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Upgrade Guide: So tauschst du RAM & SSD in Notebook & PC



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Der PC braucht ewig zum Starten, der HDD-Speicher gibt langsam den Geist auf oder der RAM, also der Arbeitsspeicher, kann kann nicht mehr mit dem restlichen System mithalten – ein Upgrade von SSD und Arbeitsspeicher kann viele Gründe haben. Vielleicht habt ihr ja schon unseren Gaming-Beitrag gelesen und fragt euch jetzt: Wie rüste ich denn nun meinen PC oder mein Notebook eigentlich um? Genau darum soll es in diesem Beitrag gehen.

Als erstes wollen wir euch kurz erklären, warum die SSD und der RAM überhaupt wichtig sind und worauf ihr vor dem Kauf der jeweiligen Komponenten achten solltet. Wenn ihr das schon aus unserem Gaming-Beitrag kennt, dann könnt ihr einfach die ersten beiden Absätze überspringen und wir zeigen euch gleich, wie genau der Umbau eures PCs oder Notebooks funktioniert. Die richtigen Komponenten dafür findet ihr bei uns im Shop.

Was ist ein RAM, wofür wird er genutzt & was bringt er mir?

RAM steht für „Random Access Memory“ und in ihm werden Daten zwischengespeichert um sie schnell an die Grafikkarte und den Prozessor zur Verarbeitung weiterzugeben. Der Arbeitsspeicher kommt in Form von Riegeln – auch „Module“ genannt – daher und sitzt direkt auf dem Motherboard. Dieses besitzt meist zwei oder vier Steckplätze, in einigen Notebooks ist aber auch nur einer verbaut. RAM-Module sind mit 2, 4, 6, 8, 16 und 32 Gigabyte Kapazität verfügbar.

Wieso ist der RAM wichtig & wie viel braucht mein PC?

Pauschal gilt: je mehr ihr gleichzeitig mit eurem PC macht, desto mehr RAM baucht ihr auch. Ein normaler Office-PC ist mit acht Gigabyte meistens gut gerüstet. Habt ihr allerdings 30 Browser-Tabs offen, zwei riesige Excel-Dateien und arbeitet gleichzeitig noch mit Photoshop, dann werdet ihr kaum um 12 oder 16 Gigabyte herumkommen. Der RAM unterstützt außerdem eure Grafikkarte, sodass ihr beim Zocken mehr Bilder pro Sekunde herausholen könnt. Hier ist die Frequenz der Module wichtig. Sie sollte so hoch wie möglich sein, zum Beispiel 3.200 Megahertz wie bei den Crucial Ballistix Speichern.

Was muss vor dem Kauf beachtet werden?

Vor allem ist die Kompatibilität zum Mainboard ausschlaggebend. Ein extrem schneller RAM nützt euch nichts, wenn das Mainboard nicht mithalten kann. Das gleiche gilt für die Kapazität und natürlich für die Anzahl der Steckplätze. Außerdem gibt es verschiedene Formate der RAM-Riegel. DDR4 ist der heutige Standard, DDR3 ist allerdings ebenfalls noch vereinzelt im Umlauf. Zwischen Notebook- und Desktop-Formaten wird mit DIMM für Desktop-PCs und SODIMM für Notebooks und Mini-PCs unterschieden. Die RAM-Module sollten ebenfalls vom selben Typ und Hersteller sein. Sonst kann es passieren, dass das System den Arbeitsspeicher nicht richtig nutzen kann und das System signifikant an Leistung verliert oder sogar nicht richtig funktioniert.  Mit welchen RAM-Modulen euer PC kompatibel ist, könnt ihr ganz einfach mit dem Systemscanner von Crucial herausfinden.

Was ist eine SSD & was nützt sie mir?

Eine SSD ist ein Massenspeicher, wobei die Bezeichnung für „Solid State Drive“ steht. Wie auf einer klassischen Festplatte, auch HDD genannt, werden große und langfristig genutzte Daten gespeichert. Im Vergleich zur HDD ist sie durch unbewegliche Teile robuster und langlebiger. Der größte Vorteil besteht aber in ihrer Datenübertragungsrate. Diese ist bis zu fünfmal höher als bei einer HDD. Dadurch startet euer PC in ein paar Sekunden und ihr müsst nicht Ewigkeiten warten, bis eure Programme oder Spiele geladen sind.

Worauf muss ich vor dem Kauf achten?

