News

Cebit 2011: Tablets



5
Zugeordnete Tags CeBIT | LG | Motorola | HTC | Asus | MSI | Xoom | Flyer | Tablet | Optimus | Eee

iPad-Herausforderer im Check
Neben neuen Android-Smartphones gab es auf der Cebit 2011 in Hannover auch einige Tablets zu sehen, die dem iPad das Wasser abgraben sollen. Darunter zum Beispiel das Xoom aus dem Hause Motorola, das LG Optimus Pad oder das HTC Flyer. Doch nicht nur die Mobilfunkhersteller haben ihre neuen Entwicklungen ausgepackt, auch Hardware- und Notebookhersteller wie Asus oder MSI haben den Besuchern einen Blick in die nahe Zukunft ermöglicht.
Asus
Der chinesische Hersteller hat auf der Cebit gleich zwei Tablets gezeigt, die unter Android laufen. Zuerst wäre da das sieben Zoll Asus Eee Pad MeMo, welches auf der Messe unter Android 2.2 lief. Im Inneren steckt ein Dual-Core Snapdragon Prozessor, der mit 1,2 Gigahertz taktet und damit ausreichend Leistung bietet, um den meisten Android-Anwendungen auf dem Tablet Beine zu machen. Via HDMI Ausgang lassen sich Videos in 1080p ausgeben. Besonderheit des MeMo ist der druckintensive Stylus, der dem Gerät zu seinem Namen verhilft. Hiermit sollen sich schnell Notizen oder Skizzen anfertigen lassen. Asus verspricht als Liefertermin den Juni, preislich wird sich das Gerät vermutlich in verschiedenen Varianten zwischen 400 und 700 Euro bewegen.

Asus zweites Gerät mit Besonderheit hört auf den Namen Slider. Dieses verfügt über eine herausschiebbare, vollwertige Tastatur, die produktives Arbeiten mit dem Tablet zum Kinderspiel machen soll. Das Gerät ist trotz des Extra-Ballasts relativ leicht, der Prototyp wiegt 890 Gramm. Das IPS-Display mit einer Auflösung von 1280×800 Pixeln weiß zu gefallen. Auch die Funktionalität kommt nicht zu kurz: Dank Android 3.0 Honeycomb und dem Tegra 2 Chip von nVidia geht das Eee Pad Slider recht flott zu Werke. Das Gerät soll in einer 16 und einer 32 Gigabyte Variante auf den Markt kommen, neben einem USB-Port werden sich auch ein Kartenslot für MicroSDs und ein Mini-HDMI-Ausgang vorhanden sein. Sowohl auf der Vorder- als auch der Rückseite finden sich Kameras, Videotelefonie gehört also zu den Aufgaben des Sliders. Auch wenn die genauen Preise noch nicht fest stehen, wäre der gerüchteweise bekannte Preis von um 500 Euro eine willkommene Überraschung.

Cebit 2011

HTC
In Sachen Smartphones ist HTC mit jeder Menge Android- und Windows-Phone-7-Geräten ein großer Mitspieler. Das Flyer-Tablet ist der erste Versuch, auch ein Stück vom Tablet-Kuchen abzubekommen. Das kompakte sieben Zoll Tablet wirkt dank des Aluminium-Gehäuses sehr wertig und bringt nur 420 Gramm auf die Waage. Durch die geringe Größe des Tablets kommt einem dies aber nicht sonderlich leicht vor. Statt Dual-Core-Cpu setzt HTC auf eine hohe Taktfrequenz: Der Prozessor des HTC Flyer taktet mit 1,5 Gigahertz, In Sachen Software müssen sich Käufer des Flyer vorerst mit Android 2.4 begnügen, Version 3.0 wird nachgeliefert. Wie von den Smartphones bekannt läuft auf dem HTC Tablet auch eine Version der eigenen HTC Sense Oberfläche. Leider kann das Flyer aber im Betrieb noch nicht überzeugen, da die Software nicht ganz ausgereift wirkt: Während des Betriebs treten – unabhängig ob man im Menü unterwegs ist oder Anwendungen nutzt – noch extrem viele Ruckler auf. Cool ist die Tatsache, dass HTC einen Stift für Notizen, Skizzen und weitere Anwendungsfälle beilegt. Das sieben-Zoll-Tablet mit einer Auflösung von 1024×600 Pixeln hat momentan einen Preis von 699 Euro und kommt mit 3G-Unterstützung.

