBIT haben wir zwar schon eine ganze Menge Hardware gesehen, aber leider noch nichts was wir wirklich suchten. Auch bei SAP, der T-Kom und Intel sind wir schon vorbeigekommen, nur die echten Innovationen verstecken sich noch vor uns. Die Sucht-Gamer von der ESL spielen auch an ganz interessanten Notebooks aber wenn wir noch Tablets sehen wollen, müssen wir uns wohl beeilen.

Der erste Stand von einer der vielen Shenzhen Corps aus China an dem wir heut vorbeikommen zeigt uns die ersten Android-Tablets, davon dann aber auch gleich 20 verschiedene. Interessant waren auch die mit Telechips- und ARM11-Prozessoren mit 800 bis 1200MHz und Honeycomb ausgerüsteten Pads, die ich aber eigentlich noch nicht hätte fotografieren dürfen und die auch nicht wirklich vorgeführt wurden. Hier sollen wohl noch keine Produktfotos veröffentlicht werden, damit der Handelspartner nicht beim schlichten „Einkaufen“ erwischt wird, denn die Zeiten der Computer-Eigenbauten der Big-Player sind zum größten Teil ja wohl vorbei.

Messerundgang CeBIT 2011 – Teil 1″

15.10 Uhr: Eine kurze Kaffeepause und dann geht’s auch schon weiter. Ein wenig 3D und ein paar neuere Dinge würde ich schon noch gern sehen, aber in diesem Jahr scheint die CeBIT eher in punkto Software aufzutrumpfen. Kein Wunder, gleichen sich doch die PC-Systeme in ihrer Leistungsfähigkeit immer mehr an während die Programmplattformen immer hardwareunabhängiger werden. Wer viel Zeit hat, kann sich auch einmal bei einer der zahlreichen StartUps zum Thema „App-Programming“ erkundigen, aber das trifft auf uns ja nicht zu.

15.25 Uhr: Und dann kam es, wie es kommen musste und der Akku machte schlapp. Es blieb nur die Entscheidung, stundenlang nach einer Ladestation zu suchen und das Netbook und die Kamera zu laden oder die verbleibende Zeit zu nutzen, möglichst viel zu sehen und –wenn die Kamera dann auch ausfällt – Infos notfalls mit Prospekten zu ergänzen. Wir haben uns dann für die zweite Variante entschieden. Genau deswegen habt ihr gestern nichts mehr von mir gehört und ich muss heute diese Zusammenfassung schreiben; noch nicht mal im Zug auf der Rückfahrt konnte ich die Zeit nutzen, weil es keine Steckdose gab. Wenigstens die Kamera wollte ich mal laden und die Bilder in die richtige Größe bringen, aber nein…in punkto Akku muss ich also wohl mal aufrüsten, doch zurück zur CeBIT.

15.30h Uhr: Kaum entfällt die Möglichkeit zur Berichterstattung kommen wir auch schon an den richtig interessanten Sachen vorbei. In der „Golden Mall“ versammeln sich dutzende asiatische Gadget-Vertriebler, bei denen es vor Tablet-Gehäusen, Mäusen, Taschen, Mini-Webcams und -Tastaturen etc. nur so wimmelt. Dazwischen finden sich immer wieder Tablet-Pads im 5-, 7- und 10-Zoll-Format, von denen die besten immer vorne stehen. Eine ganze Menge dieser kleinen Flundern sind wohl lediglich digitale Bilderrahmen, aber da die Händler von jedem Gespräch im Prinzip ein gewisses Auftragsvolumen erwarten, hält man sich mit Nachfragen zurück. Sehr viele der Groß-Tablets sind übrigens schlichte Netbooks ohne Tastatur (deswegen auch die vielen Minitastaturen) auf Intel-Atom- und Windows-Basis – nicht nur in der „Golden mall“ –, was ich persönlich ein bisschen langweilig finde.

Messerundgang CeBIT 2011 – Teil 2″

Die Händler stellen diese und die Systeme mit Android 2.2 in den Vordergrund , dahinter stehen dann die Android-1.x-Geräte, die mit speziellen Funktionen beworben werden (bspw. als Audioplayer) und dahinter sind dann die Bilderrahmen. Tablets oder andere Systeme mit Android 3.0 findet man aber nur vereinzelt. Konzeptionell eifern die großen Hersteller wie ASUS mit den Eee Pads, von denen vor allem das Modell „Slider“ mit aufschiebbarer Tastatur pulkartige Aufmerksamkeit erzeugt hat, dem Marktführer Apple hinterher und die kleinen Hersteller kopieren dann die Modelle der Großen.

16.15 Uhr: Am Stand von Taiwan Excellence finden wir dann die ganz dollen Dinger. Bei Taiwan Excellence handelt es sich wohl um eine der größten Vertriebsfirmen Taiwans; vorgestellt werden ultra-miniaturisierte Mainboards und Router, Grafiktabletts, Power-Notebooks und mehr, und zwar durchgehend von namhaften Herstellern. Ein Gigabyte-Tablet mit Hochkant-Docking-Station, ein 3D-Notebook von Samsung sowie das ASUS Eee Pad und ein paar 3D-Bildschirme waren so die Highlights. Da nahezu jedes einzige Teil an diesem Stand seine Besonderheit hatte, haben wir uns hier eine ganze Weile umgesehen, aber Bilder sagen ja manchmal mehr als 1000 Worte, also viel Spaß mit der Bildershow.