Bei SSDs wird zwischen zwei Formaten unterschieden. SATA lässt sich auf Desktop-Mainboards immer finden und ist das geläufigste Format, da auch HDDs diesen Typ unterstützen. Die PlayStation 4 und die Xbox One X besitzen ebenfalls einen solchen SATA-Steckplatz. Wollt ihr die verbaute HDD tauschen, was eure Ladezeiten signifikant verkürzt, so müsst ihr auf eine SATA-SSD zurückgreifen. Bei SATA-SSDs wird zwischen 3,5 Zoll und 2,5 Zoll unterschieden. Greift am besten zu einer 2,5 Zoll großen SSD wie der Curcial MX500. Diese lassen sich nämlich auch in Gehäuse für 3,5 Zoll große SSDs verbauen.Das M.2-Format hingegen ist auf aktuellen Mainboards ebenfalls fast immer vorhanden, bei älteren Exemplaren ist es aber seltener zu finden. M.2 bietet allerdings den Vorteil, um ein Vielfaches schneller zu sein, und wird deshalb bevorzugt. Im Gegensatz zum SATA-Anschluss muss hier zwischen verschiedenen Größen unterschieden werden. Im folgenden Video seht ihr, warum ihr, wenn es möglich ist, auf eine schnelle M.2 SSD von Crucial setzen solltet. Die Kompatibilität könnt ihr ebenfalls wie beim RAM mit dem Crucial Systemscanner überprüfen.

Der Umbau – Tipps bevor es losgeht

Widmen wir uns nun dem eigentlichen Thema – Wie geht der Umbau vonstatten?

Bevor wir ihr mit dem Aufschrauben eures PCs oder Notebooks beginnt, müsst ihr noch ein paar wesentliche Tipps beachten.

  1. Kenne deinen PC, Notebook oder Konsole

Eine kurze Google-Suche und ein Blick in das Handbuch genügt meistens, um herauszufinden, wie du an die gewünschten Komponenten kommst. Vor allem in einem Notebook oder der Konsole kann sich die Suche etwas schwierig gestalten. Ebenfalls solltest du vorher überprüfen, welche Werkzeuge du benötigst, um an das Innenleben deines Computers zu kommen.

  1. Bereite dein System entsprechend vor.

Das entsprechende Gerät muss vorher vom Strom getrennt werden. Außerdem solltet ihr danach ein paar Sekunden den Power-Button gedrückt halten um sämtliche Restströme zu entladen. Bei einem Notebook entfernt ihr – wenn möglich – nach dem Herunterfahren den Akku und betätigt ebenfalls den Power-Button für ein paar Sekunden.

  1. Stelle eine saubere und schmutzfreie Arbeitsfläche zur Verfügung

Dreck im Gehäuse? Das sieht weder schön aus, noch ist es gut für deinen PC. Bereite deswegen eine saubere Arbeitsfläche vor und lege dir deine Komponenten und Werkzeuge zurecht.

  1. Erde dich immer bevor du filigrane Teile berührst.

Wir kennen alle die kleinen Stromschläge, die uns Autos und Co. manchmal bei Berührungen verpassen. Für die Komponenten in deinem PC können diese aber fatal sein. Berühre deswegen vorher zum Beispiel deine Heizung um dich zu entladen.

 

Ein Mainboard kann ganz schön kompliziert aussehen. Beschriftungen und das Handbuch helfen dir.
Ein Mainboard kann ganz schön kompliziert aussehen. Beschriftungen und das Handbuch helfen dir.

Den Arbeitsspeicher umrüsten

Alles bereit? Dann fangen wir mit dem Umbau des RAM an. Geht am besten die einzelnen Schritte der Reihe nach durch und probt vorher einmal um zu überprüfen, dass ihr auch wirklich alle benötigten Materialien habt.

Desktop-PCs

  1. Nachdem der PC ausgeschaltet ist und ihr euch geerdet habt, schraubt ihr euer Gehäuse erstmal auf.
  2. Lokalisiert das Mainboard (die große Platine auf der sich zahlreiche Anschlüsse befinden) und guckt, wo sich die RAM-Steckplätze befinden.
  3. Wenn euer Mainboard noch Steckplätze frei hat, könnt ihr jetzt wählen, ob ihr die vorhandenen tauscht oder eure neuen RAM-Riegel auf die nicht belegten Slots setzt. Immer zwei der Slots sind miteinander gekoppelt und arbeiten zusammen. Die Module, die zusammenarbeiten, müssen vom selben Typ und Hersteller sein. Welche Slots zusammenarbeiten, könnt ihr im Handbuch nachlesen.
  4. Um die alten Module zu entfernen, drückt ihr die Sicherung, in der sich die Module befinden und jeweils entweder nur auf einer oder auf beiden Seiten zu sehen ist, in Richtung Mainboard. Entfernt dann die Riegel vorsichtig. Achtet darauf, die Kontakte und die Chips möglichst nicht zu berühren.
  5. Lasst die Sicherung offen und guckt, wo sich die Kerbe an den Kontakten eurer RAM-Module befindet. So eine Aussparung lässt sich auch auf den Kontakten des Mainboards finden. Setzt nun die Riegel mit der richtigen Ausrichtung in die Halterung ein.
  6. Die Sicherung klappt nun automatisch wieder zu.
  7. Alles, was ihr jetzt nur noch tun müsst, ist den PC wieder zusammenzuschrauben und zu starten.

