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#erstmalverstehen: Welche Fritz!Box für mein Netzwerk?



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Die FRITZ!Box von AVM, deren Namen auf einem alten Stück Software für ISDN beruht, gilt allgemein als zuverlässig, leicht zu handhaben und vielseitig. Ihre Verbreitung verdankt sie neben ihrem guten Ruf auch der direkten Bereitstellungen durch viele große Internetprovider, die sie teils umbenennen, teils mit eigener Farbgestaltung versehen. Eine schnelle Suche nach WLAN-Netzen dürfte auch in deiner Umgebung mindestens ein paar Ergebnisse mit dem passenden Namen „FRITZ!Box xyz“ liefern.

Doch welche Fritz!Box passt wirklich zu deinen Bedürfnissen? Anhand der vierstelligen Typenbezeichnung kannst du bereits ein paar grundlegende Informationen erfahren. Dahinter verbergen sich Angaben zum verbauten Modem, aber auch der Leistungsfähigkeit und Anschlussvielfalt. Wonach du zudem bei der Entscheidung für deine nächste FRITZ!Box Ausschau halten solltest, erfährst du in den nachfolgenden Kapiteln.

Eine Festplatte per USB im Netzwerk freigeben, über LAN-Kabel entfernte Geräte einbinden, das analoge Telefon direkt anschließen und natürlich ins Internet geht es mit jeder Fritz!Box.
Eine Festplatte per USB im Netzwerk freigeben, über LAN-Kabel entfernte Geräte einbinden, das analoge Telefon direkt anschließen und natürlich ins Internet geht es mit jeder Fritz!Box.

Das Wichtigste zuerst: Dein Internetanschluss passt immer

ADSL, VDSL, Kabelanschluss, Glasfasernetz, Mobilfunk, Modem oder ein lokales Netzwerk: Die FRITZ!Box kann in fast jeder Situation ins Internet gelangen. Entscheidend ist nur, dass du das korrekte Modell für dein Zuhause auswählst, das die Verbindung schließlich per WLAN und Netzwerkkabel verteilt.

Ganz konsequent geht AVM mit seiner Bezeichnung zwar nicht um, aber fast immer kannst du an der ersten Zahl der Nummer die Art des Anschlusses ablesen. Steht wie bei der 7430 oder 7590 die „7“ vorn, handelt es sich um den DSL-Anschluss über die Telefonleitung. Derzeitiger Standard ist hier VDSL, wobei die Kompatibilität zum Vorgänger ADSL durchweg gegeben ist. Ein wenig aus der Rolle fällt hier die FRITZ!Box 3490, die noch wie die alten ADSL-Routern benannt ist, aber zusätzlich mit der aktuellen Übertragungstechnik VDSL umgehen kann. Darüber hinaus findet sich noch eine ganz Reihe weiterer „7000er“-Boxen, bei denen es sich durchweg um Router mit DSL-Modem handelt.

Nicht ganz so eindeutig funktioniert die Einordnung der „6“ ganz vorn. Die FRITZ!Boxen 6590, 6591, 6430 etc. gelangen über den Kabelanschluss des Fernsehanbieters ins Internet. Sie können mit dem Standard DOCSIS zumindest theoretisch die mit Abstand schnellste Zugangsgeschwindigkeit von bis zu 3 Gigabit in der Sekunde erreichen. Hier legt das Topmodell 6591 mit der aktuellen Version DOCSIS 3.1 noch einen drauf und könnte 10 Gigabit schaffen, sofern du den passenden Anschluss besitzt.

Die Modelle 6890 LTE und 6820 LTE dagegen fallen hier fast komplett aus Reihe. Während die Version mit „90“ am Ende den DSL-Anschluss über die Telefonleitung nutzt und durch den Einsatz einer SIM-Karte über das LTE-Netz sozusagen mit einer Ausfallsicherung versehen ist, bietet die kleinere Variante ausschließlich den Mobilfunkzugang. Dank des Namenszusatzes „LTE“ darf die Benennung in jedem Fall als benutzerfreundlich gelten. Entscheidest du dich dagegen für eine der anderen FRITZ!Boxen, bleibt der Zugang zum Mobilfunk dennoch eine Option, weil das Betriebssystem den Anschluss eines Mobilfunk-Sticks mit SIM-Karte unterstützt und alle Boxen den nötigen USB-Anschluss besitzen.

Die Vertreter mit Glasfaser-Anschluss sind die Nummern 5490 und 5491. Auch diese Router erreichen – ähnlich wie die Kabelmodems – Geschwindigkeiten im Gigabitbereich. Voraussetzung dafür ist jedoch ein komplettes Glasfasernetz auch im Haus selbst. Das heißt, das Internet, das durch den Glasfaseranschluss im Haus ankommt, muss auch innerhalb mit hoher Geschwindigkeit weitergeleitet werden.