CeBIT 2011 – Taiwan Excellence”

16.45 Uhr: Ein paar Stände weiter finde ich dann ein 10-Zoll-Tablet mit NVidia-Tegra2, das angeblich 1080p-Videos abspielen kann weil es mit Android 3.0 ausgestattet ist. Da ich gerade mit der Videoleistung des Tegra2 am Toshiba AC100 recht unzufrieden war, fragte ich also beim Standbetreuer mal nach, ob das denn – trotz Honeycomb – so stimmen könne. Die erstaunliche Antwort war, dass er „nicht wisse, ob eine entsprechende Datei überhaupt schon darauf sei“, ganz überrascht tuend, dass überhaupt jemand nach so etwas fragt. Auf mein „hmm“ hin hat er mir dann ein Video vorgespielt, das etwa 480p-Qualität hatte, aber das war natürlich eine ganz arme Show!

Dieselbe Frage habe ich später auch am ASUS-Stand gestellt, wo der Mitarbeiter wenigstens ehrlich geantwortet hat: 1080p kann lediglich über den HDMI-Ausgang wiedergegeben werden, aber immerhin.

Messerundgang CeBIT 2011 – Teil 3″

17.20 Uhr: Mittlerweile sind wir bei ASUS, Samsung, MSi und noch so einigen vorbeigekommen, die allesamt recht große Stände haben und ihre Tablets zwischen den Notebooks platzieren. Bei MSi hatte ich ein Windows-System in der Hand, dass mir fast entglitten ist weil es schwerer und glatter als erwartet war. Ein Honeycomb-Tablet zeigte MSi dagegen nur als Pappattrappe, was sich andere Hersteller erspart haben.

Die Messe geht nun aber ihrem Ende zu und ich musste mich ein wenig beeilen, um noch die neueste 3D-Technik zu sehen, was ich unbedingt wollte. Auf dem Weg dorthin bin ich dann noch am Stand von Fujitsu mit dem neuen „Slate“ vorbeigekommen, das sich durch eine neue, noch unter NDA befindliche Intel Atom DualCore CPU auszeichnen soll, wie der Mitarbeiter auf Nachfrage behauptete. An einem anderen Stand las ich noch die Bezeichnung Atom E6xx, die ich auch noch nicht kannte…ob es sich dabei um dieselben Prozessoren handelt werde ich dann heut Nachmittag mal „ergoogeln“.

17.45 Uhr: Es hat zwar niemand mehr Lust, mir die Technik groß zu erklären, die hinter den jeweiligen 3D-Bildschirmen steckt, aber auch hier haben Bilder für sich gesprochen. Auf etwa zwei Meter hohen Screens zeigte ein mir unbekannter Hersteller 3D-TV ohne Brille in höchster Vollendung. Das Bild verschwimmt und verschiebt sich zwar ein wenig, wenn man daran vorbeiläuft, aber in einer einigermaßen ruhigen Position klappt das hervorragend. Für diese Art der Stereoskopie braucht man dann auch das „künstliche Schielen“ nicht mehr, was eh zu anstrengend für die Augen ist.

3D-Anbieter, die noch auf Brillen setzen, versuchen teilweise sich durch deren Designvielfalt hervorzuheben. Ein paar Meter weiter fanden sich dann auch noch einige Forschungsprojekte von Universitäten und dem Fraunhofer Institut, wovon vor allem eines begeistern konnte: Die 3D-Scheibe. Bei dieser, etwa fünf Millimeter starken Glasfläche handelt es sich um einen speziellen Schliff zur Erzeugung des 3D-Effekts mit normalen TV-Geräten! Bereits in zwei bis drei Monaten solle die Scheibe marktreif bzw. erhältlich sein, der Preis würde natürlich den Bruchteil eines 3D-TV betragen, sagte man mir auf Nachfrage. Einziger Nachteil ist die gesenkte Bildrate von 8 pro Auge und pro Sekunde, also 16 Bilder pro Sekunde. Da der Mensch ab etwa 10 Bildern pro Sekunde ein flüssiges Bild im Kopf erzeugt fällt das aber kaum auf. Lediglich bei schnellen Szenenwechseln wird es wahrscheinlich schwierig, dennoch ein beeindruckendes Stück Technik.

Messerundgang CeBIT 2011 – Teil 4″

Fazit: So ein Messetag ist verdammt anstrengend, der 3D-Trend ist nicht zu stoppen (neuerdings auch ohne Spezialbrille) und Software wird immer wichtiger. Software ist mir nicht so wichtig und 3D ist zwar „voll geil“ aber in der Regel auch voll teuer ;-).

Nichts Neues ist dagegen der massenhafte Einsatz von Magnetfestplatten statt SSDs, die vor allem für den Einsatz in Tablet-PCs denkbar ungeeignet sind. SSDs würden die Systeme allerdings so verteuern, dass der Absatz schwindet; so vermuten wohl die meisten Hersteller. Und, last but not least, ist wohl die wichtigste Erkenntnis, dass die Vielfalt der Prozessorenauswahl durch den Tablet-Trend wieder deutlich zunimmt. Lizenzgefertigte ARM8- bis ARM11-CPUs von Snapdragon, Telechips oder TI tummeln sich ebenso selbstverständlich unter den Intel Atom- und DualCore-Systemen wie NVidias Tegra2 sowie einige mir bisher unbekannte Modelle…und das alles für einen fünfprozentigen Marktanteil, den Apple übriglässt – eine Revolution kann eben auch scheitern.

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