MSI
MSI präsentierte neue Tablets und Konzepte in einer Vitrine, darunter Android- und Windows-Geräte, die auf verschiedenen Hardware-Konzepten basieren. Während das Windpad 110W mit dem AMD C50 Prozessor daherkommt und unter Windows 7 Home Premium läuft, kommt das Windpad 100A mit Android 3.0 und einem nVidia Tegra 2 mit 1 Gigahertz Dual-Core-Prozessor. Das 10-Zoll-Tablet soll nur knapp 400 Euro kosten, die Windows Variante wird mit um 500 Euro zu Buche schlagen. Zusätzlich zu den serienreifen Geräten präsentierte MSI auch das Konzept „Dual Pad“, ein Windows-Tablet, welches gleich zwei 10-Zoll-Displays beinhaltet.

Cebit 2011

LG
Ausschließlich im Planet-Reseller-Bereich präsentierte LG das Optimus Pad. Das hübsche Gerät ist einer der großen iPad-Herausforderer, der vor allen Dingen mit seinem Preis für heiße Diskussionen gesorgt hat. War das Gerät erst für happige 999 Euro angekündigt, heißt der Preis inzwischen auch von offizieller Seite nur noch 899 Euro, was immer noch ein ganzes Eck teurer als das größte iPad-Modell ist. Das Optimus V900 kommt mit einem Display in 8,9-Zoll-Größe und verfügt als Besonderheit über zwei Kameras auf der Rückseite, mit denen man 3D-Filmchen drehen oder 3D-Fotos schießen kann. Will man sich diese ansehen, benötigt man auch eine 3D-Brille oder einen 3D-Fernseher samt Brille. Diesen kann man via HDMI anschließen. Weiterhin ist ein Micro-USB-Port vorhanden, an den man etwaiges Zubehör andocken kann. In Sachen Akkulaufzeit zieht das Optimus Pad mit dem iPad gleich, LG gibt ebenfalls zehn Stunden Nutzungszeit an. Im Inneren geht auch im Optimus Pad der nVidia Tegra 2 Chipsatz zu Werke, der Dual-Core-Prozessor taktet mit einem Gigahertz und lässt Android 3.0 Honeycomb sehr zügig über den Bildschirm flackern. Die Benutzung des Tablets macht wirklich Freude, weil das Ganze sehr zügig und zuverlässig funktioniert. Leider ist die Rückseite des Gerätes aus Kunststoff, was das Ganze leider weniger wertig wirken lässt. Die Frontseite hingegen macht einen ordentlichen Eindruck. Ob auf dem von Apple dominierten Tablet-Markt aber Platz für ein Gerät ist, das teurer als die Top-Variante des iPads ist, bleibt abzuwarten.

Motorola
Anders dagegen das Gerät aus dem Hause Motorola: Das Xoom ist momentan für ab 629 Euro gelistet und kann damit zumindest ansatzweise mit dem iPad konkurrieren. Auch Motorola setzt auf Android 3.0 Honeycomb und den nVidia Tegra 2 Chip samt Dual-Core 1 Gigahertz Prozessor. Wie das iPad kommt das Xoom mit einem zehn Zoll Display. Anders als beim Apple-Tablet hat das Display des Xoom aber ein Seitenverhältnis von 16:10, die Auflösung beträgt ordentliche 1280×800 Pixel. Die Verarbeitung des Geräts macht einen guten Eindruck, das Xoom wirkt durchaus edel. Die Bedienung funktioniert dank des zügigen Tempos richtig gut, dank der hohen Auflösung hat man große Teile von Webseiten sofort im Blick. Auch das Xoom kommt mit einer Kamera-Ausstattung daher: In der Front des Gerätes steckt eine zwei Megapixel Kamera, die Rückseiten-Kamera hat immerhin fünf Megapixel und nimmt Video in 720p auf. Beim Surfen via Wifi oder dem Abspielen von Videos gibt Motorola eine Akkulaufzeit von zehn Stunden an, beim Surfen über UMTS sind es immerhin noch neun Stunden. Insgesamt ist Motorolas Xoom für mich der momentan größte Stern am Honeycomb-Himmel. Auf den ersten Blick funktioniert alles wie es soll, Leistungsdaten und Ausstattung stimmen und sogar der Preis kann sich sehen lassen.

