Markt: Intel und die Tablets

von matthias-schleif

· 3 min Lesezeit

Gerüchte, Meinungen und ein paar echte Infos
Wie zuletzt bei der deutschen CeBIT werden auch auf der kommenden Computex in Taiwan wieder eine ganze Menge neuer Tablets-PCs zu sehen sein, zu deren aktueller Entwicklung auch der vermehrte Einsatz von Nicht-x86-CPUs aus dem Smartphone-/MID-Bereich gehört. Der Chiphersteller Intel – traditionell stark fokussiert auf x86 – kündigte in der letzten Woche konkurrierend dazu an, etwa zehn eigene oder in Zusammenarbeit mit anderen Herstellern entwickelte Flach-PCs vorstellen zu wollen, von denen sich wohl mindestens eines durch den Einsatz der neuen Oak-Trail-Prozessortechnik hervorheben wird. Einige Branchenbeobachter sehen den Zug für Intel im Tabletmarkt zwar bereits als abgefahren an, aber nicht nur in diesem Bereich scheint der Chipriese in Wirklichkeit „too big to fail“.
In meiner letztens erstellten kleinen Übersicht über Intels Planungen im Tabletbereich sind zwar schon die auf 22 nm Basis gefertigten Prozessoren berücksichtigt, zum Einsatz kommen diese jedoch noch nicht. Dafür sollen aber die bisher ebenfalls noch nicht im Markt angekommenen Prozessoren auf 32 nm Basis nun endlich serienreif sein, auf der ja auch die neue Sandy-Bridge-Serie beruht und die sich vermutlich am Ende in der Atom Z-6xx-Serie wiederfinden lassen. Es steht zu befürchten, dass auch die bisherigen Atom Z-5xx Prozessoren – ursprünglich erdacht für die sogenannten MIDs – wieder zum Einsatz kommen, sollte darauf aber ebenfalls demnächst auch das Android-Betriebssystem laufen, wie Intel ankündigte, könnte das zu einer Rückgewinnung von Marktanteilen führen. Auch wenn aktuelle Sicherheitslücken das Google-OS in ein schlechtes Licht rücken, wird sich daran in Zukunft wohl kaum was ändern; zur Not hat Intel ja auch noch ein MeeGo-Linux im Ärmel. Andersrum scheint es zusätzlich ziemlich sicher, dass die nächste Windowsgeneration auch auf den ARM-Plattformen laufen wird, was zu einer zusätzlichen Verbreiterung des Markts und hoffentlich weiterhin recht offenen Systemen führt.

In einem Interview mit dem Finanzsender Bloomberg äußerte sich Intels CFO, Stacy Smith, vor wenigen ob Tagen diesbezüglich auch recht optimistisch, auch wenn er zugeben musste, bisher in der Sparte eigentlich nur Verluste eingefahren zu haben. Die Konkurrenz der ARM-Lizenzfertiger und einiger anderer Prozessoren-Hersteller aus dem Handy- und Tabletmarkt ficht diese Riesenfirma nicht nur nicht an, sondern im Prinzip verdient sie auch noch daran.

Sinngemäß sagt der CFO also, dass Intel an jedem einzelnen verkauften Smartphone, Tablet oder sonstigen Ding aus dem „Netz der Dinge“ grundsätzlich mitverdient, und zwar aufgrund des netzwerklastigen Einsatzes dieser kleinen Helfer. Dies wiederum produziert – wenig verwunderlich – soviel Netz- bzw. Servertraffic, dass im eh schon gut laufenden Servergeschäft weiterhin ein kräftiges Wachstum erwartet wird. Dass trotz der insgesamt etwa 10 Milliarden Dollar schwereren Übernahmen im letzten Jahr (McAffee, Infineon Wireless…) momentan keine weiteren Akquisitionen geplant sind ist dabei natürlich kein Problem des Geldes, wie Smith weiter ausführt. Vielmehr seien halt zur Zeit keine besonders interessanten Konzepte in Sicht, deren Ankauf sich lohne. Außerdem müsse ja die zugekaufte Technologie erst einmal sinnvoll in den Rest des Unternehmens integriert werden, dennoch sei man natürlich wachsamen Auges, um im Bedarfsfall „zuschlagen“ zu können.

Man sieht also, dass entgegen einiger Unkenrufe der „Riese Intel“ eigentlich „too big to fail“ ist, wie es in der Finanzkrise einige unserer Banken waren. Nur eben nicht aufgrund ihrer „Systemrelevanz“ sondern wegen der enormen Rücklagen, mit deren Hilfe sie bspw. schon so einige Notebookhersteller überredet haben sollen, Intel-CPUs zu bevorzugen, etc. Klappt es also in einem Markt mal nicht so, kann Intel über Akquisitionen immer noch wichtige Teile der betreffenden Sparte hinzukaufen, mit großem Etat ein konkurrierendes Konzept bewerben oder – siehe oben – die Produkte der Mitbewerber behindern.

„Nur übertreiben darf man es nicht“ hör ich da noch den Ottelini zu seinem CFO sagen, „sonst merkt doch noch jemand, dass WIR die aus dem Lehrbuch des Kapitalismus bekannte Firma sind, der am Ende einfach Alles gehört“.

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