Notebooks

  1. Entfernt wenn möglich den Akku und schraubt dann das Notebook auf.
  2. Der RAM sieht hier etwas anders aus und liegt seitwärts anstatt hochkant im Gehäuse. Um das Modul zu entfernen, müsst ihr die Klammern, die seitlich sitzen, gleichzeitig nach außen ziehen. Das Modul sollte sich dann nach oben anheben.
  3. Zieht nun das Modul vorsichtig heraus.
  4. Der neue RAM-Riegel wird jetzt in demselben Winkel wie zuvor das alte Modul eingesetzt. Achtet auch hier auf die Kerbe in den Kontakten und die dazugehörige Aussparung auf dem Mainboard.
  5. Sitzt der RAM richtig, so sind die Kontakte nicht mehr zu sehen. Drückt nun das Modul sanft nach unten, bis die Klammern es wieder halten.
  6. Wenn die Klammern richtig sitzen und das Modul nicht hochsteht, habt ihr alles richtig gemacht.
  7. Jetzt braucht ihr alles nur noch wieder zusammenbauen, den Akku einsetzen und den PC starten, um zu gucken, ob alles funktioniert.

Die SSD umrüsten

Bevor ihr mit dem eigentlichen Umbau beginnt, müsst ihr entscheiden, ob ihr die vorhandene Festplatte tauschen wollt oder die neue SSD nur als zusätzliches Speichermedium verwendet. Bei ersterem solltet ihr eure Daten auf die neue SSD samt Betriebssystem klonen. Das geht aber erst, nachdem ihr eure neue M.2 SSD eingebaut habt oder sie, wenn es eine SATA-SSD ist, über einen Adapter per USB verbunden habt. Geht nun wie folgt vor:

  1. Ladet euch von der Crucial-Webseite das Tool „Acronis True Image for Crucial“und installiert es.
  2. Schließt die SSD, wenn es eine SATA-SSD ist, per USB an und nutzt „True Image“, um das System-Laufwerk auf die neue SSD zu klonen.
  3. Ist der Klonvorgang abgeschlossen, entfernt die extern angeschlossene SSD oder die alte Festplatte, wenn ihr eine M.2-SSD eingebaut habt.
  4. Wenn ihr eine SATA-SSD verwendet, müsst ihr nun die alte Festplatte entfernen und die neue SSD einbauen.

M.2-SSD einbauen

  1. Schraubt den PC auf.
  2. Beim Einbauen einer M.2-SSD ist ein Blick ins Handbuch ratsam. Unter Umständen lässt sich der Steckplatz nämlich nur schwer finden.
  3. Wenn ihr den Anschluss vor euch habt, seht ihr entlang des Mainboards Schraublöcher. Diese müssen mit der SSD kompatibel sein und natürlich müsst ihr auch die richtigen Schrauben parat haben.
  4. Schaut euch nun die Kontakte der SSD an. Wie die RAM-Module besitzt auch die SSD eine Narbe, die auch auf den Kontakten des Mainboards zu sehen ist. Setzt die SSD nun entsprechend ein.
  5. Jetzt fällt auf, dass die SSD nach oben steht, aber keine Sorge, ihr drückt sie einfach sanft nach unten und befestigt sie dann mit den Schrauben.
  6. Nun müsst ihr den PC nur wieder zusammenbauen.

SATA-SSD einbauen

  1. Viele PCs und Notebooks besitzen bereits Halterungen oder Einschübe für SATA-Festplatten. Kontrolliert vorher, ob und in welcher Größe diese bei euch zu finden sind. Möglicherweise benötigt ihr also noch eine Art Adapter für die Halterung.
  2. Passt alles bei euch, so entfernt ihr gegebenenfalls die alte Festplatte und schraubt eure neue in die Halterung.
  3. Jetzt müsst ihr nur noch mittels eines SATA-Kabels eure SSD mit dem Mainboard verbinden und das Stromkabel der alten Festplatte auch an die SSD stecken. Wenn ihr die alte Festplatte weiterverwenden wollt und genügend Platz habt, braucht ihr für das Stromkabel einen Adapter, der das Kabel splittet, sodass ihr beide Festplatten verbinden könnt.
  4. Schon seid ihr fertig und müsst das Ganze nur noch zusammenbauen.

Als langsam mach schnell: Kostengünstig & kein Hexenwerk

Wie ihr sehen könnt, ist ein Upgrade gar nicht so schwer. Mit ein paar neuen Komponenten, die um einiges günstiger sind als ein neuer Prozessor oder eine Grafikkarte, könnt ihr eurem PC einen ordentlichen Leistungs- und Geschwindigkeits-Boost verpassen. Wenn ihr euch noch ein wenig informieren wollt, wie euer Gaming-Erlebnis von RAM und SSD profitieren kann, dann schaut doch mal bei unserem Gaming-Guide vorbei. Dort behandeln wir die einzelnen Komponenten auch noch etwas ausführlicher.

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