Cebit 2011

Fazit
Es tut sich was auf dem Tablet Markt: Einige Hersteller stehen mit ihren iPad-Konkurrenten in den Startlöchern, auf Grund der Höhe der aufgerufenen Preise können aber nur wenige Konzepte überzeugen. Insbesondere für die verhältnismäßig teuren sieben-Zoll-Tablets sehe ich persönlich keinen Markt. Wenn die Lücke zwischen Smartphone und Notebook zu besetzen ist, dann mit zehn-Zoll-Geräten. Und in der nahen Zukunft ist Motorola auf Grund des angemessenen Preises für das Xoom hier als einziger Hersteller gut aufgestellt. Natürlich macht auch das LG Optimus Pad einen guten Eindruck, mit einem Preis von 900 Euro ist es aber deutlich zu teuer, um mit Apples 500-Euro-Kampfpreis mithalten zu können. Ich freue mich jedenfalls schon darauf, das erste Honeycomb-Tablet einem ausführlicheren Test unterziehen zu können.

RSS-Feed

Werde Autor!

Dieser Beitrag wurde von veröffentlicht.
hat bereits 210 Artikel geschrieben.
Sei auch dabei: Werde jetzt Autor und teile dein Wissen!

5 Kommentare

  1. Joachim Kaltschnee schrieb am
    Bewertung:

    Mir fehlt das BlackBerry Playbook. auch eine Alternative zujm iPad und auch auf der CeBIT vorgestellt…

  2. Ansgar Babucke schrieb am
    Bewertung:

    @Joachim

    Da hast du leider recht, das ist mir auf der Messe irgendwie durch die Lappen gegangen :-(.

    Viele Grüße,
    Ansgar

  3. Michael schrieb am
    Bewertung:

    Und das Asus Transformer? Und Samsungs 10.1? Kann es ein, dass dir da noch mehr durch die Lappen gegangen ist? ;-)

  4. Matthias schrieb am
    Bewertung:

    …schon mal nen Tag auf ner Messe verbracht, Michael? Is einfach zu gross um alles zu finden….das XOOM ist mir zB nicht über den Weg gelaufen; das Playbook aber auch nicht. Dafür konnte ich mir einen Eindruck vom ASUS-Stand machen, den Artikel findest Du auch hier im blog…

  5. Lars schrieb am
    Bewertung:

    Sind wir mal ehrlich….es gibt keine wirklichen Alternativen ;)

Kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

Ähnliche Beiträge

CeBIT 2015: Schokodrucker & E-Mail made by IBM

News

20.03.2015

 | Elsa Philipp

Für mich ist die CeBIT immer wieder eine Messe der versteckten Kuriositäten. Denn wenn man genau hinschaut, findet man immer wieder Dinge, die einen staunen lassen. So zum Beispiel der ZMorph Personal Fabricator in Halle 9. Dieser 3D-Drucker zog... mehr +

Cyberport auf der CeBIT - Teil 2

News

07.03.2013

 | Anne Fröhlich

Auch heute sind unsere Produktmanager auf der CeBIT unterwegs und versuchen, interessante Neuheiten in die Hände und vor ihre Kameras zu bekommen, bevor am Wochenende die privaten Besucher die Hannover-Messe stürmen. Dabei gibt es vor allem viele... mehr +