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WhatsApp - der Beziehungskiller? (Ein Kommentar)



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Zugeordnete Tags Messenger | App | WhatsApp

“Viele Beziehungen haben einen WhatsApp-Haken”, schreibt Focus Online. Denn offensichtlich kann der beliebte Messenger jede noch so harmonische Partnerschaft erschüttern, wenn der Partner nicht innerhalb von 10 Minuten auf eine Nachricht antwortet. Diese Zeitspanne entspricht der psychologische Toleranzgrenze, mit deren Überschreiten wir uns versetzt und unbeachtet fühlen, während wir gebannt unser Smartphone oder Tablet hypnotisieren. Da ein Großteil der Gespräche über diesen Client geführt wird, gibt es für viele Paare genug Ansätze für Reibereien.

WhatsApp für iPhone und iPad
WhatsApp für iPhone und iPad

Irritierende Häkchen

Für das größte Missverständnis sorgt hierbei der WhatsApp-Client selbst, denn seine Sendestatus-Häkchen stiften Verwirrung. Nachdem ihr die Nachricht verschickt habt, befindet sich ein Haken neben eurem verfassten Text. Dies signalisiert, dass eure Nachricht an den Server gesendet wurde. Sobald eure Mitteilung auf dem Telefon eures Partners ankommt, erscheinen zwei grüne Häkchen. Dies bedeutet nicht, dass euer Kontakt die Nachricht gelesen hat, sie befindet sich ungelesen auf seinem Telefon und wartet darauf, beachtet zu werden. Eine klassische Lesebestätigung gibt es bei WhatsApp nicht. Und hier beginnen die Probleme. Viele Nutzer glauben, nach zwei Häkchen hat der Partner die Nachricht gelesen und antwortet aus bloßer Bösartigkeit nicht. Dieses Verhalten kennen wir noch aus der guten, alten SMS-Zeit, in der wir ähnlich obsessive Verhaltensmuster zeigten, wenn unser Kontakt die SMS bekommen, aber nicht geantwortet hat.

WhatsApp im Google Play Store
WhatsApp im Google Play Store

WhatsApp für Zwischendurch

WhatsApp muss euch kein schlechtes Gefühl geben und schon gar keine Beziehung zerstören. Benutzt den Messenger für unterhaltsame Dinge zwischendurch, die keine sofortige Antwort benötigen. Denn sind wir mal ehrlich: Die großen (und auch manche kleinen) Themen des Lebens kann man nicht über einen Messenger klären. Häufig führt dort bereits ein kleiner, unbedachter Kommentar zum Eklat. Diesen dann schriftlich zu beseitigen ist schwierig. Ihr tippt euch die Finger wund, es vergeht unnötig viel Zeit und am Ende wird das Geschriebene fehlinterpretiert, weil die Betonung fehlt oder die Smileys unpassend sind. Durch diese Missverständnisse und den Stress des Tippens steigern wir uns mehr und mehr in die Problematik hinein, die Fronten verhärten sich. So entstehen Krisen, die sich vermeiden lassen.

An dieser Stelle unser Tipp: einfach mal anrufen. Viele Themen klären sich mit einem kurzen Telefonat einfacher und vor allem schneller. Und gerade in dringenden Situationen empfiehlt es sich, nicht dem kurzen WhatsApp-Ton zu vertrauen, sondern auf ein langanhaltendes Telefonklingeln zu setzen. Abgesehen davon ist es auch schöner, die Stimme des Partners zu hören, anstatt einfach nur aneinander gereihte Zeichen zu lesen, oder?

Direkter Download auf www.whatsapp.com
Direkter Download auf www.whatsapp.com

Vertrauen in den Partner, nicht in den Messenger

Es ist ganz natürlich, gespannt auf eine Antwort zu warten. Aber WhatsApp kann kein flüssiges Gespräch ersetzen, schließlich läuft das Leben parallel weiter. Sei es der Job, das Studium oder ein Hobby – WhatsApp ist vielleicht permanent online, aber steht nicht im Fokus des Alltags. Wer sich das bewusst macht, wird schnell erkennen, dass kein Messenger in der Lage ist, eine Beziehung zu zerstören. Schließlich gibt es wichtigeres als eine Diskussion um ungelesene Nachrichten.

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2 Kommentare

  1. Immanuel Simon schrieb am
    Bewertung:

    Oder einfach BBM nutzen

  2. Peter Schmitt schrieb am
    Bewertung:

    WhatsApp und Facebook sind der Untergang der echten Kommunikation. Klar ist das komfortabel, aber die meißten Nutzer sind sich nicht im Klaren was die Folgen sind oder zumindest sein können. Ich kenne viele, die jeden Scheiß ‘posten’ ohne Hirn und Verstand und ohne Rücksicht auf Folgen, fürs Privatleben, Beruf, Sicherheit usw. usw. Ohne diese App’s wäre vieles besser, wenn auch unkomfortabler.
    Ein Bekannter sagte mal einen schlauen Satz: "Wem ich 20 Jahre egal war, bei dem muss ich jetzt nicht in WhatsApp und Facebook als angeblicher Freund oder Gruppe registriert sein. Schwachsinn hoch drei. Die Menschen sollten sich mal überlegen welchem Druck sie sich aussetzen durch die Nutzung der App’s.

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