Fehlen zu guter Letzt noch die FRITZ!Boxen ohne eigenes Modem. Die Versionen 4020 und 4040 beispielsweise besitzen neben WLAN, den LAN-Ports und USB lediglich noch einen WAN-Anschluss (Wide Area Network). Damit wird es ermöglicht, lokale Netzwerke miteinander zu verbinden, wobei die Anzahl der verknüpften Computer praktisch unbegrenzt ist. In Verbindung mit einem Modem jedweder Art, mit Hilfe eines LTE-Sticks oder verbunden mit einer anderen FRITZ!Box mit Modem können auch diese FRITZ!Boxen die Internetverbindung weiter verteilen.

Kurz zusammengefasst:

  • Fritz!Box 7xxx: Internetzugang via DSL-Anschluss über die Telefonleitung
  • Fritz!Box 6xxx:: Internetzugang via Kabelanschluss des Fernsehanbieters (DOCSIS-Standard)
  • Ausnahmen:
    • Fritz!Box 6890 LTE: Internetzugang via DSL-Anschluss & zusätzlicher SIM-Karte für Notfälle
    • Fritz!Box 6820 LTE: Internetzugang via Mobilfunk
  • Fritz!Box 5xxx: Internetzugang via Glasfaseranschluss
  • Fritz!Box 4xxx: Diese Boxen kommen ohne eigenes Modem daher, sondern werden für lokale Netzwerke oder als Repeater genutzt
Die beiliegenden Kabel und Adapter, hier für eine FRITZ!Box 7590, sind den teils sehr unterschiedlichen Anschlusstechniken an der Telefondose geschuldet.
Die beiliegenden Kabel und Adapter, hier für eine FRITZ!Box 7590, sind den teils sehr unterschiedlichen Anschlusstechniken an der Telefondose geschuldet.

Zwischen schnellem Internet & deiner eigenen Cloud - große Leistungsunterschiede im Details

Am Beispiel der vergleichsweise günstigen FRITZ!Box 7430 und dem Topmodell 7590 lassen sich die Leistungs- und damit auch Einsatzunterschiede erkennen. Die wichtigste Frage ist selbstverständlich, was du mit deinem Router und der Internetverbindung vorhast.

Auch die kleine Version kann an DSL-Anschlüssen bis 100 Megabit verwendet werden und diese Geschwindigkeit über Kabel und drahtlos in der Wohnung verteilen. Das WLAN selbst schafft es, theoretisch 450 Megabit in der Sekunde (kurz: Mbit/s) zu übertragen, was in der Praxis mit allen Fehlerkorrekturen 100 bis 150 Mbit/s bedeutet. Für dein Notebook oder den Smart-TV zum Streamen genügt das in jedem Fall. Auch das Internetradio, der Sprachassistent und diverse Smartphones können sich im Heimnetz und einem eventuellen Gästenetzwerk tummeln, ohne dass du bei der Internetgeschwindigkeit Einbußen hinnehmen müsstest.

Die 7590 geht diesbezüglich aber einige Schritte weiter. Neben WLAN-n findet sich auch WLAN-ac, in Summe kommen rein theoretische 2533 Mbit/s zusammen. Praktisch dürfte auch hier ein gutes Viertel erreichbar sein. Das WLAN kann also etwas viermal so schnell senden und empfangen wie beim Einsteigermodell. Auch der Internetanschluss darf bis 300 Mbit/s schnell sein, wobei sich diese Fähigkeit in allen Modellen mit „75“ am Anfang findet. Neben der Geschwindigkeit zeigt sich auch die Reichweite des WLANs deutlich verbessert – im Grunde das Hauptargument für den 802.11ac-Standard.

In einem Raum, der bisher nur eine minimale Signalstärke aufwies oder im letzten Winkel des Gartens kann WLAN-ac noch empfangen werden, während WLAN-n schon zu schwach ist. Allerdings scheitern die Funksignale trotz besserer Reichweite weiterhin an Beton und Metall, sodass du keine Wunder erwarten darfst. Dazu sei noch erwähnt, dass viele Einsteigergeräte, günstige Internetradios oder kleine Smartphones mit WLAN-ac gar nicht umgehen können und du auch mit einer schnellen FRITZ!Box nicht die maximale Netzwerkgeschwindigkeit erreichst.

Ein anderer großer Unterschied liegt in der Rechenleistung. Jede FRITZ!Box ist ein vollwertiger Computer, der auf Prozessor und Arbeitsspeicher angewiesen ist. Wenn an deiner FRITZ!Box 7430 ein Netzwerkspeicher per USB angeschlossen und das direkte Streaming der hinterlegten Dateien aktiviert ist und wenn viele Geräte im WLAN und die Internetverbindung gut ausgelastet ist, stößt du schon an die Grenzen der Leistungsfähigkeit. Sehr deutlich zeigt sich dies beispielsweise bei der Bedienung des Webinterfaces. Die 7590 reagiert sofort, während sich eine 7430 hin und wieder eine kurze Denkpause gönnt.

