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Bestandsaufnahme: Nokia



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Die Finnen vor dem Weihnachtsgeschäft 2010
Bildquelle: Wikipedia, Autor: Ralf Roletschek, Veröffentlicht unter der CC-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported.

Nokia ging es in den letzten Jahren nachweislich nicht mehr so gut. Als das iPhone von Apple raus kam, haben zwar alle – auch Nokia – noch kräftig gelacht, aber der aktuelle Marktführer nach Zahlen ist nicht mehr wirklich der gefühlte Marktführer, denn die Finnen leben mittlerweile nur noch von der unendlichen Menge an „Dumbphones“, die mit geringen Margen in der Welt verkauft werden. Und der Rest des Marktes steht Kopf und weiß nicht wirklich etwas Apple entgegenzusetzen. Eine Ausnahme bilden jedoch inzwischen die Hersteller, welche Android als Basis ihrer Geräte einsetzen. Der ehemalige Höhenflug von Nokia kehrte sich zwar noch nicht zum Absturz, ist aber zwischenzeitlich zum Erliegen gekommen – eine Vorwärtsbewegung schaut anders aus. Richten sollte das massive Problem eine klare Fokussierung auf den Smartphone-Sektor, zusammen mit einer Verschlankung des Angebots, einer Verringerung von Betriebssystemen und Neuordnung des Sortiments durch neue Nomenklaturen.
Eine Bestandsaufnahme
Das bisherige Zugpferd Symbian sollte in die Mittelklasse abrutschen, der untere Marktbereich greift auf das OS der Serie 40 zurück und im High-End-Sektor wollte man MeeGo etablieren. MeeGo war als „Nachfolger“ des unseligen N900 gedacht, ein Smartphone das vor noch einem Jahr als Nokia’s „iPhone“ präsentiert wurde – heute kräht kein Hahn mehr danach. MeeGo sollte es also richten, genauso wie Symbian als Open Source Plattform gegen Android. Wie schaut es heute aus? MeeGo ist zwar noch nicht offiziell für tot erklärt worden, aber der Nokia Device Chief hat dieser Tage das Handtuch geschmissen und ist abgetreten. Und auch von Intel, dem Entwicklungspartner von Nokia in Sachen MeeGo, hört man nicht sonderlich viel. Dabei hatte Intel MeeGo als Möglichkeit gesehen mobilen Prozessoren im Markt zu etablieren. Da wird wohl nicht mehr viel passieren, sieht man mal vom holprigen Start des WeTab ab, dass als Software-Basis MeeGo als Betriebssystem einsetzt.

Auch Symbian ist so gut wie erledigt: Samsung schaltet die Unterstützung ab, genauso wie Sony-Ericsson, die diesen Schritt ebenfalls angekündigt haben. Das Nokia N8 ist neben dem neu angekündigten Nokia E7 der letzte große Gegenschlag von Nokia in Sachen Symbian. Doch auch hier sorgen ständige Lieferverzögerung zum Unmut der Käufer und lassen etwaige Probleme bei Nokia vermuten. Diese äußern sich ebenfalls in der Organisation der Finnen: Der Nokia CEO Pekka Kallasvuo wurde durch den Microsoft Manager Stephen Elop ausgewechselt und der Chef von Nokia Mobile Solutions Anssi Vanjoki hat ebenso die Firma verlassen.

Was bleibt denn da noch übrig?
Nokia ist eine Firma die sich hauptsächlich auf die eigene Hardware verlässt und die Software als Nebenprodukt ansieht. In der heutigen Zeit, in der Software alles ist und die Hardware auf ein Minimum reduziert wird, ist die Fokussierung auf Knöpfe und Plastik nicht mehr gefragt. Die ehemals treue Kundschaft von Nokia (Business und Jugendliche) sind längst abgewandert, ein Nokia habe ich in Firmen z.B. schon lange nicht mehr gesehen.

Und wenn man mal mit der U-Bahn fährt, dann ist auch dort bei Schulschluss ein Nokia nicht mehr ohne weiteres auszumachen – insbesondere die neue Generation von Geräten vermisst man. Schaut man sich die letzten Artikel des CyberBlocs zum Thema an, dann sticht Nokia lediglich nur noch mit kostenloser Navigation in den letzten paar Monaten wirklich aus der Masse hervor, der Rest sind Reviews zu Brot-und-Butter-Geräten – Innovationen Fehlanzeige! Das war noch anders, bspw. zu Zeiten eines Nokia 6110, 6210, 6310i und Nokia 7650.

Fassen wir zusammen: Symbian als Alternative im High-End-Bereich tut sich schwer, insbesondere in der Touchscreen-Variante. MeeGo? Unwahrscheinlich, dass dieses System noch an Boden gewinnt, gerade jetzt wenn der Chef hingeworfen hat. Android? Da wird sich Nokia zunächst zieren, denn dann müssten die Finnen gegen die Asiaten in den Geschäftskrieg ziehen. Und LG, HTC und Co. haben die geringeren Kosten (und auch Margen) auf ihrer Seite und den Willen mit diesen den Smartphone-Markt verstärkt anzugehen – keine wirkliche Option für die Finnen. Was bleibt noch als Alternative, Windows Phone 7? Könnte sein, insbesondere da der neue Chef direkt von Microsoft kommt, aber für das kommende Weihnachtsgeschäfts ist es sehr unwahrscheinlich, dass Nokia einen solchen Strategiewechsel unternimmt. Und so kann in das gewinnbringende Weihnachtsgeschäft nichts Neues und wirklich Aufregendes von Nokia eingebracht werden, nichts was gegen Apple, Samsung oder HTC bestehen könnte. Der Kunde erhält letztendlich die ewig gleichen Aufgüsse von Telefonen mit viel zu vielen Knöpfen und viel zu wenig Touch und Apps. Und nach Weihnachten geht das Spiel weiter…keine gute Aussicht für die Finnen.

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2 Kommentare

  1. wlanboy schrieb am
    Bewertung:

    Würde jetzt gerne widersprechen. Leider ist Nokia zu spät mit Meego gestartet. Android ist auf großen Tablets noch nichts. Da hätte Meego mit echtem Linuxkernel gegen die Java VM von Android mehr als nur bestehen können. Hätte dann dank Intel vielleicht sogar bei den Tablets einsteigen können.
    Aber vielleicht wird das noch was. Muss sich ja nicht jeder so blöd wie die WeTab Macher anstellen.
    Archos bringt ja mittlerweile auch gute kleine Android Tablets heraus. Ich hoffe stark dass Nokia dann irgendwann mit einem ordentlichen N900 Nachfolger punkten kann. Vielleicht auch über den Preis…

  2. Autolack Shop schrieb am
    Bewertung:

    Vor langer Zeit gab es für mich nur Nokia, aber als dann die Syncronisation in Mac OS auftauchte ging ich mit einem Sony Ericsson fremd, aber als dann das iPhone kam konnte ich nicht anders. Mitlerweile kann ich mir gar nicht mehr vorstellen wie es früher ohne die Möglichkeiten des iPhone überhaupt ging den Tag zu “überstehen”

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