News

Den beliebten Bokeh-Effekt nachträglich erzeugen



6
Zugeordnete Tags Flickr | Canon | Olympus | Nikon | Kamera | Instagram

Am Beispiel von Photoshop erzeugen wir den Bokeh Effekt manuell
Viele fragen sich wie man den beliebten „Bokeh“- Effekt in seine Bilder bekommt um eine romantische, besinnliche Stimmung zu erzeugen. Leider bekommt man ja nicht in jeder Situation ein hübsches Bokeh mit seiner Spiegel-Reflex-Kamera hin und mit einer Kompakten- oder Handykamera lässt sich dieser Effekt meistens auch nicht direkt beim Schießen erzielen. Jedoch gibt es da ein paar Tricks mit Photoshop um diesen Lichtereffekt im Nachhinein in eure Bilder zu zaubern.
Was bedeutet Bokeh?
Das Wort Bokeh bezeichnet das Aussehen eines unscharfen Bereichs in einem Bild. Das Bokeh entsteht meistens durch gewisse Lichtpunkte (weit entfernt vom vorderem Motiv) im Hintergrund. Diese Lichtpunkte können von Objektiv zu Objektiv unterschiedlich dargestellt werden, manchmal als helle Kreise, manchmal hat das Bokeh andere Konturen (verschobene Linien). Den Bokeh Effekt den wir in diesem Tutorial nachträglich erzeugen wollen, ist der mit den Kreisen.

Herangehensweise
Nachdem ihr euer Bild gewählt habt, solltet ihr euch entscheiden ob ihr den Effekt nun künstlerisch oder realistisch einsetzen wollt. Ich beschreibe euch beide Wege.

Realistisches Bokeh
Mit „realistisches Bokeh“ meine ich, dass wir den Effekt so einsetzen, als wäre er mit der Kamera gemacht worden. Das heißt wir verfügen idealerweise schon über ein Bild mit Unschärfe im Hintergrund.

Charakter des gewünschten Bokeh:

  • rund
  • ein wenig unscharf
  • zarte Kontur außen
  • NORMALERWEISE würden wir nun eine eigene Pinselspitze mit diesen Kriterien erstellen, ABER da dieser Effekt so beliebt ist, haben das schon ganz viele Leute vor uns gemacht. Also warum das Rad noch mal bauen?
    Bei Deviantart zum Beispiel findet ihr Bokeh Brushes bis zum umfallen. Ich habe mich für diesen entschieden. Er kommt meinen Kriterien schon sehr nah.

    Nachdem ihr den Brush runtergeladen und entpackt habt, müsst ihr ihn in Photoshop laden (Pinsel > Pinsel laden > Pinsel aus dem Verzeichnis laden in dem er liegt). Dann könnt ihr ihn eurem Bild entsprechend einsetzen. Ich habe ihn auf die sowieso schon vorhandene Lichterkante gesetzt. Da das aber noch arg unrealistisch aussieht habe ich folgendes gemacht: Filter > Weichzeichnen > Radius 6. Dadurch wirkt er etwas weicher und hat keine harte Kante mehr. Damit sich das Bokeh nun noch in unser Bild integriert, stelle ich den Füllmodus der Ebene auf „Ieinanderkopieren“. Das wiederholt ihr einfach so oft bis ihr zum gewünschten Ergebnis kommt (dabei solltet ihr darauf achten das Objekt im Vordergrund auszusparen. Entweder stellt ihr das Objekt vorher frei oder ihr malt quasi drum rum).

    Realistisches Bokeh”

    Künstlerisches Bokeh
    Neben dem realistischen Bokeh, der im Normalfall mit der Kamera erzeugt wird, findet der künstlerische Bokeh Effekt heute auch oft seine Verwendung zum Beispiel in Werbeanzeigen oder bei Digitaler Kunst. Künstlerische Effekte könnt ihr zum Beispiel mit den oben genannten Pinselspitzen erstellen indem ihr statt weiß, bunte Farben ausprobiert. Oder statt Ineinanderkopieren als Füllmethode einfach alle anderen Füllmethoden durchprobieren.

    Es gibt aber auch eine Reihe von Textur-Sammlungen zu diesem Zweck im Internet (zum Beispiel hier) mit denen sich sehr interessante künstlerische Effekte erzeugen lassen.