Zur besseren Veranschaulichung habe ich beide Router eine kleine Fotosammlung abspeichern lassen, mit der identischen Hardware, abgesehen von den unterschiedlichen FRITZ!Boxen. Die kleine Version kam im Test auf knapp 25 Mbit/s über alle Dateien hinweg, die große Version auf fast 50 Mbit/s. Die Verdopplung der Geschwindigkeit macht sich vor allem bei großen Datenmengen bemerkbar, wenn etwa die Sicherung deiner neuen Urlaubsfotos im Netzwerkspeicher nicht zwei Stunden, sondern nur eine dauert.

Weitere wichtigen Unterschiede finden sich bei der Anschlussvielfalt. Viermal Gigabit-LAN und einmal USB 3.0 gehört zum guten Ton. Eine FRITZ!Box 7590 besitzt darüber hinaus noch einen separaten WAN-Anschluss (sonst kann LAN1 dafür verwendet werden), einen zweiten USB-Stecker oder eine Dose für ein ISDN-Telefon oder ein zweites analoges Telefon.

Bei der FRITZ!Box 7590 ist kaum noch Platz auf der Rückseite, während die 7430 immerhin eine gute Grundausstattung liefert.
Das schnellere Modell rechts besitzt ein größeres Gehäuse und mehr Lüftungsschlitze, um der höhere Leistung gerecht zu werden.
Bei der FRITZ!Box 7590 ist kaum noch Platz auf der Rückseite, während die 7430 immerhin eine gute Grundausstattung liefert.

Welche DSL-Fritzbox passt du dir?

Brauchst du den Router schlicht für die einfache Internetverbindung, willst vielleicht ein Powerline-Gerät anschließen und hattest auch bisher keine Empfangsprobleme, bieten das Einsteigermodell 7430 oder sein Nachfolger 7530 alle Funktionen, die du benötigst.

Eine FRITZ!Box 7590 dagegen ist schneller, kann mehr Geräte ohne spürbaren Leistungsverlust verwalten, stellt einen schnelleren Netzwerkspeicher zur Verfügung und besitzt Anschlüsse für Zusatzfunktionen, die für den einfachen Haushalt mit Smartphone, Notebook und DECT-Telefon eher keine Rolle spielen.

Das FRITZ!OS & Mesh - Gemeinsamkeiten überzeugen

Das typische Betriebssystem der FRITZ!Box ist vergleichsweise übersichtlich, bietet viele Einstellmöglichkeiten und wird regelmäßig aktualisiert..
Das gleiche System auf unterschiedlichen FRITZ!Box erleichtert die Kommunikation untereinander.
Das typische Betriebssystem der FRITZ!Box ist vergleichsweise übersichtlich, bietet viele Einstellmöglichkeiten und wird regelmäßig aktualisiert..

Bei allen Unterschieden bezüglich des Internetzugangs, der Ausstattung und des Funktionsumfangs eint sie das Betriebssystem FRITZ!OS. Damit sind alle Boxen in der Lage, LTE-Surfsticks zu handhaben. Du kannst direkt schnurlose Telefone ansteuern, einen Anrufbeantworter sehr vielseitig programmieren oder mit dem FRITZ!NAS Dateien im Netzwerk bereitstellen und beispielsweise auch auf verschiedene Endgeräte streamen.

Eine neue Funktion, die mit der Version 7.10 des Betriebssystems von AVM Einzug gehalten hat, ist „Mesh„, also „Masche“. Diese Maschen können aus allen Routern und Powerline-Geräten von AVM mit WLAN zusammengesetzt sein. Das entsprechende Update gibt es auch für die etwas älteren Boxen wie zum Beispiel die 3490 oder 7430.

So wird es dir ermöglicht, eine neue FRITZ!Box mit diesen älteren Modellen zu verbinden und damit dein WLAN deutlich zu erweitern. Netzwerkname und Kennwort bleiben immer gleich und deine Geräte werden automatisch dort angemeldet, wo das stärkste Funksignal besteht.

Während über die letzten Jahre einige, besonders bei Bastlern beliebte Funktionen und Individualisierungsmöglichkeiten zum besseren Schutz vor Hackerangriffen bei der FRITZ!Box weggefallen sind, zeigt die Funktion Mesh, was regelmäßige Updates und eine gute Unterstützung auch für ältere Geräte bewirken können. Vor allem die Schnelligkeit der Datenübertragung in deinem eigenen Netzwerk wird von den unterschiedlichen Versionen der FRITZ!Box beeinflusst. Aber nicht nur deswegen sind die Router so beliebt, auch die lange Liste der Standardfunktionen sind schlussendlich verantwortlich für die weite Verbreitung der Kästchen von AVM.

Auch die kleinste Version mit dem für dich korrekten Internetanschluss bietet fast die komplette Bandbreite an Möglichkeiten, damit du dein Netzwerk nach deinen Vorstellungen gestalten und erweitern kannst. Steigt die Anzahl der Computer und Endgeräte in deiner Wohnung und soll deine eigene kleine Cloud schnell erreichbar sein, ist ein Topmodell zumeist die bessere Wahl.

#erstmalverstehen: Was ist ein Mesh-Netzwerk?

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