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The Hydro – Mobiles Wearable zur Wasserreinigung



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Die Idee von Kickstarter und ähnlichen Crowdfunding-Plattformen ist toll. Nicht nur, weil man sich als Besucher der Website viele interessante Projekte anschauen und sich dadurch vielleicht sogar selbst inspirieren lassen kann. Ich finde es vor allem deshalb gut, weil durch diese Struktur selbst kleine Projekte von einzelnen Personen oder Gruppen eine Chance zur Verwirklichung erhalten. Wie oft weltweit bereits gesellschaftlich sinnstiftende Ideen im Papierkorb landeten, nur weil sich kein Geldgeber finden oder sich aus dem Projekt keine ausreichende Rendite erzielen ließ, kann man nur erahnen.

Das Produkt The Hydro ist ein gutes Beispiel für das Beschriebene. Ein Rucksack, welcher mit einer Batterieladung über 450 Liter Wasser reinigen kann. Das ist nicht nur für Reisen sinnvoll, sondern gerade für Gegenden, in denen sauberes Trinkwasser Mangelware ist.

Kaltes, irgendwie nicht so klares Wasser
Kaltes, irgendwie nicht so klares Wasser

Fakten, Fakten, Fakten

Die Projektstarter führen ihr Projekt, wie bei Kickstarter üblich, mit einem Video ein. In den ersten Minuten bekommt der Zuschauer direkt harte Fakten über Wasserknappheit, Krankheiten und sonstiges Wissenswertes rund um das nasse Gold geliefert. Das ist nicht nur verkaufsfördernd, sondern auch gerechtfertigt. Schließlich berichtet auch die Welthungerhilfe nach wie vor, dass Milliarden Menschen mit einer mangelnden Wasserversorgung leben müssen und viele Regionen zusätzlich unter einer extremem Wasserverschmutzung leiden.

Während der Einsatz chemischer Wasserreinigungsverfahren (z.B. in Form von Chlor freigebenden Tabletten) auf Dauer nicht unbedingt gesund ist und außerdem die zur Anlieferung notwendige Infrastruktur und Organisation voraussetzt, ermöglichen Produkte wie The Hydro eine dezentrale und weitgehend autarke Wasserreinigung.

Solare Reinigung

Die Funktionsweise des Rucksacks ist im Prinzip recht simpel: Wurde er über eine normale Steckdose oder durch das eingebaute Solargerät aufgeladen, ist zumindest schon einmal die energetische Voraussetzung für einen Start gegeben. Anschließend wird ein Schlauch zwischen der Wasserquelle und The Hydro und ein weiterer zwischen Rucksack und Auffanggefäß angebracht. Auf Knopfdruck startet das Reinigungsverfahren. Das schmutzige Wasser wird eingesogen, im Innenraum gereinigt und ohne Wartezeit in die Auffangflasche weitergeleitet. Damit hat es auch zeitlich einen Vorteil gegenüber Tabletten, weil diese meist eine Einwirkzeit benötigen.

Ob Hepatitis, HIV, Polio, Ebola, Legionellen oder „viele andere Mikroorganismen“: Mit den integrierten Komponenten, deren Resultate laut eigenen Aussagen die Standard-Trinkwasser-Anforderungen der Weltgesundheitsorganisation übersteigen, werden bis zu 99,99 Prozent der Erreger abgetötet. Auch wenn ein paar Keime und Giftstoffe übrig bleiben, soll das durch diesen Prozess gewonnene Wasser Trinkwasserqualität haben.

Preis-Leistung?

Aber zugegeben: Mit 747 US-Dollar bzw. rund 670 Euro ist das Wearable sehr preisintensiv. Außerdem müssten auch die Filter irgendwann ersetzt werden. Je nach Verschmutzungsgrad des gereinigten Wassers sollten nach spätestens 34.110 Litern die Bestandteile gewechselt werden.

Auch gegenüber Wasserreinigungstabletten, welche pro 100 Stück circa 19 Euro kosten, wirkt The Hydro recht teuer. Erst nach rund 3.526 Litern durch Tabletten gereinigtes Wasser kommt man auf den Preis des Rucksacks. Weiter gedacht bedeutet das, dass sich der Rucksack finanziell vermutlich vor allem für jene lohnt, welche Frischwasser schnell, in großen Mengen und frei von Chlor produzieren wollen.

Kaltes, klares Wasser
Kaltes, klares Wasser

Mehrwert trotz Mehrkosten?

Ja, The Hydro ist sehr preisintensiv. Und ja, aufgrund dieses Preises lohnt sich die Anschaffung aus finanzieller Sicht wohl eher weniger für Gelegenheitswanderer. Außerdem ist fraglich, ob das Projekt in den nächsten 18 Tagen überhaupt das Finanzierungsziel von 35.000 Dollar erreicht.

Da die Erfinder neben der Reinigungs- auch eine Entsalzungsfunktion integrieren wollen und damit die Knappheit des überlebenswichtigen Guts anzugehen versuchen, ist der Rucksack für mich aber eher ein Symbol. Es symbolisiert, dass sich viele Menschen damit beschäftigen, wie man durch technische Innovationen potentielle Lösungen auf heutige Fragen finden kann. Da Crowdfunding-Plattformen immer beliebter werden und die Konsumenten zunehmend das Angebot beeinflussen, dürfen wir weiterhin gespannt bleiben, inwiefern das Leben vieler Menschen durch spannende Erfindungen noch bereichert werden wird.

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