    Diese Texturen ladet ihr euch einfach herunter und legt die Textur auf euer Foto und probiert wieder verschiedene Füllmethoden. Natürlich könnt ihr auch mal probieren mehrere Texturen übereinander zu legen mit verschiedenen Füllmethoden und verschiedener Deckkraft. Relativ wichtig ist dabei, dass das Vordergrundobjekt dabei nicht verloren geht, also auch wieder Freistellen oder drum rum radieren. Ist letztendlich aber auch eine Geschmacksfrage, lasst eurer Phantasie freien Lauf!

    Künstlerisches Bokeh”

    Mobile Versionen
    Gibt’s dafür auch Apps? Natürlich. Für alles gibt es eine App. Ich hab noch keine selbst ausprobiert aber diese hier für euch rausgesucht: Bokeh Booth und Lens Light. Könnt ihr ja mal testen und gerne einen Kommentar dazu hinterlassen. In der App die ich euch vor kurzem vorgestellt habe, ist auch die ein oder andere Bokeh Überlagerung dabei.

    Wie in all meinen Tutorials dient Photoshop nur als Beispiel. Natürlich lassen sich die Effekte auch mit anderen Bildbearbeitungsprogrammen (z.B. Gimp) erzeugen.

    Falls ihr zu irgendeiner Stelle fragen habt helfe ich euch natürlich gern.

    RSS-Feed

    Werde Autor!

    Dieser Beitrag wurde von veröffentlicht.
    hat bereits 47 Artikel geschrieben.
    Sei auch dabei: Werde jetzt Autor und teile dein Wissen!

    6 Kommentare

    1. Walter schrieb am
      Bewertung:

      Hallo Melanie,
      vielen Dank für die interessanten Photoshop-Tipps. Den heute habe ich allerdings mit gemischten Gefühlen gelesen, weil es fast so ein bisschen rüberkommt, als würde sich eine tolle Kamera gar nicht mehr lohnen, weil man hinterher ja doch alles in Photoshop “richten” kann. Nur mal als Beispiel ein echtes Bokeh.
      https://www.cyberport.de/blog/images/uploads/cb_110627_d11.jpg
      Und die entsprechende Kamera-Kombination ist nach wie vor einfach der Hammer (und begleitet mich täglich):
      https://www.cyberport.de/blog/index.php?/site/v3_comments/produkttest_novoflex_nex_lem_leica_adapterring_teil_2_von_2/
      Auch für Foto-Einsteiger sind Kameras wie Sonys NEX-C3 & Co. erschwinglich und lohnen sich!
      http://www.cyberport.de/sony-nex

    2. Melanie Rindke schrieb am
      Bewertung:

      Hallo Walter,

      Danke für deine Kritik. Ich muss dir recht geben, eine gute Kamera kann Photoshop natürlich nicht ersetzen. Ich würde selbst auch nicht mehr auf meine Spiegelreflex verzichten wollen und sehe mich grad auch selbst nach einem größeren Modell um. Eine gute Kamera lohnt sich wirklich! Und macht auch auf eine ganz andere Art und Weise Spaß als mit Photoshop rum zu tüfteln ;) Auf dieses Erlebnis sollte eigentlich keiner verzichten.
      Meine oben genannten Tricks sind wie gesagt nur für die Leute, die ein Foto haben aber es gern noch verfeinern würden (da sie vielleicht nicht die entsprechende Ausstattung hatten um den Effekt schon im Ursprung hin zu bekommen).

      Liebe Grüße
      Melanie

    3. Walter schrieb am
      Bewertung:

      Wenn du gerade auf der Suche bist: Wäre das nichts für dich?
      http://bit.ly/vLpmVu
      Viele Grüße
      Walter

    4. Benjamin Grüning schrieb am
      Bewertung:

      Walter, Dein Link wird nicht angezeigt. ;)

      MfG
      Ben

    5. Melanie Rindke schrieb am
      Bewertung:

      Genau, der Link scheint kaputt zu sein ;)

      Es wird aber vermutlich die Canon 550d https://www.cyberport.de/blog/index.php?/site/v3_comments/produkttest_canon_eos_550d_teil_1/

      Mal schauen ob das Weihnachtsgeschäft da ein tolles Angebot bietet :)
      Ich denke es wird eine Canon, das das Zubehör (neue Objektive), deutlich günstiger zu bekommen sind (als zum Beispiel bei meiner Olympus e-520). Aber bin trotzdem noch für Vorschläge offen.

    6. Torsten schrieb am
      Bewertung:

      In einigen Shops [leider nicht bei Cyperport] ;-) gibt es mit der 600D das gleiche Modell in der aktuelleren Version für nur 50 Euro mehr. Ein Mehrpreis, der sich meiner Meinung nach lohnt.

      Grüße,
      Torsten

    Kommentieren

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